Die Rechtsextremen in Deutschland sind zu blöd

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Die Rechtsextremen in Deutschland sind zu blöd vega2000
vega2000:

Die Rechtsextremen in Deutschland sind zu blöd

 
18.09.04 14:18
#1

Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg

Wie man die Kirche im Dorf lässt

Am Sonntag gibt’s ein altes Ritual: Rechtsextreme Parteien werden Deutschland erschrecken. Aber: Vor DVU und NPD muss man sich nicht fürchten. Beide sind immer wieder zu dumm fürs Parlament. Kurt Kister über Souveränität.

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DVU-Werbeplakate

Zu dumm für's Parlament?

 

Wenn es in Brandenburg und in Sachsen bei den Wahlen an diesem Sonntag so läuft, wie es zu erwarten ist, dann wird es in der kommenden Woche für die politische Klasse und den entsprechend interessierten Teil des Volks nur ein Thema geben: DIE RADIKALEN!

Dabei wird es weniger um die fast sicheren Wahlerfolge der PDS gehen. Selbst bis in die aufgeklärteren Kreise der CSU hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass die Post–DDR-Sozialisten nicht sehr radikal sind.

Im Großen und Ganzen entsprechen sie jenem Idealbild vom entschiedenen deutschen Linken, das Lenin so beschrieben hat: „Wenn die Deutschen bei ihrer Revolution einen Bahnhof besetzen wollen, dann kaufen sie sich vorher eine Bahnsteigkarte.“


 
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Um die PDS richtig zu charakterisieren, wäre vielleicht noch hinzuzufügen, dass die Mehrzahl ihrer Kader und Anhänger im Falle einer Revolution erwartet, dass die Bundesagentur für Arbeit gegen Vorlage der Bahnsteigkarte die Kosten für das Peronticket ersetzt.

Nur für den Straßenverkehr gefährlich


Wer einmal, aus Versehen oder mit Vorsatz, in eine Wahlveranstaltung der PDS zum Beispiel auf dem ausschließlich flachen Land in Brandenburg geraten ist, der weiß, dass diese Genossen – die alten Sporthüte wie die jungen Antifas – die Sicherheit vielleicht im Straßenverkehr, nicht aber in der Politik gefährden.

Bei der Betrachtung der PDS-Mitglieder und vieler ihrer Wähler wird übrigens auch klar, wie absurd es ist, wenn Angela Merkel zur Charakterisierung von CDU, CSU und FDP stets von den „bürgerlichen Parteien“ spricht.

Die Unterscheidung zwischen dem Bürgertum (konservativ) und den Arbeitern und Bauern (links, fortschrittlich) war schon in der zweiten Lebenshälfte der DDR ziemlich obsolet geworden.

Der real existierende Sozialismus hat es immerhin geschafft, die Klassengegensätze soweit aufzuheben, dass aus der Mehrzahl jener Deutschen, die als Staatsvolk der DDR firmierten, eine Staatsklasse von irgendwie linken Konservativen wurde, deren ökonomische Identität sich in einer fortschrittlichen Tauschwirtschaft herausgebildet hatte.

Aus diesen beharrlichen Kleinbürgern rekrutiert sich bis heute ein wichtiger Anteil der PDS-Klientel im Osten – aus ihnen rekrutieren sich übrigens auch die Wähler der meisten anderen Parteien.

Keine Angst vor den bürgerlichen PDS-Leuten


In diesem Sinne gehören PDS, CDU, SPD und FDP zu den bürgerlichen Parteien. Und das macht auch klar, warum es sinnlos ist , diesen Begriff, es sei denn in historischen Betrachtungen, weiter zu benutzen. Er unterscheidet nichts.

Vor den bürgerlichen PDS-Leuten also muss man keine Angst haben. Selbst dann nicht, wenn man unablässig um den Fortbestand der Demokratie in Deutschland besorgt ist, was zum Geschäft vieler Angehöriger der politischen Klasse gehört.

Dass man keine Angst haben muss, heißt nun keineswegs, dass man als SPD mit der PDS koalieren sollte. Bei den Postsozialisten gibt es einerseits immer noch zu viele alte Sozialisten, die die zu recht und zu spät verstorbene DDR aktiv mitgetragen haben.

Andererseits sind Teile der PDS zwar in der Bundesrepublik angekommen, aber leider in der Bundesrepublik der 70er Jahre, so wie sie damals die Jusos verstanden haben.

