Deutschland immer ärmer

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Deutschland immer ärmer Schwedenkugel
Schwedenkug.:

Deutschland immer ärmer

7
18.03.07 16:29
#1
Deutschland im Vergleich immer ärmer
ERSTELLT 18.03.07, 10:53h, AKTUALISIERT 18.03.07, 12:18h

Berlin - Der Wohlstand in Deutschland fällt nach einer Studie im internationalen Vergleich immer weiter zurück. Gemessen am Pro-Kopf-Einkommen belege Deutschland unter den 30 OECD-Staaten nur noch den 19. Platz, berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf eine Untersuchung der Deutschen Bank. In den kommenden sieben Jahren könne Deutschland sogar hinter Spanien und Italien zurückbleiben.

Auch zum deutlich ärmeren Südkorea verringere sich der Abstand zusehends. Das ostasiatische Land komme derzeit auf etwa 75 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung pro Kopf. Im Jahr 2016 könnten es bereits über 85 Prozent sein. Noch vor 20 Jahren seien es gerade einmal 33 Prozent gewesen.

Dass Deutschland international immer weiter zurückfalle, liege an der Stärke der anderen Staaten. "Der weltweite Boom hat schließlich nicht nur die deutsche Konjunktur gestützt", sagte Stefan Bergheim, Ökonom bei Deutsche Bank Research und einer der Autoren der langfristigen Wachstumsanalyse, der Zeitung. "Andere Länder haben sich ähnlich gut oder sogar noch besser entwickelt." Um den Rückstand wieder aufzuholen, müsse Deutschland mehr tun in den Bereichen Bildung und Arbeitsmarkt.

www.ksta.de/html/artikel/1174204671821.shtml
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Deutschland immer ärmer Karlchen_II
Karlchen_II:

@Nurmalso...

 
20.03.07 15:02
#96
Genau das ist die Frage. Ansätze zur Lösung:

- klare Kompetenzen

- für den Bürger Transparenz und demokratische Prozesse.

- kompletter Abbau von Subventionen, dann kann man sich 80% des EU-Haushaltes und 90% der Bürokratie sparen.
Deutschland immer ärmer kiiwii
kiiwii:

EU-Subventionen sind gut

 
20.03.07 17:00
#97
...ohne sie könntet Ihr nicht auf den asphaltierten Feldwegen in Mäck-Pomm mit Sonntagsschuhen spazieren gehen oder Inlines fahren...

...und jetzt kommen die Feldwege in Polen, Bulgarien und Rumänien dran...



MfG
kiiwii

It is not desirable to cultivate a respect for the law, so much as for the right. (Henry David Thoreau)


P.S.: Bitte löschen Sie dieses Posting nicht, es sei denn, der Urheber beschwert sich über eine Verletzung seiner Rechte.  
Deutschland immer ärmer Karlchen_II
Karlchen_II:

Quatsch kiiwii.

 
20.03.07 17:24
#98
Wenn man meint, einen Feldweg zu asphaltieren, soll man das vor Ort entscheiden und eigene Mittel einsetzten. Wobei ich zu den "eigenen Mitteln" auch jene Kohle dazu zähle, die MeckPomm im Rahmen des Finanzausgleichs erhält. Eigentlich vernünftige Anreize.


Ganz anders sieht es mit EU-Knete aus. Dann werden Anträge gestellt, dass doch bitteschön die EU (mit unseren Steuergeldern) den Radwegebau kofinanziert. Man kann sich auch anderen Blödsinn ausdenken - Hauptsche man kommt an Kohle ran. Etwa Deutsch und Polnisch beschriftete Wegbeschreibungen in den Wäldern, damit die polnische Feuerwehr hier bei Waldbränden helfen kann. Dafür hat es EU-Kohle gegeben - dumm nur, dass in den besagten Gebieten die polnische Feuerwehr kaum helfen kann, weil es gar keine Brücken über die Oder gibt.

