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Der Streikwahnsinn?

Beiträge: 334
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Der Streikwahnsinn? Tony Ford
Tony Ford:

Der Streikwahnsinn?

9
21.10.14 13:03
#1
Die letzten Tage und Wochen hat vor allem die GdL für ziemlich viel Aufsehen und zumeist auch Mißverständnis in der Öffentlichkeit gesorgt.
Klar als Bahnkunde ist man davon teils ziemlich hart betroffen, denn vielen Bahnkunden fehlen attraktive Alternativen zur Bahnfahrt, viele Kunden nutzen die Bahn um damit die Arbeitsstelle oder Bildungsstätte erreichen zu können.
Insofern kann ich seitens eines Bahnkunden das Unverständnis verstehen.

Andererseits wenn man mal all diese Hindernisse, Unbequemlichkeiten, usw. ausblendet und den Streik in der öffentlichen Wahrnehmung und Handhabung betrachtet, so bin ich erstaunt, wie wenig Wert man der Freiheit zugestehen möchte und wie wenig man Freiheit wirklich lebt.

Ja es gibt sogar so manche Vorschläge, wie man diesen Streiks "Herr" werden kann, welche meiner Meinung nach verfassungswidrig sind und die Freiheit des Arbeitnehmers massiv beschneiden.

Z.B. finde ich es völlig fernab jedweder Freiheit, Arbeitnehmer in die Gewerkschaft mit den meisten Mitgliedern zwängen zu wollen, vor allem in großen Unternehmen, in denen die Interessen der Belegschaft sehr unterschiedlich sind.

Mit welchem Verständnis von Freiheit will man es einem Arbeitnehmer verbieten, sich zu organisieren. Mit welchem Recht schreibt man einem Arbeitnehmer vor, wie er sich zu organisieren hat.

Ich finde ich selbst schon ziemlich fragwürdig, dass Arbeitnehmer ohne Gewerkschaft nicht streiken dürfen. Dadurch liegt die Hürde eines Streiks derartig hoch, dass vor allem in kleineren und mittelständigen Unternehmen gar keine Streiks möglich sind.

Wie viel sich die Arbeitnehmerseite doch die letzten 10 Jahre gefallen lassen musste, wie immer mehr Leiharbeits- oder Werksvertragsverhältnisse bestehende Arbeitsverhältnisse ablösten und man die Rechte der Arbeitnehmer damit immer weiter absenken konnte. Für einen Werkverträgler oder Leiharbeiter ist es quasi bedingt ihres rechtlich relativ unsicheren Arbeitsverhältnisses faktisch unmöglich in einen Arbeitskampf zu treten.

Es erstaunt mich, dass wenn die Arbeitgeberseite mit der Keule der Macht um sich schlägt, es gesellschaftlich scheinbar toleriert wird, man es jedoch für untragbar hält, wenn nun mal die andere Arbeitnehmerseite mit der Keule der Macht um sich schlägt.

Wenn Arbeitgeber Macht aus die Arbeitnehmer ausüben dürfen, so sollte es in einem Lande mit Anspruch auf Freiheit auch umgekehrt sein dürfen. Letztendlich liegt es doch an der Arbeitgeberseite selbst, wenn sie eine Unternehmenspolitik betreiben, welche erst dazu führt, dass eben Arbeitnehmer streiken. Kein Arbeitnehmer, welcher zufrieden ist und sich verstanden fühlt, würde in einen Streik treten.
308 Beiträge ausgeblendet.
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Der Streikwahnsinn? K.Ramel
K.Ramel:

Na prima - wer in Berlin die Einheit feiern will

 
07.11.14 16:21


kann jetzt ja mit der Bahn anreisen....

siehe auch die schon erfolgten Meldungen in der Süddeutschen Zeitung und in den anderen Streik-threads....

Ein schönes Wochenende wünscht

K.Ramel
Der Streikwahnsinn? Tony Ford
Tony Ford:

Minderheiten, welche über Mehrheiten bestimmen?

 
07.11.14 17:04
Wenn ich mir diverse Beiträge durchlese, so stelle ich fest, wird die Sache künstlich zu etwas hochstilisiert und Ängste geschürt, welche unbegründet sind.

