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Fallender Apple Inc-Kurs 4,97 9,89 14,90
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000VH3FAE0 , DE000VY3E4X7 , DE000VY4A3B8 , DE000VJ0H935 , DE000VH7LN90 , DE000VH6VLZ2 .Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.

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Malko07:

A.L., was du gestern

7
08.03.10 11:41
aufgezeigt hast, hat mMn überhaupt nichts mit dem Euro zu tun und ist geschichtlich zum Teil absolut falsch. Kohl war nicht derjenige der den Euro vorangetrieben hat. Es waren unsere direkten Nachbarn, die fest an die DM gekettet waren und damit Sklaven der Bundesbank waren und endlich mitreden wollten. Es war ein Preis für eine problemlose Wiedervereinigung. Gut dass wir bereit waren, damals diesen Preis "zu zahlen". Ohne den Euro wäre uns in dieser Krise die EU um die Ohren geflogen und es gäbe inzwischen riesige Warteschlangen in den Suppenküchen.

Deine Unterstellung, die Handelsungleichgewichte und die damit einhergehende dortige Verschuldung hätte was mit dem Euro zu tun ist eine mit nichts unterlegte Behauptung. Die USA haben bekanntlich nicht den Euro und wir haben dorthin weit mehr Geld verliehen wie in der gesamten Eurozone, sogar mehr als in der gesamten EU. Fehler die bei uns liegen, liegen nun mal nicht bei den Schweinen im Süden.
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fkuebler:

AL #671: Ich glaube Schäuble drückt auf die Tube,

4
08.03.10 11:59

"Der Masterplan würde dann nur deshalb so hart formuliert, um die Hilfen in aller Welt politisch (und ohne Vertrauensverlust in den Euro) akzeptabel zu machen und um potenzielle Euro-Attacken zu verhindern. Ist der Plan dann akzeptiert und fließen die Gelder, geht das Gemauschel bei den Griechen weiter (die Wahrscheinlichkeit halte ich für SEHR hoch"

... damit er für ein neues Grundkonstrukt (incl. potenzieller Eurozonen-Rausschmeiss-Drohung) die dafür ja auch notwendige Zustimmung der Griechen noch eintreiben kann, bevor sie Kohle bekommen und sich gemütlich zurücklehnen.

Ich muss schon sagen, Politik ist ein derart kompliziertes Geschäft, dass mir im Vergleich dazu in-diesen-Märkten-Gewinne-machen fast schon kinderleicht vorkommt ;-)

Schäuble ist äusserst erfahrener Polit-Taktiker, und zu ihm habe ich ziemliches Vertrauen.

Deshalb ist er auch der einzige, der ungestraft (also ohne meine vernichtende moralische Missbilligung :-) die FDP faktisch anpinkeln darf... ;-)

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Anti Lemming:

"Die Zeit" (1998) zu Kohl und der Euro-Einführung

2
08.03.10 12:02
Durch eine gemeinsame Währung eint Helmut Kohl die Europäer, aber die Deutschen wenden sich von ihm ab.
Chronik eines Triumphes im Angesicht der Niederlage

Der Euro-Fighter

Dieses Duell ist gewonnen. Vergangenen Donnerstag, bei der Euro-Debatte im Bundestag, hat Helmut Kohl, der Bundeskanzler, einen blassen Herausforderer Gerhard Schröder niederreden können. Die CDU-Fraktion hat aufgeatmet und ein wenig Mut gefaßt.

Drei Tage später ist alles vorbei. Die Wahlen in Sachsen-Anhalt stutzen die CDU zur 20-Prozent-Partei. Die SPD gewinnt, die rechtsradikale DVU macht mobil gegen Europa ("Deutsches Geld für deutsche Arbeitsplätze") und fängt damit fast jede siebte Stimme ein. Ausländer raus, die Mark bleibt hier!

