Der Klimawandel beschleunigt sich selbst

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Der Klimawandel beschleunigt sich selbst Trickse

Der Klimawandel beschleunigt sich selbst

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Damit Ihr nicht denkt, dass das Thema schon wieder vom Tisch ist. Jetzt geht es erst richtig los:


SZ 18.05.07

Ein wichtiger Klimastabilisator macht schlapp: Der südliche Ozean nimmt deutschen Forschern zufolge immer weniger CO2 auf. Der Grund: der Klimawandel selbst.

Natürliche Senken wie Wälder und Meere sind im Kampf gegen die Erderwärmung unersetzlich – bislang schluckten sie die Hälfte des vom Menschen in die Atmosphäre geblasenen Kohlendioxids.

Doch nun haben Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena eine folgenschwere Veränderung ausgemacht: Seit 1981 nimmt der südliche Ozean, der die Antarktis umgibt, pro Jahrzehnt fünf bis 30 Prozent weniger Kohlendioxid auf, als von den Forschern vorhergesagt. In ihrem Beitrag für die Online-Ausgabe des Fachjournals Science folgern sie: Der Klimawandel verstärkt sich selbst.

Denn die Ursache für den satten Ozean liegt in zunehmenden Winden. Diese wirbeln tiefere, kohlendioxidreiche Wasserschichten durcheinander, die dadurch an die Oberfläche gelangen. Die Folge: Neues CO2kann dort schlechter aufgenommen werden – und das alte gelangt im schlimmsten Fall zurück in die Atmosphäre.

"Die Rückkopplung des Klimawandels existiert"

Das Fatale: Die Winde werden selbst vom Klimawandel und der sinkenden Ozonkonzentration in der Stratosphäre in 10 bis 50 Kilometern Höhe ausgelöst.

„Man sieht, dass die Rückkopplung des Klimawandels in der Tat existiert“, erläutert der Direktor am Max-Planck-Institut für Biogeochemie, Martin Heimann. Er und seine Kollegen nehmen an, dass der Südliche Ozean in den kommenden 25 Jahren immer weniger Kohlendioxid aufnehmen können wird.

Das internationale Forscherteam hatte für ihre Studie Daten von elfe Stationen im Südlichen Ozean und 40 Stationen an anderen Stellen ausgewertet.

Bremer Umweltforscher berichten indes davon, den Anstieg von Kohlendioxid in der Atmosphäre erstmals vom Weltraum aus beobachtet zu haben. Sie hatten dazu Daten des europäischen Umweltsatelliten Envisat ausgewertet. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift Atmospheric Chemistry and Physics veröffentlicht.

Den Forschern zufolge steigt die CO2-Konzentration um 0,5 Prozent jährlich an. Ein Instrument an Bord von Envisat misst die von Erdboden und Atmosphäre zurückgestreute Sonnenstrahlung im infraroten Teil des Lichtspektrums. Diese Messungen machen es möglich, die atmosphärischen Konzentrationen einer Vielzahl von Spurengasen zu bestimmen.


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