Ansprache des Kanzlers zur Lage der Nation

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Ansprache des Kanzlers zur Lage der Nation Happy End
Happy End:

Ansprache des Kanzlers zur Lage der Nation

 
22.04.03 12:42
#1
Sonntag, 9.03.03, 22.47 Uhr, bei Kanzlers zu Hause

Doris Schröder-Köpf (im halbseidenen Nachthemd):
"Du Schatzi. Was willst du eigentlich nächsten Freitag in deiner Rede in den Mittelpunkt stellen?"
Kanzler (kratzt sich gerade in der Jogginghose und sein aufgekrempeltes Schießer-feinripp-Unterhemd gibt einen kleinen Blick auf seinen behaarten Bauch frei): "Wer? Ich? Wieso denn? Was für eine Rede? Das hab ich nie gesagt."
Doris Schöder-Köpf (wird blass): "Aber Gerhard. Die Ansprache zur Lage der Nation. Ganz Deutschland redet von nichts anderem. Das wirst du doch nicht vergessen haben."
Kanzler (wird auch blass, kratzt aber weiter): "Die Ansprache, natürlich! Ich hab's doch glatt vergessen. Lage der Nation und so. Was sach ich denn da bloß?"
Doris Schöder-Köpf (in Panik): "Also, so was kannst du doch nicht vergessen haben. Du wolltest das Konzept schlechthin vorstellen mit dem es in Deutschland wieder aufwärts gehen soll. Wie kannst du das nur vergessen. Alle Welt denkt, du hast es schon fertig."
Kanzler (fertig mit Kratzen): "Ach Nonsens. Hab doch so viel zu tun gehabt um die Welt vor einem Kriech zu retten. Und bis ich den Mittermann wieder..."
"Mitterrand", wirft DSK ein und rollt mit den Augen.
"Also den Franzmann jedenfalls. Na, du weißt schon wen ich meine. Also bis ich den wieder in die Spur gebracht hab so mit Irak und so... also du weißt schon. Und dann die ständigen Anrufe von Blair. Der nervt was, der Mann. Also dat hab ich doch glatt vergessen."
Doris Schöder-Köpf: "Was tun wir jetzt?"
Kanzler (überlegt): "Doris, hol mir mal 'ne Flasche Bier sonst fall ich um vor Durst."

Doris Schöder-Köpf (rollt mit den Augen und gewinnt wieder mehr Farbe): "Das darf doch nicht wahr sein. Vergisst der Mann die Rede über die alle Zeitungen schon schreiben."
Kanzler (Steht immer noch in der Jogginghose kratzend ohne Bier im Wohnzimmer): "Und die verdammten Gewerkschaften. Der Ron Sommer hat mich einfach nicht in Ruhe gelassen, so mit Sozialabbau und so, sei mit den Gewerkschaften nicht zu machen. Und der Piepske erst. Was mach ich denn nu? Kriech ich jetzt 'n Bier oder was?"
Doris Schöder-Köpf (angesäuert): "Ron war der von der Telekom. Du meinst den Gewerkschafts-Sommer. Piepske? Piepske? Ach so Bsirske. Mensch Gerhard, vergiss bloß nie die kleinen Zettel, auf die ich dir die ganzen Namen geschrieben habe. Und Bier ist im Kühlschrank.
Kanzler hört auf zu kratzen und verschwindet in der Küche.
Doris Schöder-Köpf: "Vielleicht kannst du dir helfen lassen?"
Kanzler: "Ne ne. Ich komm schon klar. Bloß die Tür hier geht nicht auf."
Doris Schöder-Köpf (hebt die Hände und rollt mit den Augen):
"Bei deiner REDE. Vielleicht kann dir ja einer bei deiner Rede helfen. Du musst ja nicht alles allein schreiben. Ruf doch mal den Struck an. Der hilft dir bestimmt."
Kanzler (macht komische Geräusche in der Küche): "Den alten Grießgram? Hast du mal dem sein Gesicht gesehen? Wenn der 'ne Rede schreibt dann begehen die Leute doch reihenweise Selbstmord, (das Kanzlerlachen ertönt) huaahuahuah…. Dann sinkt unser Wähleranteil auf unter 10 %. Sach ma, was ist denn mit der Tür los? Ich drück hier un die geht nich auf."
Doris Schöder-Köpf (runzelt die Stirn wegen der klemmenden Tür): "Und der Müntefering? Der hat dir doch schon mal geholfen."
Kanzler: "Der schreibt keine Reden von mir. Der dementiert sie immer bloß. Verdamme Tür... DORIS! Nu mach doch ma. Ich drück und drück mir hier einen ab..."
Doris Schöder-Köpf (denkt nach): "Wir brauchen eine Rede. Was ist denn mit deinem Redenschreiber? Der ist doch sonst so auf Zack. Der kriecht das bestimmt hin."
Kanzler (kommt ohne Bier sich in der Hose kratzend wieder ins Wohnzimmer uns lässt sich in einen Sessel fallen): "An den hab' ich auch schon gedacht, aber der is in Urlaub. Ne du. Diesmal muss ich selber ran."
Doris Schöder-Köpf: "Scheiße"