Als starke Regionalpartei für die Enttäuschten wird die PDS, wenn sie Glück hat, ungefähr so lange leben, bis sie von jenem 1975 nach 2004 gelangt ist.

Das wäre nach unserer Zeitrechnung, eine politische Adoleszenzbeschleunigung der PDS vorausgesetzt, dann ungefähr 2020 – also eine Generation nach dem Fall der Mauer.

Anders als vor der PDS muss man vor den wirklichen Radikalen Angst haben, allerdings ausschließlich vor einzelnen Individuen und nicht vor Parteien wie der NPD oder der DVU.

Bedrohlich bei persönlichen Begegnungen


Die jüngere Klientel dieser Organisationen kann ernsthaft bedrohlich sein, zumindest wenn man einigen von ihnen in Hoyerswerda oder Pirna persönlich begegnet. (Das trifft auch für Wunsiedel oder Cloppenburg zu, aber die Wahrscheinlichkeit, dass man rechtsradikale Glatzen außerhalb organisierter Aufläufe sieht, ist im Osten höher als im Westen.)

Das Image rechtsradikaler Parteien wird in der Wahrnehmung der großen Mehrheit der Deutschen – fast muss man sagen: glücklicherweise – von Schlägertypen und Dumpfschädeln bestimmt.

Etliche dieser Leute mögen bürgerlichen Elternhäusern entstammen, haben sich aber bewusst von den Normen der zivilisierten Debatte und der gewaltlosen Konfliktaustragung entfernt.

Andere kommen aus jener Schicht, die man früher Lumpenproletariat nannte, wobei deren Lumpen heute Lederjacken und Lonsdale-Sweatshirts sind. Mit ihren oft kleinbürgerlichen Funktionären haben die Straßenschläger eines gemeinsam: Sie sind, man verzeihe dieses Wort in diesem Zusammenhang, intellektuell nicht in der Lage, Politik zu machen.

Richard von Weizsäcker sagt, in Deutschland seien Rechtsextreme 14-mal in die Parlamente eingezogen und sie seien 14-mal gescheitert. Genau so ist es.

Weniger vornehm ausgedrückt: Die organisierten Rechtsextremen in Deutschland sind zu blöd, um in einem auf Debatte und Interessenausgleich beruhenden politischen System eine Rolle zu spielen, gar in den Parlamenten zu reüssieren.

Aber, hakt da der Besorgte mit historischem Bewusstsein ein, war das damals am Anfang nicht genau so? Gab es da nicht jene sieben Mann in einem Münchner Hinterzimmer, und kaum zehn Jahre später war die NSDAP die bestimmende Kraft in Deutschland?

Das ist wahr. Genau so wahr aber ist, dass der demokratische Pluralismus damals nicht nur von den meisten Dumpfschädeln, sondern auch von weiten Teilen des gebildeten Bürgertums als ein eher unglücklicher, zumal undeutscher Bastard verstanden wurde.

Als Modell der Zukunft galt der Autoritarismus in der nationalistischen, rassistischen NS-Form oder in der Ausprägung der stalinistischen KP-Diktatur.

Das 20. Jahrhundert war die blutigste Lernphase der europäischen Geschichte. An ihrem Ende steht die Erkenntnis, dass das Streben nach einem perfekten politischen System unter einer obersten Autorität geradlinig mindestens in die Unfreiheit und den Spitzelstaat, im schlimmsten Fall in den Massen- und Völkermord führt.

Mutwillig ausprobiert


In Deutschland haben wir im vergangenen Jahrhundert zu unserem Leid und dem unserer Nachbarn all diese Varianten mutwillig ausprobiert. Dies hat, wenn auch allmählich, dazu geführt, dass die ganz und gar nicht perfekte Demokratie hier zu Lande zu recht als alternativlose Organisationsform des Gemeinwesens im Sinne des Wortes selbstverständlich geworden ist.

Die Radikalen stehen heute so weit außerhalb des gesellschaftlichen Konsenses, dass bei deren Bekämpfung manchmal sogar über Mittel nachgedacht wird, die bei jenen Hypersensiblen, die Deutschland immer noch relativ nahe an den Abgründen des 20. Jahrhunderts sehen, die Alarmglocken schrillen.

