Die Geschäfte des kleinen Warren

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Die Geschäfte des kleinen Warren Anti Lemming
Anti Lemming:

Die Geschäfte des kleinen Warren

2
10.10.08 10:57
#1

Schon als 6-jähriger hatte Superinvestor Warren Buffett, heute mit über 40 Mrd. Dolllar einer der reichsten Männer der Welt, ein "goldenes Näschen" für Geschäfte: Er verkaufte Kaugummi, Coladosen und gebrauchte Golfbälle. Von dem Verdienst kaufte er auch bald seine ersten drei Aktien.

A.L.


 

FTD

Biografie von Warren Buffett

Exklusiv "Das Geld liegt auf der Straße"


Auch Warren Buffett hat einmal klein angefangen. Er verkaufte Kaugummis in der Nachbarschaft - da war er sechs und schon besessen davon, viel Geld zu machen. Aus der autorisierten Biografie "Das Leben ist wie ein Schneeball" geht hervor, wie der legendäre Investor zu einem der reichsten Männer der Welt wurde.
Ein exklusiver deutschsprachiger FTD-Vorabdruck.


Die ersten paar Cent, die Warren Buffett je verdiente, kamen aus dem Verkauf von Kaugummipäckchen. Und vom ersten Tag an - er war damals sechs Jahre alt - zeigte er seinen Kunden gegenüber eine unnachgiebige Haltung, die schon viel über seinen späteren Stil verriet. "Ich hatte ein kleines grünes Tablett mit fünf Behältern für verschiedene Kaugummimarken, Juicy Fruit, Spearmint, Doublemint und so weiter. Ich kaufte die Päckchen bei meinem Großvater und ging in der Nachbarschaft herum, um die Dinger zu verkaufen. Ich machte das hauptsächlich am Abend. Ich kann mich noch erinnern, wie eine Frau namens Virginia Macoubrie sagte: ,Ich nehme einen Streifen Juicy Fruit.‘ Ich sagte: ,Einzelne Streifen verkaufen wir nicht.‘ Ich hatte meine Prinzipien. Ich verkaufte nur Päckchen mit fünf Streifen. Sie kosteten 5 Cent, und sie wollte bei mir nur einen Penny ausgeben."

Etwas zu verkaufen war verlockend, aber nicht verlockend genug, um seine Meinung zu ändern. Virginia Macoubrie einen einzelnen Streifen zu verkaufen, das war weder die Mühe noch das Risiko wert. An jedem ganzen Päckchen verdiente er 2 Cent.

Diese Pennys wurden zu den ersten Flocken in dem Schneeball aus Geld, der noch kommen sollte.


Mit dem Münzwechsler am Gürtel

An heißen Sommerabenden riss er die roten Coca-Cola-Kartons auf und verkaufte die Flaschen einzeln. Er verkaufte sie sogar während der Familienurlaube an die Badegäste am Lake Okoboji in Iowa. Softdrinks waren profitabler als Kaugummi: Er verdiente an sechs Flaschen 5 Cent. Stolz verstaute er die Münzen im Münzwechsler, den er am Gürtel trug. Er trug ihn auch, wenn er von Tür zu Tür ging und die "Saturday Evening Post"oder die Zeitschrift "Liberty" verkaufte. Der Münzwechsler gab ihm das Gefühl, professionell zu sein. Er symbolisierte jenen Aspekt des Verkaufens, den Warren am meisten genoss: das Sammeln. Obwohl er Flaschenverschlüsse, Münzen und Briefmarken sammelte, sammelte er doch hauptsächlich Bargeld.

Er bewahrte es daheim in seiner Schublade auf. Manchmal zahlte er auch etwas auf sein erstes Bankkonto ein: Sein Vater hatte ihm zum sechsten Geburtstag ein kleines, kastanienbraunes Sparbuch mit einer Einlage von 20 $ geschenkt.

Als er neun oder zehn war, verkaufte er mit Stu Erickson gebrauchte Golfbälle auf dem Golfplatz im Elmwood Park - bis jemand die beiden anzeigte und die Polizei sie des Geländes verwies. Als die Polizisten mit Warrens Eltern sprachen, waren Howard und Leila aber nicht besorgt. Sie hielten ihren Sohn einfach für ehrgeizig. Als einziger - und frühreifer - Sohn trug Warren eine Art "Heiligenschein", wie seine Schwestern berichteten, und man ließ ihm jede Menge durchgehen.

