„Wir müssen die Hand ausstrecken“

Dienstag, 08.11.2016 18:00 von

Chuck Hagel war US-Verteidigungsminister unter Obama – als Republikaner. Im Interview spricht er über einen Neustart mit Wladimir Putin nach der US-Wahl, eine tragfähige Lösung für Syrien und eine neue Weltordnung.

Auf dem Schreibtisch in Chuck Hagels Büro stapelt sich die Lektüre: Bücher über den chinesischen Internetkonzern Alibaba ebenso wie Zeitschriften über politische Geschichte. Der ehemalige Senator und Verteidigungsminister hat die Welt weiter im Blick – als Nächstes steht ein Besuch in Iran an. Mit dem Handelsblatt hat Hagel darüber gesprochen, was jetzt, nach der US-Wahl, wichtiger denn je ist.

Mister Secretary, ein Bürgerkrieg in Syrien ohne Aussicht auf Lösung, Flüchtlingsströme Richtung Europa, ein ungeklärter Konflikt mit Russland in der Ukraine. Warum ist die Welt gerade jetzt in einer solchen Unordnung? In dieser frühen Zeit des 21. Jahrhunderts wird gerade eine neue Weltordnung definiert und aufgebaut. Die letzten 70 Jahre waren ein Produkt der Ordnung nach dem Zweiten Weltkrieg, aufgebaut auf dem Prinzip gemeinsamen Interesses – ob Vereinte Nationen, gemeinsame Verteidigung mit der Nato, die Weltbank, das Welthandelsabkommen WTO und die vielen multilateralen Entwicklungsbanken. Der Fokus war: Wir werden verschiedener Meinung sein, wir haben Probleme miteinander, aber lass uns dort starten, wo wir uns einig sind. 70 Jahre lang hat diese Ordnung die Welt recht gut zusammengehalten, auch wenn sie nicht makellos war. Es gab keinen dritten Weltkrieg, dafür eine historisch einmalige Verbreitung von Wirtschaftskraft.

Und warum funktioniert diese Ordnung jetzt nicht mehr?Die größten Probleme der Welt spielen heute in Gebieten, die zurückgelassen wurden, die nicht prosperierten. Die Welt ändert sich zudem. Staaten werden unabhängiger, Japan oder Südkorea etwa. Für die USA, die die dominante Weltmacht seit dem Zweiten Weltkrieg waren, ist es hart, sich da anzupassen.

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