Da hätten sich die Berliner sicher ge-

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Da hätten sich die Berliner sicher ge- kunibert
kunibert:

Da hätten sich die Berliner sicher ge-

 
04.07.03 15:01
#1
ftd.de, Fr, 4.7.2003

Mutmaßlicher Terrorist plante Anschläge auf deutsche Ziele

Der angeklagte ehemalige Leibwächter von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden hat vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf gestanden: Unter dem Codewort "Mädchen" waren Anschläge auf Berlin und Düsseldorf geplant.

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Shadi Moh´d Mustafa Abdalla (Gerichtszeichnung)


Als konkrete Ziele seien zu Beginn des Jahres 2000 das Berliner Jüdische Museum und in Düsseldorf eine von Juden betriebene Diskothek in der Altstadt oder ein Lokal im Stadtzentrum ausgespäht worden, berichtete der angeklagte Shadi Moh'd Mustafa Abdalla am Freitag. Der mutmaßliche islamistische Terrorist legte am vierten Verhandlungstag vor dem Oberlandesgericht ein umfassendes Geständnis ab.

Der 26-Jährige, der als Kronzeuge gegen islamistische Terrorstrukturen gilt, sagte, er habe sich um die Waffen und die sonstige Ausrüstung gekümmert. Die Gruppe habe aus vier Leuten bestanden. Das auch von den Behörden abgehörte Codewort für die beiden Anschläge sei "Mädchen" gewesen, so der Angeklagte weiter.

Lehrgänge über Gift

Abdalla hat eigenen Angaben zufolge in Afghanistan an Lehrgängen zur Herstellung verschiedener tödlicher Gifte teilgenommen. Der Einsatz dieser Gifte sollte "über Getränke und Lebensmittel erfolgen", sagte der Angeklagte. Auch Logistik-Seminare zur Planung und Durchführung von Terroranschlägen habe er "mit hundertprozentigem Erfolg" absolviert. Am Donnerstag hatte er bereits eingeräumt, im Jahr 2000 in Afghanistan im Herstellen und Gebrauch von Sprengstoff unterrichtet worden zu sein. Kurz darauf war der im nordrhein-westfälischen Krefeld und Essen lebende Angeklagte dann nach Deutschland zurückgekehrt.

Abdalla muss sich wegen Mitgliedschaft in der als terroristische Vereinigung eingestuften Organisation Al Tawhid, Passfälschung und Vorbereitung von Terroranschlägen verantworten. Der Jordanier palästinensischer Herkunft war im April vergangenen Jahres mit weiteren Gesinnungsgenossen festgenommen worden, nachdem er eine Pistole mit Schalldämpfer sowie Handgranaten bei einem Mittelsmann in Düsseldorf bestellt hatte. Er soll den Auftrag gehabt haben, jüdische und israelische Anschlagsziele in Deutschland auszuwählen und die Anschläge vorzubereiten.

Financial Times Deutschland  
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Geldfluss aus Deutschland

 
04.07.03 15:14
#2
SPIEGEL ONLINE - 03. Juli 2003, 16:59
URL: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,255667,00.html

Al-Qaida-Finanzierung

Geldfluss aus Deutschland

Das Terrornetzwerk al-Qaida von Osama Bin Laden soll auch aus Deutschland finanziert worden sein. Islamisten hätten in Europa Geld gesammelt, das unter mehreren Gruppen aufgeteilt worden sei, berichtete ein geständiger Terrorverdächtiger vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht.

 
Düsseldorf - Ein Spender in München habe zwar Geld an die jordanische Zelle al-Tawhid gegeben, gleichzeitig aber bestimmt, dass die Summe an al-Qaida weiter gegeben werde, sagte der 26-jährige Shadi A., der nach eigenen Angaben Leibwächter Osama Bin Ladens war. Der Palästinenser jordanischer Herkunft sagte weiter aus, das Geld sei dann nach Iran geflossen und dort verteilt worden, unter anderem auch an die Taliban.

Der Angeklagte legte vor dem Gericht die Strukturen der Terrorzelle al-Tahwid offen, die einen großen Terroranschlag zum Millenniumswechsel im Nahen Osten geplant haben soll. Das Vorhaben wurde rechtzeitig aufgedeckt.

Sein Chef in der islamistischen Gruppierung soll Abu Mussad al-Zaqawi gewesen sein, der ihm Befehle erteilt habe. Al-Zaqawi wird weltweit gesucht und soll für Terroranschläge in Jordanien verantwortlich sein.

