Armstrong positiv getestet

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Armstrong positiv getestet tom68
tom68:

Armstrong positiv getestet

5
23.08.05 10:09
#1
Armstrong positiv getestet


1999 gewann Lance Armstrong die Tour de France zum ersten Mal
Paris/München - Die Radsport-Welt unter Schock: Lance Armstrong steht unter Doping-Verdacht!

Der siebenmalige Sieger der Tour de France soll 1999 bei seinem ersten Erfolg in Frankreich mit EPO nachgeholfen haben. Das berichtet die französische Zeitung "L'Equipe".

Sechs Urinproben positiv

Im französischen Labor in Chatenay-Malabry wurde dem Bericht zufolge in sechs Urinproben des Amerikaners EPO festgestellt.

Die A-Proben des 33-Jährigen waren damals noch negativ ausgefallen. Diese Proben wurden vernichtet, die B-Proben jedoch aufbewahrt.

Mit neuesten Test-Methoden machten sich die Wissenschaftler später in den B-Proben auf sie Suche nach unerlaubten Mitteln - und wurden fündig.

Schon beim Prolog positiv?

Die Vorwürfe werfen einen Schatten auf die Karriere des "Tourminators". Immer wieder hatte Armstrong beteuert, nie mit unerlaubten Mitteln nachgeholfen zu haben.

Auch jetzt wehrt er sich vehement gegen die Vorwürfe: "Ich habe niemals leistungssteigernde Mittel genommen. Das ist purer Skandaljournalismus der L'Equipe", erklärte Armstrong auf seiner Internetseite.

Doch in den Proben nach dem Prolog der Tour 1999 am 3. Juli in Puy-du-Fou, nach der ersten Etappe von Montaigu nach Challans, dem neunten Teilstück von Grand-Bornand nach Sestrières, Etappe Nummer zehn Sestrières - L'Alpe d'Huez, zwölf Saint-Galmier - Saint-Flour und 14 Castres - Saint-Gaudens fanden sich erhöhte EPO-Werte.

EPO wird seit 1983 synthetisch hergestellt

          §

Erythropoetin (EPO) ist ein in der Niere produziertes körpereigenes Hormon, das die Bildung roter Blutzellen in den Stammzellen des Knochenmarks anregt.

Diese Erythrozyten binden in der Lunge Sauerstoff und transportieren diesen zur Versorgung der Zellen in die verschiedenen Körperregionen wie die Muskulatur. Seit 1983 ist es möglich, EPO synthetisch herzustellen.

Unter anderem wurde Ex-Tour-Sieger Marco Pantani des EPO-Doping überführt.

Anschuldigungen seit Jahren

Seit mehreren Jahren muss sich Armstrong mit Doping-Anschuldigungen auseinander setzen.

Unmittelbar vor der Tour de France 2004 erschien zu diesem Thema das Buch "L.A. Confidential - die Geheimnisse des Lance Armstrong".

Darin bezichtigen eine ehemalige Masseurin, frühere Teamkameraden und der ehemalige Tour-de-France Sieger Greg LeMond Armstrong des EPO-Dopings.

Armstrong geht gegen den Autoren David Walsh juristisch vor.

Anklage gegen Dr. Ferrari scheitert

2000 musste der Amerikaner eingestehen, dass ihn der italienische Arzt Dr. Michele Ferrari seit 1995 berät. Diesem wurde vor Gericht vorgeworfen, Radsportler mit Dopingmitteln zu versorgen.

Die Anklage scheiterte jedoch aus Mangel an Beweisen.

Positiver Test von 1999 ohne Folgen

Ein dokumentierter positiver Doping-Befund von Armstrong existiert jedoch. Er datiert pikanterweise vom 4. Juli 1999.

Damals wurde schon während der Rundfahrt ein erhöhter Kortikoid-Wert festgestellt, der mit einem Rezept erklärt wurde.

Das Rezept soll vordatiert worden sein. Der positive Test blieb folgenlos.

Michael Schwartz

Simeonis Klage  
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Armstrong positiv getestet Talisker
Talisker:

Es bleibt unbefriedigend

 
24.08.05 09:19
#38
Juristisch wohl nicht verwertbar, der Gang an die Öffentlichkeit vorschnell und anrüchig, der Anlass der Untersuchung fragwürdig, der Zeitpunkt der Veröffentlichung (Untersuchung war 2004) fragwürdig...




Doping-Avantgardist Lance Armstrong
KOMMENTAR VON MARKUS VÖLKER

Als Hexenjagd hat Lance Armstrong den jüngsten Dopingvorwurf bezeichnet, als billigen Boulevardjournalismus obendrein. Doch der siebenmalige Tour-Sieger kann es drehen und wenden, wie er will, noch nie waren die Anschuldigungen gegen ihn derart stichhaltig. Ein französisches Labor hat in Urinproben aus dem Jahr 1999 Spuren des Blutdopingmittels Erythropoietin (Epo) gefunden. Die Ergebnisse werden wohl vor keinem Sportgericht verwertbar sein, doch der Imageschaden könnte nicht größer sein - für den US-Amerikaner und den Radsport insgesamt. Denn der bloße Verdacht gegen den Texaner hat sich nun zum Faktum verdichtet.

Die Sportart wird von einer Pandemie heimgesucht, das ist nicht neu. Es wird gedopt wie in kaum einer anderen Sparte, ja, die Avantgarde des Medikamentenmissbrauchs sitzt auf Rädern. In der Szene gilt das Motto: Nur wer auffliegt, hat auch wirklich gedopt. Es überrascht also kaum, wenn ein Profi in das Fahndungsraster der Dopingkontrolleure gerät. Die französische Justiz hatte Armstrong schon länger im Visier. Die Vorwürfe gegen ihn blieben allerdings vage. Bis zuletzt konnte er sich als unbescholtener Profi gerieren, auch wenn es Verbindungen zum Dopingarzt Michele Ferrari gab und Dopinganschuldigungen einer ehemaligen Masseurin für Furore sorgten. Armstrong schien nicht ins Wanken zu geraten, im Gegenteil, der langjährige Prinzipal des Pelotons inszenierte sich selbstgerecht als Saubermann.

Nur wenige haben ihn gemocht, den Technokraten auf dem Rad, der seine Erfolge mit maschineller Präzision erfuhr und dessen Karriere erst zu Ende gehen musste, damit es zur großen Enthüllung kam. Umso größer ist nun die Genugtuung der Radsportfans, dass endlich nennenswerte Beweise auf dem Tisch sind. Am Spiel, das Radsportler mit Dopingfahndern treiben, wird sich dadurch nicht viel ändern.

