Büro-Beleidigungen und ihre Folgen

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Büro-Beleidigungen und ihre Folgen Zwergnase
Zwergnase:

Büro-Beleidigungen und ihre Folgen

3
15.05.07 21:27
#1
Die wenigsten Bosse sind als Humorbomben bekannt. Schluss mit lustig ist aber spätestens dann, wenn ein Mitarbeiter seinen Chef beschimpft und beleidigt. Die fristlose Kündigung droht.

Natürlich sollten Sie vor Mitarbeitern und Vorgesetzten so viel Respekt haben, dass Sie auf Beschimpfungen ganz verzichten können. Doch in wirtschaftlich schweren Zeiten wird der Umgangston schnell rauer. Und wie sagte schon der ehemalige englische Premier Winston Churchill: "Besser einander beschimpfen, als aufeinander zu schießen".

Vor deutschen Gerichten ist Beleidigung aber nicht gleich Beleidigung. Manchmal drücken die Richter ein Auge zu - beim nächsten Mal segnen sie die fristlose Kündigung ab. Hier bekommen Sie den Durchblick:

"Korruptes Wildschwein"

Sich Tiernamen zu geben, kann in einer Beziehung ja durchaus für Pep sorgen - im Büro könnte es Sie dagegen im schlimmsten Fall den Job kosten.

Wir wissen zwar nicht, wie Ihr Chef reagiert, wenn Sie ihn "Mein Mäuschen" oder "Dicker Brummelbär" rufen. Sollten Sie ihn aber "Korruptes Wildschwein" nennen, sind Sie mit Sicherheit in Schwierigkeiten. Denn nach einer Entscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes in Kassel rechtfertigt eine solche Beschimpfung die Kündigung - erst recht, wenn Sie keine Beweise haben.

"Lügner"

"Du sollst nicht lügen", steht schon in der Bibel. Die moderne Fassung für das Büro könnte lauten: "Du sollst deinen Boss nicht grundlos Lügner nennen."

Wenn Sie sich an dieses Gebot nicht halten sollten, haben Sie ein Problem. Zumindest, wenn Sie Ihren Vorgesetzten nach einer Abmahnung wiederholt als "Lügner" titulieren. Auch nach jahrelanger und tadelloser Beschäftigung ist eine Kündigung in einem solchen Fall rechtens, so das Hessische Arbeitsgericht in Frankfurt.

"Hijo de Puta"

Das wäre ja auch zu einfach gewesen: Wenn Sie als Ausländer in Ihrer Muttersprache Ihren Chef beleidigen, bewahrt Sie das meist auch nicht vor einer Kündigung.

Das bekam ein spanischer Arbeitnehmer zu spüren, der seinem Vorgesetzen im Streit ein gepflegtes "Hijo de Puta" an den Kopf warf. Der Boss muss ein gutes Wörterbuch parat gehabt haben. Als "Hurensohn" wollte er sich dann doch nicht beschimpfen lassen und feuerte den Spanier. Zu Recht, urteilte später das hessische Landesarbeitsgericht.

"Verbrecher"

Sie können nicht anders? Ihnen platzt im Büro der Kragen? Sie müssen Ihren Boss unbedingt als "Verbrecher" titulieren? Dann sollte ihm das aber besser nicht zu Ohren kommen.

Denn nur wenn Sie solche Beleidigungen in der Abwesenheit des Chefs anbringen, bleibt Ihnen der sofortige Rausschmiss erspart. So sieht es zumindest das Landesarbeitsgericht in Köln: Ein Angestellter hatte seinen Boss im Kollegenkreis als "Verbrecher" bezeichnet hatte, was eine fristlose Kündigung zu Folge hatte. Der Arbeitgeber musste die Kündigung zurückziehen.

"Arschloch"

Wenn Sie Ihren Boss schlichtweg "Arschloch" nennen, haben Sie wirklich ganz schlechte Karten.

