da braut sich was zusammen ...

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da braut sich was zusammen ... AlanG.

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Amerikanische Verbraucher stecken bis zum Hals in Schulden

Von Peter Bauer, dpa  New York (dpa) - Die Amerikaner zeigen keinerlei Zurückhaltung beim Konsum. Sie tragen mit ihren Einkäufen fast 70 Prozent der amerikanischen Gesamtwirtschaft. Die niedrigsten Zinsen seit mehr als vier Jahrzehnten und die großzügigen Steuergeschenke von US-Präsident George W. Bush während der vergangenen Jahre haben die Kauflust der amerikanischen Konsumenten angeheizt wie nie zuvor.

  Die zusätzlichen Mittel aus Washington reichten aber allein nicht aus, sondern die US-Bürger haben sich immer stärker verschuldet, um ihre Haus-, Auto- und anderen Kaufrausch-Anschaffungen zu finanzieren. Die Sparrate nähert sich Null, und die Amerikaner liegen damit fast ganz hinten in der globalen Sparraten-Liga. Die US-Konsumenten haben ihre Schulden seit 2000 um insgesamt 34 Prozent auf ein Rekordniveau 9,5 Billionen Dollar (7,8 Billionen Euro) erhöht.
  Der größte Teil der Verschuldung besteht aus Hypothekenkrediten für den Haus- und Wohnungskauf. Mehr als zwei Drittel aller Amerikaner wohnen in den eigenen vier Wänden. Die Politik des billigen Geldes von US-Notenbankchef Alan Greenspan und der anderen US-Währungshüter hat die Hypothekenzinsen auf das niedrigste Niveau seit Menschengedenken getrieben. Die Amerikaner schulden den Banken und Sparkassen für ihre Immobilien inzwischen fast acht Billionen Dollar.

  Die extrem niedrigen Zinsen nutzten sie prompt aus, um ihre Hypothekenzinsen deutlich zu senken und sich durch diese Umschuldungen in den vergangenen drei Jahren noch einmal rasch 400 Milliarden Dollar zusätzlich zu pumpen. Dieses Geld haben sie konsumiert statt es zu sparen. 80 Prozent der existierenden amerikanischen Hypotheken sind zu Festzinsen vergeben worden. Der Prozentsatz der mit variablen Zinsen ausgestatteten Hypothekenkredite hat in letzter Zeit jedoch 30 Prozent erreicht. In anderen Worten: Immer mehr US-Hausbesitzer geraten bei den jetzt rasch steigenden Zinsen in die Schuldenfalle.
  Weitere 1,6 Billionen Dollar entfallen auf Kreditkarten- und andere Teilzahlungskredite, die variable Zinsen tragen. 190 Millionen der knapp 280 Millionen US-Bürger besitzen insgesamt rund 1,2 Milliarden Kreditkarten. Im Schnitt haben die Amerikaner jeweils mehr als sechs Kreditkarten. Pro Haushalt betragen die Kreditkartenschulden mehr als 8400 Dollar. Die US-Bürger finanzieren jährlich Käufe im Wert von 1,4 Billionen Dollar mit Plastikgeld-Krediten. 80 Prozent der 18- bis 20-jährigen Amerikaner besitzen bereits Kreditkarten. Etwa 15 Prozent aller US-Bürger haben Kreditprobleme.
  Jetzt machen sich viele Wirtschaftsweise angesichts der steigenden Zinsen und ausbleibender neuer Steuergeschenke Gedanken, wie es mit der US-Konjunktur und dem steigenden Schuldendienst weiter gehen soll. Die Leitzinsen, die in diesem Jahr ein historisches Tief von einem Prozent erreicht hatten, sind inzwischen auf 1,5 Prozent angehoben wurden. Sie dürften bei der nächsten Notenbanksitzung in zwei Wochen auf 1,75 Prozent und bis Ende nächsten Jahres auf 3,5 bis vier Prozent erhöht werden. Dann dürfte es für viele Amerikaner angesichts ihrer Überschuldung immer schwieriger werden.





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