Man kann Armstrong moralisch anklagen, juristisch kann man es offenbar nicht. Die Tour de France, die Armstrong wie kein Zweiter dominierte, bleibt unter Generalverdacht. Es ist nur der Unachtsamkeit von Fahrern, Zufällen und kriminalistischem Spürsinn geschuldet, dass Doper entlarvt werden. Ein allzu seltenes Szenario.

taz Nr. 7750 vom 24.8.2005, Seite 1, 62 Zeilen (Kommentar), MARKUS VÖLKER
Armstrong positiv getestet moya
moya:

Sollte dies die Wahrheit sein

 
24.08.05 09:32
#39
und danch sieht es ja aus.
Dann wird einem der jährliche Superantritt am Berg klar.
Dem Ulle quellen die Augen aus dem Kopf und der Lance
ist oben immer noch locker.

Gruß Moya Armstrong positiv getestet 2070487

Armstrong positiv getestet Heckte
Heckte:

Wenn es so ist, dann ist es so,

 
24.08.05 13:44
#40
aber:

- warum bewahren die Franzosen sechs Jahre lang Pisse auf?

- warum testet man die Pissproben erst jetzt nach dem Karriereende von Armstrong, wenn es die "aktuell wirksamen Testverfahern" mit denen man Epo Nachweisen kann seit 2001 gibt? Bekanntlich hat Armstrong nach 2001 noch 4x die Tour de France gewonnen.

- der Direktor des Instituts sagt, das man 12 positive Epo-Proben gefunden hat, von denen 6 Proben zu Armstrong gehören sollen. Von wem sind denn die anderen 6 Proben? Vom Zweitplazierten Alex Zülle? Von Französischen Fahrern? Vom damaligen Gewinner des grünen Trikots, Erik Zabel? Warum bricht das Institut seine Schweigepflicht nur bei Proben von Armstrong und nicht bei den anderen Proben?

- wenn man doch die Pissproben bis in alle Ewigkeit aufbewahrt, dann kann man doch nun alles Pissproben von allen Fahrern von 1999, 2000 usw. mal auf Epo-Testen. Wer weis, welchen Fahrern dann noch "Doping" nachgewiesen wird? Jan U. vielleicht?

Nun ja, die Franzmänner mochten vom ersten Tag an Armstrong nicht, und nun veranstalten sie das, was sie schon Jahrelang machen wollten, eine "Hetzjagd" auf den Mann, der ihr größtes Sportereigniss siebenmal gewonnen hat. Sorry Frankreich, aber so nicht!

Und eins möchte ich noch in eigener Sache feststellen, ich finde "Doping" scheiße.

gruß
heckte


Armstrong positiv getestet Ramses II
Ramses II:

sportarten bei denen exzessiv

 
24.08.05 13:58
#41
gedopt wird, sind tendenziell auf dem absteigenden ast. kein zuschauer hat mehr bock darauf zu spekulieren wer nun gedopt ist und wer nicht.

da nun auch alte dopingproben mit neuen testverfahren untersucht werden, können wir uns noch auf einiges gefasst machen.

wir sollten dazu übergehen einen jährlichen aktualisierten medaillenspiegel für alle olympiaden und weltmeisterschaften zu erstellen. da kommt ordentlich bewegung rein demnächst.

und übrigens: wer einmal bescheisst, dem sollte man alle siege streichen.
Armstrong positiv getestet Dr.UdoBroemme
Dr.UdoBroem.:

@Heckte

 
24.08.05 14:05
#42
Die Proben sind im Rahmen eines wissenschaftlichen Forschungsprojekts aufgehoben worden.

Das französische Labor arbeitet seit Jahren daran EPO-Tests zu verfeinern - eben mit Hilfe dieser alten, eingefrorenen Urinproben.

Armstrong positiv getestet 2071301
Never argue with an idiot -- they drag you down to their level, then beat you with experience.
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sportsstar:

@ Heckte

 
24.08.05 14:07
#43
die Ergebnisse stammen aus der B-Probe, die man aufgehoben hatte. Die A-Probe wurde damals nach negativem Befund vernichtet..somit gibt es jetzt keine Vergleichssgrundlage (sprich Gegenprobe) auf der man Armstrong nachträglich des Dopings überführen kann (juristisch)!
Armstrong positiv getestet sportsstar
sportsstar:

Ok Doc..dann eben du ;-) o. T.

 
24.08.05 14:08
#44
Armstrong positiv getestet Talisker
Talisker:

Ergänzend @Heckte

 
24.08.05 14:19
#45
Bei irgendwie gearteten Zweifeln können die Proben laut Reglement bis zu 8 Jahren aufgehoben werden.
Bereits genannt - wissenschaftliche Untersuchung, ging nicht um gezielte Überführung Armstrongs (angesichts der Veröffentlichung: naja).
Es wurden 12 positive Proben gefunden (nicht verwechseln mit der Anzahl der Urinproben pro Nase).

Ansonsten s. #38.
Gruß
Talisker
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Armstrong positiv getestet Heckte
Heckte:

@dr. und @sportsstar

 
24.08.05 14:31
#46
ok, nun weis ich wenigstens, wozu man die Proben aufbewahrt hat. Und um damit Dopingtest's zu verbessern ist eine gute Sache.
Doch was ist mit den anderen Proben, die nicht von Armstrong sind? Warum alle nur "auf einen Mann"?
Wenn es nicht zu einer "juristischen" Verurteilung nicht reicht, so ist "Armstrong doch "moralisch" verurteilt aufgrund der Tatsache, das die Schweigepflicht, die bei solchen Forschungsprojekten besteht, gebrochen wurde.
Ich persönlich will doch auch nicht, das mein "Arzt" seine Schweigepflicht bricht. Oder darf man das, wenn es eine Person ist, die im öffentlichen Leben eine "Persönlichkeit" darstellt?

gruß
heckte
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Dr.UdoBroem.:

Schweigepflicht?

 
24.08.05 14:39
#47
Warum soll da eine Schweigepflicht bestehen? Ich habe dazu jedenfalls nichts gelesen.

Die Proben wurden wohl anonymisiert aufbewahrt, so dass nicht gezielt einzelne untersucht wurden, sie ließen sich dann aber hinterher noch den entsprechenden Sportlern zuordnen.

Was mit den anderen positiven Proben ist, weiß ich jetzt auch nicht - gestern hatte ich das noch so verstanden, dass alle positiven Proben von Armstrong sind, aber genommen zum selben Zeitpunkt.

Armstrong positiv getestet 2071368
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sportsstar:

Nochmal zum Thema Sport ansich..