Dass Minderheiten über Mehrheiten bestimmen, davon kann keine Rede sein, denn die Forderungen welche im Raume stehen sind 5% Absenkung der Wochenarbeitszeit, 5% mehr Lohn + Deckelung der Überstunden.
Von einer Erpessung, wie man der GDL unterstellt, kann keine Rede sein, zumal diese Forderungen lediglich eine Verhandlungsgrundlage bilden, welche im Regelfall sowieso nicht erreicht werden.

Aber selbst den Fall, dass bestimmte Berufsgruppen ihre Machtposition übermäßig strapazieren und somit große Steigerungen erreichen, so wäre dies in einer Marktwirtschaft kein Problem, wenn es einen gut funktionierenden Wettbewerb gäbe.

Da die Bahn jedoch quasi Monopolist ist, führt dies logischerweise dazu, dass eine Marktmacht missbraucht werden kann.

Doch wenn man nun den Lokführern Marktmissbrauch vorwirft, nur weil sie ihre wichtige Position nutzen, so ist dies meiner Meinung nach relativ kurzsichtig gedacht, denn ein Missbrauch in Folge von Quasi-Monopolen ist an der Tagesordnung. Der Unterschied zum Streik jedoch ist, dass viele andere Missbrauchsfälle eben nicht öffentlich werden.

Jedes Unternehmen, welches ein Quasi-Monopol vertritt, nutzt dies gnadenlos aus und verlangt für seine Produkte solch hohe Preise wie er am Markt durchsetzen kann.
Dies führt dann dazu, dass ein Krebsmedikament für mehrere Tausend Euro verkauft werden kann oder ein paar wenige Teile aus relativ simplen Aluminiumblech den Preis eines Kleinwagens haben.

Am Ende entscheidet Angebot und Nachfrage und wenn das Angebot an Lokführern in Bezug auf die Nachfrage zu gering ist, so ist es nur Folgerichtig, dass die Lokführer ihre Position nutzen und höhere Preise aushandeln.
Steigt das Angebot an Lokführern, so steigt auch die Angst der Lokführer vor einem Arbeitsplatzverlust und demzufolge würden sich keine Mehrheiten für einen Streik mehr finden.

Daher lasset den Markt dies regeln und hört endlich auf in den Markt eingreifen zu wollen, sobald der AN mal etwas mehr Macht erhält und dies nutzt.
Der Streikwahnsinn? Monsieur Hulot
Monsieur Hulot:

Der Markt hat in dem Fall

3
07.11.14 18:31
garnix zu regeln. Als lebenswichtiger Versorgungsbetrieb für die Bevölkerung sollte die Bahn (eigentlich der ganze ÖPNV) garnicht bestreikt werden dürfen. Gleiches gilt für Elelektrizität, Wasser und Müllabfuhr.
Der Streikwahnsinn? Tony Ford
Tony Ford:

#312...

 
07.11.14 18:52
sehe ich anders, denn man kann einem Arbeitnehmer nicht Grundrechte verwehren, nur weil er einen Job hat, der wichtig ist. Artet dies in eine Erpressung und Unverhältnismäßigkeit aus, dann gibt es hierfür Gerichte, welche einen solchen Streik stoppen und für nichtig erklären.
Der Streikwahnsinn? Dr.UdoBroemme
Dr.UdoBroem.:

Ich dachte immer, dass eine Gewerkschaft für

 
07.11.14 19:14
höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen ihrer Mitglieder kämpft.

Im Falle der GDL anscheinend ein Irrtum, da man trotz Angebote der Arbeitgeberseite es nicht einmal für nötig hält, in Verhandlungen einzusteigen.
Warum man meint, nur wenn man eigene Tarife abschließt, mehr für die Beschäftigten herausholen zu können, bleibt weitgehend ungeklärt.

Solange man nicht einmal den Versuch macht, gemeinsam mit der EVG einen annehmbaren Tarif zu erkämpfen ist und bleibt die Argumentation für Streiks unglaubwürdig und angreifbar.

