Deutsche unterschätzen ihre Lebenserwartung

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Deutsche unterschätzen ihre Lebenserwartung bammie
bammie:

Deutsche unterschätzen ihre Lebenserwartung

 
19.08.05 08:42
#1
Die Deutschen ahnen laut einer Umfrage gar nicht, wie alt sie im Schnitt in Zukunft werden. Außerdem sorgt ein Großteil der Deutschen nicht vor - obgleich sie wissen, dass die Gesetzliche Rente nicht reichen wird.

Die Deutschen ahnen laut einer Umfrage gar nicht, wie alt sie im Schnitt in Zukunft werden. Außerdem sorgt ein Großteil der Deutschen nicht vor - obgleich sie wissen, dass die Gesetzliche Rente nicht reichen wird.

Pflicht zur Vorsorge ist bekannt

Mit 95 Prozent der Befragten meint eine Mehrzahl, sich der Konsequenzen steigender Lebenserwartung indes bewusst zu sein. Sie gehen davon aus, dass die Gesetzliche Rente nicht mehr ausreichen wird und die Bürger privat vorsorgen müssen. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen fallen dabei kaum ins Gewicht. Sowohl in den alten als auch in den neuen Ländern rechnen die Befragten mit stärkerem Druck, privat fürs Alter vorsorgen zu müssen.

68 Prozent der Befragten schätzt sogar, die steigende Lebenserwartung schon voll und ganz in der privaten Vorsorge berücksichtigt zu haben. Ein Fünftel hat die steigende Lebenserwartung noch gar nicht in Rechnung gestellt. Zwölf Prozent wollen das eher nicht berücksichtigt haben.

Private Vorsorge wird vernachlässigt

Obgleich die Befragten aber grundsätzlich wissen, dass Menschen immer älter werden und die Gesetzliche Rente nicht reichen wird, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, zeichnen sich deutliche Lücken bei der privaten Vorsorge ab. Dass die Befragten davon ausgehen, länger zu leben, und dennoch ihre Lebenserwartung zu niedrig ansetzen, schlägt sich nämlich nicht in einer ausreichenden privaten Vorsorge nieder. Nur 52 Prozent der Befragten in den nord- und westdeutschen Ländern und nur 48 Prozent der Befragten in den ostdeutschen Ländern hat mindestens ein Altersvorsorgeprodukt. In Süddeutschland waren es immerhin 68 Prozent der Befragten. Bis auf die Süddeutschen sorgen also rund die Hälfte aller Befragten gar nicht privat vor – trotz steigender Lebenserwartung.

Außerdem ist ein Großteil der Befragten über Vereinfachungen bei der Riester-Rente kaum informiert. So können 90 Prozent der Befragten die Höhe der staatlichen Förderung nicht ungefähr angeben. Dass die Zulagen vom Staat nur noch einmal beantragt werden müssen – und nicht wie früher jedes Jahr aufs Neue – wissen auch rund zwei Drittel der Befragten nicht. 79 Prozent Befragten wissen auch nicht, dass rund ein Drittel des über den Riester-Vertrag angesparten Kapitals auf einen Schlag ausgezahlt werden darf.
Deutsche unterschätzen ihre Lebenserwartung B Ghost
B Ghost:

Das merkt man doch schon daran, wenn man sieht

 
19.08.05 08:52
#2
wieviele Leute (nicht nur in Deutschland) das EWIGE LEBEN, das die Forschung erreichen will, als erstrebenswert erachten.

Da denkt kaum einer daran, zu was für einer Übervölkerung und Überalterung der Gesellschaft das führen würde, wenn die Wissenschaft das tatsächlich schaffen sollte.

An die 100 Jahre Rente und Rentnerdasein schon gar nicht.
Deutsche unterschätzen ihre Lebenserwartung quantas

Echte Reformen statt blindes Hoffen

 
#3

 
Die Alterung der Bevölkerung ist zwar ein schleichendes, aber dafür ein in seinen Auswirkungen umso gravierenderes Phänomen. Im Jahr 2050 wird das Median-Alter nach Uno-Schätzungen um 10 Jahre höher als derzeit liegen. Diese Verschiebung liegt nur zu einem Teil daran, dass die Menschen immer älter werden. Stärker ins Gewicht fällt vielmehr der in dieser Dimension bisher ungekannte Rückgang der Geburtenrate.

Den demographischen Wandel massiv zu spüren bekommen werden die westlichen Staaten, deren Ausgaben für Kindergeld, Gesundheit und Renten deutlich steigen werden.

Dies könnte die Kreditwürdigkeit der fünf führenden Industrienationen Deutschland, Frankreich, Italien, Grossbritannien und USA schwer belasten.
In einer einfachen Simulationsrechnung legt die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) den Schluss nahe, dass beim Festklammern am Status quo die Bonitätsnoten spätestens nach dem Übertritt der Babyboomer in die Pensionierung purzeln werden.

Not tun deshalb eine Abkehr vom Sankt-Florians-Prinzip und der Eintritt in eine echte Reformdebatte, die nicht nur ein bisschen an den Stellschrauben der Sozialversicherungen dreht.
Vielmehr müssen im Urteil von S&P die Regierungen sofort auf die Schuldenbremse treten. Mit Hochdruck nachhaltig zu sanieren sind zudem die Gesundheitssysteme in den USA und Grossbritannien sowie die Altersvorsorge in Frankreich und Deutschland.

Nicht genug betont werden kann schliesslich, dass die Zeit drängt. Je älter das Wahlvolk, desto schwieriger wird es werden, solche schmerzhaften, aber für die Bonität der Länder unumgänglichen Reformen umzusetzen.


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