Die Marketingflops 2002

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Die Marketingflops 2002 Happy End
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Die Marketingflops 2002

 
03.01.03 08:05
#1
---> Die Marketingflops 2001

Reklame mit Nackten von Vodafone, falsch verschickte Anzeigenfolder von Roland Berger und Rechenfehler in einer Zeitungsannonce der Bahn - zahlreich waren die Marketingschnitzer im vergangenen Jahr. Im Web kann jetzt die größte Werbepeinlichkeit gewählt werden.

Hamburg/Stuttgart – Es bereitet fast schon körperliche Schmerzen, was sich einige Marketingstrategen im vergangenen Jahr einfallen ließen. Wie mühelos selbst prominente Konzerne den Grat zur Peinlichkeit überschreiten, zeigt die jetzt anlaufende Wahl zum Marketingflop 2002.

Bis zum 31. Januar kann im Internet die schlechteste Marketingaktion 2002 aus zehn Kandidaten gewählt werden. Nominiert ist der Mobilfunkkonzern Vodafone mit seiner Flitzer-Aktion bei einem Rugby-Spiel ebenso wie die Tankstellenkette Jet für den grenzwertigen Slogan "Günstiger Tanken, Geld für Kondome haben".

Die Unternehmensberater von Roland Berger sind gelistet, weil sie Jürgen Kluge, Chef des Konkurrenten McKinsey, persönlich einen Werbefolder zuschickten. Kluge sah es gelassen, bedankte sich und bot Roland Berger seinerseits die Dienste von McKinsey an, zumal es bei den Münchnern offenbar große Probleme in der Unternehmenskommunikation gebe.

Besonders dick kommt es für die Bahn. Das Transportunternehmen wurde einerseits gerüffelt, weil es sich in einer als Anzeige veröffentlichten Modellrechnung für das neue Preissystem nachweislich verrechnet hatte. Andererseits äußerte sich Bahnchef Hartmut Mehdorn im Fernsehen nicht gerade positiv über sein Unternehmen. "Zugfahrten über vier Stunden sind eine Tortur", sagte er gegenüber dem Nachrichtensender Phoenix.

Unternehmen sehen es sportlich

Auch die Deutsche Bank, RWE und T-Mobile finden sich auf der Kandidatenliste. Wie können vermeintliche Marketingprofis dermaßen daneben liegen? Markus Voeth vom Lehrstuhl für Marketing der Universität Hohenheim, der die Aktion Marketingflop zum zweiten Mal durchführt, nennt den härteren Wettbewerb als einen möglichen Grund. Der Druck auf Unternehmen, ihre Produkte zu platzieren, werde immer größer.

Gleichzeitig sieht Voeth auch den zunehmenden Terminzwang als Fehlerquelle. "Zeit ist immer häufiger ein kritischer Faktor. In den Marketingabteilungen werden Aktionen nicht mehr genau hinterfragt", erklärte der Wissenschaftler gegenüber manager-magazin.de.

Für die jetzt anlaufende Wahl erwartet Voeth eine hohe Resonanz. Bereits das Votum zum ersten Marketingflop im vergangenen Jahr habe die Erwartungen übertroffen. Mit harschen Reaktionen von den gescholtenen Unternehmen rechnet Voeth indes nicht: "Die Betroffenen sehen das sportlich."


Vorschlag 1: Jet-Werbung

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„Tankstellen-Werbung stellt Zusammenhang zwischen Kinderreichtum von Großfamilien und fehlendem Geld für Verhütungsmittel her.“