Bleibt sie nicht. Am kommenden Samstag ist E-Day: Elf Staaten werden beim Gipfeltreffen in Brüssel ihre gemeinsame Währung schmieden. Maastricht wird Wirklichkeit - "unumkehrbar", wie Helmut Kohl so gern und oft sagt. Von allen Gründervätern, die im Dezember 1991 die Währungsunion aushandelten, hat er als einziger politisch überlebt. Und die jüngeren Kollegen, die am Wochenende mit ihm am Tisch sitzen werden, wissen alle: "Ein Euro ohne Kohl ist ebenso undenkbar wie das Deutsche Reich ohne Bismarck." So formuliert es ein italienischer Spitzendiplomat. Im Kreise der EU-Mächtigen gilt der Deutsche längst als Patriarch, als Pate, als Paterfamilias: Er sei, sagt ein Gipfelteilnehmer, "der Riese unter Zwergen".

Deutsche Einheit, europäische Einigung - das ist des Kanzlers Lebenswerk. Der Euro, so hofft er, wird Europa neue Dynamik einhauchen und die Union fortentwickeln noch in Zeiten, da er selbst nicht mehr dabei ist.

..London, 18. Februar. "Ein Euro, ein Reich, ein Führer", ruft ein Demonstrant dem Bundeskanzler zu.

...Tietmeyers Statement, so ein Ohrenzeuge, "haute manchen im Saal fast vom Stuhl". Nicht so sehr die aktuellen Haushaltsdefizite, sondern die Erblasten ihrer Staatsschulden seien aus Sicht der Bundesbank für alle Kandidaten der entscheidende Meßwert der Reife. Er meint Italien und Belgien. ...Kohl hört dem Ökonomen schmallippig zu, verkneift sich aber jeden Kommentar. Nach eineinhalb Stunden gilt wieder der Primat der Politik: Der Kanzler bittet, äußerst unüblich, sein Kabinett um formale Abstimmung. Alle heben die Hand für den Euro. So beschlossen. Kein Aufatmen, kein Champagner.

www.zeit.de/1998/19/kohl.txt.19980429.xml?page=all
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Anti Lemming:

Athen ernüchtert den Kapitalmarkt

2
08.03.10 12:08

FTD
Athen ernüchtert den Kapitalmarkt

Frankreichs Präsident Sarkozy stellt Griechenland Hilfen in Aussicht. Athens Notenbankchef gibt sich optimistisch. Doch all das beruhigt die Anleger nicht: Die Risikoaufschläge auf Staatsanleihen steigen wieder, der Euro tritt auf der Stelle. von Tobias Bayer  Frankfurt


Die erfolgreiche Platzierung einer griechischen Anleihe und Unterstützungsbekundungen von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy für Athen haben am Kapitalmarkt nicht wirklich für Entspannung gesorgt. Der Euro legte nur leicht zu, Risikoaufschläge auf griechische Staatsanleihen weiteten sich sogar aus.

Der Euro legte gegenüber Dollar und Yen zu, verließ aber nicht die engen Handelsspannen der vergangenen Tage. Die Gemeinschaftswährung verteuerte sich am Montag auf 1,3693 $ und 123,90 Yen. An den Terminmärkten bauten Spekulanten ihre Euro-Verkaufspositionen ab. An der Chicago Mercantile Exchange gingen die Netto-Verkaufspositionen auf den Euro laut der Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) von 71.623 auf 66.770 zurück. Das ist aber immer noch nahe des Rekordhochs.

Am Anleihemarkt herrscht nach wie vor große Skepsis vor. Die Renditedifferenz zwischen griechischen und deutschen Staatsanleihen erhöhte sich am Montag um 15 auf 307 Basispunkte. Das ist der größte Spread seit Anfang März.

www.ftd.de/finanzen/maerkte/...-den-kapitalmarkt/50085479.html

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fkuebler:

Malko #674: WIr müssen hier aber auch nicht...

3
08.03.10 12:11

"Man sollte auch die Fehler im eigenen Laden erkennen. Ist schwieriger, leichter ist es auf die Schweine aus dem Süden zu schimpfen"

... immer wie die Flagellanten herumlaufen...

