Zehn Milliarden Euro für neue Produkte

Montag, 14.11.2016 19:00 von

Deutschlands Chemie- und Pharmaindustrie baut ihre Forschung weiter aus – und investiert Rekordsummen in die Produktentwicklung. Aber womöglich ist das immer noch zu wenig, um im globalen Wettbewerb mitzuhalten.

Soviel haben Deutschlands Chemie- und Pharmaunternehmen noch nie für Forschung und Entwicklung (F+E) ausgegeben: Die Ausgaben für die gesamte Branche beliefen sich im vergangenen Jahr auf rund 10,5 Milliarden Euro. Das sind rund vier Prozent mehr als im Vorjahr, und etwa ein Viertel mehr als im Jahr 2005.

„Die Ausgangslage für die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie ist damit gut“, sagt Thomas Wessel. Er leitet im Branchenverband VCI den Ausschuss für Forschung, Wissenschaft und Bildung und ist im Hauptberuf Vorstandsmitglied des Essener Spezialchemie-Konzerns Evonik.

Die Chemiebranche sieht er auch als Innovationstreiber für andere Industrien. Mit 5,6 Prozent Anteil am Umsatz ist die Forschungsintensität der Branche zwar etwas niedriger als im Bereich Fahrzeugbau (7,4 Prozent) und Elektrotechnik (6,6 Prozent). Dafür ist das Fundament etwas breiter: Drei Viertel aller Unternehmen in der Branche betreiben kontinuierliche Forschung. Auch im laufenden Jahr dürften die F+E-Ausgaben weiter steigen. Darauf jedenfalls deuten die bisherigen Bilanzdaten von Firmen wie Bayer (Bayer Aktie), Merck oder Evonik.

Doch ungeachtet der hohen Investitionen und der soliden Basis wird es für die Branche womöglich schwierig, ihre Position zu verteidigen. „Die guten Zahlen dürfen uns nicht in Sicherheit wiegen“, warnt Wessel. Es werde schwieriger, den Innovationsvorsprung zu halten. Der Chemiemanager weist darauf hin, dass Schwellenländer, insbesondere China ihre F+E-Anstrengungen massiv verstärken. Bereits 2013 hat China Deutschland in der reinen Chemieforschung (ohne Pharma) überrundet und von Platz drei – nach den USA und Japan – verdrängt.

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