Der Mineralölkonzern Conoco wirbt für seine Tankstellenmarke JET bekanntermaßen häufig mit provokanten Anzeigen. Dass das Unternehmen dabei allerdings manchmal die Grenzen des guten Geschmacks überschreitet, wurde auch 2002 wieder unter Beweis gestellt (vgl. auch Flop-Kandidaten 2001). So war in einer der Werbeanzeigen für die Marke „JET“ eine Familie mit sechs Kindern abgebildet. Ganz abgesehen von der Art der Darstellung der Familienmitglieder – offenbar sollten diese möglichst lächerlich wirken - sorgte der Slogan „Günstiger tanken, Geld für Kondome haben.“ bei Vielen für Verärgerung. Wenn schon nicht beabsichtigt, so wurde zumindest die Schlussfolgerung tolerierend in Kauf genommen, wonach die Ursache für Kinderreichtum von Familien allein darauf zurückzuführen ist, dass Eltern nicht an Verhütung gedacht haben.
Nach massiver Kritik der Öffentlichkeit an der Werbung zog der Konzern diese zurück. In einer Stellungnahme ließ Conoco verlautbaren, dass es bei der JET-Werbung „nicht um sensationsheischende Tabubrüche, sondern um unterhaltende Preis-Informationen [gehe]…“.


Vorschlag 2: „Flitzer“-Aktionen

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„Vodafone unterstützt Störaktion von (Nackt-)Flitzern bei einem Football-Spiel.“

Aktionen, bei denen Unternehmen Events oder Aktivitäten anderer Unternehmen trotz der zu erwartenden Verärgerung des jeweiligen Veranstalters für eigene Marketing-Aktionen „missbrauchen“, werden heute dem Bereich des „Guerilla-Marketings“ zugeordnet. Eine besonders geschmacklose Form dieser generell fragwürdigen Maßnahmen-Kategorie stellen sogenannte „Flitzer-Aktionen“ dar. Hierbei malen sich die „Flitzer“ Unternehmensbotschaften, -logos etc. auf ihre Haut und suchen splitternackt von anderen organisierte Events, Veranstaltungen etc. heim. Um hierbei eine größtmögliche Aufmerksamkeit zu erzielen, wird zumeist versucht, die Flitzer-Aktion direkt vor oder während des eigentlichen Veranstaltungshöhepunkts (z. B. einer Preisverleihung) zu platzieren.
Betrachtet man eine solche Aktion von Vodafone in Sydney ausschließlich vor diesem Hintergrund, so war sie sicherlich ein Erfolg: Während eines Rugby-Spiels sorgten zwei Flitzer vor dem entscheidenden Strafstoß für Aufregung, als sie auf das Feld stürmten und vor Zuschauern wie Akteuren posierten. Auf ihren Rücken war deutlich das Vodafone-Logo zu erkennen.
Ganz abgesehen davon, dass dies sicherlich nicht dem Geschmack aller Zuschauer entsprach, hatte diese Aktion auch nicht beabsichtigte Folgen: Zum einen hat der australische Vodafone-Manager Grahame Maher, der von der Aktion zuvor wusste, eine sechsmonatige Haftstrafe zu befürchten, da er den Flitzern im Vorfeld (ohne ihre genauen Absichten zu kennen) Unterstützung für den Fall juristischer Konsequenzen (wie etwa Geldstrafen) zugesagt hatte. Zum anderen wurde der Vorwurf des bewusst herbeigeführten sportlichen Betrugs mit der Firma Vodafone in Verbindung gebracht, da der entscheidende Strafstoß, der erst nach der durch die Flitzer hervorgerufenen Unterbrechung durchgeführt werden konnte, vom Schützen nicht verwandelt werden konnte.


Vorschlag 3: Powerline – Internet aus der Steckdose

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„RWE stellt Internet aus der Steckdose nach einem Jahr aufgrund fehlender Kunden und technischer Probleme wieder ein.“

