Abschied von Lethargoman

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Abschied von Lethargoman Major Tom
Major Tom:

Abschied von Lethargoman

 
06.04.06 15:31
#1
www.zyn.de/

Abschied von Lethargoman

In ZYN! stehen 16 Stories von Lethargoman online. Die erste ist aus dem Sommer 1999 und die letzte vom Januar 2003. Obwohl sie alle diese Handschrift des irrsinnigen bisweilen menschenverachtenden Humors zeigen, den die meisten von uns an ZYN! so lieben, wird Lethargoman nicht mehr für ZYN! schreiben, denn er und seine Freundin wurden in Bolivien von einer habgierigen Mörderbande erstickt. Wir wissen nicht viel von ihm, da unsere Kommunikation hauptsächlich über EMail-Listen verläuft. Das taugt leider nicht viel um einen Menschen wirklich erfassen zu können. Selbst die Nachricht seiner Ermordung kam über EMail. Diese hat uns dann sprachlos zurück gelassen.

Allerdings durften einige von uns Lethargo persönlich kennen lernen. Im Sommer 2001 hatte er sich tatsächlich die Mühe gemacht aus seiner Heimatstadt Wien aufzubrechen, um mit uns im Rheinland bei Köln ein paar Bierchen auf einer Grillparty zu leeren. Es wurde viel gelacht und viel getrunken, und dass es da nicht viel mehr zu erzählen gibt, liegt schlicht daran, dass er einer von uns war und so zwischen den anderen Zynikern nicht weiter auffiel. Am nächsten Morgen war er wieder weg und die meisten von uns haben ihn nie wieder gesehen.

In Wien gibt es Menschen, die haben unendlich mehr an Lethargo und seiner Freundin verloren als wir. Ihnen gilt unser Mitgefühl für ihre Schmerzen. Uns verbleiben seine 16 Stories, die Lethargo besser charakterisieren als wir es selbst vermögen. In diesem Sinne:


From: "Lethargoman" lethargoman@zyn.de
To: zyn@zyn.de
Sent: Saturday, November 03, 2001 5:49 PM
Subject: [zyn] worum sich das Leben dreht

Wir kommen aus einem Loch.
Wir wollen ins Loch.
Wir essen ins Loch.
Wir scheißen aus dem Loch.
Und am Ende liegen wir alle im Loch.
Das Leben dreht sich ums Loch.

Wurde mir gestern von Sascha, 26-jähriger Serbe in zweiter Generation in
Wien mit drei Kindern und ohne österreichische Staatsbürgerschaft, aber
gücklich, bei einer unverbindlichen Tüte am Donaukanal erklärt. Ich meinte
das Leben dreht sich um Tittten, aber irgendwas ist an der Loch-Theorie auch
dran.
Und Wien ist die beste Stadt der Welt.

Lethargowiener

***

Irgendwie macht mich das ratlos.
Irgendwie kotzt mich heute alles an.
Ja, auch Ihr! ;-)
Irgendwie habe ich die Schnauze voll.
Irgendwie bin ich verdammt sauer, dass diese Shice Vogonen-Bauflotte nicht endlich diesen Shice Planeten sprengt, um Platz für eine Hyperraum-Umgehungsstraße zu machen.
Irgendwie bin ich sprachlos.

Ich brauche jetzt eine Flasche Vin Rouge! :-)
Abschied von Lethargoman Major Tom

Der tatsächliche und traurige Hintergrund.

 
#2
Kleine Zeitung
BERAUBT UND ERMORDET. Bolivien: Wiener Pärchen wurde offenbar erwürgt. Polizei hat die Leichen des seit Jänner vermissten Paares auf einem illegalen ...

***

Traurige Chronologie: Vermisstes Wiener Pärchen wurde in Bolivien tot aufgefunden

Gewissheit nach monatelangem Bangen um ihr Leben
zurück zur Topstory

Nach bangen Hoffen der Angehörigen und monatelanger Ermittlungen der bolivianischen Polizei, gibt es traurige Gewissheit über das Schicksal der seit Jänner vermissten Österreicher: Die Meldung, wonach das Wiener Pärchen ermordet aufgefunden wurde, bestätigte sich. Hier die Chronologie der Ereignisse.

