Die wichtigen Dinge: Hannover 96 in SZ und HAZ

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Die wichtigen Dinge: Hannover 96 in SZ und HAZ

 
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"... Drei, vier Meter neben den TV-Kameras, wo Basler vor einer Medientraube über seine Mitspieler herzog, stand ein kleines Kerlchen und schwärmte einer Reporterin, die der junge Mann während seines ersten Deutschland-Aufenthalts in Saarbrücken kennengelernt hatte, auf Englisch vom wunderbaren Fußball-Kosmos in Niedersachsen vor. Für Julien de Guzman ist es ein Traum, dass er seinen Arbeitsplatz gefunden hat zwischen Vorbildern wie Jaime oder Fredi Bobic. Jaime habe einst das Trikot von Real Madrid getragen und Bobic, man wisse ja, was der alles draufhabe, erzählte Guzman. Fast jedes Wort des 22-Jährigen aus Kanada war eine Liebeserklärung an sein Team. Und diese Leidenschaft hatte man auch im Spiel gesehen. Rangnicks Leute sind dort angekommen, wo sie ihr Zeichen setzen wollten in der Bundesliga. Seine Elf besitze nun das Bewußtsein, gut nach vorne spielen zu können, so der Trainer, "und der Gegner weiß, dass es nicht einfach ist, gegen uns Tore zu schießen". Vor dem Hintergrund des Fehlstarts, der sich optisch in 26 Gegentoren niederschlug, war Rangnick vom ersten Zu-Null-Spiel der Runde besonders angetan. Wieder ein Entwicklungsschritt, wieder ein Signal gesetzt. Dazu noch eine spektakuläre Note beim Siegtreffer. ..."

Quelle: Süddeutsche Zeitung



"Irgendwann im allgemeinen Freudentaumel hatten sich auch Steve Cherundolo und Nebojsa Krupnikovic gefunden. Sie steckten die Köpfe zusammen, klatschten sich ab und riefen sich etwas zu. Was sie sagten, das ging im Pfeifkonzert der Fans des 1. FC Kaiserslautern im Fritz-Walter-Stadion unter. Es spielte auch keine Rolle, denn die Gesten waren eindeutig: Sie tanzten Arm in Arm in Richtung Eckfahne, losgelöst und freudetrunken.

Die Einlage der beiden Spieler von Hannover 96 war nicht nur herrlich mit anzusehen, dieser Schulterschluss war auch symbolisch für die Vorstellung des Bundesliga-Aufsteigers beim 1:0 (1:0)-Erfolg gegen den 1. FC Kaiserslautern. Und als wenig später auch die anderen Kicker der „Roten“ dazukamen, um sich bei den mitgereisten 96-Fans für ihre Unterstützung zu bedanken, war das Bild perfekt: das harmonische Bild von einer Mannschaft, die immer mehr zusammen- und immer öfter über sich hinauswächst.

Es gibt sicherlich spannendere Geschichte als die vom Topf, der irgendwann den passenden Deckel findet. Dass 96-Trainer Ralf Rangnick sie dennoch erzählte, liegt daran, dass sich damit viele Dinge bei 96 ganz einfach erklären lassen. Zum Beispiel die Leistung von Fredi Bobic, der in seinem achten Spiel für die „Roten“ seinen achten Treffer erzielte. 96 fehlte ein Führungsspieler und Torjäger, Bobic fehlte eine Mannschaft, die seine Spielweise unterstützt. Passt, wackelt und hat Luft.

Oder der Durchbruch von Julian de Guzman, der zur Stelle war, als Altin Lala ausfiel und seitdem das Spiel des Aufsteigers auf angenehm erfrischende Art und Weise bereichert. Auch beim Gastspiel auf dem Betzenberg war der Kanadier wieder einer der Besten, was die Freude von Lala, der in der 72. Minute für Krupnikovic ins Spiel kam, etwas gedämpft haben dürfte.

Fehlen darf in diesem Zusammenhang auf keinen Fall Jaime. Mit seiner Routine, Übersicht und Sicherheit gibt er dem Team genau das, was der Mannschaft bis zu seiner Ankunft in Hannover fehlte. Und wenn der Spanier dann auch noch als Vorbereiter glänzt wie beim Tor von Bobic (40.), dann kann man ohne Übertreibung von einem absoluten Glücksgriff für 96 sprechen. Oder – wenn man es etwas weniger pathetisch mag – die Geschichte vom Topf und dem passenden Deckel erzählen.

Und weil das alles so gut passt, weil viele kleine Rädchen so abgestimmt ineinander greifen, geht es während des Spiels manchmal sogar ganz ohne Worte. „Jaime hat mich angeschaut, ich habe ihn angeschaut. Er wusste, wo ich hinlaufe, ich wusste, wo er hinspielt“, beschrieb Bobic die Vorgeschichte seines Tores und überließ es anderen, die Story zu Ende zu erzählen. „Ich habe selten so ein schönes Tor gesehen, das war Weltklasse. Da klopft man sich normalerweise auf die Schenkel“, sagte Coach Rangnick."

Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung


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