Im Juli 2001 fiel der Startschuss für eine neue Zugangsmöglichkeit zum Internet: Die Stromleitung sollte zukünftig auch die Funktion einer Datenleitung übernehmen. Powerline hieß der Name der Technologie, mit der RWE in den Städten Essen und Mülheim in Nordrhein-Westfalen startete. Ziel war es, 20.000 Kunden bis Ende 2001 und 120.000 bis Ende 2002 zu gewinnen. Technisch sollten die Kunden dabei mit einer Datenübertragungsrate von bis zu 2,3 MBit/Sekunde (30mal schneller als ISDN) arbeiten können, ohne dass hierfür zusätzliche Kabel verlegt oder gar ein Aufstemmen von Wänden notwendig sein sollte.
Tatsächlich aber hatte RWE von Beginn an erhebliche Probleme. Neben technischen Schwierigkeiten gelang es auch dem Marketing nicht oder eben nicht in ausreichendem Maße, potenzielle Kunden von den Vorteilen der Technologie zu überzeugen und diese zur Teilnahme an Powerline zu bewegen. Daher überraschte es Marktexperten auch kaum, als das Unternehmen im September 2002 verkündete, RWE Powerline zum 30. September 2002 auslaufen lassen zu wollen. Immerhin hatte das Unternehmen bis zum Frühjahr 2002 gerade mal 2.000 Kunden für Powerline gewinnen können.


Vorschlag 4: Gutschein-Aktion von Sunpoint

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„Sunpoint verteilt Gutscheine zum Probesonnen, die anschließend nicht von allen Beschenkten aufgrund der zu großen Resonanz eingelöst werden konnten.“

Tausende Gutscheine zum „Probesonnen“ versandte die Firma Sunpoint per Mailing bzw. Postwurf im April und Mai 2002. Bis zu 20 Minuten, so war auf den Gutscheinen zu lesen, könne man bei Vorlegen eines solchen Gutscheins kostenlos bei Sunpoint unter einem Solarium verbringen.
Ein Angebot, das viele „Beschenkte“ dann auch tatsächlich in Anspruch nehmen wollten. Allerdings versprach Sunpoint mit den Gutscheinen offensichtlich mehr, als das Unternehmen tatsächlich halten konnte. Die riesige Resonanz auf die Aktion überraschte so selbst ihren Initiator. Unternehmenssprecher Ralph Prädel begründete die überraschend große Inanspruchnahme der Gutschein-Versprechungen mit der „wirtschaftlichen Situation des Konsumenten, die heute doch offensichtlich so gestellt ist, dass diese Gratis-Angebote in besonderer Weise auch angenommen werden.“
Der große Rücklauf der Aktion brachte Sunpoint jedoch in Schwierigkeiten: Viele der Sunpoint-Franchise-Partner konnten (oder wollten) die große Zahl von Kunden mit Gratis-Gutscheinen nicht bewältigen. Reihenweise wurden (anschließend natürlich sehr verärgerte) Interessenten abgewiesen, obwohl sie einen Gutschein vorweisen konnten.
Ob der nach der Aktion vorgetragene, sicherlich gut gemeinte Ratschlag von Unternehmenssprecher Prädel, enttäuschte Kunden sollten doch „einen neuen Ansatz“ finden, in Sunpoint-Sonnenstudio zu gehen, um ihre Erlebnisse dort zu schildern und mit Sunpoint nach einer Lösung zur Glättung der Wogen zu suchen, von vielen der vergraulten Kunden wahrgenommen worden ist, mag darüber hinaus bezweifelt werden.


Vorschlag 5: Werbung für neues Preissystem der Bahn

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„Bei Einführung des neuen Preissystems, das die Bahn selbst als „logisch und transparent“ bezeichnet, verirrt sich das Unternehmen im eigenen „Tarifdschungel“: In einer Werbeanzeige wird der mögliche Rabatt von der Bahn falsch berechnet.“