Nehmen wir mal Brandenburg - das Land hat in Brüssel ein Büro eingerichtet, in dem 10 Leute angestellt sind. Diese haben nur die Aufgabe, im Rahmen des Brüsseler Hofstaates dafür zu Sorgen, dass möglichst viel Kohle an Brandenburg fließt - wohlgemerkt Kohle, die auf Kosten des deutschen Steuerzahlers gehen. Wenn das kein Mandarin-System ist.

Und was glaubste wohl, warum Brüssel eine der reichsten Regionen in der EU ist? Von Luxemburg ganz zu schweigen, dessen Juncker sich immer als "überzeugter Europäer" gibt. Klar - oder?


Deutschland immer ärmer kiiwii
kiiwii:

warum regst du dich eigentlich so auf darüber?

 
20.03.07 17:30
#99
Europa ist uns lieb und teuer. Wo ist das Problem?

So kann ich, wenn ich will, sogar polnisch lernen, ohne nach Polen fahren zu müssen (weils ja keine Brücken gibt)


MfG
kiiwii

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Deutschland immer ärmer andreHannibal
andreHannibal:

Ähm

 
20.03.07 17:34
Luxemburg ist so reich weil alle reichen Menschen dort ihr Geld haben! Klar gibt auch andere Länder siehe Schweiz usw., aber Luxemburg ist da auch vorne mit dabei.

André
Deutschland immer ärmer Karlchen_II
Karlchen_II:

Europa soll uns lieb sein - okay.

 
20.03.07 17:49
Aber muss unsere Liebe deshalb teuer werden?

Mir scheint, dass ein vereintes Europa eine vernünftige Idee ist. Aber muss man denn diese Idee dadurch pervertieren, dass man zu deren Umsetzung eine riesige, sich selbst bedienende und jeglichen ökonomischen und politischen Verstand außer Kraft setzende Bürokratie einrichten? Kurzum: Wenn man mehr europäische Gemeinsamkeit schaffen will, dann kann man das nur schaffen, indem man diesen Saustall ausmistet. Und wenn man das nicht rasch macht, werden die Bürger reagieren - in einer m. E. sehr nationalistischen Weise.


Und unser Merkel faselt noch was von europäischer Verfassung - steht die eigentlich unter Drogen und weiß nicht, wie es rumort? Der beste Weg, die Nazis zu unterstützen ist es, auf diese Weise weiter zu machen.
Deutschland immer ärmer kiiwii
kiiwii:

Karlchen, eigentlich bist du doch ein lebenkluger

 
20.03.07 17:58
Mensch, odda ?

Wenn ja, dann weißt du doch, daß einen die Liebe (zu wem oder was auch immer)
i m m er teuer zu stehen kommt...

Nimm es gelassen, es sind eh nur die Deutschen, die zahlen, und deshalb mögen uns doch alle anderen so sehr...



MfG
kiiwii

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Deutschland immer ärmer Karlchen_II
Karlchen_II:

Klar - aber meine persönliche

 
20.03.07 18:36
Lebenserfahrung sagt mir, dass man von blöden, selbstgerechten und fetten Tussen die Finger lassen soll.
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Deutschland immer ärmer kiiwii
kiiwii:

...die klugen, zärtlichen, schlanken sind nicht

 
20.03.07 18:40
weniger teuer...


MfG
kiiwii

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Deutschland immer ärmer Karlchen_II
Karlchen_II:

Die laut kiiwii "guten" Subventionen der EU

 
21.03.07 07:37
www.welt.de/wirtschaft/article770195/...idrig_Milliarden_.html
Deutschland immer ärmer lehna
lehna:

Regt euch ab...

5
21.03.07 10:08
wir Deutschen lieben Vollkasko und deswegen bleibt die Abgabenlast halt auf Spitzenniveau.
Ist also keine Erfindung der EU,im Gegenteil,mehr Markt schafft mehr Wettbewerb,das ist zwar unbequem kann langfristig aber nur von Vorteil sein.
Natürlich würden sich Linkspopulisten ala PDS am liebsten einigeln,ich hoffe allerdings dass diese Scheuklappenträger aufm Schrottplatz der Geschichte für immer dahinsiechen...