 
24.08.05 14:41
#48
Der Frage nachzugehen was Sport ist würde hier sicherlich den Rahmen sprengen, da sich dort auch die Sportwissenschaft sehr schwer tut, auch wenn es dementsprechend eine Definition gibt, die auf den konstitutiven Merkmalen basierend lautet

Sport ist : - körperliche Bewegung
           - leistungsbezogen
           - durch Normen geregelt
           - unproduktiv

Schon hier zeigt sich das Problemfeld "Hochleistungssport", da dieser nicht unproduktiv ist, sondern im Gegenteil, zu einem richtigen Wirtschaftszweig empor gestiegen ist!

Da somit auch hier der Konkurrenzkampf/Wettbewerb eine Dimension erreicht hat, die mit der freien Marktwirtschaft übereinstimmend auf Profit und Gewinnmaximierung aus ist, werden die Athleten auch zu solchen Maschinen geformt. Der Ursprungsgedanke eines jeden einzelnen Sportlers, der sich noch vor seiner Karriere keinerlei Gedanken um die Ausmaße seiner Verantwortung ggüber der Öffentlichkeit, Werbepartnern und Sponsoren et cetera gemacht hat, wird heutzutage immer früher in das kalte Wasser geschmissen und gepusht!

Die Quintesenz des ganzen ist der teilweise unmenschliche Druck der auf die Athleten schon in jungen Jahren einwirkt und sie so zum einen von ihrer Leistungsentwicklung abhält, Versagensängste schürt, sie zum Spielball der Medien werden lässt und sie vorallem im Zuge der harten Konkurrenz des häufigeren eben zu leistungssteigernden Mitteln greifen lässt.

Der Clou ist, man steht dem Doping (ZURECHT!) in der Öffentlichkeit so kritisch gegenüber, dennoch treibt man sie letzlich in diese Problematik!
Dabei ist es auch egal ob es  zum Wettkampf eingenommen wird oder in der Vorbereitungsphase, denn ein Trainingszyklus besteht eben aus der Periodisierung eines ganzen Jahres!

Das perfide an der ganzen Sache ist aber nunmal auch, dass die Masse nicht zum Doping greift, aber die Hochangesehenen, die über den Flimmerkasten laufen, sicherlich damit schon mal in Berührung gekommen sind, wenn auch nur indirekt.
Die Erfolge werden einem bei Überführung dann zwar im Nachhinein aberkannt, aber das Geld ist schon gemacht und verdient..für alle Beteiligten!


sports*



Armstrong positiv getestet .Juergen
.Juergen:

also im radio

 
24.08.05 14:47
#49
haben sie gebracht das es nur um die 99er B proben geht.
99er A proben existieren nicht mehr, sodaß es auch nicht mehr zu einer anklage kommen kann.
stellt sich die frage, warum man jetzt seine leistungen in zweifel zieht,
denn gewisse mittelchen sind ja wohl bei den meisten profis keine seltenheit.
Armstrong positiv getestet sportsstar
sportsstar:

Puncto Schweigepflicht

 
24.08.05 14:48
#50
Was Dopingkontrollen anbetrifft so gibt es keine Schweigepflicht nach dem Auswerten.
Es wird zunächst der Sportler und der Verband informiert und danach gelangt dieses dann an die Öffentlichkeit..so sollte es zumindest sein!


Was man übrigens auch noch beachten und in seine Überlegungen mit einbeziehen sollte, ist der Aspekt des unbewussten Dopings, aufgrund von Nichtwissen oder schlechter, falscher Beratung! Die Profitgeier sitzen überall und verheimlichen einem jungen heranwachsendem Sportler so manches..nicht nur in USA zu beobachten, sondern auch bei uns!
Armstrong positiv getestet Kalli2003
Kalli2003:

unbewussten Doping

 
24.08.05 14:51
#51

komm mir jetzt nicht mit Zahnpasta!

und versehentliches Dopen mit EPO ... wie soll das gehen?

So long (oder doch besser short?)  

Armstrong positiv getestet 2071396Kalli  

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sportsstar:

Kalli

 
24.08.05 14:59
#52
Doping ist nicht gleich EPO. Wenn es so einfach wäre müsste man ja jeden nur daraufhin untersuchen!

Du glaubts gar nicht wie viele junge Athleten von ihren Trainern oder Mannschaftsärzten unwissentlich gedopt werden..
Armstrong positiv getestet Heckte
Heckte:

@dr. und @sports

 
24.08.05 14:59
#53
Ob und inwiefern Schweigepflicht besteht kann ich nicht sagen. Ich muss mich da auch auf das von mir gelesene verlassen.
Dazu ein Auszug aus dem Kölner-Stadtanzeiger von heute:

....Man habe aktuell wirksame Testverfahren, die es für Epo erst seit 2001 gibt, an älteren Proben ausprobieren wollen, sagt Jacques de Ceaurriz, der Direktor des Instituts. Dabei habe man zwölf positive Epo-Proben entdeckt, von denen sechs Armstrong zugewiesen wurden. Warum aber in einem wissenschaftlichen Auswertungsverfahren entgegen der Schweigeverpflichtung der Name Armstrong als Täter veröffentlicht wurde - „das ist das große Rätsel in diesem Fall“, sagt Wilhelm Schänzer, der Leiter des Instituts für Biochemie in Köln....

Das es keine Schweigepflicht nach aktuellen Dopingkontrellen gibt (@sportstar) ist klar, aber in diesen Fall war es ja keine aktuelle Dopingkontrolle, sondern ein Forschungsprojekt.

gruß
heckte

Armstrong positiv getestet Dr.UdoBroemme
Dr.UdoBroem.:

Zwar nur die B-Proben,

 
24.08.05 15:58
#54
aber bei sechs verschiedenen Proben positiv, da kann man wohl kaum zweifeln.

..."Doch in den Proben nach dem Prolog der Tour 1999 am 3. Juli in Puy-du-Fou, nach der ersten Etappe von Montaigu nach Challans, dem neunten Teilstück von Grand-Bornand nach Sestrières, Etappe Nummer zehn Sestrières - L'Alpe d'Huez, zwölf Saint-Galmier - Saint-Flour und 14 Castres - Saint-Gaudens fanden sich erhöhte EPO-Werte....


          §

Bei seinem ersten Tour-Sieg soll Lance Armstrong leistungssteigernde Mittel zu sich genommen haben
Paris/Wien - Die Radsport-Welt unter Schock: Lance Armstrong steht unter Doping-Verdacht!

Der siebenmalige Sieger der Tour de France soll 1999 bei seinem ersten Erfolg in Frankreich mit EPO nachgeholfen haben. Das berichtet die französische Zeitung "L'Equipe".

Sechs Urinproben positiv

Im französischen Labor in Chatenay-Malabry wurde dem Bericht zufolge in sechs Urinproben des Amerikaners EPO festgestellt.

