Angriff auf amerikanisches Kulturgut???

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Angriff auf amerikanisches Kulturgut??? FranzS
FranzS:

Angriff auf amerikanisches Kulturgut???

 
27.12.02 20:16
#1
Christkind versus Weihnachtsmann

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Ein Pickerl mit einem durchgestrichenen Weihnachtsmann schlägt in US-Medien Wellen: Über CNN, BBC, die Herald Tribune wird die Aktion aufs Schärfste kritisiert. Man sieht im Boykott gegen den Santa Claus, ein Teil des amerikanisches Kulturguts, einen Angriff auf das eigene Land.  

"Bei meiner Oma war noch das Christkind, zu dir kommt nur noch der Weihnachtsmann. Und das ist ja nichts Besonderes, den gibt's in jedem Kaufhaus." Mit diesem Satz macht ein Tiroler Verein über Flugzettel Passanten auf eine beispiellose Aktion gegen den Weihnachtsmann aufmerksam. Auslöser für die Verbitterung in den USA ist jedoch ein kleiner Aufkleber, den dieser Verein zu den Flugzetteln verteilt: Darauf ist der Weihnachtsmann abgebildet mit einem dick durchgestrichenen Balken (siehe Bild).

Blutige E-Cards
Für Entrüstung sorgen auch E-Cards, die man von der Homepage des Vereins aus versenden konnte: Sie zeigten einen Weihnachtsmann, der von einem Jäger erlegt wurde. Daneben: sein Rentier-Rudel blutig im Schnee. CNN spricht von "erschreckenden Darstellungen". Der Geschäftsführer des Vereins, Philipp Tengg, relativierte gegenüber den Medien diese Darstellungen: "Die Karten sind unter der Rubrik Schwachsinniges gereiht!". Die umstrittenen E-Cards wurden inzwischen von der Seite entfernt.

"Nicht beabsichtigt"
Der Verein will sich jetzt in aller Öffentlichkeit für die Aktion entschuldigen: Der Sticker sei nur für einen kleinen, regionalen Bereich gedacht gewesen: "Durch die Berichterstattung in aller Welt wurden aber auch die getroffen, die an den Weihnachtsmann glauben", so Tengg. Es gehe nicht darum, den Weihnachtsmann generell zu verbannen, sondern nur dort, wo er nicht zu Hause ist und als Symbol von Geld und Macht agiert.

Nächstes Jahr plant der Verein eine neue Kampagne, bei der das Christkind stärker im Mittelpunkt stehen soll.


Angriff auf amerikanisches Kulturgut??? dreameagle
dreameagle:

Seit wann haben die Amis denn Kultur? o. T.

 
27.12.02 22:57
#2
*megafrechgrinst*...noch nie drüben gewesen?

Gruß


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Angriff auf amerikanisches Kulturgut??? Grinch
Grinch:

Die Amerikaner sind das einzige Volk,

 
27.12.02 23:01
#3
das aus der Barbarei direkt in die Dekadenz gefallen sind, ohne über das Stadium der Hochkultur zu gehen!!!
Angriff auf amerikanisches Kulturgut??? bellfounder
bellfounder:

Weihnachtsmann

 
27.12.02 23:07
#4
Mich nervt der "Weihnachtsmann" schon lange. Schließlich handelt es sich bei dem Opa mit dem roten Mantel und dem weißen Bart um nichts anderes als um eine Figur aus einer Cola-Reklame der 1920er Jahre.
Aber abschießen würde ich ihn auch wieder nicht. :-)

Viele Grüße,

bellfounder
Angriff auf amerikanisches Kulturgut??? bellfounder
bellfounder:

Um genauere Klärug bemüht sich die Uni Wien

 
27.12.02 23:12
#5
ist eigentlich ganz interessant:




Christkind vs. Weihnachtsmann


In der (angeblich) stillsten Zeit des Jahres herrscht zuweilen Streit zwischen dem Christkind und dem Weihnachtsmann um das Ausliefern der Geschenke. Befinden wir uns im Kampf des "christlichen Abendlandes" gegen die kommerzialisierte Neue Welt? Stehen wir vor der Globalisierung des Weihnachtsfestes?

Michaela Hafner am 23.12.2002


Das unschuldige Christkind kann man offensichtlich nicht gut vermarkten, und so muss auch hierzulande immer öfter der Mann in Rot das Weihnachtsgeschäft ankurbeln.
Der Innsbrucker Verein Pro Christkind, der die österreichische Tradition des Christkinds wahren möchte, hat mit seiner Anti-Weihnachtsmann-Kampagne und scherzhaft gemeinten E-Cards auf seiner Homepage in den USA großes Medienecho ausgelöst. Aber auch andere Skandale rund um die beiden Protagonisten - auf der einen Seite der pausbäckige ältere Mann in Rot mit weißem Rauschebart (so sieht man ihn überall), auf der anderen Seite das blondgelockte ätherische Kindlein (so stellen wir es uns jedenfalls vor) - werfen kein gutes Licht auf diese Zeit: der Rotary Club in Großbritannien gab kürzlich Richtlinien heraus, wie sich die Weihnachtsmänner Kindern gegenüber verhalten sollten, um (Vorwürfen) sexueller Belästigung vorzubeugen. Das Christkind wird wegen seines Hangs zur totalitären Überwachung ("Das Christkind sieht alles") nicht von allen geschätzt.

Wer bringt die Geschenke? Ein kleiner Rundblick

Jedenfalls nicht die Eltern, soviel ist klar. Bei einem Streifzug durch die Weihnachtsbräuche anderer Länder wird schnell klar, dass es neben Christkind und Weihnachtsmann andere Alternativen gibt, wie Kinder zu ihren Geschenken kommen.