Mit großem Aufwand propagierte die Bahn die Einführung des neuen Preissystems im letzten Quartal 2002. Zu dem Preissystem hieß es unter anderem auf der Bahn-Homepage:
„Das neue System ist logisch und transparent – ganz anders als der bisherige Tarifdschungel. Es schafft Preissicherheit. Künftig kann jeder selbst bestimmen, wie er am günstigsten fährt.“
Ganz abgesehen von der Tatsache, dass die Bahn dem eigenen, jahrelang gültigen alten Preissystem mit diesen Aussagen im Nachhinein ein verheerendes Zeugnis ausstellte, hat die Bahn an anderer Stelle den Verdacht nahe gelegt, dass das neue System vielleicht doch nicht für jedermann „logisch und transparent“ ist.
In einer in vielen überregionalen Tageszeitungen geschalteten Anzeige, die unter anderem ein Berechnungsbeispiel für das neue Preissystem enthielt (Wenn Sie auf das Bild klicken, erhalten Sie das Preisbeispiel der Bahn.), hatte sie sich so nachweislich verrechnet, da sie in dem in der Werbung gezeigten Beispiel nicht alle gewährten Rabatte richtig einsetzte. „Bedauerlich“, nannte ein Bahnsprecher diesen Fehler, um umgehend anzufügen: „Es ist aber glücklicherweise so, dass die Preise in Wirklichkeit noch niedriger sind als in der Anzeige.


Vorschlag 6: SMS-Preiserhöhung von T-Mobile

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„T-Mobile nimmt Preiserhöhung für SMS um 138 Prozent vor, um diese nach einem Tag aufgrund öffentlichen Drucks wieder zurückzunehmen.“

Am 19. Januar 2002 sickerte durch, dass das Versenden von elektronischen Kurzmitteilungen, so genannten SMS, zukünftig drastisch teurer werden sollte. T-Mobile plante für Neukunden bei den Tarifen „Telly Smile“, „Telly Active“ und „Telly Profi“ Preiserhöhungen von genau 138 Prozent: Statt 8 Cent sollte der Versand von SMS zukünftig 19 Cent pro SMS kosten. Was T-Mobile aber offensichtlich unterschätzt hatte, war der öffentliche Aufruhr, den die Ankündigung hervorrufen würde. Bereits am nächsten Tag regte sich so massiver Protest. Politiker, Verbraucherzentralen und Jugendorganisationen vertraten die Auffassung, vor allem Jugendliche seien die „Verlierer“ dieser Gebührenerhöhung, da SMS insbesondere in dieser Altersgruppe stark genutzt würden. Kinder und Jugendliche würden praktisch in die Schuldenfalle getrieben, warnte etwa der Vorsitzende der Kinder- und Jugendkommission des Deutschen Bundestages, Klaus Haupt. Auch die Verbraucherzentralen kritisierten die geplante Gebührenerhöhung als „reine Abzocke“.
Zwar widersprach ein T-Mobile-Sprecher am 20. Januar 2002 diesen Darstellungen und merkte an, für viele Kunden würden die SMS sogar günstiger werden, der öffentliche Druck wurde aber trotzdem immer größer. Nachdem sich am darauf folgenden Tag sogar Verbraucherministerin Künast in die Diskussion einschaltete und eine Gesetzesänderung erwog („Wenn sich herausstellt, dass Anbieter ihre Marktmacht missbrauchen, muss über weitere gesetzliche Regelungen nachgedacht werden.“), zog T-Mobile am Nachmittag des 21. Januar 2002 die geplante Gebührenerhöhung zurück. Gerade dieser Rückzug warf jedoch ein eigenartiges Licht auf die zuvor angekündigte Preiserhöhung: denn eine Preiserhöhung, die ohne weiteres zurück genommen werden kann, scheint weniger auf gestiegenen Kosten als vielmehr auf „Abschöpfungsbestrebungen“ zu beruhen. Auch wenn dies natürlich legitim ist, müsste ein internationaler Konzern allerdings in der Lage sein, die hiermit verbundenen öffentlichen Widerstände im Vorfeld in seinen Planungen zu berücksichtigen.