Die A-Proben des 33-Jährigen waren damals noch negativ ausgefallen. Diese Proben wurden vernichtet, die B-Proben jedoch aufbewahrt.

Mit neuesten Test-Methoden machten sich die Wissenschaftler später in den B-Proben auf sie Suche nach unerlaubten Mitteln - und wurden fündig.

Keine Sanktionen zu befürchten

Der Direktor des Labors in Chatenay-Malabry, Jaqcues de Ceaurriz, erklärte, es bestehe kein Zweifel an den Resultaten der Dopingproben, auch wenn diese bereits fünf Jahre vor Durchführung der Tests entnommen worden seien.

Gleichzeitig erläuterte de Ceaurriz jedoch, dass Armstrong auf Grundlage der neuen Tests keine Sanktionen zu befürchten habe.

"Die Tests wurden im Rahmen wissenschaftlicher Forschungsarbeiten durchgeführt. Wir haben die Proben wie immer anonym ausgewertet."

"Der rein experimentelle Charakter des Tests und die Tatsache, dass es keine Möglichkeit zu einem Gegengutachten gibt, lassen jedoch keine Möglichkeit, die Fahrer auf Grund unserer Ergebnisse zu sanktionieren", sagte der Wissenschaftler.


L'Equipe verweist aber darauf, dass die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) juristische Schritte einleiten könnte.

"Die Hexenjagd geht weiter"

Die Vorwürfe werfen natürlich trotzdem einen Schatten auf die Karriere des "Tourminators". Immer wieder hatte Armstrong beteuert, nie mit unerlaubten Mitteln nachgeholfen zu haben.

Auch jetzt wehrt er sich vehement gegen die Anschuldigungen: "Ich habe niemals leistungssteigernde Mittel genommen. Das ist purer Skandaljournalismus der L'Equipe", erklärte Armstrong auf seiner Internetseite.

Und weiter: "Schon wieder berichtet eine europäische Zeitung, ich hätte gedopt. Unglücklicherweise geht die Hexenjagd weiter."

Doch in den Proben nach dem Prolog der Tour 1999 am 3. Juli in Puy-du-Fou, nach der ersten Etappe von Montaigu nach Challans, dem neunten Teilstück von Grand-Bornand nach Sestrières, Etappe Nummer zehn Sestrières - L'Alpe d'Huez, zwölf Saint-Galmier - Saint-Flour und 14 Castres - Saint-Gaudens fanden sich erhöhte EPO-Werte.

EPO seit 1983 synthetisch hergestellt

Erythropoetin (EPO) ist ein in der Niere produziertes körpereigenes Hormon, das die Bildung roter Blutzellen in den Stammzellen des Knochenmarks anregt.

Diese Erythrozyten binden in der Lunge Sauerstoff und transportieren diesen zur Versorgung der Zellen in die verschiedenen Körperregionen wie die Muskulatur.

Seit 1983 ist es möglich, EPO synthetisch herzustellen. Unter anderem wurde bei Ex-Tour-Sieger Marco Pantani beim Giro 1999 angeblich ein überhöhter Hämatokritwert festgestellt, der auf EPO-Doping hindeutet.

Anschuldigungen seit Jahren

Seit mehreren Jahren muss sich Armstrong mit Doping-Anschuldigungen auseinander setzen. Unmittelbar vor der Tour de France 2004 erschien zu diesem Thema das Buch "L.A. Confidential - die Geheimnisse des Lance Armstrong".

Darin bezichtigen eine ehemalige Masseurin, frühere Teamkameraden und der ehemalige Tour-de-France Sieger Greg LeMond Armstrong des EPO-Dopings. Armstrong geht gegen den Autoren David Walsh juristisch vor.

2000 musste der Amerikaner eingestehen, dass ihn der italienische Arzt Dr. Michele Ferrari seit 1995 berät. Diesem wurde vor Gericht vorgeworfen, Radsportler mit Dopingmitteln zu versorgen. Die Anklage scheiterte jedoch aus Mangel an Beweisen.

Positiver Test von 1999 ohne Folgen

Ein dokumentierter positiver Doping-Befund von Armstrong existiert jedoch. Er datiert pikanterweise vom 4. Juli 1999.

Damals wurde schon während der Rundfahrt ein erhöhter Kortikoid-Wert festgestellt, der mit einem Rezept erklärt wurde. Das Rezept soll vordatiert worden sein. Der positive Test blieb folgenlos.


Michael Schwartz

Armstrong positiv getestet 2071520
Never argue with an idiot -- they drag you down to their level, then beat you with experience.
Armstrong positiv getestet Heckte
Heckte:

Warum erst jetzt?

 
24.08.05 16:32
#55
Von der Sportseite des ZDF

.... Das vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) anerkannte Pariser Anti-Doping-Labor Chatenay-Malabry, in dem während der Tour alle Analysen vorgenommen werden, habe 2004 in sechs Urinproben Armstrongs von 1999 Spuren des Blutdopingmittels Erythropoetin (EPO) nachgewiesen, hatte "L'Équipe" am Dienstag unter großer Aufmachung berichtet....

....1999 keine Nachweismöglichkeit
Der bei der Deutschland-Tour als Jury-Präsident fungierende UCI-Funktionär Martin Bruin hält juristische Schritte gegen Armstrong für unwahrscheinlich. "Ich rechne nicht mit rechtlichen Konsequenzen", hatte der Niederländer in Bonn erklärt. "Die A-Probe, die damals genommen wurde, war unter Berücksichtigung der damaligen Nachweis-Methoden negativ, die jetzt nachuntersuchte B-Probe positiv." Ohne gültige Gegenprobe seien juristische Schritte gegen einen Sportler nicht möglich, erklärte Bruin....

....1999 war die Methode, EPO im Urin nachzuweisen, noch nicht entwickelt. Das seit 1988 gentechnisch hergestellte und vor allem bei Ausdauer-Leistern eingesetzte Mittel erhöht die Zahl der roten Blutkörperchen, so dass das Blut mehr Sauerstoff aufnimmt. EPO steht seit 1990 auf der IOC-Liste der verbotenen Substanzen. Kontrollen wurden aber erst bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney und der Tour de France im folgenden Jahr eingeführt.....

...Ungeklärte Fragen

Ungeklärt sind bisher wichtige Fragen am Rande: Warum veröffentlichte die "L'Equipe" die Untersuchungsergebnisse erst jetzt, gut vier Wochen nach dem diesjährigen Tour-Ende? Das Blatt ist Mitveranstalter des größten Radsport-Ereignisses, bei dem Armstrong am 24. Juli zum siebten Male triumphiert hatte. Wie konnte die juristisch umstrittene Zusammenführung des Codes mit dem Namen Armstrong geschehen? Dem Labor lag nur der Code vor, die Zuordnung zu Armstrong war nur über den französischen Verband möglich. Weitere durch Nachuntersuchungen ermittelte Dopingfälle der Tour 1999 bleiben bisher unveröffentlicht....

