Die Krönung des Monsieur Sarkozy

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Die Krönung des Monsieur Sarkozy

 
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16.05.07, 12:40  |    |  8 Kommentare Frankreich
Die Krönung des Monsieur Sarkozy
Mit einer feierlichen Zeremonie hat der scheidende Präsident Jacques Chirac seinem Nachfolger Nicolas Sarkozy die Macht übergeben. Die Amtseinführung des Präsidenten stand der Krönung eines Königs in nichts nach.
Von FOCUS-Online-Autor Jan Philipp Burgard, Paris

  Sein ganzes Leben hat Nicolas Sarkozy auf diesen Tag hingearbeitet. Mit entsprechend feierlicher Mine schritt der neue Präsident pünktlich um 11 Uhr von Trommelwirbel begleitet über den roten Teppich im Ehrenhof des Élysée-Palasts. Auf den Stufen des Amtssitzes empfing der scheidende Chirac seinen Nachfolger mit einem medienwirksamen Händedruck, bevor sich der alte und der neue Präsident für ein 30-minütiges Vier-Augen-Gespräch in den Palast zurückzogen. ZUM THEMA
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Sarkozys „kleine Pause“ löst Ärger ausAm Ende der Unterhaltung vertraute Chirac seinem Nachfolger den Schlüssel für den Einsatz von Atomwaffen an. Im „Salon des Ambassadeurs“ übergab dann der Großkanzler der französischen Ehrenlegion Sarkozy die sichtbaren Insignien der Macht wie das große Kreuz der Ehrenlegion und die prachtvolle Amtskette.

Sarkozy wirbt für Reformen

Im pompösen Festsaal des Palastes wurde noch einmal das Wahlergebnis verkündet, dann durfte sich Sarkozy zum ersten Mal mit „Monsieur le président de la République“ ansprechen lassen. In seiner ersten Ansprache als 23. Präsident der Republik machte Sarkozy dem Volk Mut für die bevorstehenden Reformen: „Wir sind ein großes Volk, das sich immer den Prüfungen der Geschichte gestellt hat. Gemeinsam werden wir auch die Herausforderungen der Zukunft meistern.“

Vor dem Invalidendom, der letzten Ruhestätte von Sarkozys Vorbild Napoleon, verkündeten 21 Kanonenschüsse, dass die Amtszeit des neuen Präsidenten begonnen hat.

Applaus für Vorgänger Chirac

Zu diesem Zeitpunkt hatte Chirac den Élysée-Palast schon unter dem Applaus seiner Mitarbeiter in einer Limousine verlassen. Von „seinen“ Franzosen hatte sich Chirac bereits am Dienstagabend in einer letzten Fernsehansprache verabschiedet. „Wir sind die Erben einer sehr großen Nation. Die Erben einer bewunderten und respektierten Nation, die in Europa und der Welt etwas zählt“, sagte Chirac sichtlich bewegt und appellierte an das Volk „solidarisch und geeint zu bleiben“.

Seinem Nachfolger und langjährigen Erzrivalen Sarkozy sprach er ungewohnt warmherzig das Vertrauen aus. Sarkozy habe das Herz, um „das Land auf den Wegen der Zukunft richtig zu lenken“.

Urlaub in Marokko statt Dinner in Berlin

Gemeinsam mit seiner Gattin Bernadette zieht Chirac in eine Luxus-Wohnung am Ufer der Seine, die der Familie des ermordeten libanesischen Premierministers Hariri gehört. Doch zunächst wird der 74-Jährige sich einige Tage in dem Luxushotel „Gazelle d’Or“ im Süden Marokkos erholen.

Für seinen Nachfolger bleibt keine Zeit zum Durchatmen. Als erste Amtshandlung wird Sarkozy – wie Chirac bei seiner Amtseinführung 1995 – am Mittwochnachmittag unter dem Triumphbogen am Grab des unbekannten Soldaten eine Flamme entzünden und danach die Champs-Élysée herunterfahren. Im Anschluss daran führt in seine erste Auslandsreise als Präsident nach Berlin, wo er mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dinieren wird. Artikel bewerten
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