Der Wohlstand kommt von Väterchen Frost
Klimatisch "benachteiligte" Staaten in Wahrheit bevorzugt - tropisches Klima als Wirtschaftsbremse
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West Lafayette - Schon Aristoteles machte sich Gedanken über den Einfluss des Klimas auf den Menschen und stellte fest: "Die in einem kalten Klima leben, sind voll Unternehmungsgeist." Ähnliches fiel den US-Wirtschaftswissenschaftern William Masters (Purdue University) und Margaret McMillan (Tufts University) auf. Sie setzten die seit 1960 gesammelten globalen Klimadaten in Relation zu den globalen Wirtschaftsdaten und kamen zu dem Schluss: Nicht nur Institutionen und Kolonialismus sind schuld am Wohlstandsgefälle, auch das Klima spielt eine wichtige Rolle. "Dabei geht es nicht um Nord und Süd", erklärt Masters dem STANDARD, "die meisten armen Länder liegen in den Tropen."
Laut Masters sind sie arm, weil es bei ihnen keinen Frost gibt, der die Insekten im Winter dezimiert und so die Kontrolle über Krankheiten wie Malaria ermöglicht. Arm, weil die auf den Boden gefallene organische Materie sofort von Bakterien zersetzt wird, wobei Stickstoff und Kohlenstoff in die Luft entweichen oder weggespült werden. In den Frostzonen dagegen akkumuliert der Dünger und garantiert üppige Ernten.
Auch wenn heute die Wirtschaft vieler reicher Staaten nicht mehr auf der Landwirtschaft basiere, sieht Masters diese trotzdem als Ursache des Wohlstands: Landwirtschaftlicher Erfolg habe einen historischen Echoeffekt, der die Anhäufung von Kapital ermögliche. Statistische Ausreißer wie das kühle, aber arme Nordkorea führt er auf das totalitäre Regime zurück. Und die tropischen, aber reichen Stadtstaaten Hongkong und Singapur seien reine Handelszentren.
Da das tropische Klima also als Wirtschaftsbremse erkannt sei, müsse man den armen Ländern mit resistenten Pflanzen, Medikamenten et cetera zu Hilfe kommen. Masters: "Dass diese Hilfe nötig ist, haben uns die jüngsten Ereignisse mehr als deutlich gezeigt."
Klimatisch "benachteiligte" Staaten in Wahrheit bevorzugt - tropisches Klima als Wirtschaftsbremse
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West Lafayette - Schon Aristoteles machte sich Gedanken über den Einfluss des Klimas auf den Menschen und stellte fest: "Die in einem kalten Klima leben, sind voll Unternehmungsgeist." Ähnliches fiel den US-Wirtschaftswissenschaftern William Masters (Purdue University) und Margaret McMillan (Tufts University) auf. Sie setzten die seit 1960 gesammelten globalen Klimadaten in Relation zu den globalen Wirtschaftsdaten und kamen zu dem Schluss: Nicht nur Institutionen und Kolonialismus sind schuld am Wohlstandsgefälle, auch das Klima spielt eine wichtige Rolle. "Dabei geht es nicht um Nord und Süd", erklärt Masters dem STANDARD, "die meisten armen Länder liegen in den Tropen."
Laut Masters sind sie arm, weil es bei ihnen keinen Frost gibt, der die Insekten im Winter dezimiert und so die Kontrolle über Krankheiten wie Malaria ermöglicht. Arm, weil die auf den Boden gefallene organische Materie sofort von Bakterien zersetzt wird, wobei Stickstoff und Kohlenstoff in die Luft entweichen oder weggespült werden. In den Frostzonen dagegen akkumuliert der Dünger und garantiert üppige Ernten.
Auch wenn heute die Wirtschaft vieler reicher Staaten nicht mehr auf der Landwirtschaft basiere, sieht Masters diese trotzdem als Ursache des Wohlstands: Landwirtschaftlicher Erfolg habe einen historischen Echoeffekt, der die Anhäufung von Kapital ermögliche. Statistische Ausreißer wie das kühle, aber arme Nordkorea führt er auf das totalitäre Regime zurück. Und die tropischen, aber reichen Stadtstaaten Hongkong und Singapur seien reine Handelszentren.
Da das tropische Klima also als Wirtschaftsbremse erkannt sei, müsse man den armen Ländern mit resistenten Pflanzen, Medikamenten et cetera zu Hilfe kommen. Masters: "Dass diese Hilfe nötig ist, haben uns die jüngsten Ereignisse mehr als deutlich gezeigt."