Bayer und VW vom Abstieg aus Stoxx-Indizes bedroht

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Bayer und VW vom Abstieg aus Stoxx-Indizes bedroht

 
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Bayer und VW vom Abstieg aus Stoxx-Indizes bedroht

Zwei deutsche Unternehmen müssen um ihren Platz in wichtigen europäischen Aktienindizes bangen. Volkswagen ist vom Rauswurf aus dem Euro Stoxx 50 bedroht, dem Index für die 50 größten Werte aus dem Euroraum. Bayer könnte aus dem Stoxx 50 fallen, der die größten Werte der Europäischen Union und der Schweiz umfaßt. Der lange gefährdete Verbleib von TUI scheint hingegen gesichert.


Volkswagen rangiert auf der Auswahlliste der nach Börsenwert größten Unternehmen derzeit auf Rang 60. Nur ein Platz tiefer würde das Unternehmen aus dem Index genommen. Am Freitag und Montag hatte der Autokonzern schon dort gelegen. Derzeit beträgt der Sicherheitsabstand gerade etwa 0,5 Prozent. Entscheidend ist der Schlußkurs am kommenden Dienstag. Im Negativfall würde die Aktie am 18. September aus Europas wichtigstem Index genommen.

VW-Aktie unter Verkaufsdruck

Umschichtungen in den Portfolios großer institutioneller Anleger, die sich an dem Index ausrichten, wären die Folge, die Aktie von Volkswagen käme unter Verkaufsdruck. Schätzungen von Stoxx zufolge orientiert sich Kapital im Volumen von rund 450 Milliarden Euro direkt oder indirekt am Euro Stoxx 50. Dazu gehören zum Beispiel Index-Fonds oder -zertifikate, aber auch aktiv verwaltete Fonds, die bei Indexänderungen nicht immer zu Umschichtungen gezwungen sind.

Aussichtsreichster Aufstiegskandidat für den Euro Stoxx 50 ist derzeit die französische Bank Crédit Agricole, die auf Rang 42 geführt wird. Bis zu Platz 40 beträgt der Abstand nur 2 Prozent. Schafft das Kreditinstitut den Sprung, würde Volkswagen auch aus dem Index genommen, wenn es nicht auf Platz 61 zurückfällt. Renault als zweitbester Kandidat hat mit Rang 46 schon einen großen Abstand von fast 10 Prozent auf Crédit Agricole.

Puma-Aufstieg in den Dax gesunken

Im Stoxx 50, der eine geringere Bedeutung als sein großer Bruder hat, sind mehr Veränderungen möglich. Sicher scheint die Herausnahme von Aegon, die nur noch auf Rang 72 zu finden sind. Dafür wird der Handyproduzent Ericsson in den Index zurückkehren, den er 2002 nach den großen Kursverlusten durch das Platzen der spekulativen Blase am Aktienmarkt verlassen mußte. Gefährdet sind allerdings auch der Rückversicherer Swiss Re, der französische Versorger Suez und besonders Bayer. Das deutsche Chemie- und Pharmaunternehmen ist derzeit auf Rang 62. Zum rettenden Platz 60 fehlen etwa 2 Prozent. Suez liegt auf Rang 61, Swiss Re auf 59. Gute Aufstiegschancen hat die französische Bank Société Générale auf Platz 29. Schafft sie den Aufstieg, muß das zweitschlechteste Mitglied im Stoxx 50 auf jeden Fall absteigen, auch wenn es Platz 60 oder besser belegt. Das wäre derzeit Bayer. Müssen mehr als zwei Unternehmen den Index verlassen, wären auch France Télécom und das Rohstoffunternehmen Rio Tinto aussichtsreiche Aufstiegskandidaten.

TUI kann mittlerweile damit rechnen, im Dax zu verbleiben. Bis Ende Juli sah es noch danach aus, daß der Touristikkonzern aus Deutschlands wichtigstem Aktienindex fällt. Kräftige Kursgewinne infolge von Übernahmespekulationen und guten Quartalszahlen haben die Aktie auf den rettenden Rang 35 befördert. Um noch aus dem Dax zu fallen, müßte die Aktie des Nächstplazierten, Celesio, bis Dienstag im Durchschnitt um täglich sechs Prozent besser abschneiden als die TUI, hat Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg errechnet. Das erscheint derzeit unwahrscheinlich. Damit sind die Chancen von Puma auf einen Aufstieg in den Dax stark gesunken, zumal im Gegensatz zu der Stoxx-Entscheidung nicht der Kurs am Dienstag entscheidend ist, sondern erstmals der Durchschnittskurs der vergangenen 20 Handelstage. Nur an zwei davon lag TUI auf einem Abstiegsplatz.

Wella steigt ab

Sollte allerdings der TUI-Mehrheitsaktionär WestLB bis kommende Woche sein Aktienpaket vollständig an einen anderen Investor verkaufen, wie es derzeit möglich erscheint, dann könnte Puma doch noch zum Zuge kommen. Ein neuer TUI-Eigner müßte den anderen Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreiten. Je nachdem, wie viele Anteilsbesitzer es annehmen, würde der Streubesitz der TUI-Aktie stark sinken. Er ist relevant für die Berechnung des Börsenwertes und damit für die Entscheidung über die Index-Zusammensetzung. Für einen solchen Fall könnte Puma schon jetzt in einem sogenannten Vorratsbeschluß zum Aufsteiger gekrönt werden.

Im M-Dax ist die Aufnahme der beiden großen Börsengänger in diesem Jahr, Postbank und Wincor Nixdorf, sicher. Dafür wird Wella absteigen. Das Unternehmen hatte nach der fast vollständigen Übernahme durch Procter & Gamble angekündigt, in den General Standard zu wechseln. Dieses Börsensegment berechtigt nicht zur Mitgliedschaft in einem Index. Den anderen Absteiger dürften Zapf Creation und Koenig & Bauer unter sich ausmachen. Möglicherweise trifft es auch beide, wenn die Deutsche Börse entscheidet, die Deutsche Euroshop, Indus, Gildemeister oder Fuchs Petrolub aufzunehmen. Auch in Tec- und S-Dax zeichnen sich Veränderungen ab (siehe Tabelle).

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