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Shadi A.: Der mutmaßliche Leibwächter von Bin Laden gibt
Einblicke ins Innenleben der islamischen Terrorszene


Shadi A., der als Kronzeuge für die islamistischen Terrorstrukturen gilt, hatte im Prozessverlauf intensive Kontakte zur al-Qaida-Spitze eingeräumt.

So habe er mehrfach mit Bin Laden, dessen Stellvertreter Abu Hafs und dem mutmaßlichen Chefplaner der Anschläge vom 11. September, Ramzi Binalshibh, gesprochen. Die Gruppierung al-Tawhid soll auch Anschläge auf Ziele in Deutschland geplant haben
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@bl o. T.

 
04.07.03 20:33
#3
Da hätten sich die Berliner sicher ge- kunibert

Die Sueddeutsche schreibt dazu:

 
#4
04.07.2003   17:38 Uhr  


Al Tawhid-Prozess

Angeklagter gesteht Plan für Anschlag in Berlin

Einrichtungen in Berlin und Düsseldorf sollen Ziel von Anschlägen der militanten islamistischen Organisation al-Tawhid gewesen sein. Der Angeklagte Angeklagte Shadi Abdallah gestand am Freitag Einzelheiten der Planung vor dem 6.Strafsenat des Düsseldorfer Oberlandesgerichts.

von Hans-Jörg Heims

  (SZ vom 5.7.2003) Düsseldorf – Das 26 Jahre alte mutmaßliche Mitglied der Terroristen-Gruppe gab an, zwischen Mai 2001 und April 2002 mit weiteren Mitgliedern seiner Zelle eine vor allem von Juden besuchte Diskothek in der Düsseldorfer Altstadt sowie eine Bar in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt, die von einer Jüdin betrieben wird, als mögliche Anschlagsziele ausgekundschaftet zu haben.

In Berlin habe er selbst Informationen über einen Ort gesammelt, der als Angriffsziel in Betracht gezogen worden sei. Ob es sich dabei um das Jüdische Museum handelt, blieb während des Prozesses unklar. Der Angeklagte berichtete, er habe „zufällig“ ein Haus mit einem „israelischen Leuchter und hebräischen Schriftzeichen“ entdeckt. Die Straße sei durch Absperrgitter und starke Polizeipräsenz gesichert gewesen. Seinen Auftraggebern habe er später telefonisch mitgeteilt, dass er ein „Mädchen in Berlin und Düsseldorf“ gefunden habe.

Auf welche Weise die Anschläge verübt werden sollten, sei noch nicht entschieden gewesen, sagte der Angeklagte. Man habe Handgranaten und eine Pistole mit Schalldämpfer bestellt. Nach Angaben Abdallahs ist einer aus der Gruppe zu einem Selbstmordanschlag bereit gewesen. Er selbst habe das „eigentlich nicht gewollt“. Die Taten seien nicht ausgeführt worden, da sich die Gruppe auf Anweisung ihrer Führung erst um die Beschaffung von Pässen für Gesinnungsgenossen in Iran kümmern sollte.

Der Angeklagte ergänzte außerdem seine am vorangegangenen Verhandlungstag gemachten Angaben über das Innenleben des weltweit operierenden islamistischen Terrornetzes. So habe er in Afghanistan an einem Lehrgang zur Herstellung tödlicher Gifte teilgenommen.

Ein aus Ägypten stammender Chemiker habe den Teilnehmern vermittelt, wie man aus natürlichen und alltäglichen Stoffen (Mais, Fleisch, Pferdekot) tödliche Substanzen herstellt und diese über Getränke und Lebensmittel verbreitet.

Ferner habe er an einer zweiwöchigen Schulung zur Planung und Durchführung von Terroranschlägen teilgenommen. Abdallah soll nach einer Militärausbildung kurzzeitig auch Leibwächter von Osama bin Laden gewesen sein.

Fünf mutmaßliche Al-Tawhid-Mitglieder waren im April 2002 in Krefeld nach einer großen Telefonabhöraktion festgenommen worden. Abdallah hatte sich bereit erklärt, umfassend auszusagen, weshalb gegen ihn seit einigen Woche gesondert verhandelt wird.

In dem Prozess in Hamburg, dem weltweit ersten wegen der Terroranschläge vom 11.September 2001, belastete er den inzwischen zu 15 Jahren Haft verurteilten Mounir El Motassadeq. Die Bundesanwaltschaft will Abdallah als Kronzeugen in weiteren Verfahren aussagen lassen.




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