DAX bleibt angeschlagen - Warten auf US-Eröffnung
Unverändert ist es der Gift-Cocktail aus Staatsschuldenkrisen und der Furcht vor einem Abrutschen der Weltwirtschaft in eine Rezession, der die Stimmung der Börsianer belastet. "Nachdem der Philly-Fed-Index am Vortag so deutlich in den negativen Bereich gerutscht ist, ist eine schrumpfende US-Ökonomie noch etwas wahrscheinlicher geworden", sagt ein Händler. Mit diesem Maß für die Wirtschaftsaktivität im Verarbeitenden Gewerbe der Region Philadelphia enttäuschte bereits das zweite regionale Stimmungsbarometer. Der kleine Verfalltag an den internationalen Terminbörsen hat derweil kaum eine Rolle an den Börsen gespielt. Dieser sei bereits am Donnerstag durch den DAX-Einbruch abgearbeitet worden, heißt es. "Zudem hat sich die Lage entspannt, da die französische Aufsicht AMF die Short-Regeln gelockert hat", so ein Händler. Unsicherheiten über die Short-Fähigkeit des Euro-Stoxx-Futures hatten massive Verkäufe in die DAX-Futures umgeleitet. Wichtige Unternehmens- oder Konjunkturnachrichten gibt es nicht, und auch aus den USA stehen am Nachmittag keine bedeutenden Indikatoren an. Als belastend für Infineon erweisen sich negative Vorgaben aus dem Halbleitersektor. Dort drückt einerseits der gesenkte Jahresausblick des weltgrößten Rechnerherstellers Hewlett-Packard auf die Stimmung. Andererseits lastet die im Juli auf 0,86 von 0,94 im Vormonat gesunkene Book-to-Bill-Ratio für die nordamerikanischen Halbleiterausrüster auf den Kursen. Infineon verlieren 2% auf 5,39 EUR, können sich damit aber von den Tagestiefs erholen. Zeitweilig als stützend für SAP wirkte die milliardenschwere Übernahme von Autonomy durch Hewlett-Packard (H-P). Mit einem Preis vom 34-Fachen des Kurs-Gewinn-Verhältnisses für 2011 sei die britische Softwareschmiede kein Schnäppchen, kommentiert ein Analyst. Nachdem sich SAP lange besser als der Gesamtmarkt halten konnten, geben die Aktien nun 3,6% auf 33,04 EUR nach. Im TecDAX ziehen allerdings Software AG mit 1,7% auf 26,99 EUR sogar an. Positive Einschätzungen von Goldman Sachs zum Automobilsektor helfen nicht. Die Analysten haben VW und BMW auf ihrer "Conviction Buy List" bestätigt. Daimler wurde hochgestuft auf "Buy" von "Neutral". Daimler verlieren 4,5%, BMW 5,3% und VW 5,4%.
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