Benefit of Clergy (Privilegium clericale)

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Benefit of Clergy (Privilegium clericale) boersalino
boersalino:

Benefit of Clergy (Privilegium clericale)

3
07.02.13 14:04
#1
Rettet unsere Politiker!!!


en.wikipedia.org/wiki/Benefit_of_clergy



Wir haben nichts Besseres


















verdient.
Benefit of Clergy (Privilegium clericale) boersalino
boersalino:

Das klingt schlimmer, als es ist! Nur Mut ...

 
07.02.13 14:28
#2
Benefit of Clergy (Privilegium clericale) Peter Silie
Peter Silie:

Warste heute mittag im Kloster ?

 
07.02.13 15:11
#3
Benefit of Clergy (Privilegium clericale) Nokturnal
Nokturnal:

Wo ist Georgina wenn man sie mal braucht ?

2
07.02.13 15:14
#4
Benefit of Clergy (Privilegium clericale) georgina
georgina:

Wer kann oder will - ganz abgesehen

3
07.02.13 15:52
#5
vom "sollen" - denn heute noch lesen ?
Nun gut, sei´s drum. Als "Geistlicher" (s.u.) fühle ich mich irgendwie verpflichtet.

Beneficium clericale, erst 1827 ganz aufgehoben, war etwas ganz eigenes und verdient, beschrieben zu werden.- Um das Ansehen des geistlichen Standes zu erhalten, verordnete Wilhelm der II. 1088, dass alle jene, die die Bibel lesen können, für gewisse Verbrechen mit der Todesstrafe verschont bleiben sollen. Anfänglich war also diese Wohltat nur für wirkliche (in habitu et cum tonsura clericali*) Geistliche bestimmt, weil nur diese lesen konnten. Später wurde sie auch auf die Laien, die diese Hexerei konnten, ausgedehnt , wodurch man erhalten wollte, dass diese sich im Lesen üben sollten. Bis zum Jahre 1827 konnten aber alle Einwohner beiderlei Geschlechts davon Gebrauch machen.

Die Verbrechen, wobei diese Wohltat aufgerufen werden konnte, waren solche, womit der Verlust des Kopfes, oder auch nur der Verlust des Grundbesitzes oder des beweglichen Vermögens verknüpft war; und welche nicht ausdrücklich durch Parlamentsbeschlüsse ausgenommen waren. - Es ging damit so zu.

Dem Verurteilten pflegte man zu sagen, er sei für sein Verbrechen zum Tode oder zum Verlust seines Vermögens verurteilt worden, was habe er dabei zu tun im Sinne? - Antwort: Ich bin ein Geistlicher (so war die allgemeine Formel auch für die Laien, und es muss spassig anzuhören gewesen sein, wenn ein Weib sagte: Ich bin ein Geistlicher! Und reklamiere die Wohltat der Geistlichkeit. - Gut! - Man legte ihm eine Bibel mit gothischer Schrift vor, wo er ein paar Zeilen lesen musste. Der Richter fragte den anwesenden Geistlichen: Liest er oder liest er nicht ? - Dieser antwortete: Er liest so gut wie ein Kleriker. Die Folge davon war, dass er von der Hauptstrafe befreit und ihm ein Zeichen an der linken Hand inwendig am Daumenwurzel eingebrannt wurde, um ihn in der Folge daran zu erkennen, dass er die Wohltat einmal bereits genossen. Statt des Brandmarkens konnte das Gericht eine Geldstrafe, oder öffentliches oder heimliches Auspeitschen (dieses höchstens dreimal) zuerkennen, worauf, wie auch auf Brandmarken, noch Gefängnis oder Zuchthaus, oder, fürr Diebstahl, siebenjährige Deportation folgte. - Diese Wohltat durften Laien nur e i n m a l, Geistliche aber d r e i -m a l in Anspruch nehmen; d.h. jene konnten nur einmal von der gesetzlichen Strafe befreit werden, diese dreimal.

Die Geistlichen und die Peers, samt Peerinnen hatten noch vor andern voraus, dass sie auch mit dem Brandmarken, mit Gefängnis, Deportation und Auspeitschung verschont wurden.(...) Aber Verlust des beweglichen Vermögens an die Krone blieb immer.

War dies nicht eine sehr sonderbare gesetzliche Einrichtung, die sogar bis zum Jahr 1827 bestand ?

nach János Csaplovics: England und Ungern. Eine Parallele. Halle 1842

* im Priestergewand und mit Tonsur
Benefit of Clergy (Privilegium clericale) boersalino

Sonst gäb's keinen "Volpone" von Ben Jonson

 
#6
Danke, georgina :-)


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