Wohin steuert die Fed unter Trump?

Donnerstag, 10.11.2016 15:40 von

Im Wahlkampf hat Donald Trump die US-Notenbank Fed und ihre Chefin Janet Yellen mit Kritik überzogen. Eine schnelle Änderung des Kurses erscheint jedoch eher unwahrscheinlich.

Im Wahlkampf hat Donald Trump aus seiner Abneigung gegenüber US-Notenbankchefin Janet Yellen keinen Hehl gemacht. Trump warf ihr vor, unter der Fuchtel von US-Präsident Obama zu stehen und den Leitzins künstlich niedrig zu halten: „Er bleibt bei null, weil sie offensichtlich politisch agiert und das tut, was Obama von ihr will.“ Yellen solle sich dafür Version: „schämen“, was sie dem Land antue.

Trotz dieser Tiraden von Seiten Trumps rechnen Ökonomen eher nicht mit einem schnellen Kurswechsel der amerikanischen Notenbank. „Kurzfristig erwarte ich keine große Änderung am Kurs der Fed“, sagt Bernd Weidensteiner, US-Experte bei der Commerzbank (Commerzbank Aktie). Vor den Wahlen deutete vieles darauf hin, dass die Fed im Dezember den Leitzins anhebt. Im Oktober hatte die US-Wirtschaft außerhalb der Landwirtschaft 161.000 zusätzliche Stellen geschaffen. Die Arbeitslosigkeit sank ganz leicht auf 4,9 Prozent. Zudem stieg der Stundenlohn in der Privatwirtschaft im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent – der stärkste Zuwachs seit Juni 2009.

Als einer der ersten meldete sich am Mittwoch der Präsident des Fed-Ablegers von San Francisco, John Williams, zu Wort. „Die Debatte über sukzessive Zinsanhebungen ist meiner Ansicht nach weiter sinnvoll“, sagte er. Entscheidend seien für ihn weiter die Konjunkturdaten. Williams (Williams Aktie) betonte zugleich die politische Neutralität der Fed. „Diese Unabhängigkeit zu haben, ist sehr wichtig.“

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