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Zerrieben zwischen H&M und Zalando

Freitag, 09.09.2016 15:40 von

Der Siegeszug des Online-Handels und die Erfolge internationaler Ketten machen immer mehr klassischen Modehändlern zu schaffen. Kreditversicherer warnen vor einem deutlichen Anstieg des Insolvenzrisikos in der Branche.

Online-Händler, Textil-Discounter und internationale Modeketten wirbeln die Strukturen im deutschen Modehandel durcheinander. Das bringt immer mehr traditionsreiche Modehäuser in Schwierigkeiten. Der jüngste Fall: Das mehr als 80 Jahre alte Nürnberger Familienunternehmen Wöhrl mit seinen 34 Modehäusern muss sich in ein Schutzschirmverfahren retten. Durch eine Sanierung in Eigenregie soll eine drohende Insolvenz verhindert werden.

Sinkende Umsätze und steigende Verluste drohen dem 1933 gegründeten Familienunternehmen die Luft zum Atmen zu nehmen. Doch Wöhrl ist mit solchen Problemen nicht allein. Der Deutschland-Chef des Kreditversicherers Euler Hermes, Ron van het Hof, warnte erst kürzlich, das Insolvenzrisiko sei zuletzt in der deutschen Textilbranche „besonders stark“ gestiegen.

Es sind stürmische Zeiten für den deutschen Modehandel. Das Branchen-Fachblatt „Textilwirtschaft“ fand in seiner jüngsten Ausgabe drastische Worte für die Stimmung unter den Händlern: „Der Markt brennt.“ Die Zahl der selbstständigen Textilhändler hat sich seit der Jahrtausendwende fast halbiert, schätzt der Bundesverband des deutschen Textilhandels (BTE) - von damals mehr als 35.000 auf aktuell rund 18.000 Unternehmen. Stattdessen boomen Online-Händler wie Zalando (Zalando Aktie), internationale Ketten wie H&M und Textil-Discounter wie Primark oder Kik.

Im mittelständischen Modefachhandel sanken die Umsätze im ersten Halbjahr 2016 nach Angaben des Branchenverbandes BTE um durchschnittlich rund ein bis zwei Prozent. Und eine Trendwende ist eher nicht in Sicht. Denn immer mehr Verbraucher kaufen Hosen, Kleider und Mäntel im Internet.

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