Freitag pfui, Montag hui: BofA haut neues Kursziel raus – Sandisk-Kurs legt schon wieder zu

Markus Weingran Markus Weingran
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Markus Weingran ist seit mehr als 20 Jahren als Kapitalmarkt-Stratege und Aktien-Experte aktiv. Geprägt durch die langjährige Zusammenarbeit mit dem Finanzexperten Hans A. Bernecker verfolgt er einen klaren Anspruch: in jeder Börsenphase das Beste für Anleger herauszuholen. Weitere Einschätzungen und Trading-Ideen teilt er auch täglich in der wallstreetONLINE Börsenlounge auf YouTube.

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Sandisk wieder gefragt
KI-generiert mit DALL-E
Anleger müssen nicht lange überlegen, ob der Rücksetzer von Freitag bei Sandisk ein Risko oder eine Chance ist. Die Bank of Amerika und Mizuho beantworten die Frage mit neuen Kurszielen, die es in sich haben. Der Grund: Der NAND-Markt bleibt knapp, KI treibt die Nachfrage und Sandisk sichert sich Milliardenumsätze über neue Geschäftsmodelle.
Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Freitag noch abgestraft, Montag schon wieder im Rampenlicht: Die Aktie von Sandisk hat sich zum Wochenstart deutlich erholt, nachdem gleich 2 große Analystenhäuser ihre Kursziele nach oben geschraubt hatten.

Besonders stark fiel die neue Einschätzung der Bank of America (BofA) aus. Analyst Wamsi Mohan hob das Kursziel von 1.550 auf 2.100 US-Dollar an und bestätigte seine Kaufempfehlung. Auch Mizuho bleibt optimistisch und erhöhte das Ziel sogar auf 2.200 US-Dollar.

Damit geht die nächste Runde im KI-Speicher-Hype los. Denn Sandisk ist längst nicht mehr nur ein klassischer Speicheranbieter. Der Konzern wird an der Börse zunehmend als Profiteur des gewaltigen Datenhungers durch Künstliche Intelligenz gehandelt.

Freitagsschock schon wieder vergessen

Werte aus dem Artikel:
Sandisk Aktie 1.470 € +2,80%

Kurz vor dem Wochenende hatte die Aktie deutlich unter Druck gestanden. Im Zuge des breiten Ausverkaufs bei Tech- und KI-Werten rauschte Sandisk nach unten. Doch die Erholung kam schnell.

Der Grund ist simpel: Die strukturelle Story rund um Speicherchips bleibt intakt. KI-Anwendungen, Rechenzentren, Datenbanken und Cloud-Infrastruktur benötigen immer größere Mengen an Speicher. Und da kommt eigentlich keiner an Sandisk vorbei.

Der Konzern ist einer der großen Anbieter im NAND-Markt. Diese Speichertechnologie steckt unter anderem in SSDs und wird für schnelle, große und energieeffiziente Datenspeicherung benötigt. Je mehr KI-Anwendungen ausgerollt werden, desto stärker steigt der Bedarf an Speicherkapazitäten.

Bank of America sieht weiterhin ein knappes Marktgleichgewicht

Die Experten der US-Bank begründen ihre neue Kurszielerhöhung vor allem mit dem weiterhin engen Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Der NAND-Markt bleibt angespannt. Zusätzliche Kapazitäten dürften nach Einschätzung der Analysten erst 2028 oder 2029 spürbar auf den Markt kommen.

Das ist für Sandisk entscheidend. Solange das Angebot knapp bleibt, kann das Unternehmen höhere Preise durchsetzen. Genau diese Preismacht ist der Treiber hinter den stark gestiegenen Gewinnerwartungen.

Die BofA geht davon aus, dass die Preise bis einschließlich des zweiten Quartals 2026 weiter steigen und bis zum ersten Halbjahr 2027 auf hohem Niveau bleiben. Für Anleger ist das die zentrale Botschaft: Sandisk könnte länger von einem außergewöhnlich starken Preisumfeld profitieren als zunächst gedacht.

Neue Geschäftsmodelle sichern Milliardenumsätze

Besonders wichtig ist der Wandel des Geschäftsmodells. Sandisk hat inzwischen mehrere Verträge nach dem sogenannten New Business Model abgeschlossen. Dabei werden Kunden über längere Zeiträume an Liefervereinbarungen gebunden. Die Verträge kombinieren anfängliche Festpreise mit später variablen Preisen.

