"Bürgermeister von Kabul" überraschend Wahlsieger

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"Bürgermeister von Kabul" überraschend Wahlsieger

 
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Stimmauszählung in Kabul (AFP)Bürgermeister von Kabul überraschend Wahlsieger 1685709n24.de/images/blind.gif" style="max-width:560px" >
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Tja, die Burschen lernen schnell, wie man Demokratie verbreitet..

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Der Hoffnungsträger ist am Ziel

Hamid Karsai gewinnt Afghanistan-Wahl

Der Hoffnungsträger ist offenbar am Ziel - und durch westliche Hauptstädte dürfte ein Seufzer der Erleichertung gehen: Zwei Wochen nach der ersten freien Präsidentschaftswahl in Afghanistan ist Hamid Karsai der Sieg nach Angaben seiner Anhänger nicht mehr zu nehmen. Nach mehr als zwei Jahrzehnten Bürgerkrieg ist der weltläufige Paschtune nicht nur für seine Landsleute die Symbolfigur für den Wiederaufbau des Landes, auch die USA und ihre Verbündeten setzen große Hoffnungen in den Mann mit dem sorgfältig gestutzten Bart und der Fellmütze.

Nach Auszählung von fast 95 Prozent der Wählerstimmen kam Karsai auf über 55 Prozent der Stimmen, sein wichtigster Herausforderer, Junus Kanuni, erreichte demnach nur 16 Prozent und hat seine Niederlage bereits eingeräumt. Damit lag Karsai deutlich über der Marke von 51 Prozent, die ein Kandidat mindestens erreichen muss, um eine zweite Wahlrunde zu vermeiden.

                              

Die Ruinen von Bürgerkrieg und Taliban-Herrschaft

Der 46-Jährige steht nun vor der beispiellosen Herausforderung, ein armes und von Stammesfehden zerrissenes Land zu einen und aus den Ruinen von Bürgerkrieg und Taliban-Herrschaft auferstehen zu lassen. Seine größten Gegner sind die radikalen Kräfte im Land, die ihm nach dem Leben trachten.

Als Karsai im Oktober 2001 aus dem Exil nach Afghanistan zurückkehrte, fand er ein nach Krieg und jahrelanger Schreckensherrschaft der radikalislamischen Taliban am Boden liegendes Land vor. Als Hoffnungsträger des Westens wurde er nach dem Sturz der Taliban im Dezember 2001 zum Interimspräsidenten bestimmt und im Juni 2002 durch eine Große Ratsversammlung im Amt bestätigt.

Bisheriger Einfluss reicht kaum über Kabul hinaus

Ob sich sein voraussichtlicher Wahlsieg mit absoluter Mehrheit im ersten Wahlgang auch auf einem tatsächlichen Rückhalt in der Bevölkerung fusst, muss sich erst noch erweisen. Bislang reichte der Einfluss von Karsais Übergangsregierung jedenfalls kaum über die Stadtgrenzen von Kabul hinaus. Symptomatisch dafür war ein Zwischenfall während des Wahlkampfs, als Karsai einen Auftritt in der südostafghanischen Stadt Gardes nach einem Raketenangriff auf seinen Hubschrauber abbrechen musste.

In den meisten Gegenden des Landes außer der Hauptstadt fühlen sich die Menschen nicht der Zentralregierung, sondern vor allem regionalen Herrschern verpflichtet. Ein neuer blutiger Beweis waren die schweren Unruhen in der westafghanischen Provinz Herat im Sommer. Karsai suchte dort die Machtprobe mit Gouverneur Ismail Khan, indem er ihn absetzte. Daraufhin stürmten Demonstranten die UN-Gebäude. Mehrere Menschen starben, die UNO verließ Herat.

Von US-Gnaden im Amt

Obwohl ihm der Makel anhaftet, von Gnaden der US-Regierung im Amt zu sein, genießt Karsai großen Rückhalt in der afghanischen Bevölkerung. Der Paschtune war einst Mudschahedin-Kämpfer gegen die sowjetische Besatzung und Sympathisant der Nordallianz gegen die Taliban. Sein Großvater war bis zum Sturz von König Sahir Schah Präsident des Nationalrates, sein Vater arbeitete als Diplomat. Sohn Hamid ging in Kabul zur Schule, studierte in Indien und arbeitete in den USA. Der kinderlose 46-Jährige ist heute mit einer afghanischen Ärztin verheiratet.

1982 schloss Karsai sich dem Kampf gegen die sowjetischen Truppen an und leitete von Pakistan aus militärische Einsätze der "Nationalen Befreiungsfront". Nach dem Fall der pro-sowjetischen Regierung 1992 wurde er Vize-Außenminister Afghanistans. Als dann 1996 die Taliban Kabul eroberten, wurde Karsai der Posten des afghanischen UN-Botschafters angetragen. Er schlug das Angebot aus: Die Taliban seien "ausländische Terroristen" und Marionetten des pakistanischen Geheimdienstes. Endgültig verschrieb sich Karsai dem Kampf gegen die Miliz, als 1999 vermutlich Taliban seinen Vater ermordeten.

Bei der Wahl konnte ihm von seinen politischen Kontrahenten nur Junis Kanuni wirklich gefährlich werden. Der tadschikische Ex-Bildungsminister, der ebenfalls großen Rückhalt im Land verfügt, hatte gemeinsam mit anderen Kandidaten wegen massiver Unregelmäßigkeiten vorübergehend mit dem Boykott der Abstimmung gedroht. Dass Karsais wichtigster Rivale schließlich einlenkte und am Sonntag sogar den Wahlsieg des paschtunischen Amtsinhabers anerkannte, dürfte den künftigen Staatschef für seine schwierige Aufgabe hoffnungsvoll stimmen.

(N24.de, AFP)



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