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Zwischen den Fronten

Donnerstag, 27.10.2016 19:00 von

Die geplatzte Übernahme des Anlagenbauers Aixtron durch einen chinesischen Investor trübt nicht nur das Verhältnis Chinas zu Deutschland. Der Durchgriff der US-Geheimdienste auf Geschäfte Pekings ist kein Einzelfall.

Sigmar Gabriel wird am Montag zu seiner China-Reise aufbrechen, mit 60 Topmanagern an Bord. Doch der Trip dürfte nicht nur angenehm für den SPD-Wirtschaftsminister werden. In Peking wird er sich unangenehmen Fragen stellen müssen. Denn nach Informationen des Handelsblatts aus chinesischen Politikkreisen hat die Staatsführung die geplatzte Übernahme des deutschen Chipanlagenbauers Aixtron an einen chinesischen Investor mit ganz oben auf die Tagesordnung gesetzt.

Die chinesische Handelskammer in Deutschland intonierte am Donnerstag schon einmal die Verärgerung in Peking, nachdem US-Geheimdienste die geplante Übernahme aus Sicherheitsgründen verhindert hatten. „Die in Deutschland ansässigen chinesischen Unternehmen zeigen sich besorgt darüber, dass die zuständigen Regierungsbehörden in Deutschland zum wiederholten Mal politische Einflussnahme gegenüber aus China stammenden regulären Investitionshandlungen ausüben und haben kein Verständnis für die kurzfristige widerspruchsvolle Entscheidung aus dem Wirtschaftsministerium“, heißt es in einer Stellungnahme.

Wie das Handelsblatt berichtete, hatte Washington im Kanzleramt darauf gedrängt, die Übernahme zu untersagen. Der Grund: Produkte von Aixtron könnten im chinesischen Nuklearprogramm eingesetzt werden. Bei einem Treffen in der Berliner US-Botschaft wurden mutmaßliche Beweise vorgelegt, die die Amerikaner wieder mitnahmen. Kopien ließen sie nicht zurück. Chinas Handelskammer ist dagegen grundsätzlich der Meinung, „dass politische Unvorhersehbarkeit und Ungewissheit nicht nur das Investitionsklima in Deutschland verschlechtern und Investoren Verluste bescheren, sondern auch die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung negativ beeinflussen werden“.

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