Ein Löwen-Käfig voller Narren

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Ein Löwen-Käfig voller Narren ottifant

Ein Löwen-Käfig voller Narren

 
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Nach der Chaos-Wahl: Volkmann tritt zurück

Die Organisatoren des Abends hatten für die Delegiertenversammlung des TSV 1860 am Montag ein Alkoholverbot angeordnet. Störte lange keinen, aber nach dem Ende der rund dreistündigen Farce, die sich in der Löwenlounge der Allianz Arena abgespielt hat, verlangten doch etliche verzweifelt, aber nach wie vor erfolglos, nach einem Bier. Um den Frust runterzuspülen oder um sich vielleicht so die Birne vollzuknallen, dass man irgendwann vergisst, Anhänger dieses Vereins zu sein.


Mit wie viel Promille im Blut das Präsidium und der Wahlausschuss die Versammlung vorbereitet haben, ist nicht bekannt. „Auf alle Fälle bekommt das jeder Karnickelzüchterverein in Hinterhuglhupfing besser auf die Reihe als unsere Leute“, schüttelte der Delegierte Walter Rindfleisch (bei 1860 im Förderkreis für Jugend- und Amateursport) ungläubig den Kopf. Ein Löwen-Käfig voller Narren.

Die ersten haben sich einen Tag später verdünnisiert. Rainer Volkmann, der Vorsitzende des Wahlausschusses, gab am Dienstag seinen Rücktritt bekannt. „Weil die Delegierten die Arbeit des Wahlausschusses mehrheitlich missbilligt haben“, gab er als Begründung an, „es gibt keine Grundlage mehr für meine Weiterarbeit.“ Ebenfalls aus dem Wahlausschuss zurückgetreten soll bereits Josef Seidl sein.

Wahrscheinlich auch, weil die Spekulationen sich immer mehr verhärten, wonach Präsidium und Wahlausschuss (am Donnerstag werden die Nachrücker für die Zurückgetretenen gewählt) die Versammlung möglicherweise mit Absicht haben platzen lassen. Weil sie wussten, dass es zu keiner Abstimmung und Wahl auf Grund der Fristversäumnisse (es wurde zwei Tage zu spät zur Versammlung geladen) kommen würde und sie sich auch nicht um das Auftreiben von Ersatzdelegierten gekümmert hatten, um eine Vollversammlung zu ermöglichen, die den Abend dann doch noch gerettet hätte.

„Aber was dann geschehen ist, war eine Brüskierung vor allem für jene Delegierten, die viele hundert Kilometer angereist sind“, schimpfte Rindfleisch. Aber das ist den „Mächtigen“ beim TSV 1860 egal. Man hoffte wohl, dass bei einem Platzen des Abends die Pro1860-Fraktion auseinanderbricht. Genau das Gegenteil wurde erreicht. Aber wie geht es weiter? Eine neue Versammlung kann wohl frühestens Ende November stattfinden, aber wahrscheinlich gibt es erst im neuen Jahr einen neuen Aufsichtsrat. Wobei abzuwarten bleibt, was jetzt mit dem Rest des Wahlausschusses passiert.

Der Vereinsrat (besteht aus Präsidium und den Abteilungsleitern) könnte ihn absetzen. Der Wahlausschuss könnte aber auch einen neuen, für Pro1860 wählbaren, Aufsichtsrat präsentieren. Das empfahl auch OB Christian Ude am Montagabend, ebenso irgendwann Präsident Alfred Lehner, nachdem auch bei ihm das Zehnerl gefallen ist, dass der Abend zu einem Fiasko geraten war. „Der Wahlausschuss sollte die Mehrheitsverhältnisse bei den Delegierten berücksichtigen“, sagte der Präsident kleinlaut.



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