Anleihen

Risiken von Anleihen

Ausfallsrisiko

Das Ausfalls- bzw. Bonitätsrisiko ist jenes Risiko, welches daraus erwächst, dass der Schuldner in Zahlungsverzug kommen kann oder sogar zahlungsunfähig wird. Je schlechter die Bonität, umso höher das Ausfallsrisiko der Anleihe. Gläubiger mit schlechter Bonität müssen daher einen höheren Kupon bieten, womit eine Risikoprämie bezahlt wird. Das Ausfallsrisiko von Anleihen lässt sich teils wegdiversifizieren, in der Regel bestehen jedoch zwischen verschiedenen Schuldnern recht hohe Kovarianzen. Anleihen von Gläubigern mit schlechter Bonität werden auch als Schrottverschreibung, ''Junk bond'' oder ''High Yield Bond'' bezeichnet.

Internationale, unabhängige Agenturen bemessen das Bonitätsrisko aus ihrer Sicht mit einem Rating. Die bekanntesten Ratingagenturen sind ''Moody's'', ''Standard and Poor's'' sowie ''Fitch''.

Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko ist das Risiko, welches aus der Möglichkeit einer Änderung des Marktzinses erwächst. Zwar wird eine Anleihe immer zum Nennwert zurückgezahlt, aber der Marktzins hat einen Einfluss auf den Kurs der Anleihe, welcher schlagend wird, wenn man die Anleihe vor ihrer Fälligkeit wieder verkauft.

Der Zinssatz ist der wichtigste, gleichzeitig aber auch der volatilste Parameter zur Bewertung einer Anleihe. Eine Änderung des Zinssatzes hat folgende Auswirkungen für den Inhaber einer Anleihe:
  • der Wert der Anleihe sinkt, wenn der Zinssatz steigt.
  • die Rückzahlungsbeträge (Kupon und Tilgung) werden zum neuen Zinssatz angelegt. Steigt der Zinssatz, so steigt auch der Betrag, der aus der Wiederveranlagung der Rückzahlungsbeträge resultiert (der Zinseszins).
  • der Zinsertrag aus den Kupons der Anleihe bleiben unverändert.
Die Kursänderung und der Zinseszinseffekt sind gegenläufig. Um die Frage zu beantworten, welchen Gesamteffekt eine Zinsänderung für den Gesamtertrag der Anleihe hat, wurde das Durationskonzept entwickelt.

Kündigungsrisiko, Auslosungsrisiko, Konversions(Wandelungs-)risiko

Dies sind drei Arten von Unsicherheiten, die nur bei bestimmten Anleihen auftreten, bei denen Schuldnerkündigungsrecht oder eine Auslosung der Tilgung vereinbart ist, bzw. wenn es sich um Wandelanleihen handelt.

Währungs/Wechselkursrisiko

Die Nominalwährung ist die Währung, in der die Anleihe bei Endfälligkeit vom Emittenten zurück bezahlt wird. Die Kuponwährung ist die Währung, in der die Zinsen ausbezahlt werden. Bei fast allen Anleihen sind Kupon- und Nominalwährung identisch, jedoch gibt es einige Ausnahmen.

Aufgrund von Wechselkursänderungen schließt der Kauf einer Fremdwährungsanleihe ein Wechselkursrisiko ein. Fällt die Nominalwährung gegenüber der Heimatwährung des Käufers, so muss er Verluste einstecken, steigt die Nominalwährung gegenüber der Heimatwährung, so kassiert er Gewinne.

Das Währungsrisiko kann recht einfach durch Währungs- Optionen, Währungsforwards oder Währungs-Futures minimiert werden.

Inflationsrisiko

Das Inflationsrisiko bezeichnet die Unsicherheit über die reale Höhe der zukünftigen Auszahlungen. Da der Fisher-Effekt nur langfristig empirisch nachweisbar ist, ist das Inflationsrisiko vom Zinsänderungsrisiko getrennt zu bewerten.

Liquiditätsrisiko

Es ist möglich, dass die zu dem Zeitpunkt, an dem man die Anleihe verkaufen will, dies nicht ohne große Kursabschläge gemacht werden kann. Dieses Risiko ist in Märkten mit großem Marktvolumen zu vernachlässigen, es kann in kleinen Märkten oder bei exotischen Anleihen bestehen.

Abschreibungsrisiko

Es ist möglich, dass eine Anleihe im Wert sinkt, man die Anleihe aber hält und keine Verluste realisiert. Dies kann z.B. aufgrund eines steigenden Zinssatzes passieren. Trotzdem muss die Anleihe aufgrund der handelsechtlichen Vorschriften teilweise abgeschrieben werden, was zu unerwünschten Gewinnminderungen führen kann.



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