Arbeitszeugnis: Formulierungen & ihre Bedeutung.

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Arbeitszeugnis: Formulierungen & ihre Bedeutung. vega2000

Arbeitszeugnis: Formulierungen & ihre Bedeutung.

 
#1
Zeugnis: Formulieren oder Weglassen - die doppelte Gefahr:
Bei einem qualifizierten Arbeitszeugnis (das ist ein Zeugnis mit Leistungs- und Verhaltensbewertung sowie Angabe der Gründe für das Ausscheiden) ist wichtig zu wissen, was die Klauseln aussagen. Es reicht nicht, dass eine Tätigkeit gelobt wird - wesentlich ist vielmehr, wie das konkret geschieht.
Und genau so wesentlich ist die Frage, was in einem Zeugnis erst gar nicht erwähnt wird. Hier liegt die Gefahr, etwas zu übersehen. Doch gerade dann, wenn ein Arbeitgeber zu einem bestimmten Bestandteil, der üblicherweise notwendig ist, etwas nicht aussagt, wird der informierte Arbeitgeber/Personalchef davon ausgehen, dass gerade in diesem Bereich etwas nicht in Ordnung gewesen ist.


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Übliche Zeugnisbestandteile:

(1) Angaben zur Firma (typischerweise Briefbogen);

(2) persönliche Kenndaten des Arbeitnehmers einschliesslich akademischer und öffentlich-rechtlicher Titel, Geburtskenndaten, jedoch nicht der Wohnsitz;

(3) Dauer und Art der Beschäftigung mit genauer Beschreibung und konkreter Bewertung;

(4) Schlussformeln, Ausstellungsdatum, Unterschrift.

Inhalte der Bewertungen und Beurteilungen, z. B.:

(a) selbständiges Arbeiten mit Eigeninitiative, Kontinuität bei Ausschöpfung der Kapazität, Verständlichkeit und Kreativität, Übernahme der Verantwortung und Erfüllung der Verantwortung, Qualität der Arbeit, der Sorgfalt, Vertrauenswürdigkeit, Verhalten als Vorgesetzter u.s.w.

Alles das führt normalerweise über in die häufig abschliessende Zufriedenheitsklausel.
Diese lässt sich mit den früher üblichen Schulnoten in etwa wie folgt fassen:

sehr gut: ............. stets zu unserer vollsten Zufriedenheit
gut: .................. stets zu unserer vollen Zufriedenheit
befriedigend: ......... zu unserer vollsten Zufriedenheit
ausreichend: .......... zu unserer vollen Zufriedenheit
knapp ausreichend: .... zu unserer Zufriedenheit
mangelhaft: ... im allgemeinen zu unserer Zufriedenheit.

Formulierungsbeispiele
Note entsprechend *sehr gut*

Durch ausgezeichnete Kenntnisse wurden besonders schwierige Aufgaben überdurchschnittlich erfolgreich erledigt.
Die Aufgaben sind stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt worden.
Die Leistungen haben jederzeit unsere vollste Anerkennung in jeglicher Hinsicht gefunden.
Unsere Zufriedenheit mit den Leistungen war stets aussergewöhnlich hoch.
Die Führungsqualität war in jeder Hinsicht beanstandungsfrei.
Die stetige Bereitschaft zur zusätzlichen Aufgabenerfüllung auch ausserhalb des eigenen Arbeitsgebietes bedarf besonderer Erwähnung.

Formulierungsbeispiele: Note *gut*

Durch die gut fundierten Fachkenntnisse ist das Arbeitsergebnis erfolgreich gewesen.
Auch bei hoher Belastung ist die Arbeitsleistung stets gleichbleibend intensiv gewesen.
Die Aufgaben sind stets zu unserer vollen Zufriedenheit erfüllt worden.
Den Erwartungen und Anforderungen ist in jeglicher Hinsicht bestens entsprochen worden.
Die Leistungen waren gut.
Die gegebenen betriebliche Fortbildungsmöglichkeiten zur Aktualisierung des Fachwissens sind stets genutzt worden.
Das Verhalten war stets vorbildlich, geschätzt wurden die Hilfsbereitschaft, Aufgeschlossenheit und die Weitergabe des angeeigneten Wissens.
Es sind zusätzliche Aufgaben übernommen worden, wenn dieses in der Situation erforderlich war.

Formulierungsbeispiele: Note *befriedigend*

Das Fachwissen war fundiert und solide. Es entsprach stets den Anforderungen der Tätigkeit.
Wir attestieren Verantwortungsbewusstsein und selbständige Durchführung der Aufgaben.
Stetige Mitarbeit hat uns zufrieden gestellt.
Die Aufgaben sind stets zu unserer vollen Zufriedenheit erfüllt worden.
Wir waren mit den Leistungen voll zufrieden.
Die Arbeitsleistung hat unseren Erwartungen in jeglicher Hinsicht voll entsprochen.
Das Standardfachwissen ist während der Tätigkeit ausgebaut worden.
Die Zusammenarbeit war gut und von Sachlichkeit geprägt.

Formulierungsbeispiele: Note *ausreichend* und schlechter

Die Aufgaben sind zu unserer Zufriedenheit erfüllt worden.
Die Leistungen haben unseren Erwartungen entsprochen.

Noch schlechter:

Die Aufgaben sind allgemein zu unserer Zufriedenheit erfüllt worden.
Die übertragenen Aufgaben wurden grösstenteils erfüllt.
Das Arbeitsverhältnis ist von einem stetigen Bemühen um die Erfüllung der Aufgaben geprägt worden.

Noch schlechter:

Es war Gelegenheit gegeben wurde, die übertragenen Aufgaben zu erledigen.
Das ständige Bestreben, die Aufgaben zufriedenstellend zu erledigen, war prägend für das Arbeitsverhältnis.

Dran denken, immer:

Schikanöse Zeugnisse (Zeugnisformulierungen) sind ebenso verboten wie unwahre (Gefälligkeits-) Zeugnisse. Bei unwahren lobpreisenden Zeugnissen kann im Extremfall Schadensersatz durch den späteren 'hereingefallenen' Arbeitgeber verlangt werden.
Ergebnis: Zeugnisse haben wahr und klar zu sein !

Arbeitszeugnis: Formulierungen & ihre Bedeutung. 855374


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