Dienstag, 11.03.2003, 2.43 Uhr

Der Kanzler hat die Nachttischlampe angemacht.
Doris Schöder-Köpf (im Halbschlaf murmelnd): "Wa? Wasn los? Schatzi? Bist du das?"
Kanzler: "Nein. Ich bins bloß. Der Gerd."
Doris Schöder-Köpf (schläft weiter): "mrmpffff.. raphü... raphü..."
Kanzler tritt beim Aufstehen auf 'ne leere Flasche Bier, fängt sich aber wieder und schlurft zum Telefon.
Kanzler wählt und hört ein Rufzeichen.
Am anderen Ende: "Hmm? Wasisnlos?"
Kanzler: "Hallo Otto. Ich bins. Der Gerd. Du sach mal, hast du schon geschlafen?"
Olaf Scholz (verschlafener Generalsekretär der SPD): "Hallo Gerd. Ham die Amis jetzt angegriffen? Sach bloß... Schweinerei. Ohne UNO-Mandat und..."
Kanzler (lacht): "Huahuahua... ne. Nich doch. Otto, du hör mal. Ich brauch 'ne Rede. Für Freitag. Na du weißt schon. Für die Ansprache zur Lage der…, na sach schon... Land und so. Eben so mit Wirtschaft und allen drum und dran. Und was über die Arbeitslosen. Dass die bald wieder 'nen Job haben."
Scholz (jetzt hellwach): "Wie, du brauchst 'ne Rede? Ich denk die ist schon fertig. Du meinst doch die Ansprache zur Lage und so, gell?"
Kanzler: "Ja du, und mit allem drum und dran. So mit Wirtschaft, und wächst wieder, und 3% von der EU. Dass wir die halt erhalten, oder nicht überspringen oder irgendwie schreiten. Na du weißt schon. Hast du da zufällig noch was vom letzten Jahr was ich verwenden könnte?"
Scholz (leichte Panik in der Stimme): "Vom letzen Jahr? Du meinst 'ne Rede von letztem Jahr? Und die willst du als Ansprache für die jetzige Lage verwenden?"
Kanzler (strahlt, weil er so begriffsschnelle Leute in seiner Truppe hat): "Ja, genau. Merkt bestimmt keiner. Du müsstest nur die Zahlen ein bisschen aufpolieren und den Rest mach ich dann schon. Hat Kohl doch auch schon gemacht. 16 Jahre lang das gleiche Geschwätz und keiner hat's gemerkt. Na ja, fast keiner. Huahuahua"
Scholz (hält das Gelächter des Kanzlers vom Ohr weg und verzieht das Gesicht): "Aber du kannst keine Rede vom letzten Jahr nehmen."
Kanzler: "Aber wieso denn nicht?"
Scholz (überlegt in Panik mit Schweiß auf der Stirn): "Weil... weil... also weil... weil da die Jahreszahlen vom letzten Jahr draufstehen. Das merken die Leute. Also ehrlich. Da musst du was Neues schreiben."
Kanzler (nickt verstehend): "Ach so. Stimmt ja. Da hast du ja echt Recht. Na ja. Macht ja nix. War ja nur 'ne Frage. Also dann nix für ungut. Bis morgen wieder im Palast der Reichen. Oder Republik oder wie das Ding heißt. Gute Nacht. Schlaf ma wieder."
Scholz (starrt den Hörer an und murmelt): "Reichspalast. Nicht Palast der Republik. Reichspalast."

