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OECD

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kurz OECD, ist eine internationale Organisation mit Sitz in Paris. Ihr gehören aktuell 35 Mitgliedstaaten an, die zu den Industrieländern zählen und über ein hohes Pro-Kopf-Einkommen verfügen.

Die Mitgliedstaaten der OECD

OECD Mitgliedsstaaten (CC BY-SA 2.0 Lizenz, Quelle: Wikimedia.org)

Ziele

Die OECD strebt die Verbesserung des weltweiten Lebensstandards an („economic and social well-being of people around the world“). Um dieses Ziel zu erreichen, fördert sie das Wirtschaftswachstum in Entwicklungsländern sowie in ihren Mitgliedstaaten und verfolgt die Ausweitung des multilateralen Welthandels.

Geschichte

In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg diente der Marshallplan, ein Hilfsprogramm im Umfang von 12,4 Milliarden Dollar, dem europäischen Wiederaufbau. Durch die Versorgung mit Krediten, Rohstoffen, Lebensmitteln und Waren wollten die Vereinigten Staaten den zerstörten Ländern des Kontinents wieder auf die Beine helfen, um starke Partner im sich anbahnenden Kalten Krieg zu gewinnen. Die Umsetzung des Marshallplans erfolgte durch die Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit, kurz OEEC – damals unter dem Einfluss der USA und Kanadas. Auch nach dem Auslaufen des Marshallplans sahen die europäischen Staaten die wirtschaftliche Zusammenarbeit und den Informationsaustausch weiter als notwendig an: Sie wandelten die OEEC 1961 in die OECD um, die seit nunmehr 50 Jahren eine zentrale Institution der Weltpolitik darstellt.

Struktur

Mehrere Organe bilden die Struktur der OECD. An der Spitze steht der obere Rat: Hier treffen Vertreter der Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission völkerrechtlich bindende Beschlüsse. Der OECD-Generalsekretär, zur Zeit der Mexikaner José Ángel Gurría, ist Vorsitzender des oberen Rats. Ihm untersteht ein aus 2500 Mitarbeitern bestehendes Sekretariat, das mit der Umsetzung von Beschlüssen betraut ist. Die Facharbeit der OECD wird von den etwa 200 Ausschüssen und Arbeitsgruppen geleistet.

Arbeitsbereiche

Die OECD wirkt in allen Feldern politischen Handelns mit Ausnahme der Verteidigungspolitik. Ihre zahlreichen Analysen in Bereichen wie z. B. Altersversorgung, Bildung, Beschäftigungs- und Wirtschaftspolitik oder Migration zeigen Probleme und den sich daraus ergebenden Handlungsbedarf für die Politik auf. Ein bekanntes Beispiel sind die PISA-Studien, welche die Schulleistungen international vergleichen und in der bundesdeutschen Öffentlichkeit wiederholt für Schlagzeilen sorgten.

Weitere Anliegen der OECD im Sinne ihres übergeordneten Ziels, der Verbesserung des weltweiten Lebensstandards, sind die effektive Umsetzung von Entwicklungshilfe sowie der internationale Kampf gegen die Korruption. Auf der Agenda der OECD stehen außerdem die Bekämpfung von Umweltproblemen und die Etablierung von Standards verantwortlicher Unternehmensführung.

Aktuelle Analysen der OECD

Die zahlreichen Analysen der OECD sind in der Onlinebibliothek OECD iLibrary frei verfügbar. Jährlich veröffentlicht die Organisation hier ca. 300 Titel aus ihren verschiedenen Arbeitsfeldern.

Zu den wichtigsten Publikationen zählt die im Turnus von zwei Jahren erscheinende Modellrechnung zur Altersrente. Hier wies die OECD wiederholt auf eine drohende Altersarmut in Deutschland hin. In ihrem zuletzt im April 2016 veröffentlichten Wirtschaftsbericht mahnte sie zudem eine erfolgreiche Integration der Flüchtlinge an, kritisierte die Auswirkungen des Ehegattensplittings und prognostizierte ein auch 2017 anhaltendes moderates Wirtschaftswachstum.

Der deutsche Arbeitsmarkt wird im internationalen Vergleich aktuell (Stand: Juli 2016) positiv beurteilt. Zugleich weist die Organisation darauf hin, dass mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosenzahlen im folgenden Jahr nicht mehr zu rechnen sei.