....Stammtischthema
Bei der Affäre Armstrong - so es denn überhaupt eine ist - stellt sich wohl eher die moralische Frage als die medizinische oder sportrechtliche. Deswegen taugt der Bericht der "L'Équipe" auch trefflich als Stammtischthema. Armstrongs Proben wurden vor sechs Jahren eingefroren. Die Substanz EPO stand damals nicht auf der Dopingliste, denn man konnte sie auch nicht nachweisen. Heute schon....

....Was ist fair?
Ist es fair Armstrong gegenüber, diese Proben jetzt auszugraben, wo er doch damals aus rechtlicher Sicht nicht gedopt war? Oder ist es unfair allen Anderen gegenüber, wenn man die gewonnenen Erkenntnisse nicht für eine Bestrafung nutzen würde? Der Schweizer Alex Zülle hätte also 1999 die Tour gewonnen - wenn...
Und Jan Ullrich könnte, weitergesponnen, doch noch zum mehrmaligen Toursieger werden. Aber eben erst in ein paar Jahren, wenn wiederum neue Dopingkontroll-Methoden existieren, die den Sieger nachträglich entlarven könnten. Oder auch Ullrich wird entlarvt.....

...Die Fragezeichen hinter den Siegern
Ein leidiges Thema. Egal, wie die Geschichte ausgeht. Man fragt sich: Findet man irgendwann bei Jedem etwas Unerlaubtes, wenn man nur lange genug wartet und forscht? In jedem Fall aber nervt es, wenn man hinter jedem Sieger ein Fragezeichen vermuten kann....



gruß
heckte







Armstrong positiv getestet tigerlilly
tigerlilly:

@talisker , no sports? *lool*

 
24.08.05 22:57
#56
Das missbrauchte Churchill-Zitat


(DSB PRESSE) "No sports"- kaum ein anderes geflügeltes Wort von Winston Spencer-Churchill wird so oft zitiert, wenn es Sportgegner nicht nur ähnlicher Leibesfülle mit gelegentlich hämischem Vergnügen als schlagenden Beweis gegen sportliche Aktivität ins Feld führen. Doch Zitate lassen sich bekanntlich durch Zitate entkräften. Das ist auch bei Sir Winston der Fall, denn der zigarrenrauchende Whisky- und Champagner-Liebhaber Churchill hat aus eigener Erfahrung das ganze Gegenteil konstatiert: "Keine Stunde, die man mit Sport verbringt, ist verloren. " Die Ironie von "No Sports" wird durch die Realität der vielfältigen sportlichen Erfahrungen des jungen Churchill aufgehoben - nur wer nimmt davon gern Kenntnis, wenn die Wirklichkeit die schönen Vorurteile entkräftet?

Ein Blick auf die ungewöhnliche Karriere Churchills beweist das Gegenteil von "No sports" -nämlich "Many sports". Als durchaus fauler Schüler in Harrow widmete er sich weniger der Mathematik oder den Lateinstudien, wo dem späteren Literatur-Nobelpreisträger null Kenntnisse attestiert werden mussten, verachtete die einem englischen Adligen heilige Sportart Kricket. Er freundete sich auch mit Fußball nicht an. Doch sein sportliches Multitalent entwickelte er als Fechter, Schütze und begeisterter Reiter. Diese Aktivitäten bildeten die Grundlage der speziellen Vorbereitung auf die Militärschule, deren Aufnahmeexamen er erst im dritten Anlauf bestand. Er wurde Mitglied eines Rifle Clubs, vervollkommnete sich im Reiten, Fechten und Schwimmen und stellte sich - gar nicht gentlemanlike -furchtlos im Boxring seinen Konkurrenten. Eine glänzende Vorschule für die spätere meisterliche Bewährung beim verbalen Schlagabtausch der Parlamentsdebatten.


Sport hat freilich den anfälligen Churchill in der Jugend nicht gerade vor Krankheiten bewahrt, aber seine Kondition stabilisiert und sich als Lebensschule bewährt. 1889 gewann er trotz seiner bescheidenen 1,66 m mit seiner Schule die Schwimmmeisterschaft für Mannschaften. Seine geistige und körperliche Präsenz bewies der 17-Jährige, als er ohne Niederlage Inter-College-Meister im Fechten gegen teils erfahrenere Gegner wurde. Dank seiner schwimmerischen Kapazität und ohne vorherige Schulung rettete er 1893 während der Ferien in der Schweiz einem Freund das Leben, als er den Erschöpften aus dem Genfer See ans sichere Ufer schleppte. In seiner knapp bemessenen Freizeit ist Sir Winston stets gern geschwommen.

Auf der Offiziersschule in Sandhurst, für Churchill sozusagen der Ersatzdienst für das in seinen Kreisen übliche Universitätsstudium, wurde das Reiten zur Passion neben Fechten und Pistolenschießen. Er ging keinem Risiko aus dem Wege, ritt ohne Sattel, Zügel und Steigbügel, stieg vom trabenden Pferd auf und ab. Fast natürlich war sein Geschick beim Hindernisreiten. Von diesen Erfahrungen zehrte er als über Siebzigjähriger bei Fuchsjagden querfeldein mit der Hundemeute nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Premiers nach 1945.

Eine unvergessene Glanztat vollbrachte der Polospieler Churchill. Der junge Leutnant gehörte in Indien zum Team seines 4. Husaren - Regiments. Gerade nach der Rückkehr vom Urlaub bei einer Europareise trat er 1899 untrainiert und mit verletzter rechter Hand beim Turnier der besten Militärteams in Meerut bei Delhi an, die traditionellerweise sich nur aus Offizieren rekrutierten. Der "Terrier" Churchill erzielte trotz der Handblessur drei Tore zum Außenseitersieg über das favorisierte 4. Dragoner-Regiment. Churchill als der Matchwinner dieser Krone der "Religion Polo" (wie es der französische Historiker Francois Kersaudy umschrieb) gewann die Bewunderung der britischen Zivilisten und Soldaten in Indien. Er nutzte indes diesen Ruhm nicht aus, denn er reichte kurz danach seinen Abschied von der Offizierslaufbahn ein.

