Wie neue Bilanzregeln die Banken belasten

Donnerstag, 10.11.2016 16:40 von

Banken drohen neue Belastungen: Ab 2018 müssen Kreditrisiken anders bilanziert werden. Das zwingt Banken zu einer höheren Risikovorsorge und könnte etwa Folgen für das Kreditgeschäft bei der Immobilienfinanzierung haben.

Bilanzierungsvorschriften gelten als trockene Materie. Doch die neuen internationalen Bilanzregeln, die 2018 eingeführt werden, dürfte für die Banken spürbare Folgen haben. Sie zwingen die Banken zu einer deutlich höheren Risikopuffern im Kreditgeschäft und belasten spürbar die Eigenkapitalquoten der Institute. Das belegt eine Auswirkungsstudie der EU-Bankenaufsichtsbehörde EBA, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Für die gleichen Kredite müssen die Institute danach im Durchschnitt etwa 18 Prozent mehr Risikovorsorge als Schutz vor Kreditausfällen buchen als bisher. Das belastet die Eigenkapitalquoten, die im Durchschnitt um 0,6 Prozentpunkte sinken dürften. Es ist die erste breite Untersuchung über die Folgen der neuen Bilanzstandards für europäische Banken. Die EBA hatte dazu eine repräsentative Auswahl von knapp 60 Banken aus 20 Mitgliedsstaaten befragt.

Die neuen Bilanzregeln, im Fachjargon IFRS 9 genannt, gelten neben den geplanten strengeren Kapitalvorschriften für Banken als wichtigster Belastungsfaktor für das Kreditgeschäft. Der Grund: Bislang müssen Banken erst dann eine Risikovorsorge für einen Kredit bilden, wenn sie konkret Verluste erleiden. Ab 2018 müssen die Institute bei jedem Kredit sofort abschätzen, wie hoch die potenzielle Verlustgefahr auf Sicht von einem Jahr ist. Sie müssen also vorausschauender als bislang Gefahren bilanzieren. Je langfristiger ein Kredit ist, desto stärker wirkt sich dieser Wechsel aus. Die private Immobilienfinanzierung dürfte das ganz besonders treffen, denn dort sind die Darlehen besonders langfristig.

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