Gleiche Nacht, 3.01 Uhr

Kanzler starrt aufs Telefon und wählt noch eine Nummer. Am anderen Ende hellwach: "Fischer! Außenminister der Bundesrepublik Deutschland!"
Kanzler: "Hallo Joko. Hier is der Gerd. Hab ich dich geweckt?"
Fischer: "Joschka, Gerhard. Joko war die Frau vom John Lennon. Merk dir das doch endlich mal. Was ist los? Sach ma, weißt du wie spät es ist?"
Kanzler (schaut nach einer Uhr): "Ja so nach drei. Aber kauf dir doch endlich ma 'ne Uhr mit Batterie. Die Scheiß ÖKO-Solariumsdinger funktionieren halt nur bei Sonnenschein. Also warum ich dich anruf..."
Fischer: "Sach nich die Amis haben den Irak..."
Kanzler: "Welche Amis? Ach du meinst den Bush? Nene. Du. Ne. Also ich brauch 'ne Rede fürn nächsten Freitag. Du weißt schon. Hast du da was?"
Fischer (merkt wie er gerade eine Falte mehr im Gesicht bekommt): "Rede? Du meinst doch nicht für deine Ansprache zur Nation? Doch nicht fürn nächsten Freitag. Was für 'ne Rede?"
Kanzler: "Das hab ich mich auch gefracht als die Doris mir das gesacht hat. Die kennste doch schon, gell?"
Fischer (starrt den Hörer an): "Die Rede?"
Kanzler (runzelt die Stirn): "Ne. Die Doris. Oder kennst du nur die Hillu? Ne nu sach ma. Die musste doch kennen, die Doris. Die kleine Verhungerte, mit dem kantigen Kopf. Meine jetzige. Meine Frau. Mensch, nu Joschi... stell dich doch nicht so an."
Fischer: "Klar kenn ich die Dings, ähh Dorris. Also was ist mit der Rede?"
Kanzler: "Na nix. Also ich mein, noch nix. Ich muss halt eine schreiben. Ich wollt ja nur mal fragen ob du zufällig noch was hast was ich verwenden könnte."
Fischer (in Panik): "Mensch Gerd! Sach bloß du hast noch keine Rede fertig für den Freitag. Bist du noch ganz dicht? Das kannst du doch nicht bringen. Mensch Gerd. Was sollen denn die Leute denken?"
Kanzler (nun auch leicht genervt): "Die Leute sind mir scheißegal. Aber die Doris macht mich zur Sau wenn ich keine Rede halte. Also lass dir was einfallen. Wozu hab ich dich denn? Du bist doch der fiese Kanzler. Also mach ma. Wir sprechen morgen weiter!"
Fischer starrt auf den tutenden Hörer: "Vizekanzler. Vize. Nicht fiese. Mensch Gerd... scheiße!"

Mittwoch, 12.03.2003, 0.24 Uhr

Doris Schöder-Köpf kreischt, dass die Wachleute rote Ohren bekommen.
Kanzler: "Wasn... was is los? Was... Wache!!"
Doris Schöder-Köpf ist aus dem Albtraum aufgewacht und schickt die GSG 9-Beamten wieder nach draußen.
Doris Schöder-Köpf: "Ich hab geträumt, du hast am Freitag keine Rede halten können und dann haben sie uns abgewählt und wir mussten hier ausziehen und ich musste das Auto, das ich angezahlt habe wieder zurückbringen und die teuren Klamotten, weil das Geld nicht mehr gereicht hat..."
Schluchzt los.
Kanzler (tröstet Doris): "Also, ich hab doch die Rede schon fast fertig. Ganz ruhig. Bis Freitag klappt das wunderbar. He, ich bins doch, der Gerd! Dein Strahlemann! Dein Mausipausi. Die deutsche Antwort auf, ääh... auf... also du weißt schon."
Doris Schöder-Köpf schluchzt wieder los.

0.39 Uhr

Kanzler wählt wieder eine Nummer.
"Jaaaah, Hahlooooh?"
Kanzler (beißt die Zähne zusammen, denkt aber an Doris und legt deshalb nicht gleich wieder auf): "Hallo Rudi. Ich bins. Der Gerd."
Scharping (ist hellwach): "Waaas willst duuu denn sooo spääd in der Nacht?"
Kanzler (beißt sich auf die Lippen und überwindet sich ein zweites mal): "Also es is wegen Freitag. Mir fehlen für die Rede noch 'n paar Zeilen. Hast du da was in Porto?"
Scharping (überlegt): "Was für 'n Porto?"
Kanzler: "Na, ich brauch noch 'n paar Stichpunkte für die Rede am Freitach. Und da dachte ich... du als alter Parteisoldat. Also ich meinte, du würdest doch sicher gern deinen Beitrach leisten, was Rudi?"
Scharping überlegt.

1.04 Uhr

Scharping: "Du meinst in Petto. Nich Porto. Also wie meinst 'n das jetz?"
Kanzler: "Die REDE. AM FREITAG. ICH WILL DOCH EINE REDE HALTEN. Da brauch ich noch ein paar Zeilen. Hast du zufällig ein Manuskript das ich verwenden könnte?"
Scharping überlegt.
Kanzler will sich 'ne Flasche Bier holen, scheitert aber wieder an der Kühlschranktür, kommt zurück und nimmt wieder den Hörer.

