JETZT MAL OHNE FLACHS:
Martin Blessing ist um seine Aufgabe wirklich nicht zu beneiden!
Er hat damals eine total marode Bank übernommen!
Anfang 2009 unterstützte der Staat die CBK AG mit einer stillen Einlage im Gesamtwert von 16,4 Mrd. €, und beteiligte sich an der Bank in Höhe von 25% für 1,8 Mrd. €. Kurz zuvor hatte bereits die Allianz eine stille Einlage von 750 Mio € eingebracht, wodurch der Verkauf der Dresdner Bank an die Commerzbank sichergestellt wurde. DIE COMMERZBANK WURDE 2009 ALSO MIT ca. 19Mrd. € GESTÜTZT. POH !!!
Diese ENORME SUMME MUSSTE UND MUSS DIE CBK ABTRAGEN!!!!! 19 000 000 000 € !
Zu diesem Zeitpunkt konnte eine INSOLVENZ der Bank nicht ausgeschlossen werden!
2011, zweieinhalb Jahre nachdem die CoBa diese finanzielle Hilfen erhalten hatte, begann die Bank, die stillen Einlagen zurückzuzahlen. Sie gab 14,3 Mrd. € zuzüglich Zinsen an den Soffin zurück. Das hierfür benötigte Geld stammte zu Teilen aus erwirtschafteten Gewinnen von 3 Mrd.€, einer KE in Höhe von 5,3 Mrd. €, sowie einer Pflicht-Wandelanleihe, die de facto eine verzögerte Kapitalerhöhung war.
Nach einer kleinen KE im Mitarbeiterkreis 2012, sowie nach dem Stopfen eines Finanzlochs in Höhe von 5,3 Mrd. € Anfang 2012 - als Folge des europäischen Bankenstresstests wurden weitere 5,3 Mrd Eigenkapital gefordert -, führt die Commerzbank nun gerade eine weitere Kapitalerhöhung im Volumen von 2,5 Mrd € durch. Mit diesem Betrag wird die Stille Einlage der Allianz vollständig ausbezahlt, weitere 1,63 Mrd € gehen an den Soffin, die übrigen 100 Mio € werden ins Eigenkapital eingestellt.
Gleichzeitig erwarb der Soffin unter Ausübung der im Rahmen der Kapitalerhöhung ausgegebenen Bezugsrechte weitere Anteile zu je 4,50 €. Finanziert wird das durch einen Verkauf von Aktien im Gesamtvolumen von 625 Mio €, womit der Staat noch 17 % an der CBK beteiligt ist.
Dadurch gelingt es der CoBa nicht nur, die erhaltenen Stillen Einlagen vollständig zurückzuzahlen – für die Einlage des Soffin waren jährlich 9% Zinsen fällig – sondern man verringert auch den Anteil des Staates am Unternehmen. Um die verbleibenden 17% an einen neuen Großaktionär zu verkaufen, muss Blessing aber noch eine Reihe weiterer Baustellen schließen:
- Nach der Zusammenlegung der CoBa mit der DreBa sind noch immer einige Bereiche mit zu viel Personal besetzt. Blessing hat daher bekannt gegeben, dass bis 2016 4.000 bis 6.000 Stellen international gestrichen würden. Für etwaige Abfindungen wurden bereits in Q1/ 2013 500 Mio. € zurückgestellt.
- Vor lauter Umstrukturierungen und Strategieänderungen, Zusammenlegung und Stellenstreichungen fehlt Mitarbeitern und Kunden ein klares Profil der traditionellen Mittelstandsbank Deutschlands. Der Sparzwang im Konzern verhindert wichtige Investitionen, Firmenkunden finden für viele Teilbereiche, hinsichtlich der Anbindung fremder EDV-Systeme, bei anderen Banken komfortablere Lösungen. Die Phase des Sparens ist noch nicht vorüber und bereits jetzt hinkt die Commerzbank technologisch hinterher. Unter solchen Bedingungen ist auch ein Kundenschwund nicht auszuschließen.
- Als Ausstieg aus den Staatshilfen wird die derzeitige Kapitalerhöhung angepriesen. Die stillen Einlagen sind ja auch vollständig zurückgezahlt. Doch mit 17% bleibt der Staat größter Einzelaktionär und eine wichtige Stimme auf der HV, auch wenn der Staat im Zuge der KE seine Sperrminorität verloren hat. Die CBK ist auf der Suche nach einem neuen Großaktionär, der dem Unternehmen langfristig die Stange hält. ERST WENN die anderen Baustellen erfolgreich geschlossen werden können, dürfte es kein Problem sein, diesen zu finden. Doch zunächst bleibt der Staat als Aktionär dem Konzern erhalten – ob Blessing das will oder nicht.
- Die CoBa braucht eine Kernkapitalquote von 9%, wenn Sie die Basel III Vorschriften erfüllen möchte. Bis Ende 2014 hat Blessing das Erreichen dieser Quote zugesagt. Im Rahmen der aktuellen KE können 100 Mio. € ins Eigenkapital eingestellt werden, was die Kernkapitalquote von 7,5% auf 8,4% erhöht. Ich halte es für machbar, das fehlende EK aus dem Gewinn der kommenden Quartale zu erreichen.
- Mit vermeintlich sicheren Renditen bei Schiffsfinanzierungen betreibt die Commerzbank ein Geschäftsfeld, das inzwischen stark von Finanznöten und Insolvenzen geplagt wird. Ein Teil des Engagements abgeschrieben werden. Bei welchem Wert die Schiffskrise endet ist noch nicht abzusehen.
Nachdem der Staat endlich ausbezahlt wurde sind noch lange nicht alle Probleme vom Tisch. Daher halten sich Anleger derzeit noch mit einem Investment in der CoBa zurück. Analysten senken ihre Prognosen, die aber fast alle über dem heutigen Kursniveu liegen.
Heftige Großbaustellen im Unternehmen Commerzbank also. Martin Blessing ist um seine Aufgabe wirklich nicht zu beneiden.
Es bleibt, den treuen Aktionären in der Zukunft, mehr Glück zu wünschen!