Der Steuersünder als Sozialrebell

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Der Steuersünder als Sozialrebell Happy End

Der Steuersünder als Sozialrebell

 
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Der Steuersünder als Sozialrebell

Einer von uns: Wie Klaus Zumwinkel den Wohlfahrtsstaat rettete

Das Gute siegt? Aber nur in Hollywood. Von Gesetzesbrechern geht eine besondere Anziehungskraft aus. Besonders wenn sie als Sündenbock der Mächtigen für deren eigene Fehler herhalten müssen – so wie Jérôme Kerviel, der seine Bank Société Générale um 4,9 Milliarden Euro erleichterte. Oder wie Klaus "Che" Zumwinkel. Er entspricht perfekt dem Bild des Bösen: Perfekt gekleidet, in feinem Tuch, mit Geldhoffern in der Hand. Dabei hat Zumwinkel doch nur gearbeitet - mit aller Kraft für die Volkswirtschaft. Er hat Va banque gespielt - und verloren. Rien ne vas plus - c'est la vie.
   
Wir haben schon immer gewusst: Es ist langweilig bei der Post. Und sind wir nicht alle kleine Sünderlein? Nun fallen sie über ihn her, die Moralisten. Deutschland freut sich mit der unverhohlenen Häme des Ressentiments, über die "Spitze des Eisbergs". Dabei ist Steuersparen ein Volkssport der Massen, deren liebste TV-Sendung nicht zufällig "Wer wird Millionär" heißt. Spar Dich reich - mit 1000 ganz legalen Steuertricks. Hinzu kommt die polnische Putzfrau, das kolumbianische Kindermädchen, das angebliche Geschäftsessen, die überhöhte Taxiquittung, der verlängerte Weg zur Arbeit, et cetera - gerade im Milieu der "Generation Beust", das bei abendlichen Salons über "neue Werte", die "Tugend Gemeinwohl" und die "Rückkehr der Eliten" schwadroniert.

weiter: www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27321/1.html


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