Deutschland immer ärmer slimmy
slimmy:

Gulbenkian

 
21.03.07 10:16
Von den sehr reichen Mann gibt es einen herrlichen Spruch:

Von einem Reporter gefragt: "Woher haben Sie eigentlich soviel Geld?"
Antwortet er: "Jedenfalls nicht daher, daß ich es ausgegeben habe!"

In unserer Regierung sitzen im wesentlichen Paukerseelen, die nichts schöner finden, als Geld ausgeben. Am allerliebsten fremdes Geld. Und so wird ein Konto nach dem anderen geknackt. Wer kann, haut vor dem Knacken seines Kontos ab, wer nicht KRIEGT geknackt. Und das geht immer weiter, wenn wir es nicht stoppen...

wie gesagt: Beim AUSGEBEN entstehen keine Reichen Leute...sondern Schuldenberge.
Damit erzeugen die Politiker die Umgebung, aus der sie leider kommen..
Deutschland immer ärmer kiiwii
kiiwii:

wenn sie zu Unrecht "kassieren" - woran liegt das

 
21.03.07 10:18
dann ? An den Bauern ? An denen, die nicht richtig prüfen ?

Vielleicht sind ja unsere Steuerbescheide mit ähnlichen Fehlerquoten behaftet, dann "kassiert" der Fiskus auf der anderen Seite ja wieder Geld (zu Unrecht) ein...


...wer weiß es schon wirklich genau ??



MfG
kiiwii

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Deutschland immer ärmer Karlchen_II
Karlchen_II:

60 Mrd Euro für ziellose Maßnahmen

 
21.03.07 10:22
eca.europa.eu/audit_reports/..._reports/docs/2006/nirs07de.pdf
Deutschland immer ärmer kiiwii
kiiwii:

Und weils so schön passt: "Frohe Botschaft"

 
21.03.07 10:25
...was macht denn jetzt die politik mit dem unerwarteten Geldsegen ?

(is natürlich nicht zu Unrecht, denn man hat ja vorher das Mehrwertsteuer-"Recht" geändert....also is ja wie immer alles "rechtens", was der Staat tut,
...auch wenn er dabei auf der Suche nach dem letzten Cent in den Taschen seiner Bürger wühlt bis runter zu den Socken....aber alles "rechtens", klaro...)




Quelle: www.faz.net


Frohe Botschaft


G.H. Die Lage hat sich geändert, der Ton auch, nicht aber die Methode: Politik ist zuallererst Kampf um die Verteilung dessen, was hereinkommt. Da die große Koalition erlebt, dass der Staatskasse mehr Geld zufließt, als die Fachleute vorausgesagt hatten, wird der Umgang der Partner miteinander zwar entspannter, aber das Tauziehen um die vermeintlichen Zusatzmilliarden umso verbissener werden. Es wäre auch unnatürlich, wenn Minister und andere nicht danach strebten, ihre Programme zu beschleunigen oder Vertagtes nachzuholen.


Hat nicht die Familienministerin in den vergangenen Tagen überall zu hören bekommen, dass ihr Plan richtig und der Bedarf an Krippenplätzen groß sei? Da ließe sich das Vertagen auf das Jahr 2010 nur rechtfertigen, wenn tatsächlich Geld fehlte - so zumindest werden es die Mütter sehen, die im nächsten Jahr auf der Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten für ihr Elterngeld einbringendes Kind sind. Und hat nicht der Wehrbeauftragte jetzt bestätigt, dass die Kasernen in schlechtem Zustand sind? Diese Klage just an dem Tage, an dem die frohe Mehreinnahmenbotschaft verbreitet wird, dürfte dem Verteidigungsminister (CDU) willkommen, dem Finanzminister (SPD) aber ein Ärgernis sein. Doch so ist es nun einmal: Was allein unter Hinweis auf Sparzwänge aufgeschoben wurde, wird sofort fällig, sobald das Sparen keine Not mehr ist, sondern nur noch eine Tugend.


