Bull-Bear-Index vom 02. Dezember 2004

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Bull-Bear-Index vom 02. Dezember 2004 bammie

Bull-Bear-Index vom 02. Dezember 2004

 
#1
Eindeckungspläne liegen bereits in den mentalen Schubladen


Als der DAX-Index® einen Tag vor dem Monatsultimo einen neuen Gipfel erstürmte, rieben sich Skeptiker erstaunt die Augen. Der deutsche Leitindex schießt auf ein neues Jahreshoch, obwohl der Euro beinahe täglich mit Rekorden von sich Reden macht.
Bull-Bear-Index vom 02. Dezember 2004

Bullish: 59 Prozent
gegenüber Vorwoche: -8 Prozentpunkte

Bearish: 25 Prozent
gegenüber Vorwoche: +6 Prozentpunkte

Neutral: 17 Prozent
gegenüber Vorwoche: +2 Prozentpunkte

Der Sentiment-Indikator wird von der Deutschen Börse Group berechnet. Dabei werden die Optimisten ins Verhältnis zu den Pessimisten gesetzt und mit der Anzahl der neutralen Stimmen gewichtet. Aus diesen Daten lassen sich Aussagen über Positionierung und Einstiegspreise der Investoren treffen und somit mögliche Marktschieflagen erkennen. Wichtig ist insbesondere die Veränderung im Betrachtungszeitraum.
Als der DAX-Index® einen Tag vor dem Monatsultimo einen neuen Gipfel erstürmte, rieben sich Skeptiker erstaunt die Augen.
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Der deutsche Leitindex schießt auf ein neues Jahreshoch, obwohl der Euro beinahe täglich mit Rekorden von sich Reden macht. Hieß es nicht erst vor ein paar Monaten, dass ein Wechselkurs von über 1,20 US-Dollar für einen Euro die Schmerzgrenze für den europäischen Export darstelle? Hat denn niemand registriert, dass sich der Ölpreis seit seinem jüngsten Korrekturtief wieder um elf Prozent verteuert hat, fragte sich mancher Marktbeobachter. Und überhaupt, was ist mit den schwachen Konjunkturdaten, etwa dem Ifo- Index. Sieht die keiner? Die vielen Fragen glichen einem Hilferuf und manchen kurzfristigen Akteuren machte die kontinuierliche Eroberung neuer Jahreshochs zusehends zu schaffen. Einige waren sogar richtig konsterniert und konnten nicht mehr unterscheiden, ob man in einer Jahresendhausse handelte oder ob eine Bullenfalle gerade zuschnappte.

Keinesfalls verwirrt, sondern äußerst zielstrebig zeigten sich auch diesmal wieder unsere regelmäßig befragten, mittelfristig operierenden Investoren. Sie ließen bereits in der vergangenen Woche keinen Zweifel an ihrem Vorhaben, sich bei neuen Jahreshochs wieder von ihren Long-Positionen zu trennen. Dazu hatten sie zu Wochenbeginn auch ausreichend Gelegenheit. Allerdings bereits ein knappes Prozent früher, als wir erwartet hatten. Sie waren es wohl, die am Montag im DAX durch ihre Abgaben für ein heftiges Reversal sorgten. Unser Bull/Bear-Index® ist um den gleichen Wert zurückgefallen, um den er in der vorangegangenen Erhebung gestiegen war. Die oben aufgeführten Informationen passten ins Konzept und kamen dem Positionswechsel nicht ganz ungelegen, obgleich die Negativnachrichten beim Entscheidungsprozeß keine Rolle gespielt haben dürften. Denn Gewinne mitzunehmen und sich sogar unterzugewichten, war ohnehin schon vor einer Woche in den mentalen Schubladen der mittelfristigen Händler zu finden. Wie die Erhebungsdaten zeigen, hatten bislang aber nur die wenigsten Gelegenheit, ihre Short-Positionen wieder einzudecken. Möglicherweise haben nicht alle in der Nähe des Jahreshochs verkauft, sondern ein wenig früher. Deshalb könnten sich viele am Tiefpunkt der vergangenen Woche orientieren, also Kurse um 4.090 Punkte ins Auge gefasst haben, um ihren Erfolg zu wiederholen.

Das Tuning der Jahresperformance geht also munter weiter. Solange der DAX mitspielt und das Kursmuster beibehält auf neue Höhen zu steigen, um danach wieder schnell und kräftig zu korrigieren werden die Mittelfristigen nicht aufhören, davon profitieren zu wollen. Sie haben ihren Wiedereinstieg bereits fest im Visier, was dem deutschen Aktienmarkt nach wie vor eine solide Ausgangsbasis verschafft. Gute Nachfrage ist somit unverändert bei 4.090 Punkten sowie bei einem plötzlichen Spurt des DAX-Index zu erwarten. Denn eins wollen die Akteure ganz sicher nicht: Untergewichtet das alte Börsenjahr zu beenden.


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