In Italien wird zwar am 24. Dezember die Geburt Jesu gefeiert, die Geschenke bringt jedoch die Hexe Befana, die auf ihrem Besen durch die Schornsteine fliegt und die Kinder erst in der Nacht auf 6. Jänner beschert - denn das Jesuskind wurde auch erst an diesem Tag von den Drei Königen beschenkt. In Schweden bringt traditionellerweise der Jul-Bock (ein Ziegenbock aus Stroh) die Gaben.
Regional kommen noch weitere Bräuche hinzu: So haben in den skandinavischen Ländern Weihnachtswichte (Julnissen) eine bedeutende Rolle, denen man in der Nacht von 24. auf 25. Dezember Brei ans Fenster stellen muss - andernfalls ist mit Streichen zu rechnen. Santa Lucia wird in Schweden am 13. Dezember als Lichtbraut verehrt. In den Niederlande ist Sinterklaas, der am 6. Dezember mit seinem Diener Zwarten Piet Gaben bringt, wichtiger als das Christkind.
Auch in den USA sind - trotz medialer Überrepräsentanz von Santa Claus - die Festbräuche eine bunte Mischung aus unterschiedlichen Traditionen der vielen eingewanderten Nationen. Die nordische Santa Lucia hat hier ebenso Platz wie italienische Krippen, englische Mistelzweige oder der chinesische Dun Che Lao Ren. Santa selbst ist ja sozusagen ein Nachfahre des holländischen Sinterklaas.

Woher kommt der Weihnachtsmann?

Der "historische" Nikolaus soll im 4. Jahrhundert n. Chr. im türkischen Myra Bischof gewesen sein und wird als mildtätig und barmherzig beschrieben. Im Lauf der Jahrhunderte dehnte sich die Nikolaus-Verehrung bis nach Skandinavien aus und vermischte sich mit nordischen und heidnischen Mythen. Seit dem 16. Jahrhundert ist Nikolaus als Gabenbringer für die (braven) Kinder bekannt.
Im 17. Jahrhundert brachten holländische Einwanderer die Figur des Sinterklaas in die Neue Welt. Ursprünglich gab es viele unterschiedliche Entwürfe vom Weihnachtsmann, die alle erst im Laufe des 19. Jahrhunderts durch die Vorstellungen zeitgenössischer Dichter (berühmt: das Gedicht "A Visit From St. Nicholas" www.nyise.org/moore/ von Clement Moore, 1822) und Zeichner vereinheitlicht wurden, ehe Anfang der 1930er Jahren aus dem Heiligen Nikolaus endgültig der werbewirksame Coca-Cola-trinkende Rotrock wurde. Aus der Bischofsmitra wurde so die rote Zipfelmütze, das Bischofsgewand präsentiert sich nun eher als Schlafanzug.

Der Weihnachtsmann kommt aber nicht nur in den anglo-amerikanischen Ländern (Santa Claus; Father Christmas in Großbritannien), sondern hat seine Tradition auch im protestantischen Nordeuropa: u.a. als Joulupukki in Finnland, als Väterchen Frost im ehemals kommunistischen Russland, als Weihnachtsmann in Norddeutschland, aber auch in Frankreich (Père Noel) bringt nicht das Christkind die Geschenke, sondern der säkularisierte Nikolaus.
   
Gegen Kommerz, aber nicht gegen Santa: der Verein Pro Christkind


Wann und was feiern wir?

So unterschiedlich der Lieferant der Geschenke ist, so unterschiedlich ist auch das Datum, an dem diese geliefert werden und Weihnachten gefeiert wird: 24. Dezember, 25. Dezember, 1. Jänner oder 6. Jänner - ChristInnen auf aller Welt feiern die Geburt Jesu jedenfalls in der Zeit der "Zwölf Rau(c)hnächte" (21.12. bis 6.1.).
Weihnachten entwickelte sich im Laufe des 20. Jahrhunderts immer mehr zur Kauf-, Vergnügungs- und Reisezeit - man denke nur an die üppigen Auslagendekorationen, vielen Punschhütten und Flucht vor Familienfeiern in die Karibik. Der Widerstand so mancher Weihnachtsmann-KritikerInnen richtet sich demnach mehr gegen das Ho-ho-ho-Gepoltere des roten Mannes als gegen diesen selbst.
Der Verein Pro Christkind entschuldigte sich daher jüngst in einem "offenen Brief an Amerika" für seine missverständliche Kampagne und vermeintliche Ignoranz; zu wenig beachtet habe man, "dass es auf unserer gemeinsamen Welt Menschen gibt, die an Santa Claus glauben, für die Santa Claus ein wichtiger Teil der Weihnacht ist". Dem Verein gehe es, wie Christoph Tschaikner betont, nicht um die Herabwürdigung anderer Weihnachtssymbole, sondern um das Reflektieren unhinterfragt übernommener Modetrends und engagiert sich für eine besinnliche und gegen eine kommerzialisierte Weihnachtszeit. Toleranz und Akzeptanz anderer Arten, Weihnachten zu feiern, sei demnach die Botschaft dieses Fest des Lichts und des Friedens.

Wer auch immer also bei Ihnen zuhause die Geschenke bringt - das Redaktionsteam der Universitätszeitung wünscht Ihnen ein frohes Fest!

Links:
www.pro-christkind.org
www.christkindl.at
www.weihnachtsstadt.de
www.weihnachten-weihnachtsmann.de


Angriff auf amerikanisches Kulturgut??? verdi

A propos Kultur:Warum sollten sie weniger

 
#6
"kultiviert" sein als wir Deutschen,Briten,Franzosen,Italiener,Spanier,Polen,Serben, Luchsenburger...??

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