Wer die Früchte der guten Konjunktur ungeschmälert zur Haushaltskonsolidierung und zur Begrenzung der Neuverschuldung (von der Minderung der Altschulden ist ohnehin nicht die Rede) einsetzen will, darf daher keine neuen Ausgaben erfinden, gleich ob für Hunderttausende von Krippenplätzen oder für Stoibers Zukunftsinvestitionen. Dann allerdings fragen sich die große Koalition in Berlin ebenso wie der Zweidrittelmehrheitsministerpräsident in München, ob sie lediglich verwalten oder nicht doch auch gestalten sollen und dürfen. Mit dem Hinweis, dass es genügend Gestaltungsmöglichkeiten gebe, die den Staatshaushalt nicht mit neuen Kosten belasten, sollten die Bürger achtsam umgehen. Denn kostenlos oder kostenneutral sind in der Regel nur politische Projekte, deren finanzielle Folgen die Leute selber tragen - von der Neuregelung der Unterhaltspflichten bis zur bayerischen Erfindung einer zusätzlichen Pflegeversicherung.


Text: F.A.Z., 21.03.2007, Nr. 68 / Seite 1



MfG
kiiwii

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Deutschland immer ärmer kiiwii
kiiwii:

klaro...wir brauchen mehr Kontrollen und Verbote,

 
21.03.07 10:27
es ist noch viel zu wenig VERBOTEN hierzulande, aber das kommt schon...



MfG
kiiwii

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Deutschland immer ärmer kiiwii
kiiwii:

zb hier: "Verbotswettbewerb"

 
21.03.07 10:29
Quelle: www.faz.net


Verbotswettbewerb


Von Heike Schmoll

Autonomie ist nichts anderes als politischer Etikettenschwindel.

Nichts prägt die deutsche Bildungsgeschichte so sehr wie ihre Reformen. Von den Schulreformen über Humboldts Bildungsreformen, die Reformpädagogik und die Dauerreformen nach der herbeigeredeten Bildungskatastrophe bis zu den wettbewerbsorientierten Schul- und Hochschulreformen der Gegenwart erscheint die Bildungspolitik als ständiges Bemühen um Ausweitung und Strukturveränderung. Bildungsreformen der Gegenwart erweisen sich als geradezu typisch für den Reformgeist moderner Gesellschaften. Sie setzen ihre Hoffnung blind auf das Neue und auf die Zukunft, obwohl sie keinerlei Anhaltspunkte dafür haben, dass das Neue besser ist als das Alte. Das abstrakte Bekenntnis zur Reform scheint zur neuen Ideologie des 21. Jahrhunderts geworden zu sein, gewiss nicht zu einer revolutionären, sondern zu einer affirmativen. Als Tugend der Stunde gilt Reformbereitschaft. Nichts wäre frevelhafter, als den Sinn einer Reform zu hinterfragen, das gilt auch in der Bildungspolitik.

Selbst die Bologna-Reform der Hochschulen wird noch immer mit dem Hinweis vorangetrieben, dass es "keine andere Wahl" und "kein Zurück" mehr gebe. Die Reformen haben eine unaufhaltsame Eigendynamik gewonnen. Sowohl den Schulen als auch den Hochschulen werden sie unter dem neuen Mantra der Autonomie schmackhaft gemacht. Dabei handelt es sich jedoch um einen Etikettenschwindel. Denn paradoxerweise wird im Namen der Freiheit zugleich ihre Unmöglichkeit verkündet.

Autonomie hieße völlige rechtliche und finanzielle Unabhängigkeit - davon kann im öffentlichen Bildungswesen nicht die Rede sein. Im Zuge der beständigen Reformeuphorie im Bildungswesen wurden die bisherigen institutionellen Rahmenbedingungen, so unbefriedigend auch immer sie gewesen sein mögen, destabilisiert. Der Sinn von Institutionen müsste indessen darin liegen, verlässliche Rahmenbedingungen für ganz unterschiedliche individuelle Handlungsweisen bereitzustellen. Strukturen müssten im Idealfall so beschaffen sein, dass sie Leistungen fördern, statt die Energie der Leistungsträger durch dauernde Strukturreformen aufzuzehren.