Vorschlag 7: Consultants auf Kundensuche

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„Unternehmensberatung verschickt Werbebrief an Deutschland-Chef eines Konkurrenten.“
Auch Unternehmensberater klagten 2002 über die wirtschaftliche Situation. Da aber Klagen gemeinhin keinen höheren Umsatz mit sich bringen, dachten sich die Verantwortlichen der Unternehmensberatung Roland Berger Strategy Consultants wohl, dass man stattdessen etwas Konkretes unternehmen müsse. Im Januar 2002 verschickte das Unternehmen daher ein Rundschreiben an viele große Unternehmen und warb mit den Ergebnissen aus einer Umfrage der Zeitschrift „Manager Magazin“, in der Roland Berger zumindest in einigen Bereichen besser abgeschnitten hatte als viele relevante Konkurrenten. In diesem Werbebrief bot das Unternehmen den Adressaten schließlich Hilfe für die Lösung „anstehender Probleme“ an.
Ein Exemplar des Rundschreibens war dabei an Herrn Jürgen Kluge, München, adressiert. Nun sitzt der Deutschland-Chef der Unternehmensberatung McKinsey zwar nicht in München, sondern in Düsseldorf. Doch die Post kam an. Der McKinsey-Chef wird sich dabei sicherlich gewundert haben. Denn sicherlich ist es nicht üblich, dass man seine Kundenbriefe auch Konkurrenten zusendet.
Höflich, allerdings auch ein wenig süffisant bedankte sich Kluge anschließend bei Roland Berger, dem „sehr geehrten Herrn Professor“, für die „gehobene Supermarkt-Postwurfsendung“ und bot dem Konkurrenten seinerseits Hilfe an: Das Problem, so stellte Kluge fest, läge doch anscheinend vor allem bei der Kommunikationsabteilung von Roland Berger.


Vorschlag 8: Bahnchef Mehdorn: "Lange Bahnreisen sind Tortur"

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„Bahn-Chef reist auf innerdeutschen Langstrecken lieber mit dem Flugzeug, da Zugfahrten über vier Stunden eine „Tortur“ seien.“


Die Bahn soll nach Auffassung der Deutsche Bahn AG ein Verkehrsmittel für Personen sein, die schnell, aber auch entspannt reisen wollen. Auch Bahnchef Hartmut Mehdorn teilt diese Meinung. Allerdings nur dann, wenn er nicht zu lange in seinen eigenen Zügen sitzen muss.
„Zugfahrten über vier Stunden sind eine Tortur“, äußerte er im Oktober 2002 beim Fernsehsender Phoenix. Folgerichtig stiege er beispielsweise für die Strecke Berlin-München auf das Konkurrenzverkehrsmittel „Flugzeug“ um. Nun würde diese Aussage dann sinnvoll sein, wenn sich die Bahn auf Kurz- und Mittelstrecken, nicht aber auf Langstrecken konzentrieren wollte. Da sie allerdings ansonsten stets unterstreicht, auch auf längeren Relationen eine echte Alternative zum Flugzeug zu sein (bei der Einführung ihres neuen Preissystems im Dezember 2002 betonte die Bahn etwa, dass längere Strecken deutlich günstiger werden würden), war die Aussage des Bahnchefs für die Glaubwürdigkeit des Unternehmens und den Erfolg der sonstigen Vermarktungsbemühungen der Bahn sicherlich nicht gerade dienlich.


Vorschlag 9: Olympia-Sponsoring Deutsche Bank

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„Deutsche Bank unterstützt Olympia-Bewerbung der US-amerikanischen Stadt New York, obwohl sich auch deutsche Städte um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2012 bemühen.“

Die Deutsche Bank wollte im vergangenen Jahr offenbar sehr deutlich machen, dass sie sich trotz ihres anders lautenden Namens keineswegs hauptsächlich als deutsches Unternehmen versteht. So zumindest ist vermutlich die Ankündigung zu verstehen, die Olympia-Bewerbung von New York für das Jahr 2012 mit 500.000 US-Dollar zu unterstützen. New York, so hieß es, werde gesponsert, da die Bank vor den Hintergründen der Ereignisse des 11. September 2001 eine besondere Verpflichtung gegenüber der Stadt spüre, wie ein Sprecher der Deutschen Bank betonte.
Diese Entscheidung rief allerdings bei den deutschen Bewerbern Unverständnis und Unmut hervor. So hieß es, die Bank habe damit in einen „Riesenfettnapf“ getreten. Immerhin gebe es aber Gott sei dank noch andere, weniger „unsensible“ Banken, mit denen zukünftig Geschäft gemacht werden könne.