Politik ist hinreichend Nullsummenspiel und harter Interessenkonflikt, dass man - zugegeben aus einer ganzheitlichen Sicht des machbaren und erforderlichen - die eigenen Macht- und Wohlstandsinteressen vorantreibt.

Ich selbst zumindest möchte mehr in einer EU leben, die mehr von der Schnittmenge der kulturellen und wirtschaftlichen Charakteristiken der mittleren und nördlichen EU-Länder bestimmt ist, als dass ich in einer EU leben möchte, die mehr "südlich" geprägt ist. Und vom Schmusen kommt das nicht.

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Malko07:

A.L. (#58678) Ich unterstelle dir schon,

2
08.03.10 12:19
dass du zu einer ordentlichen Recherche fähig bist. Du musst nur wollen.   ;o)

Zu dem witzigen #58679:
Der USA Bären-Thread 304738
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fkuebler:

AL #678: Das steht nicht im Widerspruch zu Malko,

3
08.03.10 12:22

"Ein Euro ohne Kohl ist ebenso undenkbar wie das Deutsche Reich ohne Bismarck

Deutsche Einheit, europäische Einigung - das ist des Kanzlers Lebenswerk. Der Euro, so hofft er, wird Europa neue Dynamik einhauchen und die Union fortentwickeln noch in Zeiten, da er selbst nicht mehr dabei ist"

... sogar überhaupt nicht, denn Kohl hat die DM (theatralisch gesagt) geopfert, also mMn nicht lustvoll, sondern aus Einsicht in die Notwendigkeit dem Euro in den Rachen geworfen, weil er dadurch ein höheres Gut zu bekommen hoffte.

Und meiner Meinung nach auch bekommen hat. Gerade für einen ausgebildeten (und hochintelligenten) Historiker wie Kohl galt wohl aus Überzeugung die Monnet'sche Maxime, dass man durch das Schaffen von Sachzwängen die eigentlich notwendige politische Integration sozusagen "hinterher-erzwingen" muss.

Ich habe Kohl nicht gemocht, aber von dem Thema hat er wohl um Grössenordnungen mehr verstanden als ich ;-)

Antworten
Anti Lemming:

Malko - ich habe die FTD zitiert,

 
08.03.10 12:25
die von einer Ausweitung des Rendite-Spreads zwischen griechischen und deutschen Staatsanleihen um 15 Punkte spricht - und nicht von absoluten Kursen. Ich halte die FTD im Gegensatz zu Dir auch nicht für eine Wirtschafts-"Bild-Zeitung" oder die Ausgeburt "angelsächsischer Progaganda".

Dein Preis-Chart von Griechenanleihen ist übrigens "end of day" und entspricht daher dem Schluss-Stand von Freitag. Die FTD gibt die Zahlen von heute wieder (außerdem relative Zahlen) und ist damit einen Tick aktueller als Du ;-)
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Malko07:

fkuebler (#58680), ich bin kein

7
08.03.10 12:40
Anhänger der Selbstgeißler aber ein Problem sollte man schon in der vollen Breite sehen. Nur dann besteht die Chance auf sinnvolle Lösungen. Wenn einer Fehler tut kann der andere sich nicht bei den eigenen Fehlern auf die Fehler des Kontrahenten berufe. Deshalb vertrete ich hier ja die Meinung, die Griechen sollte ihre Suppe selber auslöffeln. Wir werden die eigene Suppe auch auslöffeln müssen, nur Geduld. Ich bin weder ein Anhänger des "lassez faire" mancher Südeuropäer noch des "Eigenbrötlertums" mancher Nordeuropäer à la Skandinavien.

