aus "Die französische Revolution" v.Thomas Carlyle

Beitrag: 1
Zugriffe: 352 / Heute: 1
aus

aus "Die französische Revolution" v.Thomas Carlyle

 
#1
Die Sünde war, ist und wird zu allen Zeiten, wenn wir recht lesen, die Mutter des Elends sein. Dieses Land nennt sich das allerchristlichste, es hat Kreuze und Kathedralen, aber sein Hoherpriester ist irgend ein Roche-Aymon oder ein Halsband-Kardinal Louis de Rohan.

Leise wimmernd dringt die Stimme der Armut aus ihrem unendlichen Elend lange Jahre hindurch in Jacquerien und Brotrevolten unartikuliert empor, die Erde achtet ihrer nicht, aber der Himmel hört sie! Wo aber Millionen im Elend schmachten, sind Tausende bedrückt und unglücklich; nur die Bevorzugten können gedeihen oder, sagen wir besser, sie sind die letzten, die zu Grunde gehen.

Die Industrie, die man gebunden und geknebelt hat, als wäre auch sie nur ein Jagdwild zum Ergötzen und Erlaben der mächtigen Jäger dieser Welt, ruft diesen ihren gutbezahlten Führern und Wächtern nicht zu: 'führt mich!' sondern: 'laissez faire', laßt mich in Ruhe mit eurer Führung!  Was für einen Markt hat die Industrie in Frankreich?

Nur für zwei Artikel giebt es einen Markt und eine Nachfrage: für die gewöhnlichsten Feldfrüchte, denn die Millionen wollen leben; oder für alles, was dem Luxus und Lebensgenuß dient, von Opernmelodien an bis zu Rennpferden und Courtisanen; denn die Bevorzugten wollen unterhalten sein; es ist im Grunde genommen ein toller Zustand.


Talkforum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--