Wie Politiker Populismus fördern

Samstag, 08.10.2016 10:40 von

Wenn Politiker den Mund aufmachen, kommen oft schwer verständliche Wortwolken heraus. Die weichgespülte Sprache erzeugt Langeweile bei den Zuhörern. Und sie nutzt Populisten, wie im Fall der AfD, die verbal zulangen.

Sommer 2016. Die Bürokraten kämpfen sich durch einen Berg von Hunderttausenden unbearbeiteten Asylanträgen. Im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin berichtet die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer aus der Sitzung des Kabinetts. Dauerthema Flüchtlinge. Sie sitzt in Blazer und weißer Bluse vor einer azurblauen Wand. Rechts und links die Sprecher der Ministerien. Vor ihr, verteilt im Saal, eine kleine Gruppe von Hauptstadtjournalisten. Den Raum kennen viele aus den Fernsehnachrichten. Demmer trägt vor: „Heute hat erneut der Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Frank-Jürgen Weise, zum Stand der Prozessoptimierung berichtet.“ Ein staubtrockener Satz.

„Prozessoptimierung“ ist ein Wort aus der Manager-Sprache. Ein Wort, das an Rädchen denken lässt, die gut geölt ineinandergreifen. Ein Wort, das draußen vor den Fernsehschirmen Mut machen soll. Denn das, was man „optimiert“, sollte irgendwann „optimal“ werden, nicht wahr?

Wer die aktuelle Sprache des Berliner Politik-Betriebes analysiert, stellt fest: Der Gebrauch von Weichspülern, Wortwolken und Wohlfühl-Wörtern hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Das Ergebnis ist ein Politsprech, der so glatt ist, dass er oft Langeweile und Überdruss erzeugt, bei Wählern genau wie bei Journalisten. Der mit Blabla und optimistisch klingenden Phrasen alles verdeckt – vom Streit in der Sache bis zum Unwissen. Beispiele gewünscht? Seit wann haben Dieselautos „Thermofenster“? Und warum sehen so viele Politiker anstelle von nervigen „Problemen“ überall „Herausforderungen“?

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