An Übernahmekandidaten verdienen


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Nassie:

An Übernahmekandidaten verdienen

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02.10.05 12:07
Die Spekulation mit Konzernen, denen eine Übernahme droht, kann für Anleger eine Rendite steigernde Investition sein. Eine Alternative zum Direktkauf sind Zertifikate
Schockiert reagierte am vergangenen Montag die Börse auf die Nachricht, daß der Sportwagenhersteller Porsche für rund drei Milliarden Euro Großaktionär beim VW-Konzern werden will. Die anfänglichen zweistelligen Kursverluste haben sich inzwischen wieder verringert, nachdem Porsche-Chef Wendelin Wiedeking die Hintergründe erläutert hatte. So wurde deutlich, welche herausragende Rolle VW für Porsche nicht nur als Entwicklungspartner für eine Vielzahl von Projekten, sondern auch als Lieferant für etwa 30 Prozent des Absatzvolumens von Porsche spielt. Die angestrebte deutsche Lösung sei wesentliche Voraussetzung für eine stabile Entwicklung von VW und damit auch der Fortführung der Zusammenarbeit mit Porsche.


Die Ereignisse zeigen, wie nervös deutsche Unternehmensführungen mittlerweile reagieren, wenn ausländische Investoren stärkeren Einfluß auf die deutsche Wirtschaft gewinnen.


Jüngsten Berechnungen zufolge befinden sich derzeit bereits acht Dax-Unternehmen (Adidas, BASF, Commerzbank, Continental, Deutsche Bank, Deutsche Börse, Schering und Siemens) mehrheitlich in ausländischem Besitz. Und bei DaimlerChrysler, Eon, Münchner Rück und SAP fehlen nur wenige Punkte bis zur 50-Prozent-Marke.


Diese Entwicklung wird nicht zu stoppen sein. Ebenso wie deutsche Unternehmen im Ausland auf Einkaufstour gehen (Beispiele: Adidas/Reebok, Lufthansa/Swiss, FMC/Renal Care, RWE/Thames Water), werden auch ausländische Investoren Beteiligungen an deutschen Unternehmen erwerben. Als Gründe werden die vergleichsweise niedrige Bewertung deutscher Aktien, die Erwartung weiterer Umstrukturierungen auf Unternehmensebene und steigende Eigenkapitalrenditen genannt. Auf der Wunschliste stehen dabei vor allem international ausgerichtete Unternehmen, die von einem weiterhin robusten Wachstum der Weltwirtschaft besonders stark profitieren.


Neben strategischen Investoren (Unicredit/HypoVereinsbank) entwickeln vor allem angelsächsische Hedge-Fonds und Beteiligungsgesellschaften (Private Equity) besondere Ambitionen. Sie haben entsprechend viel Kapital angesammelt. Allein die Private-Equity-Fonds, deren Geldquellen aus Pensionsfonds, Versicherungen, Stiftungen oder von reichen Privatleuten stammen, sollen in diesem Jahr 200 Milliarden Dollar für neue Investments anwerben. Das Augenmerk dieser Finanzinvestoren richtet sich bevorzugt auf solche Unternehmen, die günstig bewertet sind, sich überwiegend im Streubesitz befinden, in einem interessanten Branchenumfeld tätig sind und sich aus unterschiedlich rentablen Geschäftsfeldern zusammensetzen. Ihr Ziel besteht darin, Druck auf das Management auszuüben, um das Unternehmen neu zu strukturieren und seine Rentabilität und damit den Wert des Investments zu erhöhen. Dazu gehören Konzentration auf das Kerngeschäft und die Abtrennung von Geschäftsbereichen, die entweder unrentabel sind oder mit Gewinn veräußert oder an die Börse gebracht werden können.


Für den Privatanleger sind daher Unternehmen, die im Visier ausländischer Investoren sind, äußerst interessant. "Unter den Dax-Werten gelten als Kandidaten vor allem Continental, Infineon, Linde, MAN und Schering", sagt Aktienstratege Berndt Fernow von der Landesbank Baden-Württemberg LBBW. Bei den MDax-Titeln geben Experten Hochtief, Bilfinger Berger, Salzgitter und Stada die größten Chancen.


Wer sich ein Portfolio solcher Kandidaten zusammenstellt, hat gute Chancen, mit überproportionalen Kurssteigerungen belohnt zu werden, falls es tatsächlich zu einer Übernahme oder Umstrukturierung kommt oder Phantasien die Kurse nach oben treiben.


Wem dieses Vorgehen nicht sicher genug erscheint, dem bietet sich eine interessante Alternative. Mit Hilfe von Zertifikaten kann der Anleger auch dann noch einen überdurchschnittlichen Gewinn erzielen, wenn die Übernahme- oder Umstrukturierungsphantasie nicht unmittelbar zum erhofften Erfolg führt. Über Discountzertifikate erhält der Anleger vorab einen erheblichen Rabatt (Discount) auf den derzeitigen Kurs der Aktie. Der Discount wirkt wie ein Sicherheitspolster, falls der Aktienkurs wider Erwarten nach unten absinken sollte. Andererseits begrenzt der Anleger seinen maximal erzielbaren Gewinn nach oben, indem der Rückzahlungspreis für das Zertifikat bei Fälligkeit auf einen bestimmten Betrag (Cap) festgeschrieben wird. Da der Anleger bei den vorgeschlagenen Kandidaten mittelfristig an eine nennenswerte Kurssteigerung glaubt, sollte er ein Zertifikat wählen, das eine Laufzeit bis Dezember 2006 hat und bei dem das Cap durchaus etwa zehn Prozent über dem aktuellen Aktienkurs liegt. Die Differenz zwischen dem Discountpreis und dem festgelegten Cap ist der maximale Gewinn, den der Anleger erzielen kann, wenn der Aktienkurs am Stichtag das Cap erreicht. Liegt der Kurs unterhalb des Caps, verringert sich der Gewinn entsprechend. In die Verlustzone gerät der Anleger erst, wenn der Aktienkurs am Stichtag tiefer liegt als der von ihm bezahlte Discountpreis. Damit verfügt der Inhaber eines Discountzertifikats gegenüber dem Aktionär über einen komfortablen Sicherheitspuffer bei einem etwaigen Kursrückgang. Der Gewinn ist steuerfrei, wenn zwischen dem Kauf- und dem Rückzahlungsdatum des Zertifikats mehr als ein Jahr liegt. Henning von Boehmer

Wams.de


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wavezocker:

jepp, interessant;-)))

 
02.10.05 14:43

haut das emmi platt  
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