das Russland von heute...

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das Russland von heute... börsenfüxlein
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das Russland von heute...

 
16.01.06 08:39
#1
von orf.at

Schläge, Missbrauch, Vernachlässigung

NGOs machen Putin für die Misere verantwortlich.

  Dass russische Waisenhäuser die Hölle auf Erden sind, berichten Nichtregierungsorganisationen seit Jahren. Nun liegt auch eine Untersuchung der russischen Generalstaatsanwaltschaft vor.

Der britische "Guardian" veröffentlichte am Freitag die Kernaussagen des Berichts und gab einzelne der darin genannten Vorfälle wieder.


Ein Cent pro Kind und Tag


Gravierende Missstände wurden demnach in Tausenden Kinderheimen quer durch das ganze Land festgestellt. Verfallene Gebäude, in denen unzureichend bekleidete Kinder barfuß herumlaufen, seien die Regel. Oft würde nur rund ein Cent pro Kind und Tag aufgewendet.


Waise musste Grab schaufeln


Boris Altshuler, Direktor der Organisation Right of the Child, forderte Präsident Wladimir Putin in einem offenen Brief auf, ein staatliches Programm zur Reform der russischen Kinderheime zu initiieren.


Altshuler weiß, wovon er spricht. Abgesehen von den Missständen, über die auch seine Organisation immer wieder berichtet, kennt er erschütternde Einzelfälle. Gegenüber dem "Guardian" erzählt er von einem Waisen, der für einen anderen das Grab schaufeln musste.


Zum Sex gezwungen


Erst im Dezember letzten Jahres sprengten russische Behörden einen Pädophilenring, der Minderjährige aus Waisenhäusern regelmäßig zu sexuellen Handlungen gezwungen hatte. Niemand glaubt an einen Einzelfall.


Behinderte zu Arbeiten gezwungen


Der Ombudsmann für Menschenrechte des Kreml spricht von ungeheuerlichen Zuständen auch in Anstalten für geistig behinderte Kinder.


Misshandlungen stünden auf der Tagesordnung, erklärte Natalia Jakowlewa, eine Mitarbeiterin des Ombudsmannes, im Gespräch mit dem "Guardian". Die Kinder würden geschlagen und zu Arbeiten als Reinigungskräfte und für das medizinische Personal gezwungen.


Ausgelagert an arme Regionen


In erster Linie fehlt für die Waisenhäuser das Geld. Das Personal ist unterbezahlt und schlecht ausgebildet. Mittel fehlen auch für eine ausreichende Versorgung der Kinder und für die Renovierung der Anstalten.


Kritiker machen Putin dafür verantwortlich, dass sich die Situation nicht bessert. Er habe die Verantwortung für Waisenhäuser 1994 an die 86 russischen Regionen ausgelagert, von denen die meisten schon bis dahin finanziell kaum das öffentliche Leben aufrechterhalten konnten.


Sozialprobleme durch fehlende Liebe


Forscher der Universität von Wisconsin in Madison (USA) präsentierten der US-Akademie der Wissenschaften vergangenen November eine Studie über die Folgen der Missstände in russischen Kinderheimen.


Nach Angaben der Wissenschaftler lieferten sie damit den ersten Nachweis eines neurobiologischen Effekts mangelnder Zuwendung. Den Kindern würden zwei für soziales Verhalten entscheidende Hormone fehlen. Soziale Probleme im späteren Leben könnten sich darin begründen.


Hohe Selbstmordrate


Bereits 1997 hatten russische Behörden festgehalten: Ein Drittel der ehemaligen Waisenkinder wird schon im ersten Jahr nach der Entlassung straffällig, rund zehn Prozent begehen Selbstmord.


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börsenfüxlein:

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16.01.06 08:40
#2
Keine Liebe, keine Zukunft

Zehn Prozent der Waisenkinder begehen später Selbstmord.

  Die katastrophalen Zustände in russischen Waisenheimen prägen die Kinder für die Zukunft, wie verschiedene Untersuchungen seit Ende der Sowjetunion belegen.

Soziale Störung programmiert


Forscher der Universität von Wisconsin in Madison (USA) legten im November 2005 in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften eine Studie vor, laut der russische Waisenkinder später im Leben mit hoher Wahrscheinlichkeit Probleme im Sozialverhalten haben werden.