Es lässt sich streiten, ob die außergewöhnliche Kondition Churchills, für den überbordend ausgefüllte 18-Stunden-Tage fast die Regel waren, auf genetisches Erbe oder auf die im Sport erworbene Ausdauer zurückzuführen ist. Die abenteuerliche und strapaziöse Flucht des Journalisten Churchill zu Fuß aus der Gefangenschaft der Buren 1899 galt unter den Zeitgenossen auch als eine körperliche Glanzleistung.

"No Sports" bleibt ein zumeist aus Unkenntnis missbrauchtes Zitat. Der ironische Unterton, der Widerspruch der sportlichen Lebensgeschichte Churchills und die aus Erfahrung geprägte Sentenz "Keine Stunde, die man mit Sport verbringt, ist verloren" machen im Gegenteil Churchill zu einem überzeugenden Anwalt für "Yes Sports!".


übrigens:

In der Schlacht von Omdurman im Sudan nahm er an der LETZTEN kavallerieattacke der englischen Armee teil...

in diesem sinne!

cheers, sir winston

;->>
Armstrong positiv getestet Talisker
Talisker:

Danke tigerlilly!

 
25.08.05 00:11
#57
Hat ne Bildungslücke geschlossen ;-)
Gruß
Talisker
Armstrong positiv getestet Talisker
Talisker:

Wem am genußvollen Tourschauen liegt - nicht lesen

 
25.08.05 10:42
#58
VORWÜRFE GEGEN ARMSTRONG

Jede Menge Merkwürdigkeiten

Von Steffen Gerth

Angeblich wurde in einer alten Urin-Probe von Lance Armstrong das Dopingmittel Epo entdeckt: Doch warum wurde der Test durchgeführt, wer gab die Genehmigung, warum wurde das Ergebnis erst jetzt bekannt? Eins scheint sicher: Armstrong wird von den Verbänden nichts zu befürchten haben.

Michael Lehner ist ein Mann deutlicher Worte. Die hatte er gefunden, als er den Läufer Dieter Baumann in dessen Dopingfall ("Zahnpastaaffäre") anwaltlich vertrat, und die findet er auch jetzt, wenn er den "Fall Lance Armstrong" zu bewerten hat. Der Heidelberger Sportrechtsanwalt bezeichnet es als "merkwürdig", dass das Dopinglabor in Chatenay-Malabry schon vor etwa vier Monaten [Hm, hatte irgendwo gelesen, die Untersuchung wäre bereits 2004 erfolgt, aber letztlich egal; Talisker] Epo in einer B-Probe von Armstrongs Urin (die 1999 gestestete A-Probe war noch negativ) entdeckt haben will, französische Journalisten aber erst seit gestern davon berichteten - etwa einen Monat, nach dem Armstrong mit dem siebten Toursieg in Folge von der Radsportbühne abgetreten ist. "Ich kann mir nichts anderes vorstellen, als dass Wada, UCI und IOC bereits Kenntnis von dieser Probe gehabt haben", sagte Lehner SPIEGEL ONLINE. Beweise für seine Vermutung hat er nicht, verweist aber darauf, "dass das Labor in Chatenay-Malabry nichts tut ohne die Erlaubnis der Wada". Und damit wohl auch nicht ohne Kenntnis des IOC, von dem das Labor anerkannt ist.

Träfen Lehners Vermutungen zu, wäre dies ein Hinweis auf eine gewaltige Vertuschungsaktion von Welt-Antidoping-Agentur (Wada), Radsport-Weltverband (UCI) und Internationalem Olympischen Komitee (IOC). Ein möglicher Grund: Ein Doping-Skandal um den Texaner hätte den Radsport noch mehr erschüttert als jener um die Tour de France 1998, als der systematische Missbrauch von verbotenen Mitteln im Radsport bekannt wurde. Und: Armstrong ging bislang gegen alle Beschuldigungen anwaltlich vor, möglicherweise wurde diese Auseinandersetzung gescheut?

Vorsichtige Wada

Die Verbindungen zwischen Labor, Wada und IOC stoßen auch dem Heidelberger Molekularbiologen Werner Franke auf, einer der engagiertesten deutschen Dopingforscher und -bekämpfer. "Ich fordere strikte Unhabhängigkeit der Labore", sagte Franke SPIEGEL ONLNE. Mit dieser Freiheit sei auch die Freiheit verbunden, Ergebnisse nach eigenem Befinden zu verkünden.

Es fällt in der Tat auf, wie vorsichtig die Wada dieser Tage agiert: Richard Pound, der Präsident der Agentur, sagt, seine Institution sei in diesem Fall nicht zuständig, da besagte Urin-Proben aus dem Sommer 1999 stammen - die Wada aber erst im November 1999 gegründet wurde. Pound delegiert die Verantwortung an die Radsportler: "Es wird jetzt sehr interessant sein, zu beobachten, wie die UCI und der amerikanische Verband reagieren werden." Seiner Organisation seien die Hände gebunden.

Über diese Zurückhaltung kann Lehner nur schmunzeln. "Die Wada gibt es aber jetzt", sagt der Jurist, "und damit hat sie mit den Untersuchungen etwas zu tun." Auch die Mühlen der UCI haben erst ganz langsam das Mahlen begonnen. Die Verbandsjuristen würden den Vorgang prüfen und damit auch die Möglichkeiten, Sanktionen auszusprechen. "In ein, zwei Tagen kann es eine offizielle Stellungnahme geben", so UCI-Sprecher Enrico Carpani heute. Das klingt vorsichtig - und wird die Laune von Tour-Direktor Jean-Marie Leblanc nicht verbessern. Der Franzose hat den Weltverband bereits mehrfach wegen seines eher zögerlichen Anti-Dopingkurses kritisiert: "Wenn es sportliche Sanktionen durch die geben sollte, könnte sich die Tour-Direktion, diesen Maßnahmen anschließen."

Ob aber der Verband Sanktionen gegen Armstrong verhängen wird, ist zweifelhaft. Jurist Lehner hält die Chancen auf ein Rechtsverfahren gegen den Amerikaner für gering. "Es gibt zu viele offene Fragen."

Eine ist: Wem die geöffnete Urinprobe eigentlich gehört. Armstrong? Dem Labor? Der Wada? Und wer hatte überhaupt gestattet, dass diese Probe zu wissenschaftlichen Zwecken eingesetzt werden durfte? Dass deswegen nun Armstrong das Labor in Chatenay-Malabry verklagen könnte, hält Lehner aber für abwegig. Allenfalls könne der Amerikaner wegen Rufschädigung eine Schadenersatzklage anstrengen, denn das US- Recht sehe ja hier mehr Möglichkeiten vor. Wahrscheinlich werden Armstrongs Anwälte aber auch davon abraten, vermutet Lehner. "Er soll einfach den Mund halten und froh sein, dass alles erst nach Ende seiner Karriere ans Licht gekommen ist."