Laut EVG haben die letzten Tarifrunden eher das gegenteilige Bild gezeigt(kann ich aber nicht beurteilen).
Ich bin nicht nachtragend, vergesse aber nichts(H. Wehner)
Der Streikwahnsinn? Grinch
Grinch:

Ach denen gehts nur darum ihre "kampfbereitschaft"

 
07.11.14 19:20
zu zeigen und somit zu versuchen bei den Mitgliedern der EVG zu wildern.
Der Streikwahnsinn? Tony Ford
Tony Ford:

@Dr.Udo...

 
07.11.14 20:40
Welches Angebot hat die Arbeitgeberseite gemacht?

Bislang habe ich von keinem konkreten Angebot gelesen, d.h. von Lohnsteigerungen oder Arbeitszeiten.

Aber vielleicht hast du ja eine Quelle?
Der Streikwahnsinn? Dr.UdoBroemme
Dr.UdoBroem.:

...

3
07.11.14 20:49
17. Oktober: Die DB erklärt sich weiterhin bereit, über die Forderungen
der GDL für weitere Arbeitnehmergruppen wie z.B. Zugbegleiter
Sondierungsgespräche zu führen. Die DB kündigt der GDL einen
Vorschlag über Regelungen zu materiellen Inhalten und zur
gleichzeitigen Vermeidung konkurrierender Tarifverträge an. Angebot zu
Einkommensverbesserung für Lokomotivführer:
- Erhöhung der Entgelte für Lokomotivführer in drei Stufen um
insgesamt 5 Prozent bei einer Laufzeit von 30 Monaten: 2,1 Prozent
zum 1. Dezember 2014, weitere 1,5 Prozent zum 1. Juli 2015 und
1,4 Prozent zum 1. Juli 2016
- Zahlung eines Einmalbetrages von rd. 325 Euro für den Zeitraum
vom 1. Juli 2014 bis 30. November 2014
- Einstellung von 200 zusätzlichen Lokomotivführern im Jahr 2015
zum Abbau von Mehrarbeit
- Ausbau der laufenden Maßnahmen zur Verbesserung der
individuellen Schichtplanung, z. B. die Stärkung der Betrieblichen
Arbeitszeitprojekte, insbesondere mit dem Ziel, die Vereinbarung
von Beruf und Familie zu verbessern

www.deutschebahn.com/file/8380932/data/...2014_faktenblatt.pdf
Ich bin nicht nachtragend, vergesse aber nichts(H. Wehner)
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Der Streikwahnsinn? Dr.UdoBroemme
Dr.UdoBroem.:

Lustig ist wohl auch, dass ausgerechnet die

 
07.11.14 20:58
Nichtorganisierten sich dann die Rosinen aus dem Kuchen rauspicken können, wenn es zwei Tarufverträge für eine Beschäftigtengruppe gibt. Jedenfalls wenn ich das gestern im Fernsehen richtig verstanden habe.
Ich bin nicht nachtragend, vergesse aber nichts(H. Wehner)
Der Streikwahnsinn? Tony Ford
Tony Ford:

@Dr.Udo....

 
07.11.14 21:00
das Angebot war doch vor dem letzten Streik, seither hat die Bahn AG kein weiteres Angebot mehr gemacht, warum sollte die GDL dann schlichten wollen?

Was ist zudem mit der Absenkung der Wochenarbeitszeit?
Der Streikwahnsinn? Tony Ford
Tony Ford:

#319...

 
07.11.14 21:02
und was ebenfalls fehlt ist die Möglichkeit für die Bahnbegleiter einen Tarif aushandeln zu können, so wie es letztendlich deren Grundrecht ist.
Der Streikwahnsinn? Tony Ford
Tony Ford:

wenn ich Lokführer wäre...

 
07.11.14 21:06
würde ich ebenfalls weiter streiken, denn das Angebot der Bahn ist schlichtweg ein Witz.

Was sind 200 neue Lokführer bei 20.000 Lokführern Bundesweit?
Der Streikwahnsinn? Dr.UdoBroemme
Dr.UdoBroem.:

200 im nächsten Jahr, das ist ja alles noch

 
07.11.14 21:13
verhandelbar, das ist ein Angebot, das die GDL nur mit einem Achselzucken beantwortet.

