China mit Machtdemonstartion und russischer Hilfe

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China mit Machtdemonstartion und russischer Hilfe

 
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 "Friedensmission 2005"

China und Russland zelebrieren Militärmanöver

Von Kerstin Lohse, ARD-Hörfunkstudio Schanghai

China mit Machtdemonstartion und russischer Hilfe 2074523 China mit Machtdemonstartion und russischer Hilfe 2074523 Grafik: Während des Militärmanövers stürmen chinesische Einheiten einen Strand]
Der russische Verteidigungsminister Sergej Ivanov hat die achttägigen See- und Landemanöver zum Abschluss der "Friedensmission 2005" als Zeichen der strategischen Partnerschaft zwischen China und Russland bezeichnet. Die Militärübungen hatten in der russischen Hafenstadt Wladivostock begonnen und waren am Samstag auf die ostchinesische Halbinsel Schandong verlagert worden. Insgesamt nahmen 7000 chinesische und 1800 russische Soldaten Marine, der Luftwaffe sowie des Heers der beiden Streitkräfte teil. Wie der stellvertretende Armee-Kommandant Moltensky mitteilte, kostete das erste gemeinsame Militärmanöver rund 5,5 Millionen US-Dollar.

Die beiden einst verfeindeten Staaten wollten üben, wie ihre Truppen einem fiktiven dritten Land im Falle eines terroristischen Angriffs zur Hilfe kommen würden. Beide Armeen sollten zudem in die Lage versetzt werden, nationale Separatisten und religiöse Extremisten zu bekämpfen, so ein russischer Diplomat in Peking.

Militärparade als Medienspektakel

Chinas staatlich kontrollierte Medien hatten in den vergangenen Tagen ausführlich über die so genannte Friedensmission 2005 berichtet. In den großen Tageszeitungen war über den genauen Verlauf der Militäroperationen, die eingesetzten Kriegsschiffe, Diesel-U-Boote und Langstreckenbomber zu lesen.

Peking nutzte die Übungen, um seine in den vergangenen Jahren stark vergrößerte Kriegsmarine zur Schau zu stellen. So zeigte das Staatsfernsehen auffällig viele Bilder, wie gestern auf Schandong Amphibienfahrzeuge chinesische Truppen an Land setzten, während Bomber und Kampfflugzeuge fiktive Ziele angriffen.

Aufmarsch als Machtdemonstration

Sicherheitsexperten werteten dies als bewusst gewählte Machtdemonstration gegenüber Taiwan. Peking fordert die Inselrepublik seit Jahren auf, ihre Unabhängigkeitsbestrebungen aufzugeben und der Wiedervereinigung nach dem Hongkonger Modell "Ein Land, zwei Systeme" zuzustimmen. Sollte sich Taiwan dennoch unabhängig erklären, so hat Peking sich im Rahmen eines im März verabschiedeten Gesetzes zum Angriff verpflichtet.

Zwar hatten sowohl Russland als auch China stets betont, dass es sich um eine friedliche Übung handle, die sich gegen kein anderes Land richte. Doch Beobachter hatten die Demonstration militärischer Stärke von Anfang an auch als klares Signal an die USA eingestuft. Russland und China versuchen derzeit, den Einfluss der USA und Japans in Ost- und Zentralasien zurückzudrängen. Erst vor wenigen Wochen hatten Moskau und Peking die USA aufgefordert, ihre Stützpunkte in Kirgisien, Usbekistan und Tadschikistan so schnell wie möglich zu räumen.

Werbeshow für Waffen

Es wird angenommen, dass Russland als größter Rüstungslieferant Chinas die Manöver auch nutzen wollte, um seine modernsten Waffensysteme vorzuführen. Moskau möchte offenbar vor allem Langstreckenbomber wie die Tupolew Tu-95 und Tu-22 verkaufen. Beide Bomber können sowohl atomare als auch konventionelle Waffen befördern. Verteidigungsminister Ivanow betonte bei seinem Besuch in China die besondere Rolle der Fliegerkräfte. Die chinesische Luftwaffe hatte ihre Flotte zwar durch den Erwerb russischer Kampfflugzeuge in den vergangenen Jahren erheblich modernisiert. Sie nutzt jedoch immer noch relativ veraltete Bomber, die auf Modellen aus der Sowjetzeit basieren. Ivanov schloss bei seinem Besuch nicht aus, dass ähnliche Manöver in Zukunft regelmäßig abgehalten werden.

Stand: 25.08.2005  


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