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„Wir werden die Verantwortlichen weiter verfolgen“

Donnerstag, 12.01.2017 08:00 von

Trotz Milliarden-Vergleichs mit dem US-Justizministerium ist der Abgasskandal für VW nicht ausgestanden: Der Konzern erhält einen externen Aufpasser, sechs Manager werden angeklagt – und weitere Verantwortliche gesucht.

Volkswagen hat mit der US-Regierung einen milliardenteuren Vergleich im Dieselskandal ausgehandelt. Demnach muss der Wolfsburger Konzern wegen der Abgasmanipulation in den USA umgerechnet 4,1 Milliarden Euro Bußgelder und Strafe zahlen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Vergleich sieht außerdem vor, dass der Autobauer seine Schuld nach US-Strafrecht anerkennt. Nach VW-Angaben ist er aber keine Grundlage für Rechtsstreitigkeiten außerhalb der Vereinigten Staaten. Der Konzern muss außerdem sein internes Kontrollsystem zur Einhaltung von Vorschriften verbessern und sich für drei Jahre einer unabhängigen Aufsicht unterwerfen.

Dem zugleich veröffentlichten Gerichtsdokument zufolge räumt VW ein, Behörden und Kunden von Mai 2006 bis November 2015 betrogen zu haben hinsichtlich der Emissionen von knapp einer halben Million Dieselfahrzeuge. Das Unternehmen bekenne sich der Verschwörung und der Behinderung der US-Justiz schuldig.

Verantwortlich seien Manager unterhalb der Vorstandsebene. Insgesamt nannten die Ermittler sechs führende Manager des VW-Konzerns namentlich, gegen die Strafanzeigen gestellt werden sollen. Unter diesen angeklagten Manager befinden sich neben dem bereits festgenommenen Oliver Schmidt auch der ehemalige Leiter der Entwicklungsabteilung der Marke VW, Heinz-Jakob Neußer, zwei leitende Motorenentwickler und zwei Qualitätsmanager. In Regierungsdokumenten wird den VW-Vertretern vorgeworfen, gegenüber den Umweltbehörden gelogen oder Dateien mit Beweismitteln vernichtet zu haben.

„Es sind keine multinationalen Unternehmen ohne Gesicht, die Verbrechen begehen, sondern Menschen aus Fleisch und Blut“, sagte die stellvertretende Generalstaatsanwältin Sally Yates. Ob alle Konzernvorstandsmitglieder wie der zurückgetretene VW-Chef Martin Winterkorn nun aufatmen können, bleibt offen. Justizministerin Loretta Lynch betonte, die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen. „Wir werden die Verantwortlichen, die diese schädliche Verschwörung orchestriert haben, weiter verfolgen.“

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