Der arabische Visionär

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Der arabische Visionär Sahne

Der arabische Visionär

 
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Kopf der Woche: Mohammed Bin Rashid Al Maktoum, Scheich von Dubai

VDI nachrichten, 7.2.2003
Der Islam ist tolerant.“ 16 Monate nach den Terroranschlägen auf New York und Washington, angesichts der Drohungen weltweiter Selbstmordanschläge fällt es uns im christlich geprägten Westen schwer, dies zu glauben. Auch ohne die aktuelle politische Situation sorgt ein Hinweis auf Schiiten und Taliban, auf Burkas und Scharia für Zweifel an der Behauptung. Andererseits: Was wissen wir schon über den Islam? Das, was uns Peter Scholl-Latour und andere erzählen. Künftig erhalten wir die Möglichkeit, uns selbst aus erster Hand zu informieren – im bislang größten islamischen Internet-Archiv. 42 000 Dokumente, Digitalisierungen von teilweise einzigartigen Manuskripten, die bis zu 1400 Jahre alt sind, können bald in sechs Sprachen eingesehen werden. Finanziert wird das 5 Mio. Dollar teure Projekt vom Scheich von Dubai, Mohammed Bin Rashid Al Maktoum.

Der ist eine Figur wie aus einem modernen Märchen, möchte man meinen: Soldat, Dichter, Staatsmann, Pferdeliebhaber. Er ist Verteidigungsminister der Arabischen Emirate, zu dem sich Dubai mit sechs anderen Emiraten 1971 zusammenschloss. Er war es, der das kleine Wüstenland am Arabischen Golf mit seinen knapp 750 000 Einwohnern in den letzten 30 Jahren zu einem hypermodernen Mini-Staat gemacht hat. Wohlwissend, dass die Ölvorräte endlich sind, sorgte er vor: Ein Flughafen, eine eigene Airline, eine Freihandelszone, das jährliche Shopping-Festival im März sind Grundlage einer boomenden Wirtschaft. Hinzu kommen Internet City und Media City, Vorzeigeprojekte der Informationsgesellschaft. Der Tourismus boomt, und der Ehrgeiz des 53-Jährigen kennt keine Grenzen. Derzeit lässt er aus 80 Mio. m3 Stein und Sand eine künstliche Insel im Meer bauen. Mit seinem Golfplatz und Yachthafen soll Palm Island eine Oase für die Reichen dieser Welt werden.
An den Brennpunkten dieser Erde ist der Scheich ebenfalls aktiv: Im Kosovo unterhält er ein 60-Betten-Krankenhaus, seine Söldner unterstützten die Muslime während der Kriege in Bosnien und im Kosovo. Nach Afghanistan schickt er regelmäßig Hilfsgüter und lässt dort in der Nähe von Kandahar ein Dorf mit 200 Häusern, Schulen, Moscheen und unterirdischen Wasserpumpen bauen. In Deutschland wurde er durch sein Investment in der Brandenburger Chipfabrik „Communicant“ bekannt, deren Finanzierung noch immer nicht endgültig gesichert ist.
Gesichert scheint dagegen, dass er die Regeln der Mediengesellschaft beherrscht – denn wir wissen nur, was er uns wissen lassen möchte. Und dass er eine exzellente PR-Agentur hat. Alles lässt sich im Internet nachlesen, auf einer hervorragend gemachten Web-Site, in fehlerfreiem Deutsch, die täglich aktualisiert wird. H. CONRADY
www.alazharonline.org
http://sheikhmohammed.com/german/body.asp


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