1940 hatte die Wall Street begonnen, sich vom Crash zu erholen, war aber immer noch ein abgeschiedener Ort. Die Männer an der Wall Street waren wie ein Trupp hartgesottener Söldner, die weiterkämpften, obwohl die meisten ihrer Kameraden im Krieg gefallen waren. Da der Crash von 1929 in der Erinnerung der Menschen noch so frisch war, schien die Art, wie diese Männer sich ihren Lebensunterhalt verdienten, ein wenig fragwürdig zu sein. Aber obwohl sie außerhalb ihres Bunkers nicht damit prahlten, verdienten einige dieser Söldner ziemlich viel Geld. Howard Buffett fuhr mit seinem Sohn nach Lower Manhattan und besuchte mit ihm den wichtigsten Mann einer der größten Brokerfirmen. Der kleine Warren durfte einen Blick durch die vergoldeten Türen des Bunkers werfen. "So traf ich Sidney Weinberg, den berühmtesten Mann an der Wall Street. Mein Vater war ihm nie zuvor begegnet. Er hatte seine winzige Firma draußen in Omaha. Aber Mr Weinberg ließ uns ein, vielleicht auch, weil ein kleines Kind dabei war. Wir redeten etwa eine halbe Stunde lang miteinander."

Als Seniorpartner der Investmentbank Goldman Sachs hatte Weinberg ein Jahrzehnt damit verbracht, den Ruf der Firma sorgfältig wiederherzustellen, nachdem sie ihre Kunden mit einer Art Schneeballsystem in den Crash von 1929 geführt hatte. Warren wusste nichts darüber; er wusste auch nicht, dass Weinberg als Kind eines Einwanderers groß geworden war und bei Goldman als Hilfskraft des Portiers angefangen, Spucknäpfe geleert und die Seidenhüte der Partner gebürstet hatte. Aber er verstand, dass er einem sehr bedeutenden Mann gegenübersaß, als er sich in Sidney Weinbergs mit Walnussholz getäfeltem Büro aufhielt, dessen Wände mit Originalbriefen, Dokumenten und Porträts von Abraham Lincoln bedeckt waren. Und was Weinberg am Ende ihrer Begegnung tat, beeindruckte ihn tief. "Als ich hinausging, legte er den Arm um mich und fragte: ,Welche Aktie magst du, Warren?‘ Er hatte das wahrscheinlich schnell vergessen, aber ich vergaß es nie."

Eines Tages entdeckte er in der Bibliothek ein Buch. Sein glänzend silberner Umschlag schimmerte wie ein Haufen Münzen, was auf den Wert des Inhalts hinweisen sollte. Der Buchtitel fesselte ihn, er öffnete es und war sofort begeistert. "One Thousand Ways to Make $ 1000" hieß das Buch. Mit anderen Worten: eine Million! Er las: "Die Chancen von gestern sind nichts im Vergleich zu den Gelegenheiten, die auf den mutigen und tüchtigen Mann von heute warten! Man kann Reichtümer anhäufen, die das Vermögen von Astor und Rockefeller schäbig aussehen lassen." Diese Worte erschienen Warren wie süße, himmlische Visionen. Er blätterte immer schneller in diesem Buch.

Anhäufen von Geld durch Zinseszinseffekt

Es war in einem freundlichen, unkomplizierten Stil geschrieben, so als sitze da jemand auf der Veranda und rede mit einem Freund. Einige Vorschläge hatten ihre Grenzen - Ziegen-Molkereien und Puppenkliniken -, aber viele waren weit praktischer. Die Idee, die Warren am besten gefiel, handelte von münzbetriebenen Personenwaagen. Wenn er eine Waage hätte, würde er sich fünfzigmal am Tag wiegen. Er war sicher, dass andere Menschen dafür bezahlen würden, um das ebenfalls tun zu können.