Das ist weder in der Schulpolitik noch in der Hochschulpolitik der Fall. Unter Autonomie und Liberalisierung verstehen die Bildungsreformer nicht Selbstbestimmung und Freiheit, sondern ein immer engeres Netz an Kontrollen und zunehmend eingeschränkte Entscheidungsmöglichkeiten. Das erleben gerade die Gymnasien: Sie sollen einerseits ihr Schulprofil bestimmen, sehen sich aber einem Dickicht von Einschränkungen ausgesetzt, wenn es etwa um Sprachenfolge und Sprachenvielfalt ihrer Schulen geht. Anstatt die Lehrerkollegien dazu zu befähigen, ihre Arbeit ständig selbstkritisch zu überdenken und zu verbessern, wurden sie durch den Reformaktionismus der letzten Jahrzehnte in Atem gehalten und daran gehindert, selbständig zu denken. Die Bildungsreformen wurden ohne Rücksicht auf die Beteiligten vorangetrieben.

Noch deutlicher zeigt sich dies bei den Hochschulen. Hochschulautonomie heißt nichts anderes als Herrschaft durch Selbststeuerung. Nirgendwo offenbart sich die staatliche Überreglementierung deutlicher als hier. Jedenfalls war die alte Universität nach Humboldts Vorbild geradezu ein Hort der Freiheit, verglichen mit der neuen "Universität à la Bolognese", in der nichts befohlen wird, sondern alles freiwillig geschieht, das aber in einem dichten Netz von Vorgaben, Kontrollen, Überprüfungen, Zielvereinbarungen, Leistungskriterien und Steuermechanismen, die der Wettbewerb angeblich verlangt. Die Verantwortung demokratisch legitimierter Gremien, die eine parlamentarische Kontrollfunktion ausüben könnten, wird auf externe Gremien und Räte verlagert, die eher der Marktwirtschaft als der freien Wissenschaft verpflichtet sind. Privatpersonen, Lobbyisten und Interessenvertreter fällen nun grundlegende Entscheidungen über die Universität, die damit Zug um Zug entstaatlicht wird. Das Selbstbestimmungsrecht der Fakultäten - die einzig wissenschaftsadäquate Form fachlicher Entscheidungen - wird ausgehöhlt. Die Nutznießer dieser sogenannten Autonomie sind Testagenturen und Beratungsfirmen, die Zertifikate vergeben und eine erhebliche Machtfülle ansammeln können.

Die Leistungskriterien wie Drittmitteleinwerbung, Absolventen- und Studentenquote, Veröffentlichungen in einschlägigen Fachzeitschriften sind planwirtschaftlicher Natur, entscheiden aber über den Wettbewerb. Unter dem wunderbaren Alibi von Elite und Exzellenz auf Zeit lassen sich unliebsame Forschungszweige oder Fakultäten aushungern, von der internen Finanzzuweisung abschneiden, um sie dann wegen mangelnder Leistungsfähigkeit zu schließen. Nie haben Universitäten scheinbar so große, in Wahrheit so geringe Freiräume besessen wie im Zeitalter der autonomen Hochschule. Einerseits sollen sie in Forschung und Lehre allerhöchstes Niveau und internationale Spitzenwerte erreichen, andererseits mit immer höheren Studentenzahlen, immer mehr ungeeigneten Studierwilligen und einer knappen Finanzierung zurechtkommen. Gefährlich eingeschränkt wird die durch das Grundgesetz geschützte Freiheit der Wissenschaft dann, wenn der Staat sich ein Urteil über ihren Nutzen anmaßt und nur solche Wissenschaftszweige fördert, die einen volkswirtschaftlichen Gewinn versprechen. Forschung und Wissenschaft lassen sich so wenig planwirtschaftlich fixieren wie Bildung. Doch der Bildungsgedanke ist aus den Bildungsinstitutionen längst verabschiedet worden. Stattdessen geht es um Wissensproduktion. Die lässt sich in der Tat reglementieren und in Prozentzahlen angeben. Mit der Freiheit der Wissenschaft hat das so wenig zu tun wie mit Erkenntnis.


Text: F.A.Z., 21.03.2007, Nr. 68 / Seite 1


MfG
kiiwii

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Deutschland immer ärmer Karlchen_II
Karlchen_II:

Getürkte Erfolgsberichte

 
21.03.07 10:32
eca.europa.eu/audit_reports/..._reports/docs/2006/nirs10de.pdf
Deutschland immer ärmer kiiwii
kiiwii:

was sind das für komische, nichtssagende Reports?