Wenn Alex Zülle klagt

Erfolgversprechender stuft der Heidelberger Anwalt dagegen einen Rechtsstreit von Armstrongs früheren Konkurrenten ein. Beispielsweise von Alex Zülle, 1999 Zweiter der Tour de France. Der Schweizer könnte seinerseits auf Schadensersatz klagen - und hätte gute Chancen. Denn vor Gericht könnte die geöffnete B-Probe Armstrongs als Beweismittel eingesetzt werden, sagt Lehner. Eine juristische Niederlage könnte Armstrong teuer zu stehen kommen. Rechnet man Siegprämien und diverse Werbegelder zusammen, "dann ist da eine Million Euro drin", so Lehner. Freilich wäre eine Klage Zülles pikant - der Schweizer wurde im Oktober 1998 für acht Monate gesperrt: Er hatte die Einnahme von Epo gestanden.

Es sieht also danach aus, als ob der Amerikaner trotz einer erdrückenden Beweislast abermals nichts zu befürchten hat - weil es der rechtlichen Handhabe fehlt. Immerhin fordert das IOC-Mitglied Thomas Bach, den Fall Armstrong mit allen juristisch möglichen Mitteln zu klären. "Ich plädiere dafür, die Akte aus formalrechtlichen Gründen nicht zu schließen, sondern eine Untersuchung einzuleiten, wenn der Test einwandfrei war." Bach nimmt mit dieser Forderung ausdrücklich Wada und UCI in die Pflicht. "In jedem Fall würde man ein Zeichen setzen, Verstöße auch nach Jahren transparent zu machen", sagt Bach.

Für Werner Franke ist der Fall aber jetzt schon abgeschlossen: "Armstrong passiert gar nichts."

www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,371232,00.html
Armstrong positiv getestet sportsstar
sportsstar:

Über das mikrokosmische Abbild der Gesellschaft ..

 
02.09.05 13:02
#59

Dopingvorwürfe etablieren einen Mythos, an den eigentlich niemand glaubt

Sieben Jahre lang dominierte Lance Armstrong das wichtigste Radrennen der Welt, die Tour de France. Nun aber heißt es, dass ein französisches Labor ihm ein Dopingvergehen aus dem Jahr 1999 nachgewiesen habe. Die Meldung fällt auf fruchtbaren Boden, denn sieben Jahre lang schwang in der Berichterstattung über Armstrong die Vermutung mit, eine solche Leistung könne ein ungedopter Körper doch gar nicht vollbringen. Dabei, so lautet die unterschwellige Voraussetzung solcher Dopinganklage, müsse das doch sehr wohl ungedopt gehen: Tausende Kilometer durch ganz Frankreich an der Küste entlang und über die Alpen fahren. Wenn es aber unter Verwendung von als verboten geltenden Mitteln stattfände, dann müsse der Sünder bestraft werden, vor allem durch soziale Ächtung.


Da tut sich eine Reihe Fragen auf. Kann man solche Belastungen wirklich ungedopt bestehen? Wie könnte denn die Realisierung der von überzeugten Dopingjägern vorgetragenen Forderung aussehen, wonach die Spitzensportler sich nur mit natürlichen Mitteln versorgen lassen sollten? Die nächste Frage wäre, ob es so etwas denn überhaupt geben kann, was die Dopinggegner da postulieren: einen reinen Körper, der aus natürlicher Beschaffenheit heraus kräftig, leistungsfähig, schön ist und über Alpe d´Huez kommt. Wenn es so etwas geben kann, müsste man als nächstes fragen: wer hat denn so einen Körper, wo gibt es den, wie sieht der aus? Die Körper, die medial als Leitbilder präsentiert werden, scheiden nämlich definitiv aus. Erfolgreiche Sportler werden von der Gesellschaft, die sich nicht vorstellen kann, dass ihre bewunderten Rekorde wirklich ohne Fremdunterstützung zustande kommen, unter Generalverdacht gestellt. Und von Models, Musikern und Schauspielern, die ja als Leitbilder der neuen Körperlichkeit auch in Frage kämen, weiß die Gesellschaft ohnehin, dass an ihnen geschnibbelt, gespritzt und sonstwie manipuliert wird.

Die Suche nach dem Leitbild des reinen, starken Körpers, wie er im Antidopingdiskurs gefordert wird, führt in andere Richtungen: Die Skulpturen Arno Brekers beispielsweise oder die nackten Athleten aus dem Olympiafilm von Leni Riefenstahl. Hier findet sich die ästhetische Inszenierung des dopingfreien Idealkörpers, und hier findet sich auch die Verachtung der Erkenntnis, dass die Körper der Menschen vergesellschaftet sind.

"Der menschliche Körper ist das mikrokosmische Abbild der Gesellschaft", schreibt die britische Anthropologin Mary Douglas, aber gegen exakt diese Erkenntnis sperrt sich die Öffentlichkeit. Der Körper soll nämlich der Ort sein, aus dem sich das in der entwickelten bürgerlichen Gesellschaft so irritierte Selbstbewusstsein speist: Mein Körper gehört wirklich mir, was man von meinem Auto und meinem Haus und der Rolle, die die Bank da spielt, nicht unbedingt sagen kann. "Die Hassliebe gegen den Körper färbt alle neuere Kultur. Der Körper wird als Unterlegenes, Versklavtes noch einmal verhöhnt und gestoßen und zugleich als das Verbotene, Verdinglichte, Entfremdete begehrt", heißt es bei Horkheimer und Adorno. Beim natürlichen Körper, von dem im Dopingdiskurs als Leitbild die Rede ist, handelt es sich also bloß um eine ideologische Konstruktion.

Lance Armstrong, der sieben Mal die Tour de France gewann, hat etwas geschafft, was mit natürlichen Mitteln nicht zu schaffen ist. Dieser Satz ist richtig, aber ohne eine Fortsetzung ist er verlogen: Armstrongs Leistung, die mit natürlichen Mitteln nicht zu schaffen war, wäre unter natürlichen, also nicht historisch von Menschen geschaffenen Bedingungen auch nie verlangt worden.

Der französische Ethnologe Marcel Mauss schrieb, dass es so etwas wie ein natürliches Verhalten gar nicht geben könne, denn alle menschlichen Verhaltensformen seien gesellschaftlich vermittelte Vorgänge, egal ob es sich um Schlafen, Sexualität, Essen oder Urinieren handelt. Oder eben um Sport. Der Mensch ist kein natürliches Wesen, wie es die Antidopingideologie behauptet, sondern ein vergesellschaftetes.

Ein französischer Radsportfunktionär drückt die Konsequenzen aus dem jüngsten Dopingfall so aus: "Der Mythos Armstrong hat keine Daseinsberechtigung mehr." Wahrscheinlich hat dieser Funktionär Recht: Armstrong kann den Schatten, der auf seiner sportlichen Lebensleistung liegt, nie wieder loswerden. Untermauert wurde stattdessen nur ein alter Mythos: der des dopingfreien Sports.

 

von Martin Krauß

Armstrong positiv getestet AbsoluterNeuling
AbsoluterNeul.:

Neues vom menschlichen Chemielabor

 
05.09.05 00:19
#60
SPIEGEL ONLINE - 04. September 2005, 15:08
URL: http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,373059,00.html

Dopinggerüchte
 
Ex-Betreuer belastet Armstrong

Für eine Woche war Ruhe eingekehrt um Lance Armstrong und die Dopingvorwürfe gegen den zurückgetretenen Tour-de-France-Dominator. Nun hat ein ehemaliger Betreuer des Amerikaners die Gerüchte wieder angeheizt: 1999 hätten sich "seltsame Dinge" abgespielt.

Armstrong positiv getestet 2090750
REUTERSNachdenklicher Armstrong: Drei Mediziner aus Spanien

Hamburg - Der Pfleger Ron Jongen, der von 1992 bis 2000 in den Teams von Armstrong gearbeitet hatte, behauptet in einem Interview mit der niederländischen Zeitung "Limburgsdagblad", dass während der Tour 1999 drei spanische Ärzte stets Kontakt zum Team US Postal gehalten hätten. Die Mediziner seien allerdings nicht in einem Auto mit dem Logo des Teams herumgefahren, sondern in farbig anders gestalteten Wagen.

Während die Autos des Rennstalls vor den Hotels parkten, hätten die Mediziner stets den Hintereingang benutzt. "Und sie haben nie auf der gleichen Etage übernachtet wie das Team", sagte der Niederländer Jongen. Auch bei der anschließenden Spanien-Rundfahrt sei der Kontakt mit den drei unbekannten Medizinern aufrechterhalten worden. Allerdings sei man in der gewohnten Behutsamkeit und Vorsicht miteinander umgegangen.

Armstrong, in dessen eingefrorenen Urin-Proben von 1999 angeblich das Blutdopingmittel EPO nachgewiesen wurde, hatte zuletzt erneut bestritten, während der Tour de France vor sieben Jahren gedopt gewesen zu sein. Der französischen Sportzeitung "L'Equipe", die die positiven Proben öffentlich machte, warf er eine Hetzkampagne vor.

Nach Meinung des deutschen Wissenschaftlers Ilja Demuth könnte der Amerikaner jedoch selbst Licht in das Dunkel um die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bringen. Der Humangenetiker von der Berliner Charité ist davon überzeugt, dass der Texaner mit einem Gentest zweifelsfrei belegen kann, ob die positiv auf EPO getestete Urinprobe aus dem Jahr 1999 tatsächlich von ihm stammt.

"Wir können mit einer Sicherheit von 99,99 Prozent, vielleicht sogar mehr, beweisen, ob der Urin einer Person zuzuordnen ist", sagte Demuth der "Netzeitung". Für die Standard-DNA-Analyse bräuchte ein Genetiker nur eine Vergleichsprobe von Armstrong. Eine solche Probe könne zum Beispiel aus Speichel gewonnen werden.

Der Vorsitzende der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada, Richard Pound, hält die Durchführung eines Gentests für den richtigen Schritt: "Die Wada begrüßt es, wenn eine solche Möglichkeit zur Verfügung steht. Wir wollen Athleten nicht zu Unrecht beschuldigen, aber schuldige Sportler auch nicht laufen lassen, falls wir das verhindern können", so Pound.


A.N.
(vincit sedendo)

geschichtsunterricht ist das eine, die wahrheit oftmals eine andere. war in meck/pomm und es gab nur einen, der bei diesem lehrer je eine 1+ in der mündl. prüfung bekam.

Armstrong positiv getestet jungchen
jungchen:

soso

 
08.11.05 10:54
#61
Dienstag, 8. November 2005
Der Nächste bitte
Heras unter Dopingverdacht

Der Sieger der diesjährigen Spanien-Rundfahrt, Roberto Heras, steht unter Doping-Verdacht. Der 31-jährige Spanier wurde bei der vorletzten Etappe der Vuelta positiv auf das Blutdopingmittel Erythropoetin (EPO) getestet.

Wenn die für den 21. November erwartete Gegenprobe das Ergebnis bestätigt, würde ihm der Sieg aberkannt und der zweitplatzierte Russe Denis Mentschow nachträglich zum Gewinner erklärt. Heras erklärte in einer ersten Stellungnahme: "Ich habe ein reines Gewissen. Ich habe nichts genommen und gehe davon aus, dass das Laboratorium sich geirrt hat."

Der "Fall Heras" ist die zweite Doping-Affäre der diesjährigen Vuelta. Zuvor war bereits der Gewinner von 2002, der Spanier Aitor González, positiv auf ein Anabolikum getestet worden.

Heras wurde von seinem Team Liberty Seguros bis zur endgültigen Klärung des Dopingverdachts suspendiert. Auch die Gehaltszahlungen wurden vorläufig eingestellt. Heras hat die Spanien-Rundfahrt insgesamt vier Mal gewonnen und ist damit Rekordsieger.

Der frühere Mannschaftskollege des siebenmaligen Tour-de-France-Siegers Lance Armstrong (USA) war vor zwei Jahren vom US Postal Team zu Liberty gewechselt. Der inzwischen zurückgetretene Armstrong war vor wenigen Wochen ebenfalls unter Verdacht des Epo-Dopings geraten, nachdem Untersuchungen eingefrorener Urinproben von seinem ersten Toursieg 1999 Spuren des synthetisch hergestellten Hormons aufgewiesen hatten.
Armstrong positiv getestet jungchen

uuuuund wech

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#62
Freitag, 25. November 2005
Auch B-Probe positiv
Heras vor Karriereende

Der spanische Radprofi Roberto Heras steht vor dem Ende seiner Karriere, nachdem auch die B-Probe des am 17. September genommenen Tests den positiven Befund bestätigt hat. Damit gilt der 31-Jährige als des Epo-Dopings überführt.

Heras hatte die Vuelta in diesem Jahr zum vierten Mal gewonnen und damit einen neuen Rekord aufgestellt. Er war Kapitän des Teams Liberty Seguros, für das auch der Ansbacher Jörg Jaksche fährt, und das für 2006 den Kasachen Alexander Winokurow (bisher T-Mobile) als neuen Spitzenmann engagiert hat.

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