Die Mär von auf Cash sitzenden Fonds


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Wärnä:

Die Mär von auf Cash sitzenden Fonds

 
22.01.01 12:10
Hallo,
bin neu hier und muss gleich mal was loswerden, was mich in den letzten Wochen immer wieder nervt: Die Mär von Fonds, die angeblich auf sooo viel  Cash sitzen, und die damit wieder in den Markt gehen wollen.

Ich habe mal bei einigen UNION-Fonds geschaut, wieviel Cash sie besitzen (Stand 31.12.2000): Speziell die Wachstumsfonds der "Dynamik"-Reihe haben ein wahnsinniges Cash von 0.5% bis so um die 2% !!!!

Wenn das bei allen Fonds so ähnlich aussieht, kann man sich ja vorstellen, wie viel Geld die noch in den Markt schiessen können... *lacht sich tot

Ich weiss nicht, wer diese Lügen in den Medien verbreitet, sicher nur die Fondsmanager selber, die hoffen, dass daraufhin jeder wieder investiert und damit der Markt wieder nach oben getrieben wird (und damit auch ihre eigenen Fonds).

Übrigens: Von einem Fondsmanager kann ich erwarten, dass er, wenn die Märkte so unsicher sind, wie sie in den letzten Monaten waren, wesentlich mehr Cash aufbaut, um erstens die negative Entwicklung des Fonds abzumildern und zweitens bei einem Trendwechsel wieder einzusteigen!
Wenn er dies nicht tut, kann ich nur sagen: setzen, sechs!
Und ich kaufe dann lieber gleich Indexzertifikate! Habe zwar auch keine Abfederung, wenn´s im Markt abwärts geht, aber weniger Gebühren...
Wozu also noch einen Fond???

Was meint Ihr dazu?
Wieviel Cash gibt´s überhaupt noch, um den Markt wieder nach oben zu treiben? Bin da sehr skeptisch geworden...

Gruss
Wärnä
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Bronco:

* gut analysiert !

 
22.01.01 12:18
Die Story vom vielen Cash, der irgendwo rumliegt, glaube ich genauso wenig. Hier ist nicht Cash aus dem Markt geflossen, sondern Pump. Und auf Pump werden viele demnächst nicht mehr in dem Maße wieder aufstocken können - schon weil sie dafür keinen Kredit mehr bekommen.
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SchwarzerLor.:

Ich glaube an Cashreserven.

 
22.01.01 12:36
Alleine durch die Altersvorsorge fließt mehr denn ja Geld in die Fonds. Viele Kleinanleger dürften (auch durch kreditfinanzierte Käufe) aus dem Markt geworfen worden sein. Die Zuflüsse sind da. Union-Fonds habe ich nicht, sind mir auch egal. Der Markt kehrt langsam zur Normalität zurück.
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cap blaubär:

also weder Union noch JB sind für ne These zu

 
22.01.01 12:40
brauchen,müssteste schon nen Laden nehmen ohne Sche.. am Schuh,sprich Fonds die besser übers Unwetter gekommen sind als die Beiden.zb.
Börse iss aber n bißchen Dinner for One vom nen Lerneffekt geh ich nicht aus,höchstens in der Gestalt das unsere Kurven steiler werden(Sowohl die rauf wie die Runterkurve)
blaubärgrüsse
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Wärnä:

was meinst Du damit?

 
22.01.01 12:46
Was meinst Du damit: "Sche.. am Schuh"? definier das doch mal genauer... Sind die genannten Fonds nicht so ganz seriös, oder wie?

Welche Fonds sind denn Deiner Meinung nach besser und wieso?

Wärnä
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Bronco:

Hallo SL, prinzipiell hast Du natürlich recht,

 
22.01.01 12:49
daß durch die Regelung bei der Altersvorsorge Fonds bevorzugt werden und auch Zuflüsse haben werden. Ich fürchte aber, daß der Effekt begrenzt sein wird. Wie oft soll Otto Normalverbraucher ein- und die selbe Mark ausgeben ? Angeblich hat er durch die Steuerreform nun gewaltig mehr Kohle in der Tasche, so daß er mehr konsumieren kann und deshalb das Wachstum der BRD auch bei sich abkühlenden Exportaussichten gesichert sei, andererseits soll der Abschied aus der paritätischen Altervorsorge von Arbeitgebern und Arbeitnehmern beim selben Otto Normalverbraucher vom selben Geld die "Eigenverantwortlichkeit" stärken. Aber auch der Staat muß seine Mindereinnahmen bei sinkender Nettokreditaufnahme (zweiteres ist natürlich zu begrüßen) bewältigen: Er streicht weiter massiv Stellen, Infrastrukturinvestitionen und die Grundfinanzierungen im zukunftswichtigen und vielbeschworenen Forschungs- und Bildungsbereich. Die Steuerreform mag viele begrüßenswerte (und auch weniger begrüßenswerte) Ansätze zeigen - Wunder kann sie aber nicht vollbringen. (Nicht mal der Gold-scheissende Esel wäre eine Problemlösung bei dem Goldpreis.)
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cap blaubär:

Ottodurchschnittstrottel meint ein Fond schützt

 
22.01.01 13:21
vor Feuersbrunst,Hagelschlag und Extremkursverfall sind die Fondsgewaltigen auch noch soo medienrührig wie jenne geht man von Wunderheilungssonderkräften aus langerredekurzersinn Beide haben neee SUPERBRUCHLANDUNG aufs Parkett gelegt,das dass nicht zum Wohinnurmitdemzaster führt ist selbst dummen blaubären klar
blaubärgrüsse

ps:Erinnere mich noch an die berühmten Churchillworte"´glaube nur an Statistken die Ich selber gefälscht hab"
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jgfreeman:

wenn wir uns nicht auf bloße worte verlassen

 
22.01.01 13:33
wollen...

wie wär´s mit folgender methode!?

vergleich breit angelegt nemax-fonds (10 größten z.B.) mit dem gesamtindex.

je weniger die fonds die abwärtsbewegung mitmachten, desto mehr cash-anteil hatten sie!

kann man das so machen? ist mir gerade eingefallen
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mr.andersson:

hi

2
22.01.01 16:05

das mit dm cash ist so eine sache.

die fonds machen ca. 40-50 % des handelsvolumens des dax aus. wieviel es bei anderen indices ist, weiß ich leider nicht.
der cashbestand der us fonds war laut www.boersenagent.de bis letzten monat mit 6% beziffert.

aber aus der cashreserve kann man nicht alszuviel ablesen. es wird immer gesagt : der fondsmanager macht, genau wie die breite masse , alles falsch. und wenn der auf viel cash sitzt, dann kann man davon ausgehen , dass der abwärtstrend bald vorbei ist, da er natürlcih zu spät cash aufbaut.

eine gewagte these, ich glaube bekanntermassen an solche simplem konstrucke nicht .

während der supertechno hausse ende99/anfang2000 war die us fonds bis zum erbrechen investiert und haben teilweise auf pump investiert und haben seit märz cash aufgebaut. somit lagen sie mit ihrer eischätzung in diesem fall richtig.
1987 , als es genüsslich schepperte, waren sie während des chrases voll investiert und sind passend zum aufstieg ausgestiegen.
damals hatten sie also unrecht.

die hoffnung auf marktstützung durch die fonds würde ich aufgeben, da die sich nicht als seellsorger der anleger verstehen sondern sich an ihre statistiken und auswertungen halten. sobald die "verkaufen " signalisieren, wird verkauft.

diese bewertungmethoden kann ich hier leider nicht posten, da die symbolsprache der mathematik nicht in diesem zeichensatz existiert.und die statische auswertung verläuft nun mal genau in dieser symbolsprache. die wäre nur mit "tex " darstellbar. bei gelegenheit und interesse spiel ich mal ein script auf einen server auf, da kann sich der geneigte leser dann ein bild von diesen sachen machen....

auch stellt eine universitätskonsortium unter dem namen "estat" in den nächsten jahren ein programm bereit, daß auf java passiert und zur freien nutzung im netz landen wird. das ist aber erst in der entwicklung. mit einer gewissen mathematischen grundbildung kann man über dieses program dann die entscheidungsgrundlagen der manager zumindest approximativ nachvollziehen.

der investitionsgrad ist auch in sofern kein indikator, als der fonds ja in derivaten ( z.b) puts investiert sein kann. beim durchschnitts fonds sind meines wissens nach 5% derivate erlaubt, einige fonds gehen noch höher ran.

so kan nein abbau der liquiden mittel durch aufbau von puts auch zu fallenden kursen führen.

der nächste punkt ist, das die fonds wegen ihres immmens anmutenden anteils am tagesumsatz in ihrer marktbestimmung überschätzt werden . es gibt noch

- private kleinanleger
- private großanleger
- die geschäftsbanken
- firmen, die andere ag's aufkaufen
- die zentralbanken
- private vermögensverwalter

diese kräfte haben selten die gleichen interessen und können sich gegenseiten schnell mal zerquetschen.

ich persönlich bin trotz alledem ein freund von fonds, da ich mit denen in meinem depot recht gut gefahren bin.aber wie bei aktien gilt auch bei fonds häufig : der highflyer von gestern ist der underperformer von morgen ....

in diesem sinne
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Bronco:

Kurz zu den Anteilen am Aktienbessitz: (D)

 
22.01.01 16:17
Ca. 29,5% Unternehmen,
ca. 17,5% Banken,
ca. 17,5% Fonds,
ca. 35,5% sonstige (i.w. Kleinanleger).