Wenn Ihnen diese Beleidigung einmal rausrutschen sollte, dürften Sie bei keinem Richter mehr Gehör finden. Nach der gängigen Rechtsprechung ist die fristlose Kündigung auch dann gerechtfertigt, wenn Sie sich sofort entschuldigen. Selbst, wenn Ihr Chef gar nicht anwesend ist, aber das ganze Büro mithört, sind Sie Ihren Job los.

"Blöder Sack"

Es ist ja nicht so, dass Sie im verbalen Büro-Clinch immer nur einstecken müssten. Bei einigen Beleidigungen drückt so mancher Richter auch mal ein Auge zu.

So hat das Landesarbeitsgericht Köln entschieden, dass es keinen Kündigungsgrund darstellt, wenn ein erzürnter Mitarbeiter nach einer Provokation den Personalchef als "blöden Sack" beschimpft. Apropos Sack: "Alter Sack" ist auch noch im zu tolerierenden Bereich, urteilten dieselben Richter in einem anderen Verfahren.

Dreierpack: "Schwein", "Betrüger", "Idiot"

Eine einzelne Beleidigung im Eifer des Gefechts verzeihen Ihnen Ihr Boss und der zuständige Richter vielleicht noch. Wenn Sie sich aber richtig in Rage schimpfen, geht selbst Ihre normale Kündigungsfrist flöten.

Einmal ist keinmal, aber dreimal ist mindestens einmal zu viel: Das Kölner Arbeitsgericht hat entschieden, dass es keinem Vorgesetzten zuzumuten ist, wenn ihn ein Mitarbeiter als "Schwein", "Betrüger" und auch noch als "Idiot" tituliert. Somit war die fristlose Kündigung rechtens.

"Scheiß-Firma"

Wenn Sie im Beisein von Kunden die eigene Firma verunglimpfen, sind Sie in der Regel Ihren Job schneller los, als Sie "Kündigungsschutz" sagen können.

Doch es gibt auch Ausnahmen. So hatte die Klage eines Entlassenen Erfolg, der seinen Arbeitgeber öffentlich als "Scheiß-Firma" bezeichnet hatte. Da der Flughafenmitarbeiter aber 27 Jahre lang tadellos gearbeitet hatte, bewerteten die Richter dies als einmaligen Ausrutscher und erklärten seine Kündigung für unwirksam.

"Buh-Rufe"

Wer kreativ und mutig ist, braucht keine Schimpfwörter. Die Abneigung gegen den Chef lässt sich auch auf anderem Wege kundtun.

Das dachte sich auch ein Arbeitnehmer auf der Jubiläumsfeier seiner Firma. Er unterbrach einfach die Rede seines Chefs mit dauernden Buh-Rufen. Das fand sein Vorgesetzter nicht wirklich witzig und warf ihn hochkant raus. Doch das Frankfurter Landesarbeitsgericht sah das anders: Buh-Rufe rechtfertigen keine Kündigung. Aber Vorsicht: Eine Abmahnung ist allemal drin.

Grüsse von: www.AOL.de

Büro-Beleidigungen und ihre Folgen Zwergnase
Zwergnase:

Looool - Das kleine Schimpfwort-ABC

 
17.05.07 10:42
#2
BÜROGEZETER

Das kleine Schimpfwort-ABC

Sie Hundertsassa! Sie Leitzluder! Sie Beckenbauer! Als SPIEGEL ONLINE nach den schönsten Büro-Frotzeleien suchte, machten über 100 Leser mit - und so entstand ein Lexikon fachgerechten Spotts über die lieben Kollegen.

Hab mal einige lustige rauskopiert:

Abteilungsleiter der Herzen
für besonders unbeliebte Abteilungsleiter

Aktenschänder
Kollege mit äußerst miserabler Handschrift

Bildschirmschoner
benutzt seinen PC nur selten, weil er "einfach nicht mit dem Ding klarkommt"

Budgetbremse
Kollege, wegen dessen Unfähigkeit der Etat zusammengestrichen wurde

Chefzäpfchen
euphemistisch für einen A...kriecher

E-mail-Exorzist
Kollege, bei dem die gesamte Elektropost verloren geht

Fahrplanauskunft
Projektleiter, der sich sklavisch an den Plan hält und dauernd Termin- und Aktivitätenpläne an die Mitarbeiter verteilt