"Die Waage war leicht zu verstehen. Ich würde eine Waage kaufen und die Gewinne investieren, um weitere Waagen anzuschaffen. Schon bald würde ich 20 Waagen besitzen, und jeder könnte sich dann fünfzigmal am Tag wiegen. Da liegt das Geld auf der Straße, dachte ich. Das Ansammeln von Geld durch den Zinseszinseffekt - was könnte besser sein?"

Warren konnte sich diese Zahlen ebenso lebhaft vorstellen wie die Art, wie ein Schneeball größer wird, wenn man ihn durch den Garten rollt. Warrens Sichtweise der Zeit änderte sich. Der Zinseszinseffekt verband die Gegenwart mit der Zukunft.

Als er bei seinem Freund Stu Erickson auf der Veranda saß, verkündete Warren, er werde mit 35 Jahren Millionär sein. Für ein Kind in der von der Zeit der Wirtschaftskrise geprägten Atmosphäre von 1941 war das eine kühne, fast verrückt klingende Aussage. Aber seine Berechnungen - und das Buch - sagten, dass es möglich war. Er hatte 25 Jahre vor sich und brauchte mehr Geld. Aber er war sicher, dass er es schaffen könnte. Je mehr Geld er in frühen Jahren ansammeln konnte, desto länger könnte dieses Geld Zinsen bringen und desto besser standen die Chancen, sein Ziel zu erreichen.

Ein Jahr später entwickelte er den Kern seiner Strategie. Zum Amüsement und zur Überraschung seiner Familie umfasste sein Münzschatz nun schon 120 $.

Er gewann seine Schwester Doris als Partnerin und kaufte mit ihr drei Vorzugsaktien von Cities Service für insgesamt 114,75 $. "Ich verstand nicht viel von dieser Aktie, als ich sie kaufte", sagt er. Er wusste nur, dass sie zu den Lieblingsaktien von Howard gehörte, der sie seit Jahren an seine Kunden verkaufte. Der Markt erreichte in diesem Juni ein Tief, und der Kurs von Cities Service sank von 38,25 auf 27 $. Doris, so sagt er, "erinnerte" ihn jeden Tag auf dem Schulweg daran, dass der Kurs ihrer Aktien sank. Warren sagte, dass die Verantwortung schrecklich auf ihm lastete. Als sich die Aktie schließlich erholte, verkaufte er zu 40 $, was beiden einen Gewinn von 5 $ sicherte.

Lektion: Nicht gedankenlos kleine Gewinne realisieren

"Damals wurde mir klar, dass er wusste, was er tat", erinnert sich Doris. Aber der Kurs von Cities Service stieg nun rasch bis auf 202 $. Warren lernte dabei drei Lektionen und nennt diese Episode eine der wichtigsten seines Lebens. Die erste Lektion lautete, dass man sich nicht zu sehr darauf konzentrieren darf, wie viel man für eine Aktie bezahlt hat. Die zweite lautete, dass man nicht gedankenlos kleine Gewinne realisieren darf. Diese beiden Lektionen lernte er, als er den 492 $ nachtrauerte, die er verdient hätte, wenn er geduldiger gewesen wäre. Seit er sechs Jahre alt war, hatte er fünf Jahre gearbeitet, um die 120 $ für den Aktienkauf zu verdienen. Auf Basis dessen, was er nun mit dem Verkauf gebrauchter Golfbälle oder als Popcorn- und Erdnussverkäufer im Stadion verdiente, würde es Jahre dauern, den Gewinn zurückzugewinnen, den er "verloren" hatte. Er würde diesen Fehler niemals, niemals, niemals vergessen.

Und dann war da noch eine dritte Lektion, die damit zu tun hatte, das Geld anderer Leute zu investieren. Wenn er einen Fehler machte, könnte jemand schrecklich wütend auf ihn werden. Daher wollte er nicht mehr für das Geld irgendeines anderen Menschen verantwortlich sein, wenn er nicht absolut sicher war, dass er Erfolg haben könnte.

Die Autorin Alice Schroeder, Geschäftsführerin bei Morgan Stanley, hat fünf Jahre an ihrer Warren-Buffett-Biografie gearbeitet. Sie führte Dutzende Gespräche mit Buffett, saß wochenlang in dessen Büro und reiste mit ihm. Schroeder interviewte auch Familienangehörige, Freunde und Geschäftspartner des Investors. Am 13. Oktober erscheint ihr Buch auf Deutsch.