 
21.03.07 10:38
...kann man sich die nicht sparen ?


steht eh nix drin als Bananenhof--äh Bahnhof - oder doch Banane...

Nach dem Motteo: wir wissen nix, weil wir nix wissen - weil keiner gefragt hat...



MfG
kiiwii

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Deutschland immer ärmer Karlchen_II
Karlchen_II:

Die sind doch klasse und zeigen, wie ohne

 
21.03.07 10:41
Sinn und Verstand unsere Steuergelder verbraten werden.

Das sind ja nur die Pressemitteilungen. Klick doch mal dort unten den Haupbericht an. Besonders gut gefällt mir der Aussichtsturm in Brandenburg.
Deutschland immer ärmer kiiwii
kiiwii:

ne, Karlchen, die zeigen gar nichts...sie sind das

 
21.03.07 10:44
Papier nicht wert, auf dem sie in 20 (oder mehr?) Sprachen geschrieben sind...


MfG
kiiwii

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Deutschland immer ärmer Karlchen_II
Karlchen_II:

Gesamtbewertung

 
21.03.07 10:50
eca.europa.eu/press/press_release/docs/2006/eca0629de.pdf

Wenn ein Buchhalter so einen Prüfbericht bekäme, würde er zu Recht gefeuert. Und ein Finanzminister müsste zurücktreten.
Deutschland immer ärmer kiiwii
kiiwii:

warum geht man nicht vor Ort, schaut sich die

 
21.03.07 10:57
Verwendung an ?


MfG
kiiwii

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kiiwii:

"Ostdeutschland - ein zweiter Mezzogiorno " ?

 
21.03.07 11:16
Quelle: faz.net


"Ostdeutschland wird immer mehr zu einem zweiten Mezzogiorno"


Ökonomen pessimistisch über den Aufholprozess / Jeder dritte Euro aus dem Westen / Transfers übersteigen Lafontaines Unkenrufe um ein Vielfaches


itz. TUTZING, 20. März. Die Lage in Ostdeutschland erscheint vielen Ökonomen immer mehr als hoffnungsloser Fall. Die Angleichung an die Wirtschaftskraft im Westen trete auf der Stelle, die Arbeitslosenquote bleibe doppelt so hoch, der Bevölkerungsschwund setze sich dramatisch fort, die öffentlichen Finanzen liefen aus dem Ruder. "Es sind keine blühenden Landschaften und kein sich selbst tragender Aufschwung in Sicht", konstatierte der Präsident des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo), Hans-Werner Sinn, auf einer Tagung des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und der Akademie für Politische Bildung in Tutzing. "Es ist nicht übertrieben, von Ostdeutschland als einem zweiten Mezzogiorno zu sprechen."


Die Annäherung (Konvergenz) Ostdeutschlands an den Westen verharre auf ähnlich niedrigen Werten wie in Süditalien. Deutschland müsse sich darauf einstellen, mit diesen Unterschieden auch nach dem Ende des Solidarpakts im Jahr 2019 zu leben. "In Süditalien dauert der Zustand seit einem halben Jahrhundert an." Die Untersuchungen von Joachim Ragnitz vom IWH bestätigen diesen Befund. Wie im Mezzogiorno stagniert das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner bei rund zwei Dritteln (67 Prozent) des Werts im nördlichen Landesteil. "Der Konvergenzprozess findet kaum noch statt", sagte Ragnitz. Es fehlten 1,5 Millionen Arbeitsplätze.


Nicola Hülskamp vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und Marcel Thum von der Technischen Universität Dresden illustrierten die Auswirkungen des Bevölkerungsschwunds. Seit 1980 ist die Zahl der ostdeutschen Einwohner von 16,7 auf 14,7 Millionen geschrumpft. 2050 werden es nur noch 9,8 Millionen sein. Während die westliche Erwerbsbevölkerung zwischen 2005 und 2020 um 0,9 Prozent wachsen wird, dürfte sie im Osten um 16,5 Prozent zurückgehen. Das bedeute jedoch nicht, dass die Arbeitslosigkeit von selbst verschwinde, hieß es: Während es zu einer Knappheit bei Hochqualifizierten komme, nehme die Arbeitslosigkeit bei mittleren Qualifikationen weniger deutlich ab und bei Geringqualifizierten kaum.