Ich war auch ein Feind der expansiven Erweiterung der EU gewesen. Mir wäre erstmals eine Vertiefung wichtiger gewesen. Aber es waren gerade wir, die die Ausweitung vorangetrieben haben. Wir wollten lieber größere Märkte als eine tiefere Union. Die zukünftigen Probleme in der EU werden sich mMn auch stärker in Osteuropa und in Südosteuropa als in Südeuropa akkumulieren. Nun der Fehler ist passiert und wir werden das Beste daraus machen müssen. Die Lösung sehe ich mittelfristig in einer stärkeren Herausbildung der Integration der verschiedenen Geschwindigkeiten. In meinen Augen wird es längerfristig ein tief integriertes Kerneuropa geben, das von einem lockeren Verbund umgeben ist. Bezüglich EU-Erweiterung: Wo außer als bei uns wollen politische Gruppierungen den EU-Beitritt der Türkei?

Die Eurozone wird sicherlich nicht so bleiben wie sie ist. Wenn sich die gesamte Mengenlage beruhigt hat, wird das eine oder andere Mitglied die Zone verlassen (müssen) und andere werden dazu stoßen.
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Anti Lemming:

fk - was in "Die Zeit" steht

2
08.03.10 12:45

zu Kohl und dem Euro, steht mMn auch nicht in Widerspruch zu dem, was ich gestern geschrieben hatte:

(# 58634): "Kohl hat den Euro eingeführt, damit die deutsche Industrie hemmunglos gen Süden expandieren kann. [Entspricht Deiner "Einsicht in die Notwendigkeit des Euro"] Der Euro beseitigte störende Währungs-Barrieren [dto.] und versprach, unter den Argusaugen Brüssels hart zu werden wie einst die DM."

Die Zeit schrieb 1998: "Ein Euro ohne Kohl ist ebenso undenkbar wie das Deutsche Reich ohne Bismarck" und "Deutsche Einheit, europäische Einigung - das ist des Kanzlers Lebenswerk. Der Euro, so hofft er, wird Europa neue Dynamik einhauchen."

Kohl war bei der Einführung des Euro eine - wenn nich DIE - entscheidende Figur.

Malko hingegen schreibt, sich auf # 58634 beziehend, in # 58676: "A.L, was Du gestern ...aufgezeigt hast, hat mMn überhaupt nichts mit dem Euro zu tun und ist geschichtlich zum Teil absolut falsch. Kohl war nicht derjenige der den Euro vorangetrieben hat."

Es geht in unserem Disput wohl eher um die politischen Prämissen meines Postings # 58634. Darüber kann man in der Tat geteilter Meinung sein, sollte dies aber nichts als "historisch-absolut-falsch"-Behauptung kommunizieren.

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Malko07:

A.L. (#58683), glaubst du alle was

 
08.03.10 12:46
du so erzählst? Die FTD kann nicht wissen was heute läuft. Im Gegensatz zu den hochliquiden Bundesanleihen ist der Handel mit griechischen Anleihen extrem mühsam. Und ein wirklicher Kurs kommt immer erst zustande wenn ein Handel gelaufen ist. Alles andere ist Kulissenbau für ein großes Theaterstück. Handel die Heute gelaufen sind, sind durchwegs zu höheren Kursen gelaufen während Bundesanleihen mit längeren Laufzeiten momentan negativ tendieren. Aber wie schon gesagt, direkte Vergleiche diesbezüglich schaffen nur die Schreiberlinge bei der FTD. Haben, wie so viele hier, sich noch nie ernsthaft mit Anleihen auseinander gesetzt.
Antworten
Anti Lemming:

Sachma Malko

 
08.03.10 12:49
hassu ma ne WKN?
Antworten
Anti Lemming:

Credit Spreads

 
08.03.10 12:58
um die es hier geht, sind liquider handelbar als das Underlying.
Antworten
Malko07:

A.L., WKN? Von was?

3
08.03.10 13:08
Wenn du versuchst griechische Staatsanleihen an deutschen Börsen zu kaufen, viel Spaß und vor allem sehr viel Geduld und der Einkauf wird teuer werden.

Die angesprochenen Kunstprodukte haben mit den echten Vermögensgegenständen nun mal überhaupt nichts zu tun. Davon läuft auch noch ein Großteil unkontrollierbar OTC.

