positiv in die konjunkturelle Zukunft. Gerade heute hat Wim mal wieder verlauten lassen, daß er im Laufe des Jahres von sich mehrenden Erholungssignalen ausgeht. Man kann doch nicht solche Statements vom Stapel lassen, und gleichzeitig die Zinsen drastisch senken. Die gesamte Europäische Presse würde die EZB sofort als inkompetente Dummschwätzer outen.
Im Übrigen habe ich die große Vermutung, daß die ausbleibenden Zinssenkungen der EZB (mit der uns allen bekannten Ausnahme)
a) eine Vorsichtsmaßnahme wegen der Einführung des Euro als gesetzliches Zahlungsmittel waren und
b) aus konjunktureller Sicht der Handlungsbedarf mit Absicht unterschätzt worden ist, in der Hoffung auf deutliche Synergie-Effekte, die die (inzwischen drei Jahre alte "Sichtguthabenwährung") neue Währung eigentlich mit sich bringen sollte.
Aber die Ziele der EZB sind ja grundverschieden zu den Zielen der Federal Reserve, so liegt das Hauptaugenmerk auf Geldmengenkontrolle und Preisstabilität.
Was die Inflationsängste angeht: Im Allgemeinen sollte man ja davon ausgehen können, daß während Phasen hoher Arbeitslosigkeit die Inflationsgefahr verschwindend gering ist. Doch es gab auch Zeiten, da hat uns Uncle Sam eines besseren belehrt (Stichworte: Stagflation, NAIRU, etc.).
Ich für meinen Teil bin froh, kein verantwortlicher EZBler zu sein. Der Job ist schwer genug. So gesehn ist's mir auch egal, ob's denn nun ein Franzose oder Deutscher oder sonsteiner wird.
cu, seth