Sinn zufolge ist die Konvergenz auch bei den Investitionen zum Stillstand gekommen. Die Pro-Kopf-Investitionen in den Bau hinkten dem Westwert um 10 Prozent hinterher, die Ausrüstungsinvestitionen sogar um 20 Prozent. Klaus Deutsch von Deutsche Bank Research wies auf die Defizite in der Unternehmensdichte und -größe hin. Die Kapitalausstattung kleiner Unternehmen sei zu schwach, die Wertschöpfungsketten erwiesen sich als unterentwickelt, die Exportquoten als zu gering.


Deutlich stärker angeglichen als die Produktivität haben sich die Löhne in den neuen Ländern, die im Durchschnitt 70 Prozent des Westniveaus erreichen. Damit habe sich der wachstumstreibende Mechanismus, dass die Lohnsteigerungen hinter dem Produktivitätsfortschritt zurückbleiben müssten, bedenklich umgekehrt, mahnte Sinn. "Das ist der Hauptgrund für die fehlende Konvergenz: Warum sollten Investoren nach Ostdeutschland kommen und ihr Kapital verbrennen?" Das Lohnniveau habe Italien, Frankreich oder Amerika überholt. Hingegen wachse Irland, dessen Arbeitskosten seit langem hinter den ostdeutschen zurückbleiben, schneller als jedes andere Land in Europa. Sinn erinnerte daran, dass die Ostlöhne 1990 nur etwa 30 Prozent des Westwerts betrugen. "Wären die Löhne von dieser Basis aus nicht stärker gewachsen als die Produktivität, hätten wir heute in Ostdeutschland einen Aufschwung wie in Irland", sagte Sinn. "Die Investoren würden sich um die Arbeitskräfte reißen."


Das verfügbare Einkommen der Ostdeutschen hat sich dem Westniveau deutlich stärker genähert als die Wirtschaftskraft. Kaufkraftbereinigt beziffert es Ragnitz auf 90 Prozent. "Real gibt es faktisch keine Unterschiede zwischen Ost und West mehr." Sinn ergänzte, dass die gesetzlichen Renten real sogar um 20 Prozent über den Westbezügen lägen. Er bezeichnete Ostdeutschland als eine Transferökonomie, da die Absorption (der Gesamtverbrauch) mit 416 Milliarden Euro im Jahr deutlich über dem Bruttoinlandsprodukt von 287 Milliarden Euro liege. Den Zahlen zufolge speist sich der Verbrauchsüberhang aus den Kapitalimporten, vor allem aber aus den öffentlichen Transfers von etwa 98 Milliarden Euro im Jahr. Davon stammen 46 Prozent aus Sozialkassen wie Renten oder Arbeitslosengeld, 24 Prozent aus dem Solidarpakt. "Von jedem Euro, der im Osten ausgegeben wird, kommen 31 Cent aus dem Westen", konstatierte Sinn. "Noch nie ist eine Region in solchem Umfang von außen finanziert worden."


Er bezifferte die Nettogesamttransfers von West nach Ost auf bisher 1100 Milliarden Euro. Oskar Lafontaine habe in der Zeit der Wiedervereinigung vor Kosten von 100 Milliarden D-Mark gewarnt und sei dafür verdammt worden. "In Wirklichkeit sind es jetzt schon 22 Mal so viel", sagte Sinn.