Warren Buffet. Das Leben ist wie ein Schneeball

Quelle: FTD

Die Geschäfte des kleinen Warren 191716
Die Geschäfte des kleinen Warren krummezahl
krummezahl:

was würde wb zu vw eigentlich sagen ?

 
10.10.08 11:03
#2
schon allein über dieses thema könnte man ein buch schreiben (dick wie ein telefonbuch)

weiss nich: bin überzeugt davon "er würde sie nicht kaufen" warum habe ich nur diese gefühl ?
Die Geschäfte des kleinen Warren Anti Lemming
Anti Lemming:

Buffett würde zu VW sagen

 
10.10.08 11:40
#3
"Ich kaufe keine Aktien, deren Kursentwicklung ich nicht verstehe."

Bei den Stammaktien, die heute um 15 Prozent gefallen sind, ist die Kursentwicklung schon einleuchtender.
Die Geschäfte des kleinen Warren the beginner
the beginner:

Anti Lemming

 
21.12.08 11:54
#4
Malzeit, ich lese Deine Intresanten & sehr aufschlussreichen Beiträge regelmäßig,

& muß immer wieder feststellen das vieles wenn nicht sogar alles noch ein Zahn schlimmer gekommen ist, wie du es beim eröffnen dieses Threads vor fast 2 Jahren geschrieben hast, was ist dein eignes Fazit. Weltuntergang auf Raden, also in den nässten 2-3 Jahren & schlimmer als 1923. Oder werden die Industriestaaten es mit aller Gewalt schaffen. & wie bist du selbst seit 02.2002 Positioniert short. & wie kann man dir im bärenthread antworten, bei mir kommt immer der hinweis noch für mitglieder. den dieses postig war eigendlich für das bärenforum.

  

Tippfehler bzw.Rechtschreibfehler
dürfen selbstverständlich von euch eingerahmt werden....

Ich habe von fast nix ne Ahnung, aber zu aller ne Meinung! Allerdings meine ich die ganz anders!!

Die Geschäfte des kleinen Warren Gletscherkalb
Gletscherkalb:

Vielen Dank für die Erlaubnis

4
21.12.08 12:09
#5
GK
Die Geschäfte des kleinen Warren 206797
www.deutschesprache-schweresprache.de/
Die Geschäfte des kleinen Warren Zwergnase
Zwergnase:

Ähhh, Mahlzeit wird mit "h" geschrieben

 
13.01.09 00:20
#6
und es heißt "...dein eigEnes Fazit."  ;)
++  www.ariva.de/board/gruppe.m?nr=346  ++

*** F Ü R  E I N  S A U B E R E S  A R I V A  ***
K E I N E  M A C H T  D E N  D O P P E L - I D ' S
Die Geschäfte des kleinen Warren 14051948Kibbuzim
14051948Kibb.:

Ja Guten Tag Herr Oh... jetzt hätt ich fast was

2
13.01.09 00:23
#7
verraten...
Schön wieder von ihnen zu lesen,
das sie hin und wieder willkürlich,gemein,hinterhältig und vollkommen überzogen,frei von Humor und Anstand meine erlauchten Postings löschen,
das möchte ich ihnen in Anbetracht der Situation und des wahrlich nicht leichten Jobs,
noch einmal nachsehen.
Herzlich Willkommen !
"Ein Deutscher ist ein Mensch,der keine Lüge aussprechen kann, ohne sie selbst zu glauben"(Theodor W. Adorno)
Die Geschäfte des kleinen Warren Zwergnase

Lieber Herr Kibbuzim,

 
#8
es freut mich, dass Sie mir solch einen herzlichen Willkommensgruß zuteil kommen lassen.

Ich werde selbstverständlich auch in Zukunft mit dem mir zur Verfügung stehenden Maximum an Fingerspitzengefühl, Humor und Gebot der Fairness Ihre Beiträge moderieren.

Nochmals vielen Dank für Ihre ehrlichen Worte und das mir gegenüber aufgebrachte Verständnis !
++  www.ariva.de/board/gruppe.m?nr=346  ++

*** F Ü R  E I N  S A U B E R E S  A R I V A  ***
K E I N E  M A C H T  D E N  D O P P E L - I D ' S
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