So gibt es z.B. ETF, die weltweit Aktien abbilden und das wegen fehlenden Aktien nur mittels Kunstprodukten können. Das Volumen das in diesen ETF dargestellt wird übersteigt die realen Aktien oft um ein Vielfaches. Ist der gleiche Unsinn wie der nackte Leerverkauf. Reines Casino in seiner ursprünglichsten Form.

Wenn man die Bewertung des Marktes von Anleihen sehen will, muss man schon den Handel mit den echten Anleihen anschauen und nicht wie viele Spieler in Bad Wiessee auf Rot oder Schwarz setzen.
Antworten
fkuebler:

Sacht'mal Malko&AL, sindwa heute schlecht gelaunt?

5
08.03.10 13:14

Die Börsen kommen doch schon zurück, oder? ;-)

Oder sind'wa heute einfach mal alte Zottelgrantler, die sich um die ideologische Deutungshoheit streiten? ;-)

Antworten
Anti Lemming:

Aktuelle "Hit-Liste" der Länder-Kreditrisiken

3
08.03.10 13:15
Stand: 3. März 2010

Griechenland ist an 10. Stelle - zwei Stellen nach Island (8.) und fünf nach Dubai (5.). Spitzenreiter bleibt Argentinien.

verlorenegeneration.de/landerisiken-im-uberblick/
Der USA Bären-Thread 304752
Antworten
Anti Lemming:

Aktien-ETFs vs. real verfügbare Aktien

3
08.03.10 13:19
Wenn das so ist (# 58689) , sollte doch mal jemand ein Klage anstreben gegen "nacktes Long-Buying". Bislang gibt es solche Klagen nur gegen "nacktes Short-Selling".
Antworten
Anti Lemming:

Island - nach Icesave-Veto Downgrade auf Ramsch?

2
08.03.10 13:25
FTD
Nein zu Icesave bedroht Islands Staatsfinanzen

Wann und wie der Inselstaat Milliarden an Großbritannien und die Niederlande zurückzahlt, ist nach dem Referendum völlig unklar. Die Ratingagentur Moody's warnt vor einer Herabstufung der Bonität des Islands - und zwar auf Ramschstatus. von Christine Mai


Die Ablehnung eines Entschuldungs-Abkommens durch die isländische Bevölkerung bedroht die finanzielle Lage des Inselstaats. Kenneth Orchard, Kreditanalyst bei der Ratingagentur Moody's, warnte gegenüber Bloomberg TV vor einer Herabstufung auf Ramschstatus, sollte die Regierung nicht bald eine Einigung mit den Gläubigerländern Großbritannien und Niederlande erzielen. "Das könnte sich möglicherweise bis Mitte 2011 hinziehen", warnte Orchard aber.

Islands Wähler hatten das sogenannte Icesave-Gesetz am Samstag in einem Referendum mit überwältigender Mehrheit abgelehnt. Nach dem Kollaps der isländischen Institute 2008 entschädigten Großbritannien und die Niederlande Kunden der Internetbank Icesave, einer Tochter von Landsbanki. Nun fordern sie das Geld, insgesamt 3,8 Mrd. Euro, von Island zurück, das Icesave-Abkommen regelt die Bedingungen dafür. Aufgrund der hohen Belastung für das Land - sie beträgt mehr als ein Drittel der jährlichen Wirtschaftsleistung - ist das Gesetz jedoch enorm unpopulär.

Moody's bewertet Island derzeit mit Baa3 und damit eine Stufe über Ramschstatus. Mit einer Herabstufung würde sich die Refinanzierung an den Kapitalmärkten weiter verteuern. Die Ratingagentur Fitch hat Island bereits auf den sogenannten Speculative Grade herabgestuft, der auf ein erhöhtes Risiko hindeutet. Standard & Poor's könnte ebenfalls nachziehen.

www.ftd.de/finanzen/maerkte/...ds-staatsfinanzen/50085485.html
Antworten
Malko07:

#58690: Die Aktienpreise

 
08.03.10 13:26
verhalten sich momentan absolut nach Plan.