Auch dies übrigens ist ein Charakteristikum unserer gefestigten Demokratie: Weil wir wissen, wie böse wir waren, und es etliche gibt, die glauben, dass wir es immer noch sein können, erfährt der Alarmismus bei uns eine Dauer-Hausse.

Ein Tag, an dem es keine Schlagzeilen gibt wie „Bildungsmisere gefährdet Deutschlands Zukunft“ oder „Köhler provoziert die Ostdeutschen“ ist ein verlorener Tag.

Wenn wir nicht jeden Tag aufzeigen können, was alles in Gefahr ist oder bereits den Bach hinunter geht, sind wir unglücklich.

Keiner hat's gemerkt


Am Sonntag also wird vermutlich die NPD in den Landtag in Sachsen einziehen und die DVU wieder in den Brandenburger Landtag gewählt werden.
(Ja, die sitzen da schon, aber das hat bisher außerhalb Brandenburgs fast niemand wahrgenommen.)

Es wird viele Geschichten, Leitartikel und Fernsehbeiträge über das Wiedererstarken des Rechtsradikalismus geben, und die New York Times wird auch darüber berichten.

Dies ist die einzige Form, in der die Rechtsradikalen Politik „machen“ können. Sie werden, weil sie abstrus und ein bisschen monströs sind, ausgestellt wie einst die Frau ohne Unterleib oder später der Ötzi.
Das gefällt ihnen und – wenn auch schaudernd – uns.

sz

Die Rechtsextremen in Deutschland sind zu blöd Happydepot
Happydepot:

super beschrieben....

 
18.09.04 14:34
#2
einen grünen Stern von mir.
Die Rechtsextremen in Deutschland sind zu blöd taos
taos:

Aber SL schreibt,

 
18.09.04 19:05
#3
er hätte die Wahl schon gewonnen!

Taos
Die Rechtsextremen in Deutschland sind zu blöd zombi17
zombi17:

SL schreibt auch das

 
18.09.04 19:13
#4
die Bayern super Fussball spielen und die Erde eine Scheibe ist.
Im Westen nichts Neues:-)))
Die Rechtsextremen in Deutschland sind zu blöd satyr
satyr:

Die Erde ist doch eine Scheibe,

 
18.09.04 19:24
#5
geht man über Hannover hinaus,fällt man runter.
Die Rechtsextremen in Deutschland sind zu blöd taos
taos:

Also Zombi

 
18.09.04 19:32
#6
zerstöre bitte nicht mein Weltbild! SL ist so eine Führerpersönlichkeit.

Taos
Die Rechtsextremen in Deutschland sind zu blöd zombi17
zombi17:

Tschuldigung Taos

 
18.09.04 19:35
#7
Ich wollte nicht das Du an deinem Führer zweifelst"ggg"
Die Rechtsextremen in Deutschland sind zu blöd taos
taos:

Danke Zombi,

 
18.09.04 19:41
#8
er schreibt doch das er die Wahl schon gewonnen hat.

Taos
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Die Rechtsextremen in Deutschland sind zu blöd zombi17
zombi17:

SL ist ein Oberchecker,

 
18.09.04 19:45
#9
dagegen sehen wir Normalsterblichen keine Sonne, diese Welt ist hart und grausam:-((
Die Rechtsextremen in Deutschland sind zu blöd ottifant
ottifant:

SL ist ja auch nicht verblendet.

 
18.09.04 19:51
#10
Er schaut aufrecht durch die Welt, nicht so verbohrt wie diese Sozis.

Gruß
Die Rechtsextremen in Deutschland sind zu blöd zombi17
zombi17:

Stimmt Otti, das ist alter deutscher Adel

 
18.09.04 19:56
#11
Immer Linientreu und Aufrecht, wenn die Interessen einmal wanken kann es auch ruhig braun sein.
Die Rechtsextremen in Deutschland sind zu blöd ottifant
ottifant:

Soll ja laut Nostradamus im Jahre 2040

 
18.09.04 19:58
#12
wieder kommen. Armes Europa!
Die Rechtsextremen in Deutschland sind zu blöd taos
taos:

Alter deutscher Adel.

 
18.09.04 20:00
#13
Waren das nicht die, die immer sagten: "wenn Du zur Polin gehst, vergeß die Peitsche nicht"?

Taos
Die Rechtsextremen in Deutschland sind zu blöd zombi17

Taos, so genau wollte

 
#14
ich auf das Thema nicht eingehen:-((


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