Text: F.A.Z., 21.03.2007, Nr. 68 / Seite 13



MfG
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Lorbeer statt roter Laterne

 
Quelle: www.faz.net


Lorbeer statt roter Laterne


Das Kieler Konjunkturgespräch dreht sich um die Frage, wem der deutsche Aufschwung gehört

rike. KIEL, 20. März. Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat das Ende der Eiszeit verkündet - zumindest was die deutsche Konjunktur angeht. Zum 75. Mal trafen sich 90 Ökonomen aus 16 Ländern zum Kieler Konjunkturgespräch. Zum Jubiläum wurden die Gäste mit einer ungewohnten These konfrontiert. "Deutschland: Europas neuer Wachstumsmotor?" war die Veranstaltung überschrieben, und vom Fragezeichen schien gegen Ende nur noch der Punkt übrigzubleiben. Der Ausblick auf die amerikanische Wirtschaft fiel verhalten aus. Dagegen erfuhren die Zuhörer von IfW-Ökonom Carsten-Patrick Meier, dass sich Deutschland im vergangenen Jahr zur treibenden Wirtschaftskraft im Euro-Raum entwickelt hat.


So weit war man sich einig in Kiel. Die entscheidende Frage aber war, ob dieser Aufschwung zyklisch ist, es also bald wieder bergab gehen wird mit der deutschen Konjunktur, oder ob das Potentialwachstum hierzulande so kräftig gestiegen ist, dass es für einen nachhaltigen Aufschwung reicht. Als die größten Konjunkturoptimisten stellten sich ausgerechnet die IfW-Ökonomen heraus - sonst eher vorsichtige Vorhersager. Schon die Wachstumsprognose von 2,8 Prozent für 2007, die das Kieler Institut vergangene Woche bekanntgegeben hatte, ließ die Zunft der Ökonomen aufhorchen.


Nun sagte Meier, Deutschland könne nachhaltig mit 2 Prozent wachsen. Zum einen begründete er dies mit der wachsenden Beschäftigung, die auf verbesserten Arbeitsanreizen beruhe. Dennis Snower, Präsident des IfW, stimmte zu: "Hartz IV hat keinen großen Boom ausgelöst", sagte er, "aber es gab trotzdem eine Verbesserung der Arbeitsanreize. Die Beschäftigung wird weiter steigen." Die Beschäftigung wachse auch, weil eine höhere Flexibilität am Arbeitsmarkt und der internationale Wettbewerb zu niedrigeren Lohnnebenkosten und gedämpften Lohnforderungen geführt hätten. Zum anderen könne die Arbeitsproduktivität schneller wachsen, weil der Anteil der Staatsausgaben am Bruttoinlandsprodukt sinke.


Natürlich sei ein großer Teil des Aufschwungs zyklischer Natur, argumentierte Meier, aber zusätzlich hätten politische Reformen und die Globalisierung das Potentialwachstum gesteigert. Die IfW-Forscher trauen Deutschland in den kommenden Jahren ein Potentialwachstum zwischen 1,5 und 2 Prozent zu. Dieses Jahr liege es bei 1,7 Prozent, 2010 würden es 2 Prozent sein.


Ganz einverstanden waren nicht alle Ökonomen. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, wollte die Begründung für das steigende Potentialwachstum nicht hinnehmen. Er habe zwar seine Vorhersage für das Potentialwachstum ebenfalls erhöht, von 1 auf 1,5 Prozent. "Aber nicht wegen der Reformen." Er sehe auch keinen Rückgang der Sozialausgaben, höchstens eine Stabilisierung. Und nun seien sogar Mindestlöhne im Gespräch. "Das ist das Gegenteil von Reform." Vielmehr habe die deutsche Industrie ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessert. "Die wahren Reformer sind die Unternehmer, nicht die Regierung."


Gustav Horn, wissenschaftlicher Direktor der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, konnte sich an einem Punkt ebenfalls nicht mit Meiers Ausführungen anfreunden. Seit 1996 hätten die Arbeitnehmer Lohnzurückhaltung geübt. Das habe die Wirtschaft zwar wettbewerbsfähiger gemacht. Auf der Nachfrageseite aber sei der Effekt negativ gewesen, und dieser habe überwogen. "Deutschland hat von der Lohnzurückhaltung nicht profitiert", sagte Horn, "sie war eher eine Bürde."


So einigten sich die Ökonomen zwar nicht darauf, wem der Lorbeer für Verdienste um den Aufschwung ans Revers zu heften sei. Die rote Laterne aber wollte niemand aus dem Schrank holen.


Text: F.A.Z., 21.03.2007, Nr. 68 / Seite 13


MfG
kiiwii

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