"Angst vor Gott"

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EinsamerSam.:

"Angst vor Gott"

 
11.01.09 10:17
#1
Der Kampf gegen den Atheismus im Osten zwingt die christlichen Kirchen zur Mission über Bande

Nasskalt faucht der Wind um die Verkaufsbuden. Gut drei Stunden hält es Christoph Lehmann schon auf dem Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz aus. Der Anwalt kämpft den Kampf seines Lebens. Er will, dass Religion ordentliches Unterrichtsfach wird an den Berliner Schulen.

Seit Wochen trommeln er und Hunderte Mitstreiter für das „Volksbegehren für freie Wahl“. 170 000 Unterschriften benötigt die Initiative bis zum 21. Januar, mehr als 100 000 sind es bis jetzt. Vom Weihnachtstrubel erhoffen sich die Glaubenskämpfer einen Extrasegen an Unterstützung. An diesem Adventssamstag ist davon nichts zu spüren. 80 Unterschriften zählen Lehmann und seine vier Helfer am Ende.

Das Stimmensammeln für Gott, es ist ein mühsames Geschäft.

In Berlin gehört Religion nicht zum Fächerkanon. Seit der rot-rote Senat im Sommer 2006 das Fach Ethik ab der 7. Klasse verpflichtend einführte, bröckelt der Zulauf zum Wahlfach Religion, das die Kirchen in den Randstunden erteilen, morgens um sieben oder am späten Nachmittag. Längst hat der Streit um das Fach Religion die Grenzen der kirchenfernen Kapitale – knapp zwei Drittel der Berliner sind konfessionslos – verlassen. Die Kirchen haben ihn zur Chefsache erklärt. Der Konflikt darüber, so warnte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, kürzlich auf einer gemeinsam mit der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) einberufenen Tagung, habe bundesweit Bedeutung.

Für beide Konfessionen entzündet sich an dem Kasus Berlin eine grundsätzlichere Debatte jene um ihren aktuellen Widerhall in Politik und Gesellschaft. Und zugleich rückt der Streitfall den schweren Stand der Christen in der Diaspora der neuen Länder ins Blickfeld. Auf 23,6 Prozent sank der Anteil der Protestanten und Katholiken an der Bevölkerung dort im vergangenen Jahr 2003 lag er noch bei über 27 Prozent. Bald 20 Jahre nach der Wende fällt die Bilanz der „Mission Ost“ höchst zwiespältig aus.

„Die Menschen wissen so wenig, weil der Traditionsbruch so radikal war“, beobachtet die Pastorin Jutta Biering-Sieberhain, die im dünn besiedelten brandenburgischen Barnim acht Dörfer betreut. Vier von fünf Bewohnern sind hier ohne Konfession, an manchen Sonntagen predigt die Theologin vor vier Leuten. Solche Zahlen müsse sie hinnehmen, sagt die 53-Jährige. „Sonst würde ich ja verrückt.“

Als One-Woman-Show pilgert Biering-Sieberhain über das hügelige Land, predigt, singt, begleitet auf der eigenen Gitarre, der Organist wurde abgeschafft, Katechetin oder Vikar fehlen ebenfalls. „Die Kirche ist vielen unheimlich“, glaubt die Theologin, die selbst in der DDR aufwuchs. Die aggressive Kirchenfeindlichkeit des SED-Regimes wirke bis heute nach. Und doch betrübt es sie, wenn manche Kinder nicht in ihren Flötenunterricht kommen dürfen nur weil sie eben Pfarrerin ist.

Pragmatismus lautet die Antwort der Pastorin.

Sie segnet auch Konfessionslose zur Goldenen Hochzeit. Vor zehn Jahren gründete sie den Kultursommer, der für ein paar Sommertage Leben in die verwaisten Feldsteinkirchen pumpt. In der Seniorenarbeit betreut sie auch Katholiken. „Sonst kämen da nur fünf. So sind es zehn.“

Wer mit den Frontverkündern des Glaubens im Land der Gottfernen spricht, erfährt viel über praktizierteÖkumene und die Beschwernis der täglichen Basisarbeit. Im Erzgebirge, wo der Katholikenanteil weniger als zwei Prozent beträgt, teilt sich Benediktinerpater Georg Roß aus dem Kloster Wechselburg die Seelsorge für 94 Dörfer mit fünf Mitbrüdern. Speziell der Jugendarbeit hat man sich in der 1993 bezogenen Abtei verschrieben. Mit zarten Erfolgen. Zur letzten Jugendvesper am ersten Adventswochenende erschienen mehr als 300 Jugendliche, vor zehn Jahren waren es nur 20. Bis tief in die Nacht feierten die Jungchristen die Vigil und zogen, Taizé-Lieder singend, durch den Ort Wechselburg.

„So etwas macht Mut“, sinniert Pater Roß.

In der Benediktinerabtei bieten die Padres auch Religionsunterricht für die katholische Minderheit an. Mit einem Shuttlebus werden die Schüler aus den versprengten Dörfern eingesammelt, 150 Streckenkilometer kommen da oft pro Reli-Stunde zusammen. In der Firmvorbereitung fasst man fünf Jahrgänge zusammen, sonst lohnt der Aufwand nicht. Wenn er in seinem schwarzen Habit eine öffentliche Schule betritt, schlägt dem jungen Pater Georg nicht immer Wohlwollen entgegen. „Viele fürchten, ich würde missionieren“, sagt er. Generell spüre er häufig eine „regelrechte Phobie vor Gott“.

Angst vor der Kirche nennt es der Leipziger Pastor Christian Wolff. Seit einer Weile liegt Wolff, Pfarrer der Thomaskirche, mit der Leipziger Universität im Clinch. Die Uni weigert sich, die 1240 eingeweihte, 1968 auf Geheiß des DDR-Regimes gesprengte und nun als moderner Bau neu errichtete Universitätskirche St. Pauli als eine Stätte des Glaubens zu integrieren. Universitätsrektor Franz Häuser sieht die „Trennung zwischen Staat und Kirche“ in Gefahr. Bizarr: Eine Plexiglaswand soll den Raum in eine „weltliche“ Halle und ein Kirchendrittel teilen. Auch sollte der Bau nicht, wie zuvor jahrhundertelang, „Universitätskirche“ heißen, sondern weltlich neutral „Paulinum“. Vergangene Woche einigte man sich auf einen Kompromiss. Im Untertitel heißt das Paulinum fortan: „Aula Universitätskirche St. Pauli“.

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hermodus de .:

Dem Untergang der Gesellschaft

 
11.01.09 10:28
#2
besonders in Berlin kann nur so gegengesteuert werden.Besser wäre noch ein Fach soziales Verhalten
einzuführen.
Ich fahr ohne TÜV
Eichi:

Man soll Gott

 
11.01.09 11:35
#3
fürchten!

Das ist halt nunmal so bei uns.
cophila.5forum.biz
Juto:

mmmh

 
11.01.09 11:40
#4
soziales verhalten und moral
ist wichtiger als religion.

warum immer die gleichen
fehler machen ??

aber das thema wurde schon mehrfach hier diskutiert.
religion und sex
2 schwierige themen für ein forum..
die menschen werden kleiner,
wenn man sie unter die lupe nimmt
ablasshndler:

Religion gibt Antworten (hier Finanzkrise)

 
11.01.09 12:05
#5
Gott selbst suchte Abraham auf, um ihm mitzuteilen, dass er vorhabe, alle Banken und Versicherungen zu zerstören, wenn denn das sündige Verhalten dieser Institutionen tatsächlich so schlimm sei, wie ihm zu Ohren gekommen war. Abraham fragt Gott, ob er wirklich Schuldige und Unschuldige ohne Unterschied finanziell vernichten wolle. Gott versichert ihm schließlich, dass er sie verschonen werde, wenn sich nur zehn anständige Menschen in den Banken und Versicherungen darin finden ließen.
thunfischpizza:

Ich finde auch unbedingt, dass man

3
11.01.09 12:22
#6
mythologische Texte aus der Bronzezeit in den Schulen verstärkt unterrichten sollte. Damals herrschte schließlich noch Zucht und Ordnung. Wer nicht gespurt hat, wurde erschlagen oder gesteinigt und gut war.
EinsamerSam.:

Eichi - warum?

 
11.01.09 12:29
#7
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Etwas mehr Beistand in der Sache könnte die

 
#8
Pfarrerstochter aus der Uckermark schon beisteuern. Immerhin ist sie sowas wie die politische Führerin des christlichen Glaubens hierzulande. Gerade in Zeiten in denen die Vorherrschaft im Heiligen Land wieder gegen babarische Horden von Morgenländlern verteidigt werden muss sollten die guten Religionen an der Heimatfront im Glauben gefestigt sein. Berlin als Hauptstadt eines wiedererstarkten Deutschlands fällt da auch bildungspolitisch eine Vorzeigerolle zu.
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