Natürlich machen die Fonds mehr Umsätze, weil sie am meisten traden.
Interessant auch, wer in Deutschen AGs das Sagen hat: Nicht etwa diejenigen, deren Kohle da abgeraucht wird, sondern zu 47% die Herren Vorstände selbst und ergänzend mind. bis zur 2/3-Mehrheit diejenigen, denen die Kleinanleger blind nicht nur ihr Geld, sondern auch die damit verbundenen Stimmrechte anvertrauen.

Also auch nicht viel anders als in der Politik: Die Herren Vorstände bestimmen letztlich über ihre satten Bezüge selbst (und großzügig).
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mr.andersson:

da nennst du einen wichtigen punkt, bronco

 
22.01.01 19:37
nämlich die abgabe von stimmrechten.

nicht nur, daß bei kauf eines fonds die stimmrechte der entsprechenden aktien bei den banken bleiben, häufig genug lassen sich die kleinanleger auch mit den stimmen ihres depots von den banken bei der aktionäsrversammlung "vertreten".

das bedeutet also :

DIE BANKEN

- beschäftigen die fondsmanager und nehmen somit direkt einfluß auf die kurse.
- treten unabhängig von den fonds als käufer auf.
- "beraten" den kleinanleger direkt in seiner kaufentscheidung
- "beraten" die kleinanleger indirekt über die in ihren häusern beschäftigten analysten
- finanzieren die ag's mit krediten
- sichern sich die stimmen von dem ganzen und üben damit noch direkteren einfluß auf die ag's aus.

das heißt also, wenn die börse überhaupt irgendwo gebüdelt wird, dann doch bei den banken. viele punkte lassen sich nicht umgehen aber ich habe schon an vielen stellen ( nicht hier im board ) dafür plädiert, den banken die stimrechte zu nehmen.meiner meinung nach sollte es verboten sin,das sich die banken die stimmrechte der kleinaktionäre sichern. desweiteren sollte es verboten sein, daß die fonds mit den stimmen gebündelt auftreten.

solange das nicht geschieht , haben die banken einen macht - und einflußfaktor, der ihnen eigentlich gar nicht zusteht.


in diesem sinne
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Bronco:

@mr.andersson:

 
23.01.01 10:54
Voll ins Schwarze getroffen. Auch ich bin generell für eine herbe Kürzung der Stimmrechte Institutioneller. Mein Vorschlag: Grundsätzlich sollten juristische Personen nur den Anteil ihrer Stimmrechte an einer AG ausüben können, der dem EK.-Anteil ihrer eigenen Unternehmung am Gesamtkapital entspricht. Nur so kann ein "Stimmrechtshebel" ausgeschlossen werden. Weiter sollten grundsätzlich die Stimmrechte jeglicher Aktien ausgeschlossen werden, die ohne vorherige explizite Zustimmung der Kapitaleigner erworben wurden (Stimmrechte von Aktien in Fonds-besitz und Stimmrechte von Aktien in Unternehmenshand, die nicht im Rahmen einer Beteiligung nach vorheriger Zustimmung der Hauptversammlung gekauft wurden = in Aktien gehaltene Liquidität). Nur so kann m.E. sichergestellt werden, daß die Kapitalmacht nur von den tatsächlichen Eigentümern ausgeübt wird. Dies würde an vielen Stellen die Unternehmenspolitik drastisch ändern: Während Fondsmanager "im Interesse ihrer Kunden" ausschließlich die (kurzfristige und kurzsichtige) Gewinnmaximierung eines Unternehmens im Sinn haben, gibt es für den unmittelbaren Eigentümer noch die Möglichkeit, z.B. bez. Umweltschutz, Umgang mit Arbeitnehmern, fairer Welthandel, Ablehnung von Waffengeschäften mit Kriegsverbrechern etc., Gewissensentscheidungen mit einfließen zu lassen, oder Zukunftsvisionen zu fördern (ist natürlich ein Wunschbild - aber so hätte es wenigstens eine Chance).  
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