Und auch für die Zugbegleiter dürfen sie gerne verhandeln, es geht doch nur darum, dass sie für die von der GDL Vertretenen einen exklusiven Vertrag abschließen wollen, ohne das überhaupt klar ist, ob sie damit bessere Ergebnisse erzielen als mit der EVG zusammen.
Man will es ja nicht einmal ausloten.

Es geht nur um reine Machtspielchen und das nehmen ihnen viele übel.
Ich bin nicht nachtragend, vergesse aber nichts(H. Wehner)
Der Streikwahnsinn? Karlchen_V
Karlchen_V:

Da muss man nix verhandeln...

 
07.11.14 21:21
Da kann man einfach rechnen: mind. 3% scheiden p.a. aus. Das wären bei 20.000 im Bestand 600 neue pro Jahr. Eher 700 bis 800. 200 sind ne lächerliche Nummer.
Der Streikwahnsinn? Tony Ford
Tony Ford:

#322...

2
08.11.14 05:18
wenn man ein solches Angebot mit einem Streik beantwortet, so sollte doch selbst den Bahn-AG-Pfeifen klar sein, dass wenn sie weiter verhandeln wollen, etwas am Angebot ändern müssen.
Doch nach dem Streik hatte sich eben nix geändert, sich die Bahn AG nicht bewegt, kein weiteres Angebot gemacht und jede erneute Verhandlung darüber abgelehnt und nach einem Schlichter gerufen.
Und mal ehrlich, was sind 2,5% mehr Lohn pro Jahr, bei einem Job, welcher für Deutschland existenziell wichtig ist. Ich denke nicht, dass die Bahn AG-Pfeifen sich selbst mit nur 2,5% zufrieden geben, dort wirst du Steigerungen haben, welche be 5 bis 10% liegen werden und der Witz an der Sache ist, dass man auf die Bahn AG-Pfeifen notfalls auch mal für ein paar Wochen verzichten könnte und der Verkehr trotzdem laufen würde.

Der Streikwahnsinn? Tony Ford
Tony Ford:

interessanter Vergleich...

2
08.11.14 05:27
www.validome.org/blog/news/Item-212
Der Streikwahnsinn? Karlchen_V
Karlchen_V:

Ich verstehe die GDL in der Hinsicht nicht, dass

2
08.11.14 12:05
sie überhaupt die Frage zum Verhandlungsgegenstand macht, wieviele Lokführer die Bahn einstellen sollte, damit nicht mehr so viele Überstunden anfallen. Sie sollte einfach klar machen, dass keine Überstunden mehr geleistet werden und es ureigene Aufgabe der Bahn ist, für hinreichend Personal zu sorgen. Soll doch die Bahn sehen, wie sie ihre Aufgaben bewältigt, wenn Personal fehlt. Hier spiegelt sich doch nur wieder, dass die bahn an allen Ecken und Enden sinnfrei Kosten reduzieren will - bei der Ausbildung des Personals und - das war besonders früher immer wieder ein Ärgernis - bei der Wartung der Züge und der Anlagen.

Wenn der Vorstand der Bahn nicht in der Lage ist, seine grundlegenden Managementfunktionen wahrzunehmen, hat die Bahn hier ein Personalproblem - und es wäre Aufgabe des Eigentümers, also des Bundes, hier für Abhilfe zu sorgen. Aber die Folgen dieses Personalproblems können doch nicht Gegenstand von Tarifverhandlungen sein.
Der Streikwahnsinn? Timchen
Timchen:

Tony hat mal wieder recht

 
08.11.14 13:25
Das sind alles Pfeifen bei der Bahn,
warum geben die ihren Leistungsträgern nicht einfach 10% mehr
und alles ist gut. Wird eh bei den Fahrkarten wieder draufgeschlagen
und wer kein Auto hat ist selbst schuld.
2,5% ist ein Witz, das entspricht ja gerade der nächstenFahrpreiserhöhung
und war eh schon einkalkuliert.
Ein Optimist kauft Gold und Silber, ein Pessimist Konserven.
Der Streikwahnsinn? Tony Ford
Tony Ford:

#327...

 
08.11.14 18:45
Wenn ein Bahnbegleiter oder Lokführer 10% mehr Geld erhalten würde, würde dies doch an am gesamten Fahrkartenpreis wenn überhaupt 1% ausmachen.
Solche Erhöhungen sind es nicht, welche die Ticketpreise ernsthaft in die Höhe treiben.
Der Streikwahnsinn? Tony Ford
Tony Ford:

ferner...

 
08.11.14 18:50
gibt es mit den Fernbussen bereits Alternativen, so dass es letztendlich der Wettbewerb selbst regeln wird.
Ich sehe da keinen Grund, weshalb man die GDL nicht ihre Macht mal ausspielen lassen sollte. U.a. sein nochmals gesagt, dass die Verhältnismäßigkeit stets juristisch überprüft werden kann und auch wird, demzufolge überzogene Forderung per Gericht Einhalt geboten wird.
Wenn sich in höheren Ebenen Steigerungen von mehr als 10% zugeschanzt werden, da interessiert es doch auch keine Sau, da ist es doch auch legitim, dass jene in diesen Ebenen ihre Macht dafür ausnutzen dürfen und u.a. auch der Fahrgast mit seinem Ticket diese Kosten mit trägt.
Der Streikwahnsinn? Talisker
Talisker:

Wie der Lokführer Thilo Böhmer das sieht

2
12.11.14 16:41
Klein, aber schlagkräftig
Von Thilo Böhmer
Datum: 12.11.2014 (Update: 12.11.2014)
Der neue Feind hört auf den Namen Claus Weselsky. Der Chef der Eisenbahnergewerkschaft GDL sei für den ganzen Verdruss verantwortlich, heißt es allerorten. Der Stuttgarter Lokführer Thilo Böhmer sieht das ganz anders.
www.kontextwochenzeitung.de/gesellschaft/...kraeftig-2552.html
Tja, kann ja so sagen, kann nichts dazu sagen, ob das sein kann, oder nicht.
Der Streikwahnsinn? Tony Ford
Tony Ford:

#330...

 
14.11.14 12:54
dies zeigt wie ich finde recht gut, wie diverse Leute versuchen das Streikrecht zu kompromitieren.
Interessant fand ich auch den Hinweis, dass von den 37.000 Fahrpersonal die EVG lediglich 8.000 vertritt, die GDL demzufolge als legitimer Vertreter des Fahrpersonals anzusehen ist und dessen Interessen wesentlich besser vertritt als die EVG dies tut.

Ebenfalls interessant fand ich die Geschichte mit den Gewerkschaften. Da ist es schon äußerst fraglich, wenn Gewerkschaftsspitzen plötzlich auf die Arbeitgeberseite wechseln, sowas geht im Regelfall nur wenn man einen Kuschelkurs fährt und die Interessen der Arbeitnehmer möglichst klein hält, denn welch ein Unternehmen würde Jemanden einstellen, welcher jahrelang das Unternehmen quasi "am Erfolg" gehindert hat.
Der Streikwahnsinn? K.Ramel
K.Ramel:

Die Verhandlungen laufen getrennt mit EVG und Gdl

 
21.11.14 20:14


Heute ist eine Verhandlung zwischen EVG und der Bahn ergebnislos geplatzt

www.taz.de/Tarifverhandlungen-mit-der-Bahn/!149957/
Der Streikwahnsinn? Tony Ford
Tony Ford:

wie die Rechte immer weiter beschnitten wurden...

 
04.12.14 10:43
1980 In einem Betrieb mit 1000 Mitarbeitern arbeiten 800 Mitarbeiter in einer Fabrik und 200 als Angestellte für Verwaltung und Entwicklung.

Die 800 Mitarbeiter organisierten sich und konnten bessere Arbeitsbedingungen, Absenkungen der Wochenarbeitszeit, Lohnerhöhungen, usw. erkämpfen, bildeten sie eine deutliche Mehrheit im Betrieb.


2000 In einem Betrieb mit 1000 Mitarbeitern arbeiten 500 Mitarbeiter in der Fabrik und 500 als Angestellte in Entwicklung und Verwaltung.

Für die 500 Fabrikarbeiter wird es immer schwieriger im Betrieb eine Mehrheit zu bilden, da aus dem Bereich der Angestellten eine Vielzahl von Forderungen der Fabrikarbeiter nicht unterstützt werden, warum auch, wenn es die Angestellten selbst nicht trifft.


2014 In einem heutigen Betrieb mit 1000 Mitarbeitern arbeiten nur noch 300 in der Fabrik und 700 Angestellte in Verwaltung und Entwicklung.
Doch damit nicht genug arbeiten von den 300 Fabrikarbeitern 100 mit Werkvertrag sowie 50 mit Leiharbeitsverträgen, so dass von den 300 Fabrikarbeitern nur noch 150 übrig bleiben, welche ernsthaft für ihr Recht kämpfen können.

Mehrheiten sind quasi nun gar nicht mehr möglich, so dass der Fabrikarbeiter nicht mehr um sein Recht kämpfen kann, weil die 700 Angestellten dies zunichte machen, sie den Arbeitskampf nicht mit tragen, weil es sie selbst nicht betrifft und ihre Problemfelder anders liegen.

Dies bedeutet konkret, dass die EVG mit über 200.000 Mitgliedern gar nicht die Interessen der 37.000 Fahrpersonal sinnvoll vertreten kann, weil sie hierfür keine mehrheitliche Unterstützung von denen erhält, die es selbst nicht betrifft.

Dies führt u.a. seit geraumer Zeit dazu, dass sich Spartengewerkschaften ausbilden und die großen Gewerkschaften Mitglieder verlieren, denn große Gewerkschaften können anhand ihrer Mitgliederstruktur gar nicht sinnvoll die Interessen aller vertreten. Spätestens wenn es darum geht zu streiken wird es bei einer Urabstimmung nicht zu einer Mehrheit kommen.

Spartengewerkschaften wie die GDL sind daher für den Erhalt der Arbeitnehmerrechte existenziell wichtig und lösen die Problematik der veränderten Personalstrukturen der Unternehmen.

Dies politisch/gesetzlich zu verbieten bedeutet nichts Anderes als das Recht auf Arbeitskampf für den Fabrikarbeiter oder Fahrpersonal zu verbieten, denn wie soll das Fahrpersonal überhaupt noch für ihre Rechte streiken können, wenn sie sich in einer klaren Minderheit befinden?
Da entscheiden doch nicht mehr die die es betrifft, sondern die die es nicht betrifft, dafür aber in der deutlichen Mehrheit sind.

Da denke ich braucht man nicht viel Fantasie, dass ein solches gesetzliches Verbot verfassungswidrig wäre, zumal bereits Heute schon Möglichkeiten bestehen, Streiks gerichtlich verbieten zu können, z.B. wenn die Forderungen über ein gewisses Maß hinausgehen und eine klare erpresserische Absicht erkennbar ist.

Mehr gesetzlichen Rahmen braucht es nicht, sondern sollte man dieser Sache mit Gelassenheit begegnen, denn die Wirtschaft ist keine Einbahnstraße.
U.a. sei hierbei die Problematik der Leiharbeit und Werkverträge zu nennen, dadurch wurden die Rechte der Arbeitnehmer massiv beschnitten, so dass wir froh sein sollten, dass der Arbeitnehmer für seine Rechte kämpft und die Balance hält.
Der Streikwahnsinn? Tony Ford

der Wahnsinn geht weiter...

 
schon erstaunlich, dass die Bahn nicht bereit ist, bereits erreichte Verhandlungsergebnisse schriftlich festzuhalten.
Dies erinnert mich an Fälle die ich selbst mehrfach in Workshops erlebt habe, indem man einen Tag lang scheinbar einer Lösung immer näher kommt und sobald man die Lösungen fixieren will, wird die Sache nahezu vollständig wieder verworfen und man fängt nahezu wieder bei Null an zu verhandeln.

Im Grund die klassische Hinhaltetaktik mit der man versucht auf Zeit zu spielen, in der Hoffnung, dass die Politik die Arbeitnehmerrechte wieder einschränkt und die Bahn dementsprechend nicht mehr mit der GDL verhandeln muss.

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