Für Sandisk bedeutet das mehr Planungssicherheit. Laut der BofA hat das Unternehmen bereits mehr als ein Drittel seines Umsatzes für das Geschäftsjahr 2027 über solche Vereinbarungen abgesichert.

Insgesamt sollen die bisher unterzeichneten Verträge einen Mindestumsatz von 42 Milliarden US-Dollar umfassen. Hinzu kommen Finanzgarantien von mehr als 11 Milliarden US-Dollar sowie Vorauszahlungen von 400 Millionen US-Dollar.

Das ist für einen traditionell zyklischen Speicherhersteller ein wichtiger Punkt. Der NAND-Markt war in der Vergangenheit berüchtigt für extreme Schwankungen. Boomphasen mit hohen Preisen wurden regelmäßig von Überkapazitäten und Margendruck abgelöst. Sandisk versucht nun, diesen Zyklus abzufedern.

Warum Anleger plötzlich so viel zahlen

Die Analysten argumentieren nicht nur mit Fantasie, sondern mit steigender Ergebnissicherheit. Wenn Sandisk höhere Preise durchsetzen kann, die Nachfrage stabil bleibt und ein wachsender Teil der Umsätze vertraglich abgesichert ist, verändert sich das Profil des Unternehmens. Aus einem zyklischen Speicherwert könnte ein Unternehmen mit deutlich besser planbaren Cashflows werden.

Das erklärt, warum die Börse bereit ist, höhere Bewertungsmultiplikatoren zu akzeptieren. Die eigentliche Wette lautet: Sandisk bleibt nicht nur kurzfristig ein KI-Gewinner, sondern profitiert über mehrere Jahre von knapper NAND-Versorgung und steigender Datennachfrage.

KI bleibt der große Kurstreiber

Die Nachfrage nach Speicherchips wird nicht nur durch klassische PCs, Smartphones oder Unternehmensserver getrieben. Der entscheidende neue Faktor ist Künstliche Intelligenz.

KI-Modelle, Trainingsdaten, Inferenzsysteme und Rechenzentren benötigen riesige Datenmengen. Diese Daten müssen gespeichert, bewegt und schnell verfügbar gemacht werden. Während der Fokus an der Börse lange auf Grafikprozessoren lag, rücken Speicherchips inzwischen stärker in den Vordergrund.

Genau davon profitiert Sandisk. Der Markt sucht nach der nächsten Stufe der KI-Infrastruktur. Nach Nvidia, Broadcom und den großen Rechenzentrumswerten geraten zunehmend Unternehmen in den Blick, die Engpässe in der Lieferkette bedienen. Sandisk gehört zu dieser Gruppe.

Aber die Bewertung ist kein Schnäppchen mehr

So stark die Story ist, so klar ist auch das Risiko. Die Aktie hat bereits einen massiven Lauf hinter sich. Anleger zahlen inzwischen sehr viel für die Erwartung, dass die NAND-Preise hoch bleiben, die KI-Nachfrage weiter steigt und Sandisk seine neuen Vertragsmodelle erfolgreich ausbaut.

Sollte sich die Nachfrage abschwächen oder schneller neuere Angebote auf den Markt kommen, könnte die Aktie empfindlich reagieren. Auch Gewinnmitnahmen bleiben nach der starken Kursentwicklung jederzeit möglich.

Der Freitag hat gezeigt, wie schnell Anleger bei heiß gelaufenen KI-Werten nervös werden können. Der Montag zeigt allerdings auch: Solange die Analysten die Gewinnschätzungen und Kursziele weiter anheben, bleibt die Rallye schwer zu stoppen.

Die Story lebt, aber  ist nichts für schwache Nerven

Sandisk ist derzeit einer der heißesten Nebenwerte im erweiterten KI-Universum. Die Aktie profitiert von 3 starken Treibern: knapper NAND-Versorgung, steigenden Preisen und langfristigen Kundenverträgen.

Die neuen Kursziele von BofA und Mizuho zeigen, wie groß das Vertrauen der Analysten inzwischen ist. Vor allem das neue Geschäftsmodell könnte Sandisk helfen, die extreme Zyklik des Speichersegments zu reduzieren und die Erträge planbarer zu machen.

Für Anleger bleibt die Aktie dennoch hochvolatil. Nach dem starken Anstieg ist viel Optimismus eingepreist. Wer hier einsteigt, setzt darauf, dass die Speicherknappheit länger anhält und KI den Datenhunger weiter befeuert.

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Redaktion Ariva/MW


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