Arbeiter u. Angestellte: warum nie eine Revolution

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Arbeiter u. Angestellte: warum nie eine Revolution DarkKnight
DarkKnight:

Arbeiter u. Angestellte: warum nie eine Revolution

5
28.07.15 11:24
#1
von deutschem Boden wird ausgehen können:

Der Arbeiter war schon immer ein unbekanntes Wesen. Auch damals, in den 60ern und 70ern, als man sich in der Literatur noch bemühte, dem Arbeiter das Wesen von Gedichten oder Protestbewegungen nahezubringen, war man bereits fassungslos über seine Duldsamkeit.

Was damals vergessen wurde: der Arbeiter war der typische Darsteller der Nachkriegszeit. Verängstigt und anpassungsbereit. Essen auf dem Tisch und Dach überm Kopf.

Er war ohne Bildung, aber auch ohne Bildungsdrang. Er ging nicht ins Kino und auch nicht ins Theater. Er schaute keine Ausstellungen an, Kleinwagen und Kleingarten waren die höchsten Glücksgefühle. Er verdiente zu wenig Geld und litt an seiner zu großen Familie. Er sah immer so aus, als müsste er jemand für sein Elend die Schuld zuschieben, fand aber keinen. Als Ausweg diente dann nur die Erkenntnis, dass die eigene Frau nicht mit Geld umgehen könne.

Dabei frage ich mich: wie kann überhaupt irgendjemand mit zu wenig Geld umgehen? Fakt ist: der Klassenkampf war nicht sein Ding, Aufbau und Konsum waren die Götter.

Damit kommt der Arbeiter irgendwann an den Punkt der totalen Resignation, weil er genau weiß: bis dahin war es möglich, mehr ist nicht drin.

Im Gegensatz dazu glaubt der an Selbstverblendung leidende Angestellte sein Leben lang, dass es irgendwie aufwärts gehen könne. Sei es durch Wechsel des Arbeitsplatzes, überraschende Neukonstellationen in der Firma oder einfach nur Aufstieg.

Angestellte bewerben sich ihr Leben lang, der Arbeiter nicht.

Der Arbeiter leistet sich die Melancholie seiner Bestimmung. Irgendwann hat die Trauer sein Innenleben vollständig erobert und ist und bleibt nichts anderes als: ein Arbeiter.

Der Angestellte dagegen fantasiert, illusioniert und spintisiert. Er lebt in Möglichkeiten statt in Realitäten. Der Angestellte spricht immer von einer Zukunft, in der er auch eine Rolle spielt. Der Arbeiter hat keine Zukunft jenseits der Resignationsschwelle. Er kommt bestenfalls ins Stottern.
Und gerade deshalb, weil er sich zeitlebens keine Resignation erlaubt, wird der Angestellte später und dann besonders hart von der Realität der Resignation getroffen.

Am Ende des Tages sind sie sich gleich: der Dauerkonflikt zwischen Selbstwahrnehmung und tatsächlicher Entwicklung führt immer zu Resignation, beim einen früher, beim anderen später.
Arbeiter u. Angestellte: warum nie eine Revolution boersalino
boersalino:

Folglich nur von Beamten ....?

 
28.07.15 11:36
#2
Von Hausmännern eher auch nicht.
Arbeiter u. Angestellte: warum nie eine Revolution Dr.UdoBroemme
Dr.UdoBroem.:

Einladung

3
28.07.15 11:37
#3
Ich bin nicht nachtragend, vergesse aber nichts(H. Wehner)
Arbeiter u. Angestellte: warum nie eine Revolution badtownboy
badtownboy:

Der Arbeiter malocht

 
28.07.15 11:37
#4
die Arbeit als blose Erwerbsgrundlage, nicht Erfüllung des Daseins  und eigentlich widerstrebend ausgeübt.
Eine gesunde und ehrliche Einstellung.

Der Angestellte soll in seiner Tätigkeit Selbsterfüllung und Selbstverwirklichung sehen und finden ,gelingt dem Arbeitgeber ihm dies  - auch durch Täuschung und Arglist -zu vermitteln,hat er einen sehr produktiven Angestellten.
Arbeiter u. Angestellte: warum nie eine Revolution sonnenscheinchen

der Gedanke, dass die Menschen

2
#5
Ganz zufrieden sind und schlau genug, nicht irgendwelchen Dummschwätzern zu folgen, beruhigt mich ungemein. Demokraten brauchen zum Glück keine Ideologien.


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