Zuckerbergs fragwürdige Verteidigung

Freitag, 11.11.2016 08:40 von

Welchen Anteil hat Facebook (Facebook Aktie) am Sieg von Donald Trump? Erstmals nach der US-Wahl versucht Mark Zuckerberg, die Vorwürfe gegen sein Netzwerk zu entkräften. Den wichtigsten Fragen weicht er bei seinem Auftritt jedoch aus.

Schon lange bevor Mark Zuckerberg die Bühne betrat, war im Ritz Carlton, dem Luxus-Ressort in Half Moon Bay, eine gute Autostunde von San Francisco entfernt, die Anwesenheit des Facebook-Chefs spürbar. Radikal hatten die Veranstalter die Temperatur im Konferenzraum heruntergeregelt, auf gefühlt jenseits der Kühlschranktemperatur. Der Facebook-Chef, der stets im grauen T-Shirt auftritt, komme leicht ins Schwitzen, hieß es zur Begründung.

An diesem Donnerstag gab es durchaus Grund dazu. Seit der Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten debattiert das Silicon Valley, debattiert die Welt, wie es zu dem Ergebnis kommen konnte, das keiner, angeblich nicht einmal Trumps Partei selbst, vorausgesehen hatte. Eine Frage ist dabei, welche Rolle Facebook spielte. Ohne das Zuckerberg-Netzwerk wäre der Sieg des Republikaners so kaum möglich gewesen wäre.

Wie kein anderer wusste der Immobilien-Mogul die Reichweite der sozialen Medien zu nutzen, zum Verbreiten von Parolen wie einem Einreisestopp für Muslime. Ungefiltert, kritiklos, direkt ans Publikum – bei Facebook konnte er das alles senden. Nebeneffekt für Facebook: Je mehr Aufregung, desto mehr Werbeeinnahmen. Zehntausende klickten „Gefällt Mir“, kommentierten oder teilten Falschmeldungen, die sich weiterverbreiteten und aufgrund der Popularität im Newsfeed noch weiter nach oben gespült wurden.

Facebook war zum Ort der Desinformation geworden, zu einer Matrix, in der Nutzer in einer Filterblase vor sich hin schaukeln und ein Algorithmus Altbekanntes präsentierte, aber nichts Neues mehr oder gar Vielfalt. Statt Menschen in einem politischen Diskurs zu vernetzen, hatte die Technologie sie getrennt, auf lautlose, kaum spürbare Weise.

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