Frolic-Stanzer
ist zu nichts anderem zu gebrauchen, als das Loch in die Frolic-Ringe Hundefutter) zu stanzen

Grüßwunder
Kollege, der grundsätzlich nicht grüßt

Hundertsassa
zur subtilen Herabwürdigung eines selbsternannten Multitalents, eines Tausendsassas

Intelligenzallergiker
Inkompetenter Mitarbeiter

Kantinenzombie
Kollege, dessen seltsam untotes Aussehen darauf schließen lässt, dass er kritiklos ALLES isst, was in der Kantine aufgetischt wird

Laberlaminator
Kollege, der alle vollquatscht, bis sich Lähmungserscheinungen einstellen

Lustknabe
für einen faulen Mitarbeiter, der nur tut, worauf er Lust hat

Nahversorger
wird ständig beim Klauen von Büromaterial erwischt

Primärduftwolke
Kollegin, die nur durch ihr Parfüm auffällt

Schnürsenkelbügler

ein Pedant, der auch auch noch den Inhalt seines Papierkorbs faltet - oder erledigte Notizzettel durchstreicht, bevor er sie zusammenknüllt und wegwirft

Sitzheizung
hält seinen Bürostuhl warm, macht sonst nichts

Stempeltünnes
Kollege mit ständig blau verschmierten Händen

Tauchsieder
Kollege, der sich in alles hineinhängt und zu allem einen Kommentar abgeben muss

Tischgruppenführer
so genannte "Teamleiter", die zwar keinen Abteilungsleiterstatus (geschweige denn dessen Gehalt) haben, sich aber als solche ausnutzen lassen, auch bekannt unter "Hilfssheriff", "Wadenbeißer" oder "Galeerentrommler"

Vorkoster
Mitarbeiter, der pünktlich zur Kantinenöffnung Mittagspause macht


Die komplette Liste gibt's hier: www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,291816,00.html
Büro-Beleidigungen und ihre Folgen Stöffen

Auf die Formulierung kommt es an !

 
#3
Kleine Formulierungshilfe für den Geschäftsalltag

Anstatt: Ist mir scheissegal.
Sagt man: Ich sehe das ganz emotionslos.

Anstatt: Was hab ich mit dem Dreck zu tun??
Sagt man: Ich war von Anfang an nicht in dieses Projekt involviert.

Anstatt: Das ist der absolute Scheiß!!
Sagt man: Eine interessante Herausforderung!

Anstatt: Das mach ich sicher nicht, du Blödmann!
Sagt man: Es gibt technische Gründe, die mir die Erledigung dieser Aufgabe leider nicht ermöglichen.

Anstatt: Verdammte Sch..., diese Vollidioten haben mir nichts gesagt!
Sagt man: Wir müssen unsere interne Kommunikation verbessern.

Anstatt: Dieser Trottel versteht überhaupt nix!
Sagt man: Er ist mit dem Problem noch nicht vertraut.

Anstatt: Mir doch wurscht, du Depp!
Sagt man: Bedauerlicherweise kann ich Ihnen in diesem Punkt nicht weiterhelfen.

Anstatt: Dieser Idiot baut einen Mist nach dem anderen!
Sagt man: Möglicherweise haben wir noch nicht die richtige Position für ihn gefunden.

Anstatt: Na, hast du mit dem Chef geschlafen?
Sagt man: Hat man endlich deine Kompetenz anerkannt?

Anstatt: Wir sind im Arsch!
Sagt man: Die Produktivitätsindex unseres Unternehmens zeigt einen sensiblen Rückgang.

Anstatt: Ich hab von Anfang an gewusst, dass das alles Schei... ist.
Sagt man: Verzeihung, ich hätte Sie warnen können, wenn man mich involviert hätte.

Anstatt: Du kennst dich überhaupt nicht aus, du Depp!
Sagt man: Gehört das zu Ihren Kernkompetenzen?


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