Wenn Babys nicht genug Zuwendung bekommen, kann das den Hormonhaushalt in ihren Gehirnen dauerhaft verändern. Dadurch könne es ihnen später schwerer fallen, liebevolle Bindungen zu anderen Menschen aufzubauen, schreiben die Forscher.


Russische und rumänische Waisen


Die Forscher untersuchten 18 Kinder im Alter von vier Jahren, die von amerikanischen Ehepaaren aus russischen oder rumänischen Waisenhäusern adoptiert worden waren. Dort hatten sie nur wenig Zuwendung bekommen.


Diese Adoptivkinder wurden mit Kindern verglichen, die von Anfang an bei ihren leiblichen Eltern gelebt hatten. Die Wissenschaftler maßen jeweils den Gehalt zweier Hormone im Gehirn, die das Knüpfen sozialer Kontakte und den Umgang mit Stress erleichtern: Oxytocin und Vasopressin.


Neurobiologische Konsequenzen


Die Adoptivkinder hatten weniger von diesen Hormonen. Außerdem stieg die Hormonmenge durch liebevolles Spiel mit ihren Müttern nicht - anders als bei anderen Kindern.


Der Leiter der Untersuchung, der Psychologieprofessor Seth Pollak, betonte jedoch, das bedeute noch nicht, dass die Kinder im Alltag in jedem Fall Schwierigkeiten hätten: "Alles, was wir sagen, ist: Für den Fall, dass sich soziale Probleme auftun, könnte hier möglicherweise die biologische Grundlage dafür liegen."


Wenn man das wisse, könne man möglicherweise bessere Behandlungsmethoden entwickeln. Nach Angaben der Wissenschaftler ist es der erste Nachweis eines neurobiologischen Effekts mangelnder Zuwendung.


Ein Drittel wird straffällig


Bereits 1997 hatte es von russischer Behördenseite geheißen, dass von 15.000 Kindern, die jährlich die russischen Waisenhäuser verlassen, innerhalb eines Jahres 5.000 auf die Anklagebank kommen. 3.000 würden Obdachlose, 1.500 begingen Selbstmord.

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steigender Antisemitismus...

 
#3
von CBSNEWS von heute:

Spreading Anti-Semitism

MOSCOW, January 17, 2006
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(CBS)


Fast Fact

Russia's chief rabbi, Berl Lazar, says last week's attack on the synagogue was inspired by Russian nationalist groups which are spreading ethnic and religious intolerance.
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(CBS) Prayers go on as usual. But a Moscow synagogue is still reeling from an attack that left eight people wounded.

Last Wednesday, twenty-year-old Alexander Koptsev stabbed synagogue workers and worshippers with a foot-long hunting knife.

As the security video shows, Koptsev was quickly overpowered - but he left several victims within an inch of their lives.

Victims like Michoel Mishulovin, a rabbi who works in Moscow but comes from Los Angeles. Koptsev's knife went completely through his left arm and into his side.

"He ran like a crazy, wild animal into the office," explained Mishulovin. "Somehow he stuck out of him and stabbed me in the arm."

He also added the attacker was full of hatred, and deadly intent. "Right after he stabbed me, he was screaming - my secretary heard it - he was screaming 'Heil Hitler. Heil Hitler, I came to kill."

Officials say this was an isolated incident by a lone extremist. But at the synagogue, they think there will be more attacks aimed at Jews, unless the Russian government takes stronger steps to fight anti-Semitism.

Russia's chief rabbi, Berl Lazar, says that Wednesday's attack was inspired by Russian nationalist groups which are spreading ethnic and religious intolerance.

"This is a growing attitude by the young people growing up today,” Lazar explained. “If this is going to continue spreading the next few years, we're going to have a society which is not only going to be indifferent to other people, but actually antagonistic to anyone who is not clean and pure Russian."

Jews have not been the only victims. Last year, there were more than 100 hate attacks against foreigners and ethnic minorities in Russia...with more than 20 fatalities.

African and Latin American students studying in Russia have been particular targets, because their dark skin makes them stand out.

Foreign students have held numerous protests, including one in the city of Voronezh, asking the Russian government to guarantee their safety. They say officials have done far too little to limit extremist groups.

"They're killing us," says Tony Dulimo, an African student studying in St. Petersburg. "Nobody knows who'll be the next victim... maybe me."

Jewish leaders are also asking for new statutes against inciting ethnic hatred, and for better enforcement of existing laws. They want the government to take real action against extremists now, before there's more bloodshed.


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