Vorschlag 10: Euro-Einführung im deutschen Einzelhandel

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„Viele deutsche Einzelhändler nutzten die Euro-Einführung zu erheblichen Preiserhöhungen, unterschätzten aber die hieraus resultierende Kaufzurückhaltung der Kunden.“

Den schlimmsten Einbruch der Nachkriegszeit habe der deutsche Einzelhandel zu Beginn des Jahres 2002, also im Zusammenhang mit der Euro-Umstellung erlitten, so ließen die Handelsverbände HDE und BAG im Verlauf des Jahres 2002 wissen. Was die Verbände dabei aber weniger stark betonten, war die Tatsache, dass (zumindest) ein Teil dieser Krise vom Handel selbst verschuldet wurde und damit hausgemacht war: So hatten allzu viele Einzelhändler die Euro-Umstellung dreist genutzt, um entweder schon lange beabsichtigte Preiserhöhungen zum 1. Januar 2002 „heimlich“ nachzuholen oder die Euro-Umstellung ganz einfach zu Mitnahme-Gewinnen zu nutzen. Da in der Bevölkerung nach der Euro-Einführung angesichts der großen Zahl von „schwarzen (Einzelhandels-)Schafen“ jedoch der Eindruck entstand, man könne kaum noch „fair“ einkaufen, wurde in den ersten Monaten des Jahres von vielen Bürgern konsequente Kaufzurückhaltung geübt. Die schwarzen Schafe des deutschen Einzelhandels hatten also ein betriebswirtschaftliches „Eigentor“ erzielt: Was die „Umstellungsgewinnler“ offenbar übersehen hatten, war die Tatsache, dass Umsatz eben nicht nur durch den Faktor „Preis“, sondern auch durch den Faktor „Menge“ hervorgerufen wird. Preiserhöhungen, die eigentlich zu Umsatzsteigerungen führen sollten, führten so über starke Mengeneinbrüche zu insgesamt sinkenden Umsätzen.
Die Marketingflops 2002 ruhrpott
ruhrpott:

Ich bin für die Telekomiker

 
03.01.03 08:30
#2
Die Marketingflops 2002 895482

Viele Grüße

Die Marketingflops 2002 895482

aus dem Ruhrpott
Die Marketingflops 2002 Rexini
Rexini:

ich bin für die bahn

 
03.01.03 08:52
#3
weil ich sie sowieso hasse.
Die Marketingflops 2002 Jessyca
Jessyca:

Die neue ARIVA-Werbung für den ARIVA-SHOP

 
03.01.03 09:30
#4
http://www.ariva.de/shop/index.m
Die Marketingflops 2002 895522
Welche Arivaner sind auf dem Bild zu sehen?
Die Marketingflops 2002 Happy End
Happy End:

Der Doppel-Flop der Bahn AG

 
04.02.03 11:13
#5
Einen Monat lang stimmten Internet-User über die peinlichsten Marketing-Pannen des letzten Jahres ab. Jetzt liegt das Ergebnis vor: Ohrfeige links, Ohrfeige rechts für die Deutsche Bahn und ihren Boss Hartmut Mehdorn, der lieber in den Flieger als in einen Zug steigt. Auch das Votum über die weiteren Top-Flops fiel deutlich aus.

Mit gewaltigem Aufwand hat die Deutsche Bahn für ihr neues Tarifsystem geworben und es mitten im Vorweihnachtstrubel umgesetzt. Stets betont das Unternehmen, dass die Bahn mit dem Auto und mit dem Flugzeug konkurrieren könne - auf kurzen wie auf langen Strecken. Ausgerechnet der Chef sieht das offenbar anders: In einem Interview mit dem Fernsehsender Phoenix bekannte er, dass Zugfahrten über viereinhalb Stunden "eine Tortur" seien und dass er auf der Strecke zwischen Berlin und München lieber fliege.
Eigentlich wollte der Konzernboss damit erklären, warum die Fahrtzeit verkürzt werden

Über den umstrittene Wechsel des Tarifsystems, das Chaos bei der Umstellung und die langen Wartezeiten vor den Bahnschaltern müssen sich viele Bürger derart geärgert haben, dass sie die Bahn gleich auch auf Platz zwei wählten, diesmal für eine wirre Anzeige: Die angeblich so "logischen und transparenten" neuen Tarife haben so große Tücken, dass die Deutsche Bahn selbst daran scheiterte. In einer Anzeigenserie gelang es den Marketingspezialisten nicht, bei einem Berechnungsbeispiel den Kundenrabatt korrekt zu ermitteln.

Damit wurde die Bahn eindeutiger Spitzenreiter bei der Marketingflop-Aktion. Den Pannendienst organisieren Wirtschaftsprofessor Markus Voeth und sein Mitarbeiter Axel Gawantka von der Universität Hohenheim. Rund 46.000 Interessenten besuchten im Januar die Marketingflop-Homepage, fast doppelt so viele wie im Vorjahr; knapp 7500 Bewertungen kamen diesmal in die Auswertung. "Wenn der Ruf eines Unternehmens bereits lädiert ist, dann nehmen die Kunden Missgriffe im Marketing besonders sensibel wahr", deutet Axel Gawantka die Doppel-Schlappe der Bahn.

Unangefochten landete mit der Euro-Einführung im deutschen Einzelhandel ein weiterer Aufreger des vergangenen Jahres auf dem dritten Rang: Die Kunden verübelten es den Händlern, dass zahlreiche "schwarze Schafe" die Umstellung verdeckt oder ganz offen zu Preiserhöhungen nutzten - und die Einzelhandelsverbände anschließend ausdauernd über die schlechten Umsätze jammerten.

Einigkeit bei Professoren, Praktikern, Studenten

Die drei Podiumsplätze waren völlig unumstritten, wie die Auswertung des Hohenheimer Marketing-Lehrstuhls zeigt. Fast ein Drittel der Befragten nannten das Mehdorn-Geständnis als Top-Flop, vor allem mit der Begründung "Solch ein Flop darf einem Unternehmen dieser Größenordnung nicht passieren". Einer weiteren Aussage ("Ich habe bereits selber schlechte Erfahrungen mit dem Unternehmen gesammelt") stimmten 24 Prozent der Teilnehmer zu, die das Bahn-Preissystem und die Werbung dafür als Spitzenreiter wählten. 16 Prozent stimmten für die Euro-Einführung.

Die Hohenheimer Wissenschaftler ermittelten auch die Präferenzen einzelner Berufsgruppen. Zwischen Marketing-Wissenschaftlern, -Praktikern und -Studenten gab es dabei kaum Unterschiede: Bei der Mehdorn-Aussage auf Platz 1 und der Bahn-Werbung auf Platz 2 waren sich alle einig. Lediglich beim dritten Rang stimmten die Marketing-Studenten für eine misslungene Gutscheinaktion der Firma Sunpoint statt für die Euro-Einführung.

Im Vorjahr hatte Quam den Anti-Oscar für die Werbebranche abgeräumt. Das Mobilfunk-Unternehmen hatte so spät mit anderen Netzbetreibern verhandelt, dass die Kunden monatelang kaum zu erreichen waren. Platz 2 eroberte die SAT.1-Fußballshow "'ran" für den grandiosen Fallrückzieher beim Sendeplatz - erst 20.15 Uhr, dann doch wieder 19 Uhr. Das "Verbrecher-Plakat" der CDU mit Kanzler Schröder wurde Dritter.

www.marketingflops.de/  
Die Marketingflops 2002 Sahne

Quam darf nicht fehlen... o. T.

 
#6


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