Top-Thema

15:18 Uhr -0,84%
VW-​Vorstände zahlten Reisekosten zurück - Kurswechsel bei Firmenjets

Wirtschaftsweiser Feld attackiert DIW-Chef Fratzscher

Donnerstag, 27.10.2016 06:20 von

In der Fratzscher-Kommission zur Stärkung von Investitionen knirscht es. In internen E-Mails greift der Wirtschaftsweise Feld Kommissionschef Fratzscher an. In dem Streit geht es auch um die Zeit nach der Wahl 2017.

Lars Feld darf derzeit öffentlich kein Wort sagen. Nächsten Mittwoch legt der Sachverständigenrat sein neues Jahresgutachten vor. In den vier Wochen davor gilt für Feld und die anderen vier Wirtschaftsweisen striktes Redeverbot. Intern kann Feld in Gremien seine Meinung aber natürlich kundtun. Als Mitglied der „Regierungskommission zur Stärkung der Investitionen“ hat der Finanzökonom das getan. Und wie.

Die hochkarätig besetzte Expertenrunde, geleitet von DIW-Chef Marcel Fratzscher, geht im Auftrag von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) der Frage nach, wie die schwachen Investitionen in Deutschland angekurbelt werden können. In Kürze will die Kommission eine Bestandsaufnahme ihrer Vorschläge aus dem Vorjahr vorlegen, garniert mit ein paar frischen Ideen. Kommissionsmitglied Feld wird nicht zu den Unterzeichnern gehören. Er hält von den bisherigen Vorschlägen überhaupt nichts. Das zeigen interne Mails von Feld an Fratzscher, die dem Handelsblatt vorliegen.

Fratzschers Ansätze führten „in die Irre“ und seien „abwegig“, schreibt Feld in einer E-Mail an den „Lieben Marcel“, die er über den gesamten Kommissionsverteiler verschickte. Sein Vorschlag einer „Investitionsagenda Deutschland“ würde „selbst Frankreich als Mutterland der Planification heute nicht mehr vorsehen“, so Feld. Er könne deshalb „diese Stellungnahme nicht unterschreiben“. Daran könnten auch andere Formulierungen nichts ändern. „Zu fundamental ist der Dissens.“

Solch ein direkter Angriff ist unter Topökonomen ungewöhnlich. Der Streit zeigt: In der Fratzscher-Kommission knirscht es wieder gewaltig. Ob die Expertenrunde am Ende auf einen Nenner kommt, gilt derzeit als offen. Durch die ganze Kommission geht ein Riss.

Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.