16. November 2005 - Das Pärchen Peter Kirsten Rabitsch (28) und die um drei Jahre jüngere Katharina Koller begeben sich auf eine Weltreise, die bis zum Mai 2006 dauern soll.

24. Jänner 2006 - Die Angehörigen der beiden Reisenden erhalten ein Mail - das letzte Lebenszeichen des Paares.

26. Jänner 2006 - Die Vermissten werden zuletzt im Bus von Copacabana nach La Paz gesehen und anschließend kurz nach 13.00 Uhr beim Cemeterio in der Hauptstadt. Zwei Stunden später wird das erste Mal Geld von ihren Konten abgehoben.

8. Februar 2006 - Die Verwandten lassen die Konten sperren. Bis zu diesem Zeitpunkt werden jeden Tag Maximalbeträge in La Paz, Oruro, Sucre und Cochabamba abgehoben, das gesamte Geld für die Weltreise.

21. Februar 2006 - Major Josef Kerbl von der Kriminaldirektion 1 und ein Beamter des Bundeskriminalamts (BK) treffen in La Paz ein. Dort sollen sie die bolivianischen Behörden bei ihren Ermittlungen unterstützen. Außenministerin Ursula Plassnik (V) schreibt einen Brief an ihren Amtskollegen David Choquehuanca. Darin bedankt sich Plassnik einerseits für die Unterstützung und ersucht zudem Choquehuanca, alles zu unternehmen, dass die beiden gefunden werden.

2. März 2006 - Bilder von Personen, die bei der Kontobehebungen gefilmt wurden, tauchen auf. Die Polizei bestätigt einen entsprechenden Bericht der "Neuen Kronen Zeitung". Man versucht, die Unbekannten auszuforschen, um zu überprüfen, ob ein Zusammenhang mit dem Verschwinden der beiden besteht.

3. März 2006 - Bundespräsident Heinz Fischer schaltet sich ein: Er ersucht seinen Amtskollegen Evo Morales, um Unterstützung bei der Suche nach den zwei Urlaubern und dankt für die bisherige Zusammenarbeit.

8. März 2006 - Staatspräsident Evo Morales versichert Bundespräsident Heinz Fischer in einem Schreiben, dass die Behörden alles tun würden, um den "bedauernswerten Vorfall" so rasch wie möglich zu klären.

10. März 2006 - Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf die bolivianische Polizei, dass die beiden Vermissten ermordet aufgefunden wurden. Diese Meldung wird jedoch am selben Tag vom Vater des Opfers, Hermann Rabitsch, dementiert. Laut Rabitsch und dem Bundeskriminalamt handelt es sich um die Leichen zweier Menschen, die bereits seit rund eineinhalb Jahren tot sind.

13. März 2006 - Die bolivianische Polizei gibt bekannt, dass drei mutmaßliche Mitlieder einer Bande festgenommen wurden, die unter Verdacht stehen, am Verschwinden des Pärchens beteiligt gewesen zu sein. Die Behörden gehen davon aus, dass die beiden Österreicher in die Fänge "falscher Polizisten" geraten sind.

14. März 2006 - In Bolivien wird eine große Fahndung über die Medien gestartet, mit Hilfe derer der mutmaßliche Kopf der Bande und ein ebenfalls flüchtiger Komplize gefasst werden sollen.

17. März 2006 - Erste Erfolge in den Ermittlungen stellen sich ein: Man identifiziert ein Haus, in dem Koller und Rabitsch im Zuge ihrer Entführung offenbar gewesen sind. Die Fahndung nach Ramiro Milan, den Hauptverdächtigen läuft weiter.

19. März 2006 - Eine weitere Person, die in Verdacht steht mit dem Verschwinden der Österreicher in Verbindung zu stehen, wird verhaftet.

4. April 2006 - Die beiden Vermissten werden tot aufgefunden. Die Leichen werden auf einem illegalen Friedhof in La Paz entdeckt. Zudem melden die Behörden vier weitere Verhaftungen in dem Fall, der Kopf der Entführerbande ist weiterhin flüchtig. (apa)

Quelle: www.networld.at/articles/0614/10/135902_s1.shtml

Ciao!

PS :-(


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