1.12 Uhr

Scharping: "Ach sooo. Na klaaa. Obwohl, dass sooo mit dem Ministerposten wegnehmen.. dass war gaaar nich nett, du. Also eeehrlich. Aber sach maaa: was hastn schon feertig von der Rede?"
Kanzler (druckst herum): "Naja. Noch nich ganz so viiiel. Also 'n paar Sachen so mit Aufschwung und Hartz und die Arbeitslosen und so könnte ich schon gut gebrauchen."
Scharping überlegt.
Kanzler geht noch mal in die Küche, zieht aus Versehen am Griff der Kühlschranktür und kommt endlich zu seiner Flasche Bier.

1.19 Uhr

Scharping: "Jaaah, also wenn ich ganz eeehrlich bin, dann..."
Kanzler wippt mit dem Oberkörper vor und zurück weil ihn die langen Pausen zwischen in Sätzen nervös machen.
Scharping: " …dann, also sooo viel hab ich da nuu auch wieder nich."
Kanzler (umkrampft mit weißen Fingern den Hörer): "Hast du IRGENDWAS?"
Scharping überlegt.

1.28 Uhr

Scharping hat nicht gemerkt daß Schröder vor fünf Minuten aufgelegt hat und erklärt seinem Hörer noch 37 Minuten lang, dass er eigentlich nicht sooo viel hat und dass er es damals gaaanz gemein fand und dass die Pilati saaagenhaft guuut bumst und legt dann um 2.05 Uhr schadenfroh auf.

Donnerstag: 19.30 Uhr, hinter dem Plenarsaal in einer verschwiegenen Ecke.

Zwei Beamte bewachen eine Tür die eigentlich zu einem Putz-Zubehörraum führt. Hinter der Tür wird vertraulich getuschelt.
Der kleinere Mann ist sichtlich nervös.
"Wieviel willst du dafür haben?"
Der große dicke Mann lächelt überheblich.
"Die anderen bieten 100.000 Euro dafür, dass ich es dir nicht gebe."
Der etwas kleinere erbleicht. In seiner Stimme schwingt Zorn mit.
"Die Anderen? Welche Anderen? Sag bloß du hast geplaudert?"
Der große Mann zuckt verächtlich die Schultern. Sein Sprachfehler macht sich bei der angespannten Lage wieder bemerkbar.
"Ich habe nicht geplaudert und ich werde auch nicht plaudern. Das war auch gar nicht nötig. Die haben alle schon gewusst, dass du noch keine Rede hast."
Der kleinere Mann zuckt zusammen.
"Und wie kommst du auf 100.000 Euro? Wahnsinn. Woher soll ich denn 100.000 Euro nehmen?"
Der große dicke Mann lächelt wieder.
"ICH könnte heute noch chbielend ein paar Milloinen aus dem Ärmel zaubern. Ich hab in deinem blöden Untersuchungsauchuss nichts gesagt, aber DU hättest ja ruhig auch mal ein paar chpenden für Notfälle auf die Seite legen können."
Der kleinere Mann seufzt resignierend.
"Also gut. Der Handel gilt. Ich werds irgendwie auftreiben. Un nu laß mich endlich ma sehn was du da hast."
Der kleinere Mann überfliegt das Papier und runzelt die Stirn.
"Genial. Einfach genial. Ich wusste gar nicht, dass du so was kannst. Die passt ja wie der Fuß aufs Auge. Ich muss nur noch hier und da ein paar Zahlen ändern und kanns fast komplett übernehmen. Natürlich wird es bei mir besser ankommen als bei dir... weist schon. Also gut. Ich nehms... und ich kann mich bei dir darauf verlassen, dass es unter uns bleibt."
Der große dicke Mann grinst und hält die Hand auf, während der kleinere Mann einen 100.000er Scheck ausschreibt.
Der kleinere Mann verlässt durch einen Geheimgang die Besenkammer und der größere, dicke Mann folgt 5 Minuten später. Zufrieden grinst er und denkt sich: "Also diese Neujahrsansprache damals, die ich dem Strauß abgekauft habe, die war wirklich ihr Geld wert."
Ansprache des Kanzlers zur Lage der Nation Happy End
Happy End:

Legen wir um ihn

 
22.04.03 20:47
#2
den Mantel der Gechichte ;-)
Ansprache des Kanzlers zur Lage der Nation calexa

lol o. T.

 
#3


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