;o)
Antworten
Anti Lemming:

Dubai World beginnt mit Umschuldung

4
08.03.10 13:32
...Den Gesprächen mit Gläubigern sollen noch in diesem Monat formelle Vorschläge für eine Umstrukturierung folgen. Es wird erwartet, dass Dubai World den Geldgebern anbietet, Schulden über mehrere Jahre zurückzuzahlen, allerdings mit einem Abschlag ("Haircut").  Alternativ könnten sie mehr Geld zurückerhalten, wenn sie bereit sind, länger zu warten....

...Gläubiger von Nakheel sind die Zulieferer und lokale Baugesellschaften, die wiederum von Banken der Region Geld geborgt haben. Wenn sie ihr Geld nicht wiederbekommen, könnte es einen Multiplikatoreneffekt geben....

www.ftd.de/finanzen/maerkte/...ginnt-umschuldung/50085540.html



Klingt nicht wirklich verlockend...
Antworten
Malko07:

#58693: Man stelle sich vor,

 
08.03.10 13:35
Island will in den Euro aber nicht in die EU und die eigene Suppe wollen sie auch nicht auslöffeln. So was verquertes kann nur im hohen Norden gedeihen. Da lobe ich mir die Griechen. Dort sieht immerhin über 50 % der Bevölkerung die Notwendigkeit der Sparmaßnahmen ein.
Antworten
fkuebler:

Malko #684: Da gibt's ein bisschen Trost:

4
08.03.10 13:36

"Ich war auch ein Feind der expansiven Erweiterung der EU gewesen. Mir wäre erstmals eine Vertiefung wichtiger gewesen"

Einverstanden, auch mein instinktiver Wunsch. Aber Politik ist oft ein Spiel gegen die Bande, und man könnte auch zu der Einschätzung kommen, dass wir mit der ursprünglichen EU keine Chance auf nennenswerte Vertiefung gehabt hätten.

Stumbling stone wären die Tommies gewesen. Mit denen wäre eine Vertiefung unmöglich gewesen, und ohne die hätte die Rest-EU keine hinreichende Masse gehabt, um die für's Überleben erforderlichen Selbstzusammenhaltskräfte zu entwickeln. Abgesehen davon, dass ein erfolgreiches Rausschmeissen der Tommies derart viel Kräfte gekostet hätte, dass die Rest-Mini-EU für Jahrzehnte im Koma gelegen hätte.

Vielleicht hat das ja auch ein grösserer Kopf (als ich) vorhergesehen und auch deshalb...

"Aber es waren gerade wir, die die Ausweitung vorangetrieben haben. Wir wollten lieber größere Märkte als eine tiefere Union"

... die Ausweitung vorangetrieben. Der von dir genannte Preis:

"Die zukünftigen Probleme in der EU werden sich mMn auch stärker in Osteuropa und in Südosteuropa als in Südeuropa akkumulieren"

... hat uns eine Ausgangslage geschaffen, die sich bisher als erstaunlich resistent gezeigt hat. EIn gewisser Dusel war dafür auch notwendig (z.B. Lissabon im Kasten bevor die Griechen malträtiert werden), aber das ist dann halt das Glück der Tüchtigen ;-)

"Nun der Fehler ist passiert und wir werden das Beste daraus machen müssen. Die Lösung sehe ich mittelfristig in einer stärkeren Herausbildung der Integration der verschiedenen Geschwindigkeiten. In meinen Augen wird es längerfristig ein tief integriertes Kerneuropa geben, das von einem lockeren Verbund umgeben ist"

Ja, gut denkbar, aber das geht halt nur bei einer wirklich grossen Ausgangs-EU. Man könnte ja hypothetisch auf den Gedanken kommen, eine Weiterentwicklung der ursprünglichen 6-er-EU hätte genau so um sich herum einen lockeren Verbund bilden können. Das stimmt aber nicht, weil dann nämlich die Tommies ganz knallhart vorher wieder eine Konkurrenzveranstaltung gebildet hätten, und dadurch Europa in ein ziemlich unbeweglich beharrendes Gleichgewicht gefallen wäre.

"Bezüglich EU-Erweiterung: Wo außer als bei uns wollen politische Gruppierungen den EU-Beitritt der Türkei?"

Na wo denn wohl? Eben bei unseren Intimfreunden, den Tommies. Das sind aus jahrhundertelanger Erfahrung derart gewiefte Check&balance-Profis, dass die die Türkei drinhaben wollen, damit insbesondere die Germanen keine Vertiefung mehr haben wollen und dadurch auch die Tommies aus dem Schneider sind... Und dafür finden sie in Germania auch reichlich nützliche Gutmensch-Idioten.

Aber am Schluss werden sie's halt trotzdem nicht schaffen, denn aus allen Filmen, die ich so sehe, ist mir mittlerweile bekannt, dass am Schluss immer die Guten siegen ;-)

Verdammt! Jetzt sind wir aber schon wieder reichlich OT. Ich will endlich, dass mir jemand den Dax von Anfang Mai sagt!

Antworten
permanent:

US Arbeitsmarkt steht vor Strohfeuer

4
08.03.10 13:44

Für die Volkszählung in den USA werden hunderttausende Arbeitskräfte eingestellt. Das bessert die Lage auf dem Arbeitsmarkt – allerdings nur kurzfristig, Wie es um die USA wirklich steht, zeigt sich im Herbst. Die hohe Arbeitslosigkeit gilt als größtes Hindernis für eine anhaltende Erholung der Wirtschaft............

...............

„Allein wegen der anstehenden Volkszählung dürften von März bis Mai hunderttausende, zeitlich befristete neue Jobs entstehen“, sagte Mark Zandi, Chefvolkswirt bei Moody’s Economy.com. Ob die private Wirtschaft selbst neue Stellen schaffe, werde man aber erst im Herbst sehen, wenn dieser Effekt auslaufe.....................

http://www.handelsblatt.com/politik/...t-steht-vor-strohfeuer;2542160

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obgicou:

ich kann die Einstellung der Isländer

6
08.03.10 13:49
größtenteils nachvollziehen. Wieso soll ich den Engländern was zurückzahlen, wo es doch auch deren Banken waren, die den isländischen Banken CDOs aufgeschwatzt haben. Sollen doch die angelsächsischen Banken die Verluste derIsländer aus den CDOs ausgleichen, dann können die auch die Spareinalgen zurückzahlen.
Wieso jetzt ausgerechnet der isländische Staat, sprich die isländischen Bürger dafür herhalten sollen, ist mir unklar.

Griechenland sehe ich da anders; die haben einfach jahrelang über ihre Verhältnisse gelebt, welche Schicht den Staat mehr ausgesaugt hat, kann ich nicht beurteilen. Auf jeden Fall ist das für mich eher ein selbst eingebrocktes Moussaka als die isländisch-angelsächsische Fischsuppe.
Antworten
Malko07:

ffkuebler (#58697), anfang Mai?

4
08.03.10 13:49
Ich würde sagen leicht höher oder tiefer wie heute, sicherlich nicht in einer anderen Klasse. Ich sehe momentan nichts was sich bezüglich der Politik gegenüber dem Finanzcasino oder der Geldlage bis dahin ändern sollte. Eventuell wird sogar das QE verlängert und weitere Konjunkturprogramme aufgelegt werden. Zum großen Sprung nach oben fehlt der Mut und zum Absturz wird etwas wirkliches Hässliches gebraucht.

Sollte es zu einem militärischer Schlag mit taktischen Atomwaffen gegen den Iran kommen (unwahrscheinlich) würden nach einem sehr kurzen Einbruch die Kurse explodieren (aus Börsensicht also nichts Hässliches).

Probleme mit dem Verkauf von Staatsanleihen wird es bis dahin in den USA nicht geben. Sollte der Verkauf leicht stottern wird für die 2. Jahreshälfte das QE unter Garantie wieder angeworfen sollte es nicht eh noch in Betrieb sein.
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