Marktbericht
Dem Dax fehlt im Moment die Puste
05. Januar 2006 Dem deutschen Aktienmarkt sind am Donnerstag nach einem beeindruckenden Jahresauftakt die Kaufargumente ausgegangen. Am Schluß stand für den Dax nach drei Tagen ununterbrochener Kursgewinne ein kleines Minus von 7 Punkten oder 0,1 Prozent auf 5.517 zu Buche.
Händler zogen zur Begründung für die Atempause den Ölpreis heran. Dieser war in der Nacht zum Donnerstag auf ein Zehn-Wochen-Hoch gestiegen. Die Handelsspanne im Leitindex fiel mit 24 Punkten deutlich geringer aus als noch an den Vortagen. Beobachter sprachen von einer ”Minikonsolidierung auf hohem Niveau”. Gesucht waren Technologiewerte: SAP und Infineon avancierten im Dax zu den Tagesgewinnern, und der technologielastige TecDax ging mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 620 Punkte über die Ziellinie.
”Für einen Ausbruch über den kurzfristigen Aufwärtstrendkanal fehlte die Kraft”
”Für einen Ausbruch über den kurzfristigen Aufwärtstrendkanal fehlte die Kraft”, hieß es vom Bankhaus Sal. Oppenheim. Allerdings könnten die Optimisten zufrieden sein, wenn der Dax weiter an der oberen Begrenzung dieses Korridors bei aktuell 5.530 Punkten entlang gleitet. Die Chancen für einen Ausbruch über 5.550 Punkte seien nicht sehr gut. Wahrscheinlicher sei dagegen ein Rücksetzer des überhitzten Dax auf 5.500 oder 5.480 Punkte. Händler berichteten, daß Anleger in einzelnen Werten nach dem Jahreswechsel weiterhin neue Positionen aufbauten. Angesichts einer geringen Verkaufsbereitschaft habe dies in manchen Fällen - so bei AWD und Hugo Boss - zu größeren Kursgewinnen geführt.
Im Fokus standen Infineon mit einem Plus von 2,4 Prozent auf 8,19 Euro und SAP mit plus 2,8 Prozent auf 158,42 Euro. UBS hat die Einstufung für Infineon auf ”Neutral” von ”Reduce” angehoben und das Kursziel auf 9,00 von 7,50 Euro erhöht. Zusätzlich stützten den Sektor gute Nachrichten von Xilinx, heißt es. Der Hersteller von Logik-Chips hat die eigene Umsatzprognose für das dritte Quartal erhöht. Bereits am Vortag hatten Technologiewerte mit der Aussicht auf ein baldiges Ende der Leitzinserhöhungen in den Vereinigten Staaten zugelegt. SAP wurden von der Mitteilung gestützt, daß der Großaktionär Hasso Plattner seinen Anteil leicht auf gut zehn Prozent aufgestockt hat.
Die amerikanischen Absatzzahlen für Dezember sind für die deutschen Automobilhersteller insgesamt nicht so schlecht wie erwartet ausgefallen, kommentierten Händler. Mit Ausnahme von BMW schnitten die deutschen Automobil-Hersteller besser ab als im Vorjahr. Audi und Volkswagen steigerten ihren Absatz um knapp 16 Prozent oder knapp 21 Prozent. Auch die Marke Mercedes-Benz fand mehr Abnehmer. Nachdem die Verkaufszahlen im November noch rückläufig ausfielen, meldete die Marke mit dem Stern für Dezember ein Absatzplus von 17 Prozent. BMW verloren hingegen 1,3 Prozent Absatz. Die Aktien von BMW, DaimlerChrysler und VW gaben sämtlich nach, angeführt von VW. Händler verwiesen auf den Euro, der im Verlauf über 1,21 Euro kletterte.
Umschichtungen an den Börsen - „Verdauungspausen” bei Euro, Bund-Future und beim Gold
Die Versorger Eon und RWE litten Händlern zufolge unter Gewinnmitnahmen und Umschichtungen in wachstumsstärkere Branchen, vor allem in den Technologiesektor, der von der Aussicht auf steigende Investitionsausgaben der Unternehmen profitiere. Eon sanken um 0,9 Prozent auf 88,89 Euro und RWE fielen um 1,1 Prozent auf 62,39 Euro. Metro seien von Wal-Mart belastet worden und gaben 2,2 Prozent auf 42,15 Euro ab. Der weltweit größte Einzelhändler Wal-Mart hat die Gewinnprognose für das vierte Quartal an den unteren Rand der Prognosespanne gesenkt, woraufhin die Aktie nachgab.
Im MDax kletterten Hannover Rück mit einer Hochstufung auf ”Overweight” von ”Equal- weight” durch Morgan Stanley um 4,3 Prozent auf 31,08 Euro. Die Postbank-Aktie legte um 2,3 Prozent auf 51,80 Euro zu, nachdem die Deutsche Bank das Kursziel um 7 auf 60 Euro erhöht hat. Im TecDax rückten Epcos im Fahrwasser der festen Technologiewerte um 3,8 Prozent auf 11,62 Euro und Software AG im Sog der europaweit freundlichen Software-Aktien um 2,1 Prozent auf 44,36 Euro vor. Qiagen schlossen 0,5 Prozent fester. Die Niederländer und das Hamburger Biotechnologie-Unternehmen Eppendorf AG wollen Produkte künftig gemeinsam entwickeln und vermarkten.
Die Rentenmärkte tendieren weiterhin leicht freundlich. Der Bund-Future liegt im späten Handel mit einem Plus von sechs Stellen bei 122,23 Prozent und hält damit die deutlichen Kursgewinne vom Mittwoch. Am Devisenmarkt bewegt sich nicht sonderlich viel, nachdem auch hier Euro und Yen am Mittwoch gegen den Dollar Boden gute gemacht hatten. Der Euro kostet 1,2092 Dollar, der wiederum 116 Yen wert ist. Beim Gold kommt es am Donnerstag zu leichten Gewinnmitnahmen um 1,55 Prozent auf 526,1 Dollar je Feinunze.
Quelle: faz.net
...be invested
Der Einsame Samariter
Dem Dax fehlt im Moment die Puste
05. Januar 2006 Dem deutschen Aktienmarkt sind am Donnerstag nach einem beeindruckenden Jahresauftakt die Kaufargumente ausgegangen. Am Schluß stand für den Dax nach drei Tagen ununterbrochener Kursgewinne ein kleines Minus von 7 Punkten oder 0,1 Prozent auf 5.517 zu Buche.
Händler zogen zur Begründung für die Atempause den Ölpreis heran. Dieser war in der Nacht zum Donnerstag auf ein Zehn-Wochen-Hoch gestiegen. Die Handelsspanne im Leitindex fiel mit 24 Punkten deutlich geringer aus als noch an den Vortagen. Beobachter sprachen von einer ”Minikonsolidierung auf hohem Niveau”. Gesucht waren Technologiewerte: SAP und Infineon avancierten im Dax zu den Tagesgewinnern, und der technologielastige TecDax ging mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 620 Punkte über die Ziellinie.
”Für einen Ausbruch über den kurzfristigen Aufwärtstrendkanal fehlte die Kraft”
”Für einen Ausbruch über den kurzfristigen Aufwärtstrendkanal fehlte die Kraft”, hieß es vom Bankhaus Sal. Oppenheim. Allerdings könnten die Optimisten zufrieden sein, wenn der Dax weiter an der oberen Begrenzung dieses Korridors bei aktuell 5.530 Punkten entlang gleitet. Die Chancen für einen Ausbruch über 5.550 Punkte seien nicht sehr gut. Wahrscheinlicher sei dagegen ein Rücksetzer des überhitzten Dax auf 5.500 oder 5.480 Punkte. Händler berichteten, daß Anleger in einzelnen Werten nach dem Jahreswechsel weiterhin neue Positionen aufbauten. Angesichts einer geringen Verkaufsbereitschaft habe dies in manchen Fällen - so bei AWD und Hugo Boss - zu größeren Kursgewinnen geführt.
Im Fokus standen Infineon mit einem Plus von 2,4 Prozent auf 8,19 Euro und SAP mit plus 2,8 Prozent auf 158,42 Euro. UBS hat die Einstufung für Infineon auf ”Neutral” von ”Reduce” angehoben und das Kursziel auf 9,00 von 7,50 Euro erhöht. Zusätzlich stützten den Sektor gute Nachrichten von Xilinx, heißt es. Der Hersteller von Logik-Chips hat die eigene Umsatzprognose für das dritte Quartal erhöht. Bereits am Vortag hatten Technologiewerte mit der Aussicht auf ein baldiges Ende der Leitzinserhöhungen in den Vereinigten Staaten zugelegt. SAP wurden von der Mitteilung gestützt, daß der Großaktionär Hasso Plattner seinen Anteil leicht auf gut zehn Prozent aufgestockt hat.
Die amerikanischen Absatzzahlen für Dezember sind für die deutschen Automobilhersteller insgesamt nicht so schlecht wie erwartet ausgefallen, kommentierten Händler. Mit Ausnahme von BMW schnitten die deutschen Automobil-Hersteller besser ab als im Vorjahr. Audi und Volkswagen steigerten ihren Absatz um knapp 16 Prozent oder knapp 21 Prozent. Auch die Marke Mercedes-Benz fand mehr Abnehmer. Nachdem die Verkaufszahlen im November noch rückläufig ausfielen, meldete die Marke mit dem Stern für Dezember ein Absatzplus von 17 Prozent. BMW verloren hingegen 1,3 Prozent Absatz. Die Aktien von BMW, DaimlerChrysler und VW gaben sämtlich nach, angeführt von VW. Händler verwiesen auf den Euro, der im Verlauf über 1,21 Euro kletterte.
Umschichtungen an den Börsen - „Verdauungspausen” bei Euro, Bund-Future und beim Gold
Die Versorger Eon und RWE litten Händlern zufolge unter Gewinnmitnahmen und Umschichtungen in wachstumsstärkere Branchen, vor allem in den Technologiesektor, der von der Aussicht auf steigende Investitionsausgaben der Unternehmen profitiere. Eon sanken um 0,9 Prozent auf 88,89 Euro und RWE fielen um 1,1 Prozent auf 62,39 Euro. Metro seien von Wal-Mart belastet worden und gaben 2,2 Prozent auf 42,15 Euro ab. Der weltweit größte Einzelhändler Wal-Mart hat die Gewinnprognose für das vierte Quartal an den unteren Rand der Prognosespanne gesenkt, woraufhin die Aktie nachgab.
Im MDax kletterten Hannover Rück mit einer Hochstufung auf ”Overweight” von ”Equal- weight” durch Morgan Stanley um 4,3 Prozent auf 31,08 Euro. Die Postbank-Aktie legte um 2,3 Prozent auf 51,80 Euro zu, nachdem die Deutsche Bank das Kursziel um 7 auf 60 Euro erhöht hat. Im TecDax rückten Epcos im Fahrwasser der festen Technologiewerte um 3,8 Prozent auf 11,62 Euro und Software AG im Sog der europaweit freundlichen Software-Aktien um 2,1 Prozent auf 44,36 Euro vor. Qiagen schlossen 0,5 Prozent fester. Die Niederländer und das Hamburger Biotechnologie-Unternehmen Eppendorf AG wollen Produkte künftig gemeinsam entwickeln und vermarkten.
Die Rentenmärkte tendieren weiterhin leicht freundlich. Der Bund-Future liegt im späten Handel mit einem Plus von sechs Stellen bei 122,23 Prozent und hält damit die deutlichen Kursgewinne vom Mittwoch. Am Devisenmarkt bewegt sich nicht sonderlich viel, nachdem auch hier Euro und Yen am Mittwoch gegen den Dollar Boden gute gemacht hatten. Der Euro kostet 1,2092 Dollar, der wiederum 116 Yen wert ist. Beim Gold kommt es am Donnerstag zu leichten Gewinnmitnahmen um 1,55 Prozent auf 526,1 Dollar je Feinunze